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Teil A

Aufgaben
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Verwandlungen

Erlaubte Hilfsmittel:
  1. ein Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung
  2. eine Liste der fachspezifischen Operatoren
  3. Kafka: Die Verwandlung
  4. Hoffmann: Der Sandmann
Tipp
Erlaubte Hilfsmittel:
  1. ein Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung
  2. eine Liste der fachspezifischen Operatoren
  3. Kafka: Die Verwandlung
  4. Hoffmann: Der Sandmann
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Gib den Inhalt wieder und analysiere die sprachlich-formale Gestaltung des Romanauszugs. (Material)
(30 BE)
#analysieren#zusammenfassen
2.
Vergleiche den Textauszug aus Haushofers Roman „Die Wand“ (Material) mit Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ hinsichtlich des Motivs der Verwandlung.
(45 BE)
#dieverwandlung#motiv#vergleichen#etahoffmann#kafka
3.
„Die Mutter schien ebenso wie wir den widerwärtigen Coppelius zu hassen; denn sowie er sich zeigte, war ihr Frohsinn, ihr heiteres unbefangenes Wesen umgewandelt in traurigen, düsteren Ernst.“ (E.T.A. Hoffmann: „Der Sandmann“)
Beurteile ausgehend von dem vorliegenden Zitat, inwiefern in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ das Verhältnis von Wahnsinn und Wirklichkeit als eine Form der Umwandlung bzw. der Verwandlung interpretiert werden kann.
(25 BE)
Brauchst du noch mehr Informationen zu Der Sandmann und Die Verwandlung ?
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Lektürenhilfe zu Der Sandmann
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Lektürenhilfe zu Der Sandmann
Lektürenhilfe zu Die Verwandlung
#interpretieren#etahoffmann#beurteilen
Material

Marlen Haushofer: „Die Wand“ (1963)

Der Roman ist der tagebuchartige Bericht einer namentlich nicht genannten Erzählerin, die mit einem befreundeten Ehepaar ein langes Wochenende in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen will. Als sie am Morgen eines Junitages erwacht, stellt sie fest, dass sie allein ist, nur ihr Hund Luchs ist bei ihr. Ihre Freunde sind von einem abendlichen Wirtshausbesuch im nahen Dorf nicht zurückgekehrt. Auf der Suche nach ihnen stößt sie gegen eine gläserne Wand, die offenbar das gesamte Gebiet großräumig einschließt. Jenseits der unüberwindbaren Wand erblickt sie erstarrte Menschen und Tiere; offenbar gibt es dort kein Leben mehr. Eingeschlossen in das von der Wand umgrenzte Gebiet, muss sie nun mit dem zurechtkommen, was ihr geblieben ist.
$\,$
Mittags kochte ich Milchreis und verzichtete auf Zucker. Trotz meiner Sparsamkeit besaß ich aber schon nach acht Wochen kein Stück Zucker mehr und mußte in Zukunft auf jede Süßigkeit verzichten.
Ich nahm mir auch fest vor, täglich die Uhren aufzuziehen und einen Tag vom Kalender abzustreichen. Das schien mir damals sehr wichtig, ich klammerte mich geradezu an die spärlichen Reste menschlicher Ordnung,
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die mir geblieben waren. Gewisse Gewohnheiten habe ich übrigens nie abgelegt. Ich wasche mich täglich, reinige meine Zähne, wasche die Wäsche und halte das Haus sauber.
Ich weiß nicht, warum ich das tue, es ist fast ein innerer Zwang, der mich dazu treibt. Vielleicht fürchte ich, wenn ich anders könnte, würde ich langsam aufhören, ein Mensch zu sein, und würde bald schmutzig und stinkend umherkriechen und unverständliche Laute ausstoßen. Nicht daß ich fürchtete, ein Tier zu werden,
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das wäre nicht sehr schlimm, aber ein Mensch kann niemals ein Tier werden, er stürzt am Tier vorüber in einen Abgrund. Ich will nicht, daß mir dies zustößt. In letzter Zeit habe ich gerade davor die größte Angst, und diese Angst läßt mich meinen Bericht schreiben. Wenn ich am Ende angelangt bin, werde ich ihn gut verstecken und ihn vergessen. Ich will nicht, daß das fremde Ding, in das ich mich verwandeln könnte, ihn eines Tages finden wird. Ich werde alles tun, um dieser Verwandlung zu entgehen, aber ich bin nicht eingebildet genug, fest zu
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glauben, mir könne nicht widerfahren, was so vielen Menschen vor mir geschehen ist.
Schon heute bin ich ja nicht mehr der Mensch, der ich einmal war. Woher sollte ich wissen, in welche Richtung ich gehe? Vielleicht habe ich mich schon so weit von mir entfernt, daß ich es gar nicht mehr merke.
[ … ]
Jetzt hatte ich also die Täler, die ich erreichen konnte, ohne tagelang wegzubleiben, erforscht. [ … ]
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Während des langen Rückwegs dachte ich über mein früheres Leben nach und fand es in jeder Hinsicht ungenügend. Ich hatte wenig erreicht von allem, was ich gewollt hatte, und alles, was ich erreicht hatte, hatte ich nicht mehr gewollt. Wahrscheinlich ist es meinen Mitmenschen ebenso ergangen. Gerade darüber haben wir, als wir noch zueinander sprachen, nie gesprochen. [ … ] Damals auf dem Rückweg in mein Tal war ich mir noch nicht klar darüber, daß mein früheres Leben ein jähes Ende gefunden hatte, das heißt, ich wußte es wohl
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schon, aber nur mit dem Kopf, und also glaubte ich nicht daran. Erst wenn das Wissen um eine Sache sich langsam im ganzen Körper ausbreitet, weiß man wirklich. [ … ] Seit jenem Junitag ist Zeit vergangen und allmählich fange ich an zu begreifen, daß ich nie wieder zurück kann.
Gegen ein Uhr mittags erreichte ich den Pfad, der durch die Latschen1 führt, und ruhte mich auf einem Stein aus. Der Wald lag dunstend in der Mittagssonne, und warme Duftwolken stiegen aus den Latschen zu mir auf.
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Jetzt konnte ich erst sehen, daß die Alpenrosen blühten. Als rotes Band zogen sie sich über die Halden2 dahin. Es war jetzt viel stiller als in der Mondnacht, als läge der Wald schlafgelähmt unter der gelben Sonne. Ein Raubvogel zog hoch im Blauen seine Kreise, Luchs schlief mit zuckenden Ohren, und die große Stille senkte sich wie eine Glocke über mich. Ich wünschte, immer hier sitzen zu dürfen, in der Wärme, im Licht, den Hund zu Füßen und den kreisenden Vogel zu Häupten. Längst hatte ich aufgehört zu denken, so, als hätten
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meine Sorgen und Erinnerungen nichts mehr mit mir gemein. Als ich weitergehen mußte, tat ich es mit tiefem Bedauern, und ganz langsam verwandelte ich mich unterwegs wieder in das einzige Geschöpf, das nicht hierhergehörte, in einen Menschen, der verworrene Gedanken hegte, die Zweige mit seinen plumpen Schuhen knickte und das blutige Geschäft der Jagd betrieb.
[ … ]
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Wenn ich heute an die Frau denke, die ich einmal war, die Frau mit dem kleinen Doppelkinn, die sich sehr bemühte, jünger auszusehen, als sie war, empfinde ich wenig Sympathie für sie. Ich möchte aber nicht zu hart über sie urteilen. Sie hatte ja nie eine Möglichkeit, ihr Leben bewußt zu gestalten. Als sie jung war, nahm sie, unwissend, eine schwere Last auf sich und gründete eine Familie, und von da an war sie immer eingezwängt in eine beklemmende Fülle von Pflichten und Sorgen. Nur eine Riesin hätte sich befreien können, und sie war
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in keiner Hinsicht eine Riesin [ … ].
[ … ]
Als Kind hatte ich immer unter der närrischen Angst gelitten, daß alles, was ich sah, verschwand, sobald ich ihm den Rücken kehrte. Alle Vernunft hat nicht vermocht, mich ganz von dieser Angst zu heilen. [ … ] Sicherheit bedeutete für mich soviel wie sehen und berühren können. So erging es mir auch in jenem
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Sommer. War ich auf der Alm, zweifelte ich an der Wirklichkeit des Jagdhauses, und war ich im Tal, löste sich in meiner Vorstellung die Alm in Nichts auf. Und waren meine Ängste wirklich so närrisch? War die Wand nicht eine Bestätigung meiner kindlichen Furcht? Über Nacht war mir mein früheres Leben, alles, woran ich hing, auf unheimliche Weise gestohlen worden. Alles konnte geschehen, wenn dies möglich gewesen war. Immerhin hatte man mir beizeiten so viel Vernunft und Disziplin beigebracht, daß ich jede derartige
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Anwandlung schon im Keim bekämpfte. Ich weiß aber nicht einmal, ob dieses Verhalten normal ist; vielleicht wäre die einzig normale Reaktion auf alles, was geschehen ist, der Wahnsinn.

1Latsche: in Gebirgen wachsende strauchartige Kiefer
2Halde, hier: sanft abfallende Seite eines Berges
Aus: Marlen Haushofer: Die Wand.
Berlin 2004 (Ullstein Buchverlage GmbH),
S.40f., 56f., 76, 170.
#romanauszug
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Da deine Aufgabe im Abitur in drei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du alle Aufgaben bearbeiten kannst. Hierbei ist es wichtig, die Punktevergabe zu beachten.
Versuche alle drei Teilaufgaben so zu verfassen, dass die jeweiligen Einleitungen Übergänge zu den vorherigen Absätzen bilden und der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
Aufgabenstellung:
1.
Gib den Inhalt wieder und analysiere die sprachlich-formale Gestaltung des Romanauszugs. (Material)
(30 BE)
In dieser Teilaufgabe ist es wichtig, dass du den Inhalt von Haushofers Roman übersichtlich und in eigenen Worten wiedergibst. Du kannst dich dabei nach dem Verlauf des Romanauszugs richten und an geeigneten Stellen Beuzug auf die Sprache und Form nehmen. Vor allem die verschiedenen Tempusformen und die Erzählform solltest du dabei berücksichtigen.
2.
Vergleiche den Textauszug aus Haushofers Roman „Die Wand“ (Material) mit Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ hinsichtlich des Motivs der Verwandlung.
(45 BE)
Auf diese Teilaufgabe wird besonders viel Wert gelegt. Deswegen solltest du bei dem Vergleich möglichst detailliert vorgehen. Zur übersichtlichen Vorbereitung der Aufgabe kannst du eine Tabelle anlegen, in der du Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Haushofers Roman und Kafkas Erzählung sammelst.
Du solltest zudem darauf eingehen, wie sich die Verwandlungen bei Haushofer und Kafka äußern und welche Auswirkungen diese zur Folge haben.
3.
„Die Mutter schien ebenso wie wir den widerwärtigen Coppelius zu hassen; denn sowie er sich zeigte, war ihr Frohsinn, ihr heiteres unbefangenes Wesen umgewandelt in traurigen, düsteren Ernst.“ (E.T.A. Hoffmann: „Der Sandmann“)
Beurteile ausgehend von dem vorliegenden Zitat, inwiefern in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ das Verhältnis von Wahnsinn und Wirklichkeit als eine Form der Umwandlung bzw. der Verwandlung interpretiert werden kann.
(25 BE)
Da die letzte Teilaufgabe am niederigsten bewertet wird, solltest du nicht zu viel Zeit für die Lösung einplanen. Es ist wichtig, dass du in der Überleitung die These benennst. Außerdem kannst du in deiner Lösung auf den Begriff der „Verwandlung“ eingehen und erläutern, wie er in den verschiedenen Texten vorkommt.
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Verwandlungen

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Da deine Aufgabe im Abitur in drei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du alle Aufgaben bearbeiten kannst. Hierbei ist es wichtig, die Punktevergabe zu beachten.
Versuche alle drei Teilaufgaben so zu verfassen, dass die jeweiligen Einleitungen Übergänge zu den vorherigen Absätzen bilden und der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Gib den Inhalt wieder und analysiere die sprachlich-formale Gestaltung des Romanauszugs. (Material)
(30 BE)
Tipp
In dieser Teilaufgabe ist es wichtig, dass du den Inhalt von Haushofers Roman übersichtlich und in eigenen Worten wiedergibst. Du kannst dich dabei nach dem Verlauf des Romanauszugs richten und an geeigneten Stellen Beuzug auf die Sprache und Form nehmen. Vor allem die verschiedenen Tempusformen und die Erzählform solltest du dabei berücksichtigen.
Tipp
Aufgabe 1
In dieser Teilaufgabe ist es wichtig, dass du den Inhalt von Haushofers Roman übersichtlich und in eigenen Worten wiedergibst. Du kannst dich dabei nach dem Verlauf des Romanauszugs richten und an geeigneten Stellen Beuzug auf die Sprache und Form nehmen. Vor allem die verschiedenen Tempusformen und die Erzählform solltest du dabei berücksichtigen.
Der Roman „Die Wand“ von Marlen Haushofer erschien 1963 und handelt von einer Ich-Erzählerin, die sich mit Freunden auf einen Ausflug in die Berge begibt und sich dort eines Morgens alleine wiederfindet. Nachdem ihre Freunde abends nicht mehr aus dem Dorf zurückgekehrt sind, trifft sie bei der Suche nach ihnen auf eine gläserne Wand, in der sie eingeschlossen zu sein scheint. Außerhalb der Wand gibt es kein Leben mehr und so muss sie infolge dieser Veränderung der Welt versuchen, alleine zu überleben. In dem vorgegebenen Auszug berichtet die Ich-Erzählerin in einem tagebuchartigen Bericht von ihrem Überleben und reflektiert ihr früheres Leben.
Aufgabe 1
Einleitung
Titel, Autor, Jahr, Inhalt
Der Roman ist aus Sicht der Ich-Erzählerin, deren Name man nicht erfährt, verfasst und gibt ihre Gedanken, Ängste und Gefühle wieder. Dabei spielen die verschiedenen Zeitformen, in denen erzählt wird, eine wichtige Rolle. Der Auszug beginnt mit einer Beschreibung ihrer Tätigkeiten, die im Präteritum verfasst ist, und sich auf die anfänglichen Wochen ihres alleinigen Überlebens beziehen. Die Vorhaben, Zucker zu sparen oder täglich einen Tag vom Kalender abzustreichen, erschienen ihr „damals sehr wichtig“ (Z. 4). Das Adverb „damals“ erschafft eine Distanz zwischen der Ich-Erzählerin, wie sie zu Beginn ihres alleinigen Daseins war, und der Ich-Erzählerin, die dem Leser nun im Präsens berichtet, wodurch eine Veränderung der Protagonistin impliziert wird. Anfangs „klammerte“ (Z. 4) sie sich noch an „die spärlichen Reste menschlicher Ordnung“ (Z. 4) und gibt durch die Verwendung der Vergangenheitsform an, dass sich dieser Zustand geändert haben muss. Denn daraufhin nennt sie einige Gewohnheiten, denen sie auch zum Zeitpunkt der Erzählung noch nachgeht: „Ich wasche mich täglich, reinige meine Zähne, wasche die Wäsche und halte das Haus sauber“ (Z. 5f.).
Hauptteil
Erzählsituation
Vergangenheit / Präsens
In den darauffolgenden Zeilen reflektiert die Protagonistin ihr eigenes Verhalten, das sie als einen „inneren Zwang“ (Z. 7) beschreibt, und nennt ihre Befürchtung, dass sie ohne diese Gewohnheiten vielleicht aufhören würde, ein Mensch zu sein (Vgl. Z. 7f.). Sie spricht davon, dass sie alles tun würde, „um dieser Verwandlung zu entgehen“ (Z. 14), doch sie ist nicht überzeugt davon, dass sie sich davor bewahren kann. Anschließend erklärt sie sogar, dass sie sich teilweise bereits verändert hat: „Schon heute bin ich ja nicht mehr der Mensch, der ich einmal war“ (Z. 16).
Selbstreflektion
Befürchtung
Während des Romanauszuges reflektiert sie an weiteren Stellen ihr früheres Ich, was in Z. 19 durch die Verwendung von Vergangenheitsformen markiert wird. Dabei blickt sie auf verschiedene Zeitebenen zurück, die durch Präteritum und Perfekt zu unterscheiden sind. Zu dem Zeitpunkt, als sie den Tagebuchbericht verfasst, blickt sie auf ihren „langen Rückweg“ (Z. 20) zurück, was im Präteritum angebeben ist. Ihre Gedanken, die sie währenddessen über ihr „früheres Leben“ (Z. 20) hat, sind im Perfekt formuliert. Aus diesen unterschiedlichen zeitlichen Ebenen wird deutlich, dass sich die Veränderung der Protagonistin sich in mehreren Schritten vollzogen hat. Noch während des Rückwegs empfand sie ihr früheres Leben „in jeder Hinsicht ungenügend“ (Z. 20f.), doch zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihren Bericht verfasst, erklärt sie: „Damals auf der Rückweg in mein Tal war ich mit noch nicht klar darüber, daß mein früheres Leben ein jähes Ende gefunden hatte […]“ (Z. 23f.). Weitere Aussagen, wie „allmählich fange ich an zu begreifen, […]“ (Z. 27) erschaffen die bereits erwähnte Distanz zwischen der Ich-Erzählerin und ihrem früheren Ich.
Rückblick
Verschiedene Tempusformen
In der weiteren Beschreibung ihres Rückweges wird deutlich, in welcher Hinsicht die Ich-Erzählerin sich verändert hat. Sie beschreibt die Schönheit der Natur und ihren Wunsch, immer dort sitzen zu können. Außerdem habe sie aufgehört zu denken, „als hätten meine Sorgen und Erinnerungen nichts mehr mit mir gemein“ (Z. 34f.). Sprachlich spiegelt sie ihre Gefühlslage durch einen Vergleich („die große Stille senkte sich wie eine Glocke über mich“, Z. 32f.) wider, der Bezug nimmt auf die gläserne Wand, in der sie eingeschlossen ist. Die Ich-Erzählerin scheint auszudrücken, dass sie erst durch die Anwesenheit der gläsernen Wand im Stande ist, sich der Natur hinzugeben, was ihre Aussage in Z.30 vermuten lässt: „Jetzt erst konnte ich sehen, daß die Alpenrosen blühten.“ Mit der Fortsetzung ihres Rückwegs stellt sie jedoch fest, dass sie sich wieder zurückverwandle „in das einzige Geschöpf, das nicht hierhergehörte, in einen Menschen, der verworrene Gedanken hegte, die Zweige mit seinen plumpen Schuhen knickte und das blutige Geschäft der Jagd betrieb“ (Z. 36f.). An dieser Aussage lässt sich die Behauptung aufstellen, dass die Ich-Erzählerin die gläserne Wand als einen Segen sieht.
Rückweg
Veränderung der Protagonistin
Das lässt sich argumentieren mit dem zeitlichen Rückblick an „die Frau mit dem kleinen Doppelkinn, die sich sehr bemühte, jünger auszusehen, als sie war“ (Z. 40f.). Die Ich-Erzählerin erzählt von ihrem früheren Leben als Ehefrau und Mutter, von dem sie sich auch in dieser Textstelle distanziert. Anstatt davon zu berichten, dass sie ihre Familie vermisst, schildert sie ihr eingezwängtes und sorgenerfülltes Leben in der 3. Person. Für den Leser wird aus diesen Aussagen (z. B. „Ich möchte aber nicht zu hart über sie urteilen. Sie hatte ja nie eine Möglichkeit, ihr Leben bewußt zu gestalten“, Z. 41f.) deutlich, dass sie nicht mehr dieselbe Person ist. Ironischerweise ist an dieser Stelle zu bemerken, dass sich eine große Parallele zwischen ihrer früheren und jetzigen Situation feststellen lässt. Schon in ihrem früheren Leben war sie „eingezwängt in eine beklemmende Fülle von Pflichten und Sorgen“ (Z. 43). Dabei erkennt die Ich-Erzählerin nicht, dass sie, eingeschlossen von der gläsernen Wand, ebenso eingezwängt ist.
Früheres Ich
Parallele zur jetzigen Situation
Der Romanauszug schließt mit einer Reflektion der Ich-Erzählerin ab, die noch weiter in die Vergangenheit blickt. Schon als Kind habe sie unter einer „närrischen Angst“ (Z. 47) gelitten, das etwas verschwand, wenn sie ihm den Rücken zukehrte. Hinter der gläsernen Wand findet sie sich nun mit denselben Befürchtungen wieder und stellt sich demnach die Fragen, ob ihre Ängste tatsächlich unbegründet seien und ob die gläserne Wand nicht all ihre kindlichen Ängste bestätigen würde (vgl. Z. 51f.). Die Protagonistin kämpft mit dem Grenzverlust zwischen Vernunft und Wahsinn. Da ihr früheres Leben auf „unheimliche Weise gestohlen worden“ (Z. 53) war, sieht sie nun im Wahnsinn die „einzig normale Reaktion“ (Z. 56) auf dieses Geschehen.
Schluss
Kindheitsängste
Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn
#roman#erzählperspektive#stilmittel
2.
Vergleiche den Textauszug aus Haushofers Roman „Die Wand“ (Material) mit Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ hinsichtlich des Motivs der Verwandlung.
(45 BE)
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Auf diese Teilaufgabe wird besonders viel Wert gelegt. Deswegen solltest du bei dem Vergleich möglichst detailliert vorgehen. Zur übersichtlichen Vorbereitung der Aufgabe kannst du eine Tabelle anlegen, in der du Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Haushofers Roman und Kafkas Erzählung sammelst.
Du solltest zudem darauf eingehen, wie sich die Verwandlungen bei Haushofer und Kafka äußern und welche Auswirkungen diese zur Folge haben.
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Auf diese Teilaufgabe wird besonders viel Wert gelegt. Deswegen solltest du bei dem Vergleich möglichst detailliert vorgehen. Zur übersichtlichen Vorbereitung der Aufgabe kannst du eine Tabelle anlegen, in der du Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Haushofers Roman und Kafkas Erzählung sammelst.
Du solltest zudem darauf eingehen, wie sich die Verwandlungen bei Haushofer und Kafka äußern und welche Auswirkungen diese zur Folge haben.
Ebenso wie in Haushofers Roman, ist auch in Kafkas Erzählung die Verwandlung des Protagonisten ein zentrales Thema. Seine gleichnamige Erzählung „Die Verwandlung“ stammt aus dem Jahr 1915 und handelt von Gregor Samsa, der eines Morgens als großes Ungeziefer in seinem Bett aufwacht. Sowohl Samsa, als auch die Ich-Erzählerin Haushofers erleben ihre Verwandlung über Nacht und sind dadurch mit einer plötzlichen, unumkehrbaren Veränderung konfrontiert. Der Roman soll im Folgenden mit der Erzählung Kafkas in Bezug auf das Motiv der Verwandlung verglichen werden.
Aufgabe 2
Einleitung
Titel, Autor, Jahr, Vergleich
In Haushofers Roman verändert sich die Welt der Ich-Erzählerin, indem sie durch die gläserne Wand vom Rest der Welt abgegrenzt wird. Die Verwandlung ist hier also primär auf die Umgebung zu beziehen. Erst im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass hiermit auch eine Verwandlung der Ich-Erzählerin einhergeht. Diese findet jedoch langsam und schrittweise statt, was sie durch die verschiedenen Rückblicke auf ihre früheren Ichs vermittelt. Dabei tut sie alles, „um dieser Verwandlung zu entgehen“ (Z. 14). Im Laufe ihrer Tagebucheinträge erfährt der Leser jedoch, dass die Protagonistin sich ihrer ständigen Verwandlung bereits bewusst ist und weiß, dass sie nicht mehr derselbe Mensch sei, der sie einmal war (vgl. Z. 16). Ihre größte Angst besteht darin, dass sie ein fremdes „Ding“ (Z. 13) werden könne. Diese Formulierung erinnert an das Lebensende von Gregor Samsa, in der er von seiner Schwester als „Es“ und „Ding“ bezeichnet wird.
Hauptteil
Verwandlung der Welt
Grundsätzlich findet die Verwandlung bei Kafka jedoch anders statt als in Haushofers Roman. Hier verändert sich nicht die Welt, sondern der Protagonist selbst. Samsa, der als Ernährer seiner Familie fungiert, wacht eines Morgens als Käfer auf und kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr seiner Arbeit als Handlungsreisender nachgehen. Die Verwandlung von ihm als Subjekt führt folglich zur Veränderung seiner Welt. Er verliert seine Rolle als Ernährer und seine Eltern erlauben ihm nicht mehr, sein Zimmer zu verlassen.
Verwandlung des Protagonisten
Hinsichtlich des früheren Lebens von Haushofers Ich-Erzählerin und Gregor Samsa lässt sich hingegen eine Gemeinsamkeit feststellen. Beide Protagonisten blicken auf ein Leben voller Zwänge und Pflichten zurück. Die namenlose Erzählerin berichtet von ihrem Leben als Ehefrau und Mutter, das sie als eingezwungen empfunden hat und daher kaum zu vermissen scheint. Ähnlich lässt sich auch Samsas Leben beschreiben, denn er musste als Handlungsreisender arbeiten, obwohl er die Arbeit und das frühe Aufstehen verabscheute. Aufgrund der Schulden seines Vaters bleibt ihm aus Verpflichtung zu seiner Familie jedoch der Ausbruch aus diesem Leben verwehrt.
Gemeinsamkeit
Früheres Leben
Mit seiner Verwandlung zum „Ungeziefer“ wird Samsas Leben zunehmend eingeengter. Schon die ersten Momente als Käfer vermitteln dieses beklemmende Gefühl, das Kafka auch in anderen Texten deutlich vermittelt. Auf dem Rücken seines riesigen Panzers und mit den Beinen in der Luft zappelnd, gelingt es Samsa nicht, sich auf die Seite zu drehen. Nach der schweren Verletzung, die ihm sein Vater mit einem Apfel zugefügt hat, bleibt ihm als einzige Möglichkeit der Fortbewegung ein langsames Kriechen übrig. Sein Lebensraum beschränkt sich nur noch auf sein Zimmer, von dem aus er lediglich einige Stunden am Tag in das Wohnzimmer blicken darf. In Haushofers Roman wird hingegen ein anderes Bild bezüglich der Verwandlung vermittelt. Zwar findet die Ich-Erzählerin sich umschlossen von einer gläsernen Wand wieder, doch das hindert sie nicht daran, sich zu entfalten. Die Wand grenzt die Protagonistin ein und bildet damit eine Parallele zu ihrem früheren Leben, doch trotz dieser Eingrenzung ist es ihr möglich, das Leben zu genießen. Ihr Lebensraum verkleinert sich nicht zunehmend, wie bei Samsa, sondern dient für sie zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit.
Unterschied
Einengendes Leben bei Kafka
Entfaltung bei Haushofer
Vor allem während der Beschreibung ihres Rückwegs wird deutlich, dass die verwandelte Welt der Protagonistin ihr die Möglichkeit bietet, sich von den Zwängen ihres früheren Lebens zu lösen. Plötzlich ist sie imstande, die Natur zu genießen und empfindet es sogar als bedauerlich, wieder zur Hütte zurückzukehren (vgl. Z. 35f.). Dabei bildet die Hütte eine der letzten Anzeichen ihres menschlichen Lebens.
Positive Entwicklung
Aus der Verwandlung von Samsa wird stattdessen durchgehend deutlich, dass sein Leben nur noch von Leiden gekennzeichnet ist. Er ist im Körper eines Käfers eingeschlossen und kann dadurch nicht mehr mit seiner Familie sprechen. Kommunikationsversuche werden missdeutet und führen beispielsweise zum Ohnmachtsanfall seiner Mutter, als Samsa sich auf ein Gemälde stürzt, das er in seinem Zimmer behalten möchte. Auch hat er mit schlaflosen Nächten und einem ständigen Hungergefühl zu kämpfen.
Leiden
Grundsätzlich wird in Haushofers Roman und Kafkas Erzählung jeweils der Gegensatz zwischen Mensch und Tier angesprochen. Mit seiner Verwandlung zum Käfer werden Samsa jegliche menschliche Züge genommen. Auch seine Familie verliert im Laufe der Zeit das Bild von Samsa als Menschen und sieht in ihm nur noch ein Ungeziefer, das sie letztendlich loswerden wollen. Körperlich stirbt der Protagonist am Ende der Erzählung zwar als Käfer, doch seine letzten, rührenden Gedanken seiner Familie gegenüber zeigen, dass aus ihm noch nicht alles Menschliche entwichen ist. Hier scheint die Vermutung der Ich-Erzählerin zuzutreffen, denn sie erklärt, dass das Ende eines menschlichen Daseins bedeute, dass man „schmutzig und stinkend umherkriechen und unverständlichen Laute ausstoßen“ (Z. 8f.) würde, „aber ein Mensch kann niemals ein Tier werden“ (Z. 10).
Schluss
Gegensatz zwischen Mensch und Tier
3.
„Die Mutter schien ebenso wie wir den widerwärtigen Coppelius zu hassen; denn sowie er sich zeigte, war ihr Frohsinn, ihr heiteres unbefangenes Wesen umgewandelt in traurigen, düsteren Ernst.“ (E.T.A. Hoffmann: „Der Sandmann“)
Beurteile ausgehend von dem vorliegenden Zitat, inwiefern in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ das Verhältnis von Wahnsinn und Wirklichkeit als eine Form der Umwandlung bzw. der Verwandlung interpretiert werden kann.
(25 BE)
Tipp
Da die letzte Teilaufgabe am niederigsten bewertet wird, solltest du nicht zu viel Zeit für die Lösung einplanen. Es ist wichtig, dass du in der Überleitung die These benennst. Außerdem kannst du in deiner Lösung auf den Begriff der „Verwandlung“ eingehen und erläutern, wie er in den verschiedenen Texten vorkommt.
Tipp
Da die letzte Teilaufgabe am niederigsten bewertet wird, solltest du nicht zu viel Zeit für die Lösung einplanen. Es ist wichtig, dass du in der Überleitung die These benennst. Außerdem kannst du in deiner Lösung auf den Begriff der „Verwandlung“ eingehen und erläutern, wie er in den verschiedenen Texten vorkommt.
Die Verwandlungen in Haushofers und Kafkas Texten handeln von übermenschlichen Einschnitten in die Welt der Protagonisten, die unumkehrbar scheinen. Die Umwandlung in E.T.A. Hoffmanns Zitat aus der Erzählung „Der Sandmann“ deutet hingegen nur eine kurzzeitige Veränderung an, die auf emotionaler Ebene stattfindet. Nathanaels Mutter empfindet ein Gefühl von Hass, als Coppelius erscheint, und ihr „Frohsinn“ verwandelt sich in „traurigen, düsteren Ernst“. Mit seinem Verschwinden wandelt sich die Stimmung der Mutter anschließend wieder zurück. Nathanael, der Protagonist in Hoffmanns Erzählung, hat hingegen noch längere Zeit mit der Erscheinung des Advokaten Coppelius zu kämpfen, die ihn schließlich in den Wahnsinn und Tod treibt. Das Ende der Erzählung lässt sich mit den traumatischen Erlebnissen aus Nathanaels Kindheit erklären, denn damals führte sein Vater gemeinsam mit Coppelius, in dem der Junge den furchteinflößenden Sandmann aus dem Ammenmärchen sieht, alchemistische Experimente durch, bei denen der Vater eines Tages ums Leben kommt. Bei einem dieser Besuche droht der grässliche Coppelius Nathanael die Augen auszureißen und diese panischen Erlebnisse aus der Kindheit haben sich fest in seiner Vorstellung verankert. Jahre später kommen sie wieder auf, als er auf den Wetterglashändler Coppola trifft, wodurch Nathanael zwischen Wahnsinn und Wirklichtkeit schwankt, was als eine Form der Verwandlung interpretiert werden kann.
Aufgabe 3
Überleitung
Inhalt
These
Ähnlich wie in Kafkas Erzählung findet keine Veränderung der Außenwelt statt, sondern am Protagonisten selbst. Zwar verwandelt Nathanael sich nicht in ein Ungeziefer, wie es Gregor Samsa überkommen ist, doch die Konfrontation mit der furchteinflößenden Gestalt aus seiner Kindheit führt zu einer Veränderung in seinem Inneren. Obwohl seine Verlobte Clara und sein Freund Lothar versuchen, ihm die Vorstellung Coppolas als dämonischen Sandmann auszutreiben, gelingt es ihnen nicht, Nathanael vor dem Wahnsinn zu beschützen. Bereits nach wenigen Tagen fällt dem Erzähler auf, dass er sich „in seinem ganzen Wesen durchaus verändert“ zeigte, sich nur noch seinen dunklen Träumen hingibt und dem Menschen jegliche Freiheit abspricht. Das Verschwimmen von Wahnsinn und Wirklichkeit schreitet so weit voran, dass Nathanael in der leblosen Puppe Olimpia einen Menschen sieht.
Veränderung des Inneren
Mit Hilfe eines Fernglases, das er von Coppola erhielt, sieht Nathanael in Olimpia eine wunderbare Frau, die er sogar heiraten möchte. Nach seiner Genesung vom Wahnsinn wird Nathanael jedoch nochmal auf dem Aussichtsturm, den er mit Clara besucht, vom Wahnsinn überfallen. Der Blick durch das Fernglas bringt ihn dazu, Clara vom Turm stoßen zu wollen und endet schließlich darin, dass er sich selbst in den Tod stürzt. Auch hier wird somit deutlich, dass nicht die Außenwelt sich verändert, sondern dass der Blick Nathanaels durch das Glas dazu führt, dass er sich dem Wahnsinn hingibt.
Ausbruch des Wahnsinns
Es zeigt sich, dass Nathanael sich nicht auf gleiche Weise wie Haushofers Ich-Erzählerin oder Gregor Samsa verwandelt. Eine Verwandlung in diesem Sinne würde andeuten, dass die Welt oder die Gestalt der Person anders wird. Sandmanns Erzählung hingegen handelt primär davon, dass die psychisch belastenden Erlebnisse aus Nathanaels Kindheit Jahre später wieder aufkommen. Es bleibt offen, ob Nathanaels Erlebnisse reale Ängste widerspiegeln, oder ob sie nur eine Einbildung seines traumatisierten Gehirns sind. Damit ist das Schwanken zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit weniger als eine Verwandlung zu interpretieren. Stattdessen sollte, wie vom Erzähler definiert, von einer Veränderung Nathanaels Wesens gesprochen werden.
Verwandlung vs. Veränderung
#etahoffmann
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