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Biedermeier

Skripte
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Im Biedermeier, der von 1815 bis 1845 währte, besannen sich viele Bürgerliche auf ihr Inneres. Der Biedermeier ist eine Zeit, in welcher der Staat das Leben der Bürger durch Zensur und andere autoritäre Maßnahmen regelte und Opposition systematisch unterdrückte. Wo die Romantiker noch gegen den Staat und die Gesellschaft anschrieben, akzeptierten die Vertreter des Biedermeier die Realität und suchten das persönliche Glück, statt die sozialen und politischen Verhältnisse durch Protest umgestalten zu wollen. Sie sehnten sich nach Ruhe, Geborgenheit und Liebe, nicht nach der Selbstverwirklichung gegen die Konvention. Die Autoren des Biedermeier waren fest in der Gesellschaft verankert und sahen das Schwimmen gegen den Strom nicht als Weg zum Glück an, auch wenn ihnen die politische Realität durchaus missfiel – so sehnten sich auch Autoren des Biedermeier nach der nationalen Einheit, Autorinnen sehnten sich zudem nach der Gleichstellung von Mann und Frau. Von gesellschaftlichen Umstürzen erhoffte man sich aber keine Besserung der Lage, daher suchten die Literaten des Biedermeier innerhalb der Normen, im privaten Umfeld die Erfüllung.
Dementsprechend ist die Liebe im Biedermeier auch privates Glück und gewissermaßen ein festes Fundament im Leben des Liebenden. Die Liebe soll ihn trösten, ihn halten und erfüllen – keine stürmische, selbstzerstörerische Liebe, sondern eine Liebe in der bürgerlichen, häuslichen Umgebung, die dem lyrischen Ich einen Sinn verleiht in einer von Normen streng strukturierten Gesellschaft. Oft wird die Liebe mit der Religion verbunden – beide sind Wege, auf denen das Individuum im persönlichen Umfeld zu Glück und Selbstverwirklichung gelangen kann.

Sprache und Form

Der Biedermeier zeigt sich noch stark von der Romantik beeinflusst: Der schwelgerische, ruhige Ton wurde übernommen, die Natur fand, wenn auch meist als Idylle und nicht als mysteriös-zauberhafte Umgebung, einen festen Platz in der Lyrik. Da der Biedermeier vor allem eine Epoche des Bürgertums war, erfreute sich vor allem die einfache, melodiöse Liedform großer Beliebtheit. Der Wunsch der Autoren nach Harmonie, Glück und Geborgenheit zeigt sich an der Beachtung der Regelmäßigkeit von Metrum und Reim.

Beispiel für die Liebeslyrik des Biedermeier

  • Wenn ich, von deinem Anschaun tief gestillt,
  • Mich stumm an deinem heilgen Wert vergnüge,
  • Dann hör ich recht die leisen Atemzüge
  • Des Engels, welcher sich in dir verhüllt.
  • Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt
  • Auf meinem Mund, ob mich kein Traum betrüge,
  • Daß nun in dir, zu ewiger Genüge,
  • Mein kühnster Wunsch, mein einzger, sich erfüllt?
  • Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn,
  • Ich höre aus der Gottheit nächtger Ferne
  • Die Quellen des Geschicks melodisch rauschen.
  • Betäubt kehr ich den Blick nach oben hin,
  • Zum Himmel auf - da lächeln alle Sterne;
  • Ich kniee, ihrem Lichtgesang zu lauschen.
  • (An die Geliebte von Eduard Mörike (1804-1875))
Liebe bedeutet für das lyrische Ich aus Eduard Mörikes Sonett Harmonie und Einssein mit der Welt – hier zeigen sich die Einflüsse der Romantik. Die Sehnsucht (violett markiert) dominiert hier jedoch nicht, das lyrische Ich findet in der Ruhe die Erfüllung seiner Selbst und nicht im romantischen Hinausziehen in die Welt. Die Liebe (orange markiert) wird hier thematisch mit Gott (blau markiert) verknüpft, sie ist gottgegeben und gibt dem Dasein des lyrischen Ichs so einen Sinn. Durch sie wirkt die Natur freundlich auf das lyrische Ich, die Sterne lächeln und geben einen Lichtgesang von sich – auch Mörike dient die Lichtmetaphorik (braun markiert) als Umschreibung der Gefühle, die die Liebe im lyrischen Ich erweckt. Trotz der Erfahrung des Göttlichen ist der Ton ruhig, das lyrische Ich ist passiv und andächtig, nimmt die Eindrücke in sich auf, statt sie zu suchen. Der Eindruck von Ruhe wird noch verstärkt durch das Vokabular: Das lyrische Ich wird „gestillt“, die Geliebte atmet „leise“, die „nächtge Ferne“ ist hier nicht geheimnisvoll, sondern ebenfalls ruhig.

Fazit

Der Biedermeier ist der Rückzug der Bürger ins Private angesichts eines autoritären Herrschaftssystems, das jegliche Opposition unterdrückte. Zwar empfinden auch die Bürgerlichen Sehnsüchte nach Harmonie, nationaler Einheit und Gerechtigkeit, doch sehen sie das tatsächlich erreichbare Glück nur innerhalb der häuslichen und gesellschaftlichen Grenzen. Religion, Liebe und Natur spiegeln den Einfluss der Romantik wider, die einfachen und melodiösen Formen ebenfalls. Insgesamt zieht sich der Biedermeier'sche Typ aber in sich selbst zurück und entflieht nicht in die metaphysischen, mysteriösen und phantastischen Traumwelten der Romantik.
Bedeutende Lyriker des Biedermeier sind u.a. Eduard Mörike (s.o.), Franz Grillparzer (1791-1872) und Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848). Für die weitgehende Beschränkung auf die Innerlichkeit wird der Biedermeier oft kritisiert. Er betont jedoch den Halt, den die Liebe im Leben geben kann und betont deren sinnstiftende Rolle.
#liebeslyrik
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