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Teil B

Aufgaben
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Begegnung mit dem Unheimlichen

$\blacktriangleright$  Aufgaben
1.
Fassen Sie den Inhalt des vorliegenden Textausschnittes zusammen und analysieren Sie unter Berücksichtigung sprachlich-erzählerischer Besonderheiten, wie der Ich-Erzähler mit seinem Erlebnis umgeht. (Material 2)
2.
Stellen Sie einander gegenüber, wie Nathanael aus Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ und der Ich-Erzähler im vorliegenden Textauszug (Material 2) dem Unheimlichen begegnen.
3.
Beurteilen Sie den Umgang der Figur Faust mit dem Unheimlichen in Goethes „Faust I“.
Brauchst du noch mehr Informationen zu Der Sandmann und Faust I ?
Schau doch in unserer Lektürehilfe nach!
Lektürenhilfe zu Der Sandmann
Lektürenhilfe zu Faust I
Brauchst du noch mehr Informationen zu Der Sandmann und Faust I ?
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Lektürenhilfe zu Der Sandmann
Lektürenhilfe zu Faust I
#faust#dersandmann#etahoffmann
Material 2
$\;$
E.T.A. Hoffmann: Das Majorat (1817)
In der 1817 erschienenen Novelle „Das Majorat“ von E.T.A. Hoffmann berichtet der Ich-Erzähler Theodor, ein junger Jurist, von den Erlebnissen auf Schloss Rossitten. Theodor ist mit seinem Groß- onkel zu dem Schloss gereist, um Verwaltungs- und Erbangelegenheiten des Schlossherrn zu regeln. In der ersten Nacht geschieht Folgendes:
Nun saß ich allein in dem hohen, weiten Rittersaal. […] [D]er helle Vollmond strahlte durch die breiten Bogenfenster, alle finstre Ecken des wunderlichen Baues, wohin der düstre Schein meiner Kerzen und des Kaminfeuers nicht dringen konnte, magisch erleuchtend. So wie man es wohl noch in alten Schlössern antrifft, waren auf seltsame altertümliche Weise Wände und Decke des Saals verziert, diese mit schwerem
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Getäfel, jene mit fantastischer Bilderei und buntgemaltem, vergoldetem Schnitzwerk. Aus den großen Gemälden, mehrenteils[1] das wilde Gewühl blutiger Bären- und Wolfsjagden darstellend, sprangen in Holz geschnitzte Tier- und Menschenköpfe hervor, den gemalten Leibern angesetzt, so daß, zumal bei der flackernden, schimmernden Beleuchtung des Feuers und des Mondes, das Ganze in graulicher Wahrheit lebte. […] Wer weiß es nicht, wie ein ungewöhnlicher, abenteuerlicher Aufenthalt mit geheimnisvoller Macht
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den Geist zu erfassen vermag, selbst die trägste Fantasie wird wach in dem, von wunderlichen Felsen umschlossenen Tal ? in den düstern Mauern einer Kirche […], und will sonst nie Erfahrnes ahnen. Setze ich nun noch hinzu, daß ich zwanzig Jahr alt war und mehrere Gläser starken Punsch getrunken hatte, so wird man es glauben, daß mir in meinem Rittersaal seltsamer zumute wurde als jemals. Man denke sich die Stille der Nacht, in der das dumpfe Brausen des Meers, das seltsame Pfeifen des Nachtwindes wie die Töne
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eines mächtigen, von Geistern gerührten Orgelwerks erklangen – die vorüberfliegenden Wolken, die oft, hell und glänzend, wie vorbeistreifende Riesen durch die klirrenden Bogenfenster zu gucken schienen – in der Tat, ich mußt’ es in dem leisen Schauer fühlen, der mich durchbebte, daß ein fremdes Reich nun sichtbarlich und vernehmbar aufgehen könne. Doch dies Gefühl glich dem Frösteln, das man bei einer lebhaft dargestellten Gespenstergeschichte empfindet und das man so gern hat. Dabei fiel mir ein, daß in
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keiner günstigeren Stimmung das Buch zu lesen sei, das ich, so wie damals jeder, der nur irgend dem Romantischen ergeben, in der Tasche trug. Es war Schillers Geisterseher[2]. Ich las und las, und erhitzte meine Fantasie immer mehr und mehr. Ich kam zu der mit dem mächtigsten Zauber ergreifenden Erzählung von dem Hochzeitsfest bei dem Grafen von V. ? Gerade wie Jeronimos blutige Gestalt eintritt, springt mit einem gewaltigen Schlage die Tür auf, die in den Vorsaal führt. – Entsetzt fahre ich in die Höhe, das Buch
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fällt mir aus den Händen – Aber in demselben Augenblick ist alles still, und ich schäme mich über mein kindisches Erschrecken! – Mag es sein, daß durch die durchströmende Zugluft, oder auf andere Weise die Tür aufgesprengt wurde. – Es ist nichts – meine überreizte Fantasie bildet jede natürliche Erscheinung gespenstisch! – So beschwichtigt, nehme ich das Buch von der Erde auf und werfe mich wieder in den Lehnstuhl – da geht es leise und langsam mit abgemessenen Tritten quer über den Saal hin, und da-
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zwischen seufzt und ächzt es, und in diesem Seufzen, diesem Ächzen liegt der Ausdruck des tiefsten menschlichen Leidens, des trostlosesten Jammers – Ha! das ist irgend ein eingesperrtes krankes Tier im untern Stock. Man kennt ja die akustische Täuschung der Nacht, die alles entfernt tönende in die Nähe rückt – wer wird sich nur durch so etwas Grauen erregen lassen – So beschwichtige ich mich aufs neue, aber nun kratzt es, indem lautere, tiefere Seufzer, wie in der entsetzlichen Angst der Todesnot ausgestoßen,
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sich hören lassen, an jenem neuen Gemäuer. – „Ja, es ist ein armes eingesperrtes Tier – ich werde jetzt laut rufen, ich werde mit dem Fuß tüchtig auf den Boden stampfen, gleich wird alles schweigen, oder das Tier unten sich deutlicher in seinen natürlichen Tönen hören lassen!“ – So denke ich, aber das Blut gerinnt in meinen Adern – kalter Schweiß steht auf der Stirne, erstarrt bleib’ ich im Lehnstuhle sitzen, nicht vermögend aufzustehen, viel weniger noch zu rufen. Das abscheuliche Kratzen hört endlich auf – die Tritte lassen sich
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aufs neue vernehmen – Es ist, als wenn Leben und Regung in mir erwachte, ich springe auf und trete zwei Schritte vor, aber da streicht eine eiskalte Zugluft durch den Saal, und in demselben Augenblick wirft der Mond sein helles Licht auf das Bildnis eines sehr ernsten, beinahe schauerlich anzusehenden Mannes, und als säusle seine warnende Stimme durch das stärkere Brausen der Meereswellen, durch das gellendere Pfeifen des Nachtwindes, höre ich deutlich: – „Nicht weiter – nicht weiter, sonst bist du verfallen dem
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entsetzlichen Graus der Geisterwelt!“ Nun fällt die Tür zu mit demselben starken Schlage wie zuvor, ich höre die Tritte deutlich auf dem Vorsaal – es geht die Treppe hinab – die Haupttür des Schlosses öffnet sich rasselnd und wird wieder verschlossen. Dann ist es, als würde ein Pferd aus dem Stalle gezogen, und nach einer Weile wieder in den Stall zurückgeführt ? dann ist alles still! – In demselben Augenblick vernahm ich, wie der alte Großonkel im Nebengemach ängstlich seufzte und stöhnte, dies gab mir alle Besinnung wieder,
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ich ergriff die Leuchter und eilte hinein. Der Alte schien mit einem bösen, schweren Traume zu kämpfen. „Erwachen Sie – erwachen Sie“, rief ich laut, indem ich ihn sanft bei der Hand faßte und den hellen Kerzenschein auf sein Gesicht fallen ließ. Der Alte fuhr auf mit einem dumpfen Ruf, dann schaute er mich mit freundlichen Augen an und sprach: „Das hast du gut gemacht, Vetter! daß du mich wecktest. Ei, ich hatte einen sehr häßlichen Traum, und daran ist bloß hier das Gemach und der Saal schuld, denn ich mußte
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dabei an die vergangene Zeit und an manches Verwunderliche denken, was hier sich begab. Aber nun wollen wir recht tüchtig ausschlafen!“
E.T.A. Hoffmann: Das Majorat, in: ders.: Nachtstücke, Stuttgart 1990, S. 202–205.

[1] mehrenteils: größtenteils
[2] „Der Geisterseher“: ein Romanfragment von Friedrich Schiller, das 1787 in der Zeitschrift „Thalia“ erschien.
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Begegnung mit dem Unheimlichen

Zusammenfassung Textausschnitt

$\blacktriangleright\;$ Thema:
E.T.A. Hoffmann: Das Majorat
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Fasse den Inhalt des Textausschnittes zusammen und analysiere mithilfe von sprachlich-erzählerischen Besonderheiten, wie der Ich-Erzähler mit seinem Erlebnis umgeht.

Einleitung

Deine Zusammenfassung beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Das Majorat
  • Autor: E.T.A. Hoffmann
  • Erscheinungsjahr: 1817
  • Inhalt: In der Textausschnitt aus der Novelle "Das Majorat" von E.T.A. Hoffmann, erschienen im Jahr 1817, geht es um den jungen Juristen Theodor, der von einem schauerlichen Erlebnis auf Burg Rossitten berichtet.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, den Textauszug in Bezug auf Inhalt, Aussagen und Zusammenhänge zusammenzufassen. Außerdem sollst du den Text in sprachliche Merkmale zergliedern und diese in Wechselbeziehung zueinander darstellen.
Inhalt und sprachlich-erzählerische Besonderheiten
  • ausführliche Beschreibung des Rittersaals
    Lexik des Übernatürlichen: „magisch“, „fantastisch“, „geheimnisvoll“, „wunderlich“
    $\rightarrow$ weiht Leser in mystische Stimmung ein
    Oxymoron: „der düstre Schein meiner Kerzen und des Kaminfeuers“
    $\rightarrow$ selbst Licht vermag die Stimmung nicht zu erhellen
    $\rightarrow$ Feuer/Licht nicht als erhellend, sondern als Untermalung der dunklen Unheimlichkeit (flackern)
    Symbol: Gemälde von blutigen Jagdszenen
    $\rightarrow$ dunkle Vorahnung auf das spätere Erlebnis
    $\rightarrow$ Anspielung auf das gelesene Buch (blutige Person)
    Antithese: „Beleuchtung des Feuers und des Mondes“
    $\rightarrow$ Mischung aus zwei gegensätzlichen Illuminationsquellen unterstützt Surrealität des Augenblicks
    $\rightarrow$ Anspielung auf das gelesene Buch (blutige Person)
  • Stimmung des Magischen, des Außergewöhnlichen
  • erklärt, dass Atmosphäre durch schaurigen Ort begründet ist
    Personifikation: „selbst die trägste Fantasie wird wach“
    $\rightarrow$ Ort als notwendige Bedingung für Fantasie
    $\rightarrow$ gilt als rationale Erklärung für ausschweifende Ausbrüche
  • weitere Erklärung: lebhafte Fantasie wird von starkem Punsch angetrieben
    $\rightarrow$ will nicht, dass dem rationalen Jurist, der er ist, eine freigeistige Seite zugeschrieben wird
  • Verliert sich in seiner Fantasie, schwärmt von Portalen, die den Eintritt in fremde Reiche ermöglichen
    Hypotaxe: „Man denke sich die Stille der Nacht (…), von Geistern gerührten Orgelwerks, (…)“
    $\rightarrow$ zeigt Komplexität der Gedankengänge des Protagonisten und die Wahrscheinlichkeit der Einbildung des Schauerhaften
    Vergleich / Onomatopoesie: „wie vorbeistreifende Riesen durch die klirrenden Bogenfenster zu gucken schienen“
    $\rightarrow$ selbst harmlose Wolken werden in übernatürliche Kreaturen verwandelt, untermalt Atmosphäre
  • liest düsteres Buch, welches Stimmung noch unterstützt $\rightarrow$ Schillers „Geisterseher“
  • Fantasie erhitzt sich bis ins Unermeßliche
    Repetitio: „Ich las und las, und erhitzte meine Fantasie immer mehr und mehr.“
    $\rightarrow$ Steigerung zeigt Vernarrung und fast schon Obsession mit dem Geisterhaften
  • beim Höhepunkt der Erzählung Schillers (blutige Gestalt tritt ein während Hochzeit) wird die Tür des Rittersaales aufgeschlagen
  • Theodor fährt entsetzt in die Höhe, geisterhafte Stille tritt ein
  • beruhigt sich, schiebt Geschehnisse auf überhitzte Fantasie, da ertönen Schritte durch den Saal, es seufzt und ächzt
    Parataxe: „und ich schäme mich über mein kindisches Erschrecken“
    $\rightarrow$ rationale Seite Theodors nimmt Überhand
    Wiederholung / Onomatopoesie: „seufzt und ächzt“
    $\rightarrow$ verdeutlicht Stimmung und das Stöhnen, welches im Saal widerhallt
  • Beschwichtigt das Gehörte, schiebt es auf irgendwelches Getier, das wohl im unteren Stock sein Unwesen treibt
    Parataxe: „- Ha! Das ist irgend ein eingesperrtes krankes Tier“
    $\rightarrow$ Anwandlung eines inneren Monologes, in welchem zwei verschiedene Stimmen Theodors sprechen, die rationale, juristische Seite, und die, die durch Fantasie beflügelt wird
    Metapher: „akustische Täuschung der Nacht“
    $\rightarrow$ Beschwichtigung des Geschehnisses, Nicht-Eingestehen der eigenen Einbildungen
    $\rightarrow$ Versuch, wissenschaftliche Erklärung für Übernatürliches zu finden
    Monolog: „So denke ich, aber das Blut gerinnt in meinen Adern, (…)“
    $\rightarrow$ zeigt, dass seine rationale Seite Erklärungen für das Geschehene findet, er diese Erklärungen aber trotzdem nicht bewusst wahrnehmen kann und sie deshalb für ihn nicht gültig sind und keine Wirkung haben
  • Kratzen hört auf, doch Tritte ertönen erneut, Mondlicht erhellt schauriges Gemälde und Stimme ertönt, die Theodor davor warnt, weiterzugehen, falls er nicht der Geisterwelt verfallen wolle
    Monolog: „Es ist, als wenn Leben und Regung in mir erwachte, ich springe auf und trete zwei Schritte vor, aber da streicht eine eiskalte Zugluft durch den Saal, und in demselben Augenblick wirft der Mond sein helles Licht (…)“
    $\rightarrow$ Geschehnisse überwerfen sich, Theodor kann dem nicht mehr folgen, geschweige denn es verarbeiten
    Onomatopoesie: „säusle (…) (b)rausen (…), gellend(….)“
    $\rightarrow$ klimaktisch steigert sich der Geräuschpegel, gleicht einem Sturm
  • Tritte gehen den Vorsaal hindurch, nach draussen zu den Stallungen, ein Pferd wird laut Theodor aus dem Stall gezogen und nach kurzer Zeit wieder zurückgebracht, danach Stille
  • Theodor vernimmt Seufzen und Stöhnen aus des Großonkels Zimmer und weckt ihn daraufhin unsanft
  • Großonkel erklärt, er habe einen furchtbaren Albtraum gehabt, schiebt dies auch auf das Gemach und den Saal und weist auf vergangene unheimliche Geschehnisse hin

Schluss

Am Schluss solltest du noch einmal kurz zusammenfassen, inwiefern die sprachlichen Besonderheiten den Inhalt des vorliegenden Textes untermauern und inwiefern sie dazu beitragen, Theodors Charakter einzuschätzen.

Vergleich Nathanael („Der Sandmann“) und Theodor („Das Majorat“)

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Stelle gegenüber, wie Nathanael und Theodor dem Unheimlichen begegnen.

Einleitung

Dein Vergleich beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung stellst du kurz die unheimliche Begegnung in „Der Sandmann“ und „Das Majorat“ dar.

Hauptteil

Im Hauptteil stellst du nun Nathanael und Theodor gegenüber. Beschreibe hierzu die Begegnung mit dem Unheimlichen an sich, die Umstände, sowie auch die Reaktionen der beiden Protagonisten.
Nathanael
  • mehrere unheimliche Begegnungen
  • Zusammentreffen mit dem vermeintlichen Sandmann, der sich als der Advokat Coppelius entpuppt, löst bei Nathanael Entsetzen aus, durch chemische Dämpfe bedingt sieht Nathanael Menschengesichter ohne Augen, bildet sich ein, Coppelius wolle ihn verbrennen und misshandeln
  • unheimliche Begegnung mit Coppola, der ihn an den vermeintlichen Sandmann Coppelius erinnert
    $\rightarrow$ Brief an Ziehbruder Lothar, in der er von innerer Unruhe schreibt, von tödlichem Eindruck
    $\rightarrow$ Sorge wird ausgelöst durch Besuch von Wetterglashändler Coppola
    $\rightarrow$ erinnert ihn aber an eine grausame Geschichte aus seiner früheren Jugend, wurde immer ins Bett geschickt, Drohung der Mutter über den Sandmann, der laut der Amme die Augen der nicht schlafenden Kinder raubt
  • Begegnung mit Coppola, der markante Ähnlichkeiten mit dem verhassten Coppelius hat
    $\rightarrow$ kündigt Rachezug gegenüber Coppola an (macht Coppola, den er für Coppelius hält für den Tod seines Vaters verantwortlich)
    $\rightarrow$ gibt nach einem Briefwechsel mit seiner Verlobten Clara zu, dass Coppola wohl keineswegs Coppelius ist, ist aber nicht ganz beruhigt
  • wann immer er im weiteren Verlauf seines Lebens auf den vermeintlichen Sandmann Coppelius beziehungsweise dessen Doppelgänger Coppola trifft, markiert dies den Übergang von der Wirklichkeit in den Wahnsinn
  • versucht trotzdem, auf die rationale Clara zu hören und beruhigt sich nach den Geschehnissen recht schnell wieder
  • als er glaubt, Coppelius in einer Menschenmenge zu erblicken, packt ihn der Wahnsinn und er springt von einem Turm hinab und stirbt
  • Vertreter der Romantik (rege Fantasie, gibt sich extremen Gefühlen hin)
  • besucht Physik-Vorlesung, bezeichnet sich aber auch als Künstler (schreibt Gedichte und Romane) und sehnt sich als Vernunftdenkender nach Emotionen und Fantasie
  • Interesse an Schauergeschichten über Kobolde, Hexen, Däumlinge
Theodor
  • bekleidet das Amt des rational denkenden Juristen, Fantasie wird jedoch durch Geschichten angeregt und erhitzt
  • verzehrt sich nach romantischer Schauerliteratur wie Schillers „Geisterseher“
  • antizipiert fantastisches Geschehen und wünscht sich Schauer herbei
  • Stimmung des Magischen, des Außergewöhnlichen prägt Geschehnis
  • Erklärung: lebhafte Fantasie wird von starkem Punsch angetrieben
  • verfällt einer Art Wahn, aus der er sich immer wieder durch Rationalisierung heraus zieht
  • liest düsteres Buch, welches Stimmung noch unterstützt $\rightarrow$ Schillers „Geisterseher“
  • Vernarrung in und fast schon Obsession mit dem Geisterhaften
  • beruhigt sich, schiebt erste Geschehnisse auf überhitzte Fantasie, schämt sich sogar für sein kindliches Betragen
  • hört Ächzen, schiebt es auf Tier, das wohl im Unterstock haust
  • innerer Disput zwischen rationaler Seite und irrationaler Seite, rationale Seite versucht immer wieder Überhand zu gewinnen
  • rationale Seite versucht, Erklärungen für das Geschehene zu finden, nimmt aber Erklärungen nicht an und sie sind deshalb nicht gültig und haben keine Wirkung
Autobiografischer Bezug
  • Nathanael die hebräische Form des griechische Namens Theodor und verweist damit autobiografisch auf den Autor Ernst Theodor Amadeus Hoffmann selbst und auf Theodor aus „Das Majorat“
  • E.T.A. Hoffmann stammt aus Juristenfamilie (Vater Advokat)
  • E.T.A. Hoffmann hatte selbst eine traumatische Kindheit, die ihn ein Leben lang verfolgte (Bezug zu Nathanael)
  • E.T.A. Hoffmann wuchs bei seinem strengen Onkel auf, Bezug auf Theodors Onkel, der das Unheimliche vorerst als schlechten Albtraum bezeichnet
Vergleich
  • beide Vertreter der Romantik
  • mehrere Begegnungen über längeren Zeitraum hinweg vs. mehrere kleine in kurzem Zeitraum
  • getrieben von Traumata / gefürchtet vs. getrieben von Fantasie / antizipiert
  • beide sind fasziniert von Schauergeschichten
  • beide haben rationale Seiten, die ihnen die Eingebungen ausreden wollen (externe Person Clara vs. interne Stimme der Rationalität)
  • Hineinsteigerung bis hin zum Wahn vs. selbstständige Beendigung des Spuks durch Aufwecken des Onkels
  • Konsequenz: Tod vs. keine erkennbare

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, die Intention, des Gedichts noch einmal kurz zusammenfassen. Du kannst hier auch sagen, welche Gefühle das Lesen des Gedichts in dir ausgelöst und in welche Stimmung es dich versetzt hat.

Beurteilung des Umgangs der Figur Faust mit dem Unheimlichen

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Johann Wolfgang von Goehte „Faust I“ (1749-1832)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Beurteile den Umgang der Figur Faust mit dem Unheimlichen in Goethes „Faust I“
Begegnung mit dem Unheimlichen
  • hat keinerlei Angst vor dem für andere Menschen beunruhigenden Übernatürlichen, beschwört Erdgeist herauf
  • Pudel verwandelt sich in Mephisto, Faust erkennt, dass Mephistopheles kein großes Böses anrichten kann
    $\rightarrow$ Mephistopheles kann aufgrund eines Pentagramms nicht mehr ohne Fausts Erlaubnis aus dessen Zimmer entkommen
    $\rightarrow$ Faust will aus dieser Überlegenheit heraus einen Pakt mit Mephisto schließen
    $\rightarrow$ Mephisto lässt Faust einschlafen und es gelingt ihm, dem Pentagramm zu entfliehen: er fragt sich enttäuscht: „Bin ich denn abermals betrogen?“
  • Faust an seinem bisherigen Tiefpunkt angelangt; er würde jede Hilfe annehmen, um glücklich zu werden (zweiter Besuch Mephisto)
    $\rightarrow$ Voraussetzungen für ein Bündnis mit Mephisto
    $\rightarrow$ Angebot Mephistos, Fausts Diener und Knecht zu sein
    $\rightarrow$ Faust geht daher vorerst nicht auf den Pakt ein, bis Mephisto die Bedingungen nennt: er dient dem Faust im Diesseits, Faust verpflichtet sich zu der gleichen Leistung im Jenseits
    $\rightarrow$ Faust ist von diesen Bedingungen wenig beunruhigt, da er ein Mensch der Tat und des Diesseits ist
    $\rightarrow$ Bedenken, dass Mephistopheles ihm seine Wünsche nicht erfüllen wird, Mephisto streitet dies jedoch ab
    $\rightarrow$ Mephistopheles wettet gegen seine Funktion, nämlich den Menschen nicht ruhen zu lassen; Faust wettet darauf, dass seine innerliche Zerrissenheit bis an sein Lebensende anhalten wird
  • Faust will in seiner Wissenssucht nun auch das Böse kennenlernen, was Mephisto ihm mit einem Besuch des Fests der Hexen, Hexer und anderer böser Gestalten auf dem Blocksberg zeigen will
    $\rightarrow$ Faust und Mephisto tanzen mit einer jungen und einer alten Hexe, wobei Faust den Tanz sofort beendet, als der jungen Hexe eine rote Maus aus dem Mund springt und ihm Gretchen erscheint, blass und mit einer roten Schnur um den Hals
Beurteilung
  • Fausts Größenwahn in Bezug auf seine Gier nach omnipotentem Wissen ist zum Scheitern verurteilt, weshalb er das Unheimliche, das Böse nicht scheut
  • höchstes Ziel ist die Befriedigung seiner Sehnsüchte, die Totalerkenntnis des Universums, das Erlangen allen Wissens und das Genießen sämtlicher Gelüste
    $\rightarrow$ Faust empfindet neben dem Formtrieb, der Sehnsucht nach Wissen und Erkenntnis, auch den Stofftrieb
    $\rightarrow$ Triebe sind so stark ausgeprägt, dass Faust sie nicht befriedigen kann
  • durch die Magie versucht er nun, zur ultimativen Erkenntnis zu gelangen und beschwört den Erdgeist herauf
    $\rightarrow$ Faust, dessen ganzes Leben auf das ruhelose Streben, das ständige Erlangen von mehr ausgerichtet ist, stößt hier auf eine Grenze, die er nicht überwinden kann
  • das eigene Glück ist Faust so wichtig, dass er dafür sogar ewige Knechtschaft im Jenseits riskiert
  • Grenzenlosigkeit von Fausts Streben steigert sich ins Extreme (Schlaftrank tötet Gretchens Mutter, Gretchen wird außerehelich schwanger, ihr Bruder stirbt beim Versuch, den Liebhaber seiner Schwester zu töten)
  • Drama endet mit dem moralischen Tiefpunkt in der Charakterentwicklung des Faust
  • verschreibt sich nicht dem Bösen, sondern versucht, es unter seine Kontrolle zu bringen
  • begeht Pakt mit Teufel in unmittelbarer Identitätskrise und Depression
  • trickst das Unheimliche aus, muss Mephisto nur dienen, wenn es diesem gelingt, Faust glücklich zu machen (durch Depression nicht möglich)
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Teil B

Begegnung mit dem Unheimlichen

Zusammenfassung Textausschnitt

$\blacktriangleright\;$ Thema:
E.T.A. Hoffmann: Das Majorat
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Fasse den Inhalt des Textausschnittes zusammen und analysiere mithilfe von sprachlich-erzählerischen Besonderheiten, wie der Ich-Erzähler mit seinem Erlebnis umgeht.
In dem Textausschnitt der 1817 erschienenen Novelle "Das Majorat" von E.T.A. Hoffmann besucht der junge Jurist Theodor seinen Großonkel auf Schloss Rossitten, um Verwaltungs- und Erbangelegenheiten zu regeln. Allerdings macht er auf der Burg schauderhafte Erlebnisse zwischen Traum und Realität, von denen er berichtet.
Der Ich-Erzähler beschreibt zunächst die Räumlichkeiten des Rittersaals und verwendet hierfür Attribute des Übernatürlichen und des Schauderhaften. "Finstre Ecken des wunderlichen Baues" werden "magisch erleuchte(t)", die "fantastische Bilderei" und die "flackernde(n),schimmernde(n) Beleuchtung" (Z.2-3) tragen zu einer stimmungsvollen Atmosphäre in der Burg bei. Durch ein Oxymoron wird deutlich, dass selbst das Licht der Kerze und des Kamins nicht für Helligkeit sorgen, sondern die dunkle Unheimlichkeit unterstützen ("der düstre Schein meiner Kerzen und des Kaminfeuers",Z.2-3). Auch die Gemälde von blutigen Jagdszenen stehen symbolhaft für die vorherrschende Stimmung und können als Vorausdeutung für die kommenden Ereignisse bzw. den Protagonisten des Buches, das Theodor liest, gedeutet werden (Z.6). Des Weiteren wird antithetisch dargestellt, wie Feuer und Mond die Surrealität der Situation unterstützen (Z.8). Außerdem macht der Ich-Erzähler deutlich, dass der Raum und seine Wirkung jeden erschaudern lässt, denn "die trägste Fantasie wird wach" (Z. 10). Der Raum wird hierbei als Bedingung bzw. Auslöser für ausschweifende Ausbrüche der Fantasie dargestellt. Um die von Fantasie geprägte Szene abzuschwächen, erklärt der Ich-Erzähler, dass in seinem jungen Alter und unter Einfluss mehrerer Gläser starken Punschs (Z.12) der Rittersaal besonders bedrohlich wirke.Im Folgenden beschreibt er hypotaktisch die Szenerie, die sich in seinen Gedankengängen abspielt. Das "dumpfe Brausen des Meers" (Z.14), das "seltsame Pfeifen des Nachtwindes" und die "vorüberfliegenden Wolken (…),die wie vorbeistreifende Riesen" anmuten, sorgen dafür, dass sich seine Umgebung ins Übernatürliche verlagert.
Um der Stimmung gerecht zu werden, entscheidet sich der Protagonist zu einer angemessenen Lektüre zu greifen. Er beginnt Schillers Geisterseher zu lesen und verliert sich schnell in der Lektüre. Durch eine Wiederholung/Repetitio ("Ich las und las, und erhitzte meine Fantasie immer mehr und mehr,Z.21) wird die Steigerung ins Geisterhafte nochmals verstärkt. Paralell zum Höhepunkt in der Lektüre, bei dem "Jeronimos blutige Gestalt eintritt" (Z.23), erfährt auch der Ich-Erzähler einen Schreckmoment, da die Tür zum Rittersaal plötzlich aufspringt. Die Rationalität Theodors äußert sich in einer Parataxe und er schiebt seine Schreckhaftigkeit auf seine "überreizte Fantasie"(Z.27). Im Rittersaal werden aber neue Geräusche verlautbar, wodurch Theodor in eineren inneren Monolog verfällt, in dem er versucht das Gehörte zu verstehen. Einerseits führt er rationale Argumente auf, wie die "akustische Täuschung der Nacht" (Z.32) oder die Tatsache, dass es sich um ein "armes eingesperrtes Tier"(Z.35) handeln muss. Andererseits zeigt sein Körper, dass es sich doch um ein Angstgefühl handeln muss ("das Blut gerinnt in meinen Adern" (Z.38)), das Theodor nicht rational erklären kann. Die Ereignisse überschlagen sich im Folgenden und Theodor hört eine Stimme, die ihn warnt weiterzugehen (Z.44-45). Weder die Stimme, noch die Geräusche kann er sich erklären. Als die Geräusche verstummen, hört Theodor seinen Großonkel aus dem Nebenzimmer "seufzen und stöhnen" (Z.49). Langsam kann der junge Jurist seine Umgebung und seine Eindrücke wieder einordnen und weckt seinen Onknel aus einem bösen Traum. Auch der Großvater erklärt seinen "hässlichen Traum" durch das "Gemach und de(n) Saal" (Z.54). Er verweist auch auf vergangene unheimliche Geschehnisse und ermuntert Theodor zu einem "tüchtigen Ausschlafen" (Z.56).
Vor allem der düstere und schauderhafte Wortschatz verdeutlicht die Situation des Ich-Erzählers. Sein Unbehagen im Rittersaal wird außerdem durch seine inneren Monologe verstärkt, in denen ihm die Grenzziehung zwischen Realität, Fantasie und Lektüre immer schwerer fällt. Das charakteristische rationale Denken wird dem Protagonisten immer mehr erschwert. Der Wechsel zwischen rationalen, parataktischen Erklärungsversuchen und den hilflosen, inneren Monologen des Protagonisten spiegelt den schauderhaften Ort des Rittersaals als Fantasieraum wieder.
Teil B

Vergleich Nathanael („Der Sandmann“) und Theodor („Das Majorat“)

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Stelle gegenüber, wie Nathanael und Theodor dem Unheimlichen begegnen.
In dem Textausschnitt der 1817 erschienenen Novelle Das Majorat von E.T.A. Hoffmann besucht der junge Jurist Theodor seinen Großonkel auf Schloss Rossitten, um Verwaltungs- und Erbangelegenheiten zu regeln. Allerdings macht er auf der Burg schauderhafte Erlebnisse zwischen Traum und Realität, von denen er berichtet. Ähnlich ergeht es dem Protagonisten Nathanael aus Hoffmanns Erzählung Der Sandmann. Er fühlt sich von diversen Persönlichkeiten verfolgt und verfällt daraufhin schließlich dem Wahnsinn.
Nathanael hat über die Erzählung hinweg mehrere Begegnungen mit dem Unheimlichen. Als Kind wird ihm erzählt, dass der Sandmann Kindern, die nicht schlafen wollen, die Augen stiehlt. Zudem hörte er immer polternde Schritte, wenn er in seinem Bett lag und an den Sandmann dachte. Später als Erwachsener hat er schließlich ein Zusammentreffen mit dem vermeintlichen Sandmann, der damals bei seinen Eltern im Haus herumpolterte. Der entpuppt sich jedoch als der Advokat Coppelius, der mit Nathanaels Vater damals alchemistische Experimente durchführte. Dies löst bei Nathanael Entsetzen aus und durch chemische Dämpfe bedingt sieht Nathanael Menschengesichter ohne Augen. Daraufhin bildet er sich ein, Coppelius wolle ihn verbrennen und misshandeln. Bereits hier wird klar, dass Nathanael zunehmend dem Wahn verfällt und keiner Person mehr trauen kann.
Doch nicht nur Coppelius erinnert ihn an den Sandmann, auch mit dem Wetterglashändler Coppola hat Nathanael eine unheimliche Begegnung. Wie durch eine Vorahnung schreibt er einen Brief an seinen Ziehbruder Lothar, in der er von innerer Unruhe und einem tödlichem Eindruck schreibt. Diese Sorge wird ausgelöst und verstärkt durch Besuch von Wetterglashändler Coppola. Die Wettergläser nimmt Nathanael als Augen wahr, welche sein Trauma mit dem Sandmann noch deutlicher hervorheben. Als er Coppola dann begegnet und dieser auch noch markante Ähnlichkeiten mit dem verhassten Coppelius hat, kündigt Nathanael einen Rachezug gegenüber Coppola an, da er diesen für Coppelius und deshalb für den Tod seines Vaters verantwortlich macht. Aus lauter Sorge schreibt er seiner Verlobten Clara und nach mehreren Briefwechseln gibt er ihr gegenüber zu, dass Coppola wohl keineswegs Coppelius ist; trotzdem ist er nicht ganz beruhigt.
Wann immer Nathanael im weiteren Verlauf seines Lebens auf den vermeintlichen Sandmann Coppelius beziehungsweise dessen Doppelgänger Coppola trifft, markiert dies den Übergang von der Wirklichkeit in den Wahnsinn. Trotzdem versucht er, auf die rationale Clara zuhören und beruhigt sich nach den Geschehnissen recht schnell wieder. Als er jedoch glaubt, Coppelius in einer Menschenmenge zu erblicken, packt ihn der Wahnsinn: er springt von einem Turm hinab und stirbt. Als typischer Vertreter der Romantik besitzt er eine rege Fantasie und gibt sich seinen extremen Gefühlen hin - zudem zeigt er großes Interesse an Schauergeschichten über Kobolde, Hexen und Däumlinge und fühlt sich somit vom Übernatürlichen, Unheimlichen besonders angezogen, weswegen er die verschiedenen Begegnungen mit Personen auch als unheimlich interpretiert.
Theodor, der rational denkende Jurist aus Hoffmanns Erzählung Das Majorat beschreibt in dem vorliegenden Textauszug eine Begegnung mit dem Unheimlichen. Trotz seines Berufes verzehrt er sich nach romantischer Schauerliteratur wie etwa Schillers „Geisterseher“, wodurch seine Fantasie noch angeregter und erhitzter wird. Er antizipiert fantastisches Geschehen regelrecht und wünscht sich Schauer herbei. Diese Einstellung färbt auch seine Erzählungen; hier herrscht eine Stimmung des Magischen und das Außergewöhnliche prägt das Geschehnis. Seine lebhafte Fantasie wird zusätzlich vom Konsum eines starken Punsches angetrieben. Dadurch verfällt er in eine Art Wahn, aus dem er sich immer wieder durch Rationalisierung herauszieht. Seine Fantasie will Theodor sogar noch verstärken, indem er ein düsteres Buch liest. Er ist also vernarrt in und besessen von dem Geisterhaften. Trotzdem beruhigt er sich immer wieder, er schiebt erste Geschehnisse wie seltsame Geräusche oder Luftzüge auf seine überhitzte Fantasie und schämt sich sogar für sein kindliches Betragen. So schiebt er es auf ein Tier, das wohl im Unterstock haust, als er ein komisches Ächzen hört. Theodor spürt hier einen inneren Disput zwischen seiner rationalen und irrationalen Seite, wobei die rationale Seite immer wieder versucht, die Überhand zu gewinnen. Zudem versucht er, Erklärungen für das Geschehene zu finden; allerdings nimmt er diese Erklärungen nicht an, weswegen sie für ihn keine Gültigkeit besitzen und sie deshalb unwirksam sind. Als er jedoch hört, wie sein Großonkel im Schlaf laut ächzt, besinnt er sich wieder und weckt seinen Großonkel. Er wird also in die Realität zurückgeholt und er vergisst die unheimlichen Geschehnisse einfach.
Vergleicht man nun die beiden Protagonisten, so fällt auf, dass beide Figuren Vertreter der Romantik sind. Allerdings verzeichnet Nathanael mehrere Begegnungen mit dem Unheimlichen über einen längeren Zeitraum hinweg - Theodor erfährt lediglich mehrere kleine Begegnungen in einem kurzen Zeitraum. Die Begegnungen unterscheiden sich auch dahingehend, dass sie bei Nathanael von diversen Kindheitstraumata getrieben werden, sie werden sogar gefürchtet. Bei Theodor werden sie jedoch schon herbeigesehnt und sie sind getrieben von seiner Fantasie. Trotzdem sind beide fasziniert von Schauergeschichten und Märchen, was im Einklang mit den Attributen der klassischen romantischen Literaturepoche ist. Beide Protagonisten haben außerdem rationale Seiten, die ihnen die Eingebungen ausreden wollen - Nathanael hat eine externe Person in Form von Clara, die ihn immer wieder beschwichtigt, die jedoch nicht stark genug ist; Theodor besitzt eine innere Stimme der Rationalität, die ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Des Weiteren gehen die beiden Protagonisten unterschiedlich mit dem Unheimlichen um: Nathanael steigert sich aufgrund dessen in eine Art Wahn hinein, während Theodor den Spuk selbständig beendet durch das Aufwecken seines Onkels. Dadurch sind die Konsequenzen auch deutlich drastischer bei Nathanael, in seinem Wahn stürzt er sich einen Turm hinab - Theodor hingegen erfährt keinerlei direkt erkennbare Konsequenzen.
E.T.A Hoffmann beschreibt in seinen beiden Werken Der Sandmann und Das Majorat junge, gebildete Protagonisten, die beide einen Hang zum Schauderhaften haben. Beide sind eigentlich rational denkende Menschen, bekleiden auch entsprechende Berufe. Trotzdem sind sie fasziniert von Geistern und ähnlichem und nehmen jede Gelegenheit wahr, ihre Faszination auszuleben. Bei Nathanael ist dies jedoch krankhaft und wahnsinnig, weshalb er dadurch auch den Tod findet; Theodor flüchtet sich gerne in die Fantasiewelt, findet aber immer noch rechtzeitig den Absprung zurück in die Realität.
Teil B

Beurteilung des Umgangs der Figur Faust mit dem Unheimlichen

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Johann Wolfgang von Goehte „Faust I“ (1749-1832)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Beurteile den Umgang der Figur Faust mit dem Unheimlichen in Goethes „Faust I“
In der Tragödie „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe, die auf das Jahr 1829 datiert, geht es um den Wissenschaftler Heinrich Faust, dessen oberstes Ziel ist, nach Wissen zu streben und welcher aber unfähig ist, die Vorzüge des Lebens zu genießen. Deshalb schließt er einen Pakt mit dem Teufel, und verschreibt diesem seine Seele, sollte der Pakt nicht vollführt werden. Die Begegnung mit Mephisto sollte etwas Unheimliches darstellen; im folgenden soll diese nun näher erläutert und beurteilt werden.
Goethes Protagonist Faust hat keinerlei Angst vor dem für andere Menschen beunruhigenden Übernatürlichen - durch seine verschiedenen Studien der Wissenschaft hat er sogar der Religion abgeschworen, für ihn spielen also überirdische Mächte keine beängstigende Rolle. So beschwört er ohne großes Aufheben den Erdgeist heraus. Da dieser ihm aber nicht bei seiner Suche nach dem vollkommenen Sinn des Lebens helfen kann, versucht er den Teufel persönlich hervorzurufen. So verwandelt er einen Pudel in Mephisto und Faust erkennt, dass Mephistopheles nichts Böses anrichten kann - er schreckt also nicht von der boshaften Natur des Charakters zurück, sondern sieht in ihm sogar eine Art Mittel zum Zweck, um den Sinn des Lebens endlich zu begreifen. Faust will ihn aufgrunddessen einen Pakt mit Mephisto schließen und diesen austricksen, indem er Mephisto in ein Pentagram einschließt. Faust hat also keinerlei Angst vor dem Übernatürlichen, er nutzt es sogar für seine eigenen Zwecke, da er erkannt hat, dass diese Mächte ihm weiterhelfen können. Als der Pakt ins Leben gerufen wird, der besagt, dass Mephisto Faust im Diesseits dient und Faust sich zu der gleichen Leistung im Jensseits verpflichtet, ist Faust wenig von den Bedingungen beunruhigt. Er ist ein Mensch der Tat und des Diesseits. Trotzdem äußert er Bedenken, dass Mephisto ihm seine Wünsche nicht erfüllen wird und sie gehen auf eine weitere Wette ein: Mephisto wettet gegen seine Funktion, nämlich den Menschen nicht ruhen zu lassen; Faust wettet darauf, dass seine innerliche Zerrissenheit bis an sein Lebensende anhalten wird. Faust nutzt nicht nur das Böse, er verhandelt mit ihm. In seiner Wissenssucht will Faust nun auch das Böse kennenlernen, welches Mephisto ihm mit einem Besuch des Fests der Hexen, Hexer und anderer böser Gestalten auf dem Blocksberg zeigen will. Faust und Mephisto tanzen dort mit einer jungen und einer alten Hexe, wobei Faust den Tanz sofort beendet, als der jungen Hexe eine rote Maus aus dem Mund springt und ihm Gretchen erscheint, blass und mit einer roten Schnur um den Hals. Faust will also das Böse entdecken und mit ihm interagieren, doch wagt er nicht, gewisse Grenzen in Form seiner Liebesbeziehung zu Gretchen zu übertreten.
Fausts Größenwahn in Bezug auf seine Gier nach omnipotentem Wissen ist jedoch zum Scheitern verurteilt, weshalb er das Unheimliche, das Böse nicht scheut. Sein höchstes Ziel ist die Befriedigung seiner Sehnsüchte, die Totalerkenntnis des Universums, das Erlangen allen Wissens und das Genießen sämtlicher Gelüste. Faust empfindet also neben dem Formtrieb - der Sehnsucht nach Wissen und Erkenntnis - auch den Stofftrieb. Diese Triebe sind so stark ausgeprägt, dass Faust sie nicht selbst befriedigen kann. Durch die Magie versucht er nun, zur ultimativen Erkenntnis zu gelangen und beschwört den Erdgeist herauf, der ihm allerdings nicht weiterhelfen kann. Faust, dessen ganzes Leben auf das ruhelose Streben, das ständige Erlangen von mehr ausgerichtet ist, stößt hier auf eine Grenze, die er nicht überwinden kann. Das eigene Glück ist Faust so wichtig, dass er dafür sogar die ewige Knechtschaft im Jenseits riskiert, weswegen er den Pakt mit Faust eingeht. Die Grenzenlosigkeit von Fausts Streben steigert sich ins Extreme - mit seinem Schlaftrank wird Gretchens Mutter getötet, er schwängert Gretchen außerehelich, und ihr Bruder stirbt beim Versuch, den Liebhaber seiner Schwester zu töten. Das Drama endet mit dem moralischen Tiefpunkt in der Charakterentwicklung des Faust. Faust verschreibt sich nicht dem Bösen, er versucht eher es unter seine Kontrolle zu bringen und will somit die Allmacht des Universums an sich reißen. Den Pakt mit dem Teufel begeht er in einer unmittelbaren Identitätskrise und Depression - so trickst er das Unheimliche aus, denn er muss Mephisto nur dienen, wenn es diesem gelingt, Faust glücklich zu machen. Aufgrund seiner tiefgreifenden Depressionen ist dies jedoch nicht möglich.
In einer Zeit, in der Religion die wichtigste Rolle im Leben der Menschheit spielt, verkörpert der Teufel das pure Böse und wird von der Menschheit gefürchtet. Menschen, die vermeintlich mit dem Teufel in Berührung kommen, werden als Hexen oder Hexer verbrannt und die Inquisition macht es sich zum göttlichen Auftrag, diese Menschen aufzuspüren. Faust hingegen ist ein Mann der Wissenschaft. Er ist fasziniert vom Bösen und nutzt es sogar für seine eigenen Zwecke. Im Prinzip überlistet er es sogar, indem er einen Pakt eingeht, von dem er weiß, dass er vonseiten Mephistos niemals erfüllt werden kann. So steht er über dem Bösen.
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