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Teil C

Aufgaben
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Hinter Fassaden

Erlaubte Hilfsmittel:
  1. ein Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung
  2. eine Liste der fachspezifischen Operatoren
  3. Fontane: Frau Jenny Treibel
Tipp
Erlaubte Hilfsmittel:
  1. ein Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung
  2. eine Liste der fachspezifischen Operatoren
  3. Fontane: Frau Jenny Treibel
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Interpretiere das expressionistische Gedicht „Das Haus“ von Walther Rheiner (Material) unter Berücksichtigung inhaltlicher, sprachlich-formaler und epochenspezifischer Aspekte.
(40 BE)
#gedicht#gedichtinterpretation#expressionismus#interpretieren
2.
Erläutere am Beispiel des Schmidt'schen Wohnung zu Beginn des ersten Kapitels oder der Treibel'schen Villa zu Beginn des zweiten und dritten Kapitels die Bedeutung des Hausmotivs in Fontanes Roman „Frau Jenny Treibel“.
(30 BE)
#erläutern#fontane#motiv
3.
Überprüfe, inwiefern die Darstellung des Hauses in Rheiners Gedicht (Material) Fontanes literarischen Vorstellungen entspricht. Berücksichtige dabei Fontanes Realismus-Konzept.
(30 BE)
#fontane#realismus#überprüfen
Material

Walter Rheiner: „Das Haus“ (1918)

$\,$
Berg der Kammern. Woher wuchsest du Maden-Leib?
Aus Nacht gekittet, in den Tag gemauert,
der dich umjohlt, Höhlung wunderlichen Getiers:
Fuchsbau, Schlangennest, Maulwurfhügel, Raubtierkäfig!
5
Was geschiehet in deinem Geripp, da der Treppen Brand
aufflackert gegen das lastende Dach, das die Himmel verbaut?
Was hinter den Fenstern, da in den kalten Ecken
Sonnenlicht, trüber Schein, sich verkriecht und stirbt?
Welche Wesen bevölkern dich? Welche Motten umschwirren
10
die giftigen Lampen? Welche Schreie tönen? Welche Tat
wird getan? Wer stirbt? Wer wird geboren? Wer flucht?
Wer stöhnt? Wer jammert? Wer lacht? Wer träumt?
- Ungeheuer! Kreißender1 Fels. Modernd Skelett. Arme
gereckt in der Nacht. Verschlungne Körper im Schlaf.
15
Prügel. Kuß. Hunger. Krank. Gesang und Gold.
Mord und Raub. Menschen. Der Gott geht um!
Gespenster. Mutter und Vater. Trauernder Sohn.
Wirre Tochter. - Kinder in Tapeten vergehend.
Stinkend Gedärm: Aborte. Schmieriges Bett.
20
Gäste. Lärm. Tabakqualm. Ölige Speisen.
Vater-Unser. Gebet. Schleichen in der Nacht.
Räudiger Hund an der Tür. Klingel. Schlürfen.
Begrüßung. Geschäfte. Auf und ab -: zuckendes Hirn!
Hundert, die gehn und kommen. Der Arzt. Der Tod.
25
Haus: röchelnder Lindwurm2. Gefängnis. Wald
aus mürben Brettern. Knarrendes Knochen-Tier.
Gähnender Rachen. Schnappendes Maul. Zottige Tatzen.
Haus: Klumpen Mensch. Turm böser Winde. Hölle.

1kreißen: in Geburtswehen liegen, gebähren
2Lindwurm: drachenartiges Fabelwesen
Hinweis: Walter Rheiner (1895-1925) starb in Berlin an einer Überdosis Morphin.
Aus: Walter Rheiner: Ich bin ein Mensch - ich fürchte mich. Vergessene Verse und Prosaversuche.
hg. von Thomas Rietzschel, Assenheim 1986,
S.76f.
#gedicht#expressionismus
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Da deine Aufgabe im Abitur in drei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du alle Aufgaben bearbeiten kannst. Hierbei ist es wichtig, die Punktevergabe zu beachten.
Versuche alle drei Teilaufgaben so zu verfassen, dass die jeweiligen Einleitungen Übergänge zu den vorherigen Absätzen bilden und der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
Aufgabenstellung:
1.
Interpretiere das expressionistische Gedicht „Das Haus“ von Walther Rheiner (Material) unter Berücksichtigung inhaltlicher, sprachlich-formaler und epochenspezifischer Aspekte.
(40 BE)
Auf der ersten Teilaufgabe liegt der größte Teil der Gewichtung, deswegen solltest du hier am meisten Zeit einplanen. Achte darauf, dass du ausführlich auf den Inhalt eingehst, aber dabei nicht die sprachlich-formale Gestaltung vernachlässigst.
Damit dir das gelingt, solltest du zunächst den Inhalt Strophe für Strophe besprechen und dabei den Bezug zum Expressionismus an dafür geeignete Stellen bilden. Anschließend sollte die sprachliche und formale Gestaltung thematisiert werden, gefolgt vom Schluss, der deine Interpretationsergebnisse zusammenfasst.
2.
Erläutere am Beispiel des Schmidt'schen Wohnung zu Beginn des ersten Kapitels oder der Treibel'schen Villa zu Beginn des zweiten und dritten Kapitels die Bedeutung des Hausmotivs in Fontanes Roman „Frau Jenny Treibel“.
(30 BE)
In dieser Teilaufgabe sind die jeweiligen Textstellen aus Fontanes Roman ganz konkret angegeben. Das ermöglicht es dir, dich sofort auf die notwendigen Passagen zu konzentrieren.
In der Lösung findest du einen Text zu beiden Häusern, die dir zur Wahl stehen. Du musst sie zwar nicht miteinander vergleichen, doch du solltest dich trotzdem auch kurz zu dem jeweils anderen Haus äußern.
3.
Überprüfe, inwiefern die Darstellung des Hauses in Rheiners Gedicht (Material) Fontanes literarischen Vorstellungen entspricht. Berücksichtige dabei Fontanes Realismus-Konzept.
(30 BE)
Nutze in dieser Aufgabe deine Kenntnisse zu Fontanes Realismus-Konzept. Da du dich hier kurz fassen kannst, ist es wichtig, dass du die entscheidenden Punkte erläuterst, an denen der Unterschied zum Expressionismus deutlich wird.
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Hinter Fassaden

Tipp
Da deine Aufgabe im Abitur in drei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du alle Aufgaben bearbeiten kannst. Hierbei ist es wichtig, die Punktevergabe zu beachten.
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Da deine Aufgabe im Abitur in drei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du alle Aufgaben bearbeiten kannst. Hierbei ist es wichtig, die Punktevergabe zu beachten.
Versuche alle drei Teilaufgaben so zu verfassen, dass die jeweiligen Einleitungen Übergänge zu den vorherigen Absätzen bilden und der Lesefluss nicht unterbrochen wird.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Interpretiere das expressionistische Gedicht „Das Haus“ von Walther Rheiner (Material) unter Berücksichtigung inhaltlicher, sprachlich-formaler und epochenspezifischer Aspekte.
(40 BE)
Tipp
Auf der ersten Teilaufgabe liegt der größte Teil der Gewichtung, deswegen solltest du hier am meisten Zeit einplanen. Achte darauf, dass du ausführlich auf den Inhalt eingehst, aber dabei nicht die sprachlich-formale Gestaltung vernachlässigst.
Damit dir das gelingt, solltest du zunächst den Inhalt Strophe für Strophe besprechen und dabei den Bezug zum Expressionismus an dafür geeignete Stellen bilden. Anschließend sollte die sprachliche und formale Gestaltung thematisiert werden, gefolgt vom Schluss, der deine Interpretationsergebnisse zusammenfasst.
Tipp
Auf der ersten Teilaufgabe liegt der größte Teil der Gewichtung, deswegen solltest du hier am meisten Zeit einplanen. Achte darauf, dass du ausführlich auf den Inhalt eingehst, aber dabei nicht die sprachlich-formale Gestaltung vernachlässigst.
Damit dir das gelingt, solltest du zunächst den Inhalt Strophe für Strophe besprechen und dabei den Bezug zum Expressionismus an dafür geeignete Stellen bilden. Anschließend sollte die sprachliche und formale Gestaltung thematisiert werden, gefolgt vom Schluss, der deine Interpretationsergebnisse zusammenfasst.
Der Expressionist Walter Rheiner zeichnet in seinem Gedicht „Das Haus“ aus dem Jahr 1918 ein bizarres und schauerliches Bild der menschlichen Unterkunft. Er bezieht sich nicht auf ein willkürliches Haus, sondern ganz allgemein auf das Haus, als Herberge der Menschen. Rheiner verwendet dafür Umschreibungen, wie „Berg der Kammern“ (V. 1), „Ungeheuer“ (V. 13), „Fels“ (V. 13) und „Modernd Skelett“ (V. 13). In insgesamt sieben Strophen führt er diese Beschreibungen mit düsteren, totenähnlichen und horrenden Vergleichen aus.
Aufgabe 1
Einleitung
Titel, Autor, Jahr, Inhalt
Das Gedicht zeichnet sich durch die ständigen negativen Assoziationen und den andauernden Bezug zum Tod aus. Dies fällt bereits in der ersten Strophe auf, in der nach der Errichtung des Hauses gefragt wird. Das Haus, ein „Maden-Leib“ (V. 1), bildet einen abscheulichen Lebensraum für Menschen. Und auch die Menschen selbst, die Bewohner des Hauses, werden als ekelhafte „Wesen“ (V. 9) abgestuft. In der zweiten Strophe stellt sich die Frage nach den Geschehnissen im „Geripp“ (V. 5) des Hauses. Sogar das Sonnenlicht, nur ein „trüber Schein“ (V. 8), stirbt darin. Eine Aufeinanderreihung an rhetorischen Fragen in der dritten Strophe unterstüzt das beklemmend-schauerliche Gefühl des Hauses: „Welche Schreie tönen? Welche Tat / wird getan? Wer stirbt? Wer wird geboren? Wer flucht? / Wer stöhnt? Wer jammert? Wer lacht? Wer träumt?“ (V. 10f.). Das Haus wird schon in den ersten Strophen als entsetzlicher Organismus dargestellt, der von Maden und anderen Wesen (vgl. V. 4) bevölkert wird und todgeweiht ist.
Hauptteil
1. - 3. Strophe
Frage nach Errichtung, Geschehen und Bewohnern des Hauses
Die drei darauffolgenden Strophen sind als Antwort auf die ersten drei Strophen zu sehen und beziehen sich noch genauer auf das Geschehen im Hausinneren: „Prügel. Kuß. Hunger. Krank. Gesang und Gold. / Mord und Raub. Menschen.“ (V. 15f.). Diese Menschen seien „Gespenster“ (V. 17), lebend im „stinkend Gedärm“ (V. 19) und umgeben von „Gäste[n]. Lärm. Tabakqualm. Ölige[n] Speisen.“ (V. 20). Das Leben im Haus zeichnet sich durch Schmutz, Gewalt, Hunger, Lärm, Verbrechen, Krankheiten und dem Tod aus. Und nicht nur der Tod ist ständig anwesend, auch „Der Gott geht um!“ (V. 16). Obwohl im Haus gebetet wird (vgl. V. 21), scheint es, als solle im Gedicht ausgedrückt werden, dass diese Gebete Gott nicht erreichen würden. „Das lastende Dach, das die Himmel verbaut“ (V. 6) kann als biblische Anspielung auf den babylonischen Turm gelesen werden. Es stellt sich die Frage, ob hiermit ein Hinweis gegeben werden soll, dass der „Turm böser Winde“ (V. 28) in Zukunft von Gott zerstört wird, ebenso wie er laut der historischen Überlieferung einst den babylonischen Turm zerstörte.
4. - 6. Strophe
Antworten: Handlungen im Haus
Die siebte und letzte Strophe bildet den Abschluss des Gedichts, in dem Rheiner ein Fazit zu dem gesamten Haus zieht. Erstmals greift er im Gedicht den Begriff aus dem Titel auf: das „Haus“ (V. 25) sei ein „röchelner Lindwurm. Gefängnis“ (V. 25). Die vorherigen Beschreibungen des Gedichts, die sich hyperbolisch gesteigert haben, münden knapp und abgehackt in der letzten Strophe. Das Gedicht begann mit der Umschreibung des Hauses als Substantiv „Berg der Kammern“ (V. 1) und wird am Ende widerum mit einem Substantiv auf den Punkt gebracht: „Hölle“ (V. 28).
7. Strophe
Fazit
Hieran zeigt sich außerdem, dass der Titel bedeutend für das Gedicht ist, denn im Gedicht selbst wird an keiner Stelle - bis auf die letzte Strophe - benannt, dass es sich um die Beschreibung eines Hauses handelt. Durch den äußerst schlichten Titel ist jedoch unmissverständlich und von Beginn an deutlich, worum es geht.
Neben den wiederholten Bezügen zum Tod, fallen beim Lesen des Gedichts auch die modernen Charakterzüge am Haus auf. Das zeigt sich zum Beispiel an den Lampen (V. 10), Tapeten (V. 18), dem Tabakqualm (V. 20) und der Klingel (V. 22). Dass es sich dabei keineswegs um positive Beschreibungen handelt, zeigt jedoch das Adjektiv „giftig[en]“ (V. 10). Vielmehr sind sie im Zusammenhang des Expressionismus, dem das Gedicht zuzuordnen ist, zu verstehen. Eines der bedeutenden Themen dieser Epoche ist die Großstadt, beispielsweise in Georg Heyms „Die Stadt“ oder Paul Boldts „Auf der Terrasse des Café Josty“ behandelt. Auch Rheiners Gedicht ist als Kritik auf das Leben in der Masse der Großstadt zu verstehen. Die Menschen bevölkern in großen Massen das Haus, werden mit „Wesen“ (V. 9) gleichgesetzt und es gibt von ihnen „Hundert, die gehn und kommen“ (V. 24).
Moderne
Merkmal des Expressionismus
An verschiedenen Stellen wurde bereits angedeutet, wodurch sich das Gedicht Rheiners sprachlich kennzeichnet. Zahlreiche Metaphern, zum Beispiel Berg, Fels oder Turm, werden mit Fragen, Ausrufen und Wiederholungen kombiniert. Die ersten drei Strophen sind zusammenzufassen als Folge von Fragen, bei denen das Haus personifiziert und direkt angesprochen wird: „Woher wuchsest du Maden-Leib?“ (V. 1). Die nächsten drei Strophen stellen die Antworten auf diese Fragen dar und sind elliptisch aneinander gereiht. Ebenso unterstreichen die Ausrufe in den Versen 13, 16 und 23 die chaotische Fülle des Hauses auf sprachlich-formaler Ebene.
Sprachliche Gestaltung
Daran zeigt sich, dass Sprache und Inhalt deutlich aufeinander abgestimmt sind, obwohl die äußere Form des Gedichts dies nicht vermuten lässt. Lediglich die Einteilung in Quartette, bei denen je vier Verse eine Strophe bilden, sind als konstante Form zu erkennen. Weiter ist das Gedicht reimlos und zeichnet sich durch ein freirhythmisches Metrum aus. Eine weitere Auffälligkeit sind die Enjambements, beispielsweise in Vers 5 und 6 oder 13 und 14, die das Gedicht als Einheit brechen. Auch darin spiegelt sich das hektische, verwilderte Bild des Hauses.
Formale Gestaltung
Insgesamt wird das Haus den in der Einleitung genannten Umschreibungen gerecht. Im Haus herrschen Tod und Krankheit, der Mensch wird als widerwärtiges Wesen in einer abscheulichen Unterkunft dargestellt. Die Stimmung des Gedichts vermittelt das expressionistische Bild des Weltuntergangs, was Rheiner mit Hilfe von Metaphern, Fragen und Aneinanderreihungen überliefert.
Schluss
#stilmittel#metrum#reimschema
2.
Erläutere am Beispiel des Schmidt'schen Wohnung zu Beginn des ersten Kapitels oder der Treibel'schen Villa zu Beginn des zweiten und dritten Kapitels die Bedeutung des Hausmotivs in Fontanes Roman „Frau Jenny Treibel“.
(30 BE)
Tipp
In dieser Teilaufgabe sind die jeweiligen Textstellen aus Fontanes Roman ganz konkret angegeben. Das ermöglicht es dir, dich sofort auf die notwendigen Passagen zu konzentrieren.
In der Lösung findest du einen Text zu beiden Häusern, die dir zur Wahl stehen. Du musst sie zwar nicht miteinander vergleichen, doch du solltest dich trotzdem auch kurz zu dem jeweils anderen Haus äußern.
Tipp
In dieser Teilaufgabe sind die jeweiligen Textstellen aus Fontanes Roman ganz konkret angegeben. Das ermöglicht es dir, dich sofort auf die notwendigen Passagen zu konzentrieren.
In der Lösung findest du einen Text zu beiden Häusern, die dir zur Wahl stehen. Du musst sie zwar nicht miteinander vergleichen, doch du solltest dich trotzdem auch kurz zu dem jeweils anderen Haus äußern.
In dem Roman „Frau Jenny Treibel“, der 1892 erschien, beschreibt Theodor Fontane den versuchten Aufstieg der Professorentochter Corinna Schmidt in die großbürgerliche Familie Treibel. Die Geschichte handelt von den unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und dem Ausbruch aus diesen Rängen. Bevor Fontane die einzelnen Figuren im Detail vorstellt, leitet er das Hausmotiv in seinen Roman ein, indem er in den ersten Kapiteln das Heim der Familie Schmidt und der Familie Treibel beschreibt.
Aufgabe 2
Überleitung
Titel, Autor, Jahr, Inhalt
Die ersten Zeilen des Romans skizzieren die Wohnung der Schmidts: Die Familie des Professors lebt in einem „ziemlich ansehnlichen, im Uebrigen aber altmodischen Hause“, das als nicht besonders sauber oder schön betrachtet wird. Seine Wohnung befindet sich im ersten Stock. Bereits der Aufstieg zum Haus über eine Vortreppe mit „abgelaufenen Stufen“ zeugt von dem leicht heruntergekommenen Aussehen des Hauses. Der Eingang ist dunkel, die Luft ist schwer und an dem Klingelschild lässt sich nur mühsam der Name des Professors erkennen. Im Hausflur wird Frau Jenny Treibel dann mit einer Wand voller Haken und Riegel sowie dem Geruch von Essen und Wäsche empfangen. An der alten, verbogenen Klingel muss sie fest ziehen, bevor der Professor den laut quietschenden Türriegel öffnet. Dort tritt sie in einen hübschen und hohen Raum ein, in dem ein Sofa und Lehnstuhl stehen und dessen Wand mit Porträts von Schmidts Eltern behängt ist.
Aufgabe 2
Schmidt'sche Wohnung
Bürgerlich, einfach
An dieser Beschreibung seiner Wohnung zeigt sich deutlich, dass Corinnas Vater keinen Wert auf Äußeres legt, wie „Besitz und Geld, und überhaupt alles, was schmückt und schön macht“. Das bürgerliche, unauffällig eingerichtete und glanzlose Haus spiegelt die Werte des Professors wider. Das Haus könnte mal wieder gestrichen, die Klingel und das Klingelschild erneuert werden. Die Ausstattung ist uneitel und passt zu dem gebildeten Bürger, der eher seine geistigen und kulturellen Interessen pflegt, anstatt sein Geld für eine prunk- und glanzvolle Einrichtung des Hauses auszugeben.
Wertvorstellungen des Professors
In der Wohnung des Professors zeigen sich seine Interessen und Wertvorstellungen, ebenso wie der Wunsch seiner Tochter aus dem einfachen Leben auszubrechen. Indem Fontane seinen Roman mit der Beschreibung der Schmidt'schen Wohnung und der Treibel'schen Villa beginnt, deutet er bereits den weiteren Handlungsverlauf an. Corinna, lebend in einer schmucklose, prunklosen Wohnung, sehnt sich nach einem Aufstieg, den sie sich durch eine Heirat mit Leopold Treibel erhofft. Dieses Vorhaben wird jedoch von dessen Mutter, Jenny Treibel, verhindert, denn wie sie an ihrer großen, luxuriösen Villa repräsentiert, legt sie Wert auf die hohen gesellschaftlichen Kreise. Die simple Wohnung steht der riesigen Villa gegenüber. Die altmodische, einfache Professorenfamilie steht im Gegensatz zur wohlhabenden Familie des Neureichen Treibels.
Schluss
Häuser spiegeln die Familien wider
Im zweiten und dritten Kapitel wird das Treibel'sche Haus, das prachtvolle Heim einer großbürgelichen Familie, umschrieben. Die „modische Villa“ liegt am Ufer der Spree auf einem großen Grundstück, zu dem ein kleiner Vorgarten und ein parkähnlicher Hintergarten gehören. Neben dem Empfangszimmer schenkt auch das Esszimmer einen Blick auf den großen Hintergarten des Hauses. Von innen ist die Villa mit Kronleuchtern und Blumenparket verziert, während der Garten außen mit einem prächtigen Springbrunnen geschmückt ist. Das Haus besteht aus Sälen und Salons und auch an der Beschreibung des Speisesaals, der von „schöner Einfachheit“ ist, zeigt sich die ansehnliche Einrichtung der Treibels.
Aufgabe 2
Treibel'sche Villa
Große, prächtige Villa
Bei der Familie wird nicht an einem Tisch, sondern an einer Tafel gegessen, die sonst übliche „Riesenvase mit Flieder und Goldregen“ wurde von dem Blumenparket ersetzt und keine einfache Lampe, sondern ein prächtiger Kronleuchter hüllt den Saal in ideale „Dinerstimmung“. In der Villa wirkt alles „reich und elegant“ und soll damit das Auftreten und Aussehen Jenny Treibels wiedergeben. Doch ebenso zeigt die Villa, dass dieses hochherrschaftliche Verhalten nur Heuchelei ist, das von ihrem zwanghaften Drang, ihren Reichtum nach außen hin zu zeigen, getrieben wird. Frau Treibel, die selbst einst in einer Wohnung wie die der Familie Schmidt lebte, findet sich nun „in einem reichen und auf Repräsentation gestellten Hause“ wieder. Doch der Nordwind, der den Qualm der Fabrik auf das Grundstück der Villa treibt, erinnert daran, woher sie ihren Reichtum schöpft. Aufgrund ihres abwertenden Verhaltens gegenüber dem Personal, für das sie sogar einen seperaten Dienstboteneingang fordert, überrascht es daher nicht, dass sie eine Heirat zwischen ihrem Sohn und der bürgerlichen Corinna Schmidt nicht zulassen würde.
Repräsentation ihres Reichtums
Aus der Beschreibung ihrer Villa lässt sich bereits auf gewisse Charakterzüge der Treibels schließen. Indem Fontane seinen Roman mit der Beschreibung der Schmidt'schen Wohnung und der Treibel'schen Villa beginnt, deutet er bereits den weiteren Handlungsverlauf an. Corinna, lebend in einer schmucklose, prunklosen Wohnung, sehnt sich nach einem Aufstieg, den sie sich durch eine Heirat mit Leopold Treibel erhofft. Dieses Vorhaben wird jedoch von dessen Mutter, Jenny Treibel, verhindert, denn wie sie an ihrer großen, luxuriösen Villa repräsentiert, legt sie Wert auf die hohen gesellschaftlichen Kreise. Die simple Wohnung steht der riesigen Villa gegenüber. Die altmodische, einfache Professorenfamilie steht im Gegensatz zur wohlhabenden Familie des Neureichen Treibels.
Schluss
Häuser spiegeln die Familien wider
3.
Überprüfe, inwiefern die Darstellung des Hauses in Rheiners Gedicht (Material) Fontanes literarischen Vorstellungen entspricht. Berücksichtige dabei Fontanes Realismus-Konzept.
(30 BE)
Tipp
Nutze in dieser Aufgabe deine Kenntnisse zu Fontanes Realismus-Konzept. Da du dich hier kurz fassen kannst, ist es wichtig, dass du die entscheidenden Punkte erläuterst, an denen der Unterschied zum Expressionismus deutlich wird.
Tipp
Nutze in dieser Aufgabe deine Kenntnisse zu Fontanes Realismus-Konzept. Da du dich hier kurz fassen kannst, ist es wichtig, dass du die entscheidenden Punkte erläuterst, an denen der Unterschied zum Expressionismus deutlich wird.
Theodor Fontane gilt als einer der wichtigsten Vertreter des literarischen Realismus. Themen aus dieser literarischen Strömung, wie die nationale Einheit Deutschlands oder die Position des Individuums in der Gesellschaft werden auch in seinen Romanen behandelt. Dabei spielt vor allem die möglichst wirklichkeitsnahe Schilderung eine große Rolle. Fontane beschreibt seine Auffassung von der preußischen Gesellschaft, indem er alltägliche Themen sowie die Träume und Erwartungen der Menschen anspricht. Die unterschiedlichen sozialen Klassen stehen in Kontakt miteinander, wie beispielsweise die Professorentochter Corinna mit dem Großbürgerlichen Leopold in „Frau Jenny Treibel“.
Aufgabe 3
Überleitung
Realismus-Konzept
Walter Rheiner gibt in seinem expressionistischen Gedicht „Das Haus“ seine emotionsgetriebenen Auffassungen der Gesellschaft wieder. Seine Beschreibung der menschlichen Behausung, ein untergangsgleiches, düsteres und moderndes Haus weist seine Verzweiflung über die Menschen auf. Das Leben in der Großstadt kennzeichnet sich für ihn durch die engen Häuser, die voller Lärm und Gestänke sind und in denen Hunderte Menschen ein- und ausgehen. Die Menschen werden als „Wesen“ (V. 9) bezeichnet und mit Ungeziefer verglichen.
Hauptteil
Verächtliche Beschreibungen
Eine solche Darstellung der Gesellschaft wäre in Fontanes Romanen undenkbar. Rheiner verwendet Metaphern und Vergleiche, die Menschen verurteilen und sogar ihren Tod weihen. Das Gedicht schließt mit dem Begriff „Hölle“ ab - er stellt die Gesellschaft an den Pranger und schreckt nicht davor zurück, dies in seiner sprachlichen Gestaltung deutlich zum Ausdruck zu bringen.
Kontrast zwischen Rheiner und Fontane
Laut Fontane soll keine Grenze zu erkennen sein zwischen dem Lesenden und der Wirklichkeit. Dafür müssen auch die Figuren wahrheitsgetreu dargestellt werden. Das schließt eine Gesellschaftskritik nicht aus, denn die ist auch in Fontanes Texten vorhanden, doch eine Schilderung wie in Rheiners Gedicht, wäre in Fontanes Realismus-Konzept nicht anzunehmen.
Schluss
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