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Episches Theater

Skripte
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Definition

Das epische Theater ist ein Theaterstück mit erzählenden Elementen und gehört zur literarischen Gattung „Dramatik“.
Im engeren Sinne ist das epische Theater eine in den 1920er Jahren von Bertolt Brecht entwickelte Form des modernen Theaters. Diese ist dem „aristotelischen“ bzw. dem „dramatischen“ Theater entgegengesetzt und wird auch „dialektisches Theater“ genannt.
Die sonst übliche Illusion der in sich geschlossenen Welt des Dramas wird hier bewusst durchbrochen, um eine einfühlende Identifikation der Zuschauer mit den Figuren durch eine kritische Distanz zu verhindern.
Das epische Theater ist somit weniger als Unterhaltungs-, sondern vielmehr als Lehrstück mit Kritikfunktion zu sehen.

Grundstruktur

Basierend auf der Theaterkonzeption von Bertolt Brecht hat das epische Theater folgende Grundbausteine:
  • Verfremdete Handlung
  • Durch den Schock darüber, dass das scheinbar Verständliche nicht zu verstehen ist, soll der Zuschauer zum richtigen Verstehen angeleitet werden
  • Kritische Distanz zwischen Dargestelltem und Zuschauer
  • Einsatz von Verfremdungs-Effekten
  • Offener Schluss
  • Der Zuschauer soll selbst die Antworten finden

Verfremdungseffekte

Verfremdungseffekte sind dramaturgische Mittel, die verhindern sollen, dass sich der Zuschauer in die dargestellte Realität hineinversetzt und mit den Personen mitfühlt. Durch den Einsatz dieser V-Effekte soll die Illusion zerstört werden und eine kritische Distanz entstehen.
Bertolt Brecht betrachtete die Verfremdungseffekte deshalb auch als Instrument zur Aufdeckung gesellschaftlicher Widersprüche.
Verfremdungseffekte in der Theaterpraxis
  • Reihung von Bildern anstelle einer geschlossenen Handlung
  • z.B. in Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches
  • Einzelszenen werden montiert, um die Spannung nicht auf den Verlauf, sondern auf die Hintergründe zu lenken.
  • Kein linearer, chronologischer Verlauf, sondern in Kurven
  • Durch den ungewöhnlichen, nicht vorhersehbaren Verlauf soll der Zuschauer zum Mitdenken animiert werden.
  • Anreden der Schauspieler ans Publikum
  • Die Illusion des Dargestellten wird hierbei bewusst gebrochen. Die Ansprache soll die Zuschauer zum Nachdenken anregen.
  • Distanziertes Schauspielern bzw. nur Vorzeigen der Rolle
  • Es soll deutlich gemacht werden, dass die Figuren nur fiktiv sind. Ein Mitfühlen wird verhindert.
  • Stilisierte Sprache
  • Durch die ungewöhnliche Sprache entsteht eine Distanz zwischen Zuschauer und der Figur, ein Mitfühlen wird verhindert. Somit kann der Zuschauer unvoreingenommen die Handlung bewerten.
  • Inhaltsangaben vor den Szenen:
  • z.B. in Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches
  • Die Spannung auf den Inhalt wird genommen. Das Verständnis der Zuschauer soll dadurch erleichtert werden. Außerdem können sich die Zuschauer somit auf die Hintergründe der Handlung konzentrieren.
  • Eingebundenen Lieder oder Songs
  • z.B. in Brechts Mutter Courage und ihre Kinder
  • Die Lieder unterbrechen die Handlung und kommentieren sie weiterführend, werfen Fragen auf oder decken Widersprüche auf. Dadurch sollen beim Zuschauer Erkenntnisse entstehen.
  • Epischer Erzähler spricht
  • Die Handlung wird unterbrochen und von einem Erzähler, der nicht an der Handlung teilnimmt, für das Publikum kommentiert.
  • Aufzeigen alternativer Handlungsmöglichkeiten
  • Die Illusion wird gebrochen und es soll deutlich gemacht werden, dass die Situation und die Menschen veränderbar sind.
  • Verzicht auf Requisiten
  • Durch die laienhafte Darstellung wird verhindert, dass eine Illusion entsteht.
  • Sichtbare Bühnentechnik bzw. Umbau bei offenem Vorhang
  • Dem Zuschauer wird somit immer wieder bewusst, dass alles nur gespielt und konstruiert ist. Es entsteht keine Wirklichkeitsillusion.
Verfremdungseffekte in der Textvorlage
  • Gleichnishafte Charaktere, die beliebig austauschbar sind („Niemands-Gestalten“)
  • Örtliche und zeitliche Distanz
  • Austauschbare Szenen
  • Ungewohnte Blickwinkel beschrieben
  • Offener Schluss

Offene Form des Dramas

Im Hinblick auf den Aufbau und die Gliederung lässt sich das epische Theater als offenes Drama definieren. Dieses hat folgende Hauptmerkmale:
  • Mehrere Handlungsstränge gleichzeitig und gleichberechtigt
  • Abfolge zeitlich unabhängiger Begebenheiten über einen längeren Zeitraum
  • Handlung an verschiedenen Orten
  • Vielzahl an Personen aus verschiedenen Schichten
  • Verschiedenste Sprachformen
  • Das Geschehen setzt unvermittelt ein
  • Häufig fehlt ein eindeutiger Schluss
  • Zeigt das Ganze in Ausschnitten

Das Ziel von Brechts Theaterkonzeption

Bertolt Brechts Theaterkonzeption des epischen Theaters wendet sich ganz gezielt gegen die Unterscheidung zwischen dramatischer und epischer Form, die auf Aristoteles zurückgeht. In Brechts Augen entsprechen die strengen Gattungsgrenzen in keinster Weise mehr der immer komplexer werdenden Welt und lassen sich daher so nicht mehr halten.
Anders als beim aristotelischen Drama soll die Handlung nicht mehr als fest vorgeschrieben gelten. Der Zuschauer soll erkennen, dass die Handlung auch anders verlaufen könnte, als auf der Bühne dargestellt wird.
Ein Mitdenken und Neugierde beim Zuschauer will Bertolt Brecht dadurch entstehen lassen, dass er dem aufgezeigten Vorgang oder den Charakteren das Bekannte und Einleuchtende nimmt und sie völlig verfremdet darstellt.
Der Zuschauer soll beim epischen Theater erkennen, dass soziale, politische, kulturelle und wirtschaftliche Situationen sowie der Mensch selbst veränderbar sind.

Vergleich: dramatisches vs. episches Theater

Dramatisches Theater Episches Theater
handeln erzählend
verwickelt den Zuschauer in die Bühnenaktion macht den Zuschauer zum Betrachter und weckt seine Aktivität
ermöglicht ihm Gefühle erzwingt Entscheidungen von ihm
Erlebnis Weltbild
Zuschauer wird hineinversetzt Zuschauer wird gegenübergesetzt
Suggestion Argument
Empfindungen konserviert zu Erkenntnissen getrieben
Dramatisches Theater Episches Theater
Zuschauer erlebt mit Zuschauer studiert
Mensch als bekannt vorausgesetzt Mensch als Gegenstand der Untersuchung
Mensch als unveränderlich Mensch als veränderlich
Spannung auf den Ausgang (Finalspannung) Spannung auf den Verlauf (Modalspannung)
Eine Szene für die andere Jede Szene für sich
Entwicklung Montage
linearer Verlauf Verlauf in Kurven
Das Denken bestimmt das Sein Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Denken
Gefühl Ratio
#theaterstück#drama
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