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Franz Kafka

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Steckbrief

Autoren: Franz Kafka
Abb. 1: Kafka, 1923.
Autoren: Franz Kafka
Abb. 1: Kafka, 1923.
(Brot-)Beruf:
  • Kafka war Angestellter einer großen Versicherungsanstalt.
#kafka

Biographie

Franz Kafka entstammte einer deutschsprachigen, jüdischen Familie aus Prag. Die Moldaustadt gehörte bis 1918 zur Donaumonarchie Österreich-Ungarn, einem Vielvölkerstaat. Für etwa zehn Prozent der Prager war Deutsch die Muttersprache. Seine beiden Eltern waren berufstätig, weshalb er und seine drei Schwestern hauptsächlich vom Dienstpersonal aufgezogen wurden. Nach Abschluss seines Abiturs (1901) studierte Kafka Jura an der Deutschen Universität in Prag, wo er 1906 zum „Doktor der Rechte“ promovierte.
Seine Berufe waren für Franz Kafka nie mehr als reine Brotberufe. Sie dienten ihm einzig und allein dazu, sein Schreiben zu finanzieren.
Kafkas Handeln als Erwachsener war stark von seiner väterlichen Beziehung beeinflusst. Der Vater hielt ihm und seinen Geschwistern permanent seine Leiden vor, welche er in seiner Kindheit und Jugend hatte ertragen müssen. Unter Betonung, wie gut es ihnen jetzt gehe, hatte er nie Verständnis für die Probleme, mit welchen die Kinder umzugehen hatten. Franz Kafka fühlte sich gedemütigt aufgrund der Erfolge seines Vaters, an die er selbst nicht anknüpfen konnte. So litt er an einem sehr schwachen Selbstbewusstsein und großen Selbstzweifeln. Er schämte sich auch seit seiner Kindheit für seinen schwächlichen Körperbau.
Kafka hatte den Wunsch nach Frau und Familie, da er das Alleinsein nicht ertrug. Jedoch stand das im Konflikt mit seinen Bindungsängsten und Versagensängsten als Vater. So bestand die Beziehung zu Felice auch zu großen Teilen aus Briefwechseln, wohingegen er das Alleinsein mit ihr stets mied. Dieser innere Konflikt führte auch dazu, dass er zwar dreimal verlobt, jedoch nie verheiratet war.
Kafka starb 1924 an Tuberkulose, einen Monat vor seinem 41. Geburtstag. Max Brod und anfangs auch Kafka sahen als Grund für die Erkrankung die Doppelbelastung durch Brotberuf und sein Schreiben, welche sein schwächlicher Körper nicht ausgehalten hatte. Mit Verschlechterung seiner Krankheit hoffte er, dass er nun endlich seinen Beruf aufgeben könne, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen.
Später sah Kafka seine Krankheit aber auch als Strafe für seine nicht gelösten Verlobungskonflikte, was wieder seine von Selbstzweifeln besessene Persönlichkeit aufzeigt.

Dies schlägt sich auch in den Themen seiner Werke nieder. In ihnen versucht er unter Anderem, den Generationenkonflikt mit seinen Auswirkungen auf das Individuum aufzuzeigen. Im Roman Die Verwandlung ist es der Sohn, welcher zum Ungeziefer mutiert und nach und nach die Familie zerstört. Vergleicht man dies mit Kafkas Biografie, sieht man deutliche Parallelen und erkennt ihn selbst im Ungeziefer wieder. Der Sohn, der es seinem Vater nicht recht machen kann.
Im Roman Der Proceß ist die Situation grundverschieden. Hier wird die Familie in Form der dubiosen Gerichtswelt dargestellt. Eine Welt, welche sich Josef K. zwar zeigt, aber die er nicht durchdringen oder beeinflussen kann. Zusätzlich zeigt er auch den gesellschaftlichen Wandel hin zur immer weiter bürokratisierten Gesellschaft auf.
Allgemein kann man sagen, dass Kafka mit seinen Werken den Lesern einen Einblick in verschiedene psychische Prozesse geben wollte. Diese versuchte er auf abstrakte Art und Weise zu verdeutlichen, indem er die verschiedensten Bilder benutzte.

Quellen: Klaus Wagenbach, Franz Kafka in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten; Hartmut Binder,
Kafka-Handbuch, Bd. 1; Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Werk und Einordnung

Kafkas unglückliche Lebensumstände spiegeln sich in seinem Werk wider. Sein belastendes Verhältnis zum als übermächtig empfundenen autoritären Vater wird etwa in der Erzählung Die Verwandlung (1915), in der Novelle Das Urteil sowie im Brief an den Vater (1952) reflektiert. Dort wird das Familien-oberhaupt als mächtig, stark und zum Teil unterdrückend dargestellt.
Ein anderes immer wiederkehrendes Thema ist die hoffnungslose Isolation des Individuums, dessen undurchschaubare Abhängigkeit von anonymen Mächten und sein Scheitern. Dies kann als Auseinandersetzung mit der existentiellen Grundsituation des modernen Menschen in einer mechanisierten und bürokratisierten Welt gelesen werden.
Von der Spannung zwischen Individuum und sozialer Gemeinschaft handelt die Entfremdung der Protagonisten von den anderen und schließlich von sich selbst, ein weiteres Leitmotiv in Kafkas Werk.
Dieser schwankte selbst zwischen Einzelgängertum und sozialer Integration, zwischen Bindungsangst und Heiratsplänen. Die aufgelöste Verlobung mit Felice Bauer (im Sommer 1914; in diese Zeit fällt auch die Julikrise und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs) war für ihn mit dem Gefühl des Angeklagt-Seins verbunden. Die abschließende Aussprache mit Freunden erlebte Kafka als „Gerichtshof“, woraufhin er mit der Abfassung des Romans Der Process begann.
Allgemein wird ein Zusammenhang zwischen Kafkas Biographie und der Skepsis gegenüber seinem eigenen Werk bzw. seiner scharfen Kritik daran konstatiert. Der Schriftsteller wurde zeitlebens von schweren Selbstzweifeln geplagt und trug seinem Nachlassverwalter und Freund Max Brod auf, seine unveröffentlichten Texte mitsamt den fragmentarischen Romanen zu vernichten; einen Teil seines Werkes vernichtete Kafka selbst. Dem Ungehorsam Max Brods ist es zu verdanken, dass Kafka nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Bekanntheit erlangte und heute zweifellos zur Weltliteratur gehört.
Einer eindeutigen Klassifizierung als Expressionist oder Surrealist entzieht sich Kafka. Am treffendsten kann jene Welt, die er beschreibt, als kafkaesk beschrieben werden (s. u.), wobei dieser Begriff bereits auf etwas Eigenes verweist.

Form und Sprache

Der Stil Kafkas ist sachlich, ruhig und distanziert. Mit klarer Sprache werden scheinbar realistische Sachverhalte aneinandergereiht, wobei sich Innen- und Außenwelt zu einem absurden, irrealen Ganzen mischen, was den Leser befremdet und irritiert. Wirklichkeit und Fantasie gehen so ineinander über. Dem Autor gelingt es, eine beängstigende, klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, die am extremsten in der Verwandlung empfunden wird.
Der Autor bedient sich sowohl juristischer Metaphorik (Das Urteil, Der Process, In der Strafkolonie) als auch rätselhafter Symbolik („Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“).
Hinzu kommt Kafkas spezielle Erzählweise. Sie erfolgt in der dritten Person (z. B. in Die Verwandlung, Das Urteil, Der Process), wobei die durch den Protagonisten reflektierte fiktionale Wirklichkeit dargestellt wird. Scheinbar wird das Geschehen realistisch und nüchtern aus höherer Warte (auktorialer Erzähler) berichtet, doch erfährt der Leser kaum etwas davon, was über die Wahrnehmungswelt und den Wissenshorizont des Protagonisten hinausreicht (personaler Erzähler). Zuverlässige Informationen erhalten wir allein über das Innenleben der Hauptfigur, was die Interpretation und Deutung des tatsächlichen Geschehens in der Außenwelt erschwert. Da sich die Einschätzung von Situationen durch den Protagonisten oftmals als falsch erweist und wir offensichtlich absurde Zustände in nüchtern-sachlicher Manier präsentiert bekommen, können wir uns des Wahrheitsgehalts des Erzählten nie völlig sicher sein. So entsteht für den Interpreten ein Paradox: Mit ihrer Tiefe laden die Texte zu einer Deutung ein, verweigern sich aber einer endgültigen Festlegung.
Zusammen bedingen Stil und Erzählweise das „Kafkaeske“ (kafkaesk laut Duden: „auf unergründliche Weise bedrohlich“). Der Mensch ist in labyrinthischen Lebensverhältnissen gefangen, ist ausgeliefert an anonyme, bürokratische Mächte und findet keinen Ausweg aus diesem als bedrückend empfundenen und offenkundig absurden, sinnlosen Zustand.
Zu den maßgeblichen Autoritäten erhalten die Hauptfiguren keinen Zugang: K. gelangt im Schloss nicht bis zu den wichtigen Instanzen der Schlossverwaltung, im Process bekommt Josef K. niemals die Anklageschrift zu sehen. Somit bleibt die anonyme Macht, der sich die Protagonisten gegenüber sehen, unfassbar. Von der Mitwelt erfahren sie nur Abweisung oder Vertröstung und die angebotene Hilfe entpuppt sich als Illusion, wodurch ein Gefühl des Ausgeliefertseins, der totalen Machtlosigkeit entsteht. Der geheime Code, der die Abläufe bestimmt, bleibt für sie (und den Leser) im Verborgenen.
Neben dem typisch Kafkaesken gibt es auch Anflüge von Ironie oder sexuelle Handlungsbezüge. Kafkas Freunde erzählten, dieser habe beim Vorlesen von Der Process mehrmals laut lachen müssen. In demselben Roman sind die Frauen sirenenhaft (betörend) dargestellt und die Gerichtsvertreter (z. B. die Richter, die Pornohefte statt Gesetzesbücher studieren) erscheinen ebenso lüstern, wie auch der Pro-tagonist ohne Gegenwehr den verlockenden Fräuleins verfällt. Dazu gesellen sich homoerotische, teils auf sadomasochistische Praktiken anspielende Elemente im Text, wie z. B. der halbnackte Prügler in Leder, der die entkleideten Wächter strafend mit einer Rute verprügelt.

Wichtige Werke

  • 1915 (geschrieben 1912) Die Verwandlung, Erzählung
  • 1916 (geschr. in der Nacht vom 22. zum 23. September 1912) Das Urteil, Novelle
Posthum und gegen seinen letzten Willen durch Max Brod veröffentlicht wurden die Romanfragmente:
  • 1925 Der Process (geschr. 1914)
  • 1926 Das Schloss (geschr. 1922)
  • 1927 Der Verschollene (geschr. 1911-14)
Dazu kommen zahlreiche Erzählungen.
Bildnachweise [nach oben]
[1]
Public Domain.
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