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Aufgabe 2

Aufgaben
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Gedichtvergleich

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857): Der Einsiedler.
Paul Boldt (1885 - 1921): In der Welt.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere das Gedicht „Der Einsiedler“ von Joseph von Eichendorff.
(33 Punkte)
#eichendorff#gedichtanalyse
2.
Analysieren Sie das Gedicht „In der Welt“ von Paul Boldt und vergleichen Sie es mit Eichendorffs Gedicht. Berücksichtigen Sie auch den jeweiligen literaturgeschichtlichen Hintergrund.
(39 Punkte)
#vergleichen#gedicht#gedichtanalyse

Joseph von Eichendorff: Der Einsiedler (1835)

 
Komm, Trost der Welt, du stille Nacht!
Wie steigst du von den Bergen sacht,
Die Lüfte alle schlafen,
Ein Schiffer nur noch, wandermüd,
5
Singt übers Meer sein Abendlied
Zu Gottes Lob im Hafen.

Die Jahre wie die Wolken gehn
Und lassen mich hier einsam stehn,
Die Welt hat mich vergessen,
10
Da tratst du wunderbar zu mir,
Wenn ich beim Waldesrauschen hier
Gedankenvoll gesessen.

O Trost der Welt, du stille Nacht!
Der Tag hat mich so müd gemacht,
15
Das weite Meer schon dunkelt,
Laß ausruhn mich von Lust und Not,
Bis daß das ewge Morgenrot
Den stillen Wald durchfunkelt.
Aus: Joseph von Eichendorff: Der Einsiedler.
In: Ders.: Werke in einem Band. Hrsg. von Wolfdietrich Rasch.
6. Auflage. München: Hanser Verlag 2007, S. 265.
#eichendorff#gedicht

Paul Boldt: In der Welt (1914)

 
Ich lasse mein Gesicht auf Sterne fallen,
Die wie getroffen auseinander hinken.
Die Wälder wandern mondwärts, schwarze Quallen,
Ins Blaumeer, daraus meine Blicke winken.

5
Mein Ich ist fort. Es macht die Sternenreise.
Das ist nicht Ich, wovon die Kleider scheinen.
Die Tage sterben weg, die weißen Greise.
Ichlose Nerven sind voll Furcht und weinen.

Aus: Paul Boldt: In der Welt. In: Ders.: Junge Pferde! Junge Pferde! Das Gesamtwerk.
Lyrik, Prosa, Dokumente. Hrsg. von Wolfgang Minaty. Olten; Freiburg im Breisgau:
Walter-Verlag 1979, S. 55.
#gedicht
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Thema:
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857): Der Einsiedler.
Paul Boldt (1885 - 1921): In der Welt.
Aufgabenstellung:
1.
Analysiere das Gedicht „Der Einsiedler“ von Joseph von Eichendorff.
2.
Analysieren Sie das Gedicht „In der Welt“ von Paul Boldt und vergleichen Sie es mit Eichendorffs Gedicht. Berücksichtigen Sie auch den jeweiligen literaturgeschichtlichen Hintergrund.
Deine Aufgabe ist komplex und darum musst du gut strukturiert vorgehen. Du sollst beide Gedichte analysieren und anschließend vergleichen. Hierfür solltest du zunächst beide Gedichte mehrmals lesen und mit Notizen und Markierungen versehen.
Wenn du dann beginnst, deinen Text zu schreiben, dann löse beide Aufgaben in einem zusammenhängenden Text. Achte aber darauf, dass du die Struktur beibehältst und deinen Aufsatz sinnvoll gliederst:
  • Einleitung
  • Analyse Gedicht 1
  • Überleitung
  • Analyse Gedicht 2
  • Überleitung
  • Vergleich der Gedichte
  • Schluss
Lies am Ende deinen gesamten Text korrektur. Achte auch darauf, dass du dich nicht in der Darstellung einzelner rhetorischer Mittel verlierst, sondern lieber die Bedeutung sprachlicher Besonderheiten für den gesamten Zusammenhang darstellst. Beziehe außerdem dein Hintergrundwissen zum literarischen Kontext mit ein.
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Gedichtvergleich

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857): Der Einsiedler.
Paul Boldt (1885 - 1921): In der Welt.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere das Gedicht „Der Einsiedler“ von Joseph von Eichendorff.
2.
Analysieren Sie das Gedicht „In der Welt“ von Paul Boldt und vergleichen Sie es mit Eichendorffs Gedicht. Berücksichtigen Sie auch den jeweiligen literaturgeschichtlichen Hintergrund.
Tipp
Deine Aufgabe ist komplex und darum musst du gut strukturiert vorgehen. Du sollst beide Gedichte analysieren und anschließend vergleichen. Hierfür solltest du zunächst beide Gedichte mehrmals lesen und mit Notizen und Markierungen versehen.
Wenn du dann beginnst, deinen Text zu schreiben, löse beide Aufgaben in einem zusammenhängenden Text. Achte aber darauf, dass du die Struktur beibehältst und deinen Aufsatz sinnvoll gliederst:
  • Einleitung
  • Analyse Gedicht 1
  • Überleitung
  • Analyse Gedicht 2
  • Überleitung
  • Vergleich der Gedichte
  • Schluss
Lies am Ende deinen gesamten Text korrektur. Achte auch darauf, dass du dich nicht in der Darstellung einzelner rhetorischer Mittel verlierst, sondern lieber die Bedeutung sprachlicher Besonderheiten für den gesamten Zusammenhang darstellst. Beziehe außerdem dein Hintergrundwissen zum literarischen Kontext mit ein.
Tipp
Deine Aufgabe ist komplex und darum musst du gut strukturiert vorgehen. Du sollst beide Gedichte analysieren und anschließend vergleichen. Hierfür solltest du zunächst beide Gedichte mehrmals lesen und mit Notizen und Markierungen versehen.
Wenn du dann beginnst, deinen Text zu schreiben, löse beide Aufgaben in einem zusammenhängenden Text. Achte aber darauf, dass du die Struktur beibehältst und deinen Aufsatz sinnvoll gliederst:
  • Einleitung
  • Analyse Gedicht 1
  • Überleitung
  • Analyse Gedicht 2
  • Überleitung
  • Vergleich der Gedichte
  • Schluss
Lies am Ende deinen gesamten Text korrektur. Achte auch darauf, dass du dich nicht in der Darstellung einzelner rhetorischer Mittel verlierst, sondern lieber die Bedeutung sprachlicher Besonderheiten für den gesamten Zusammenhang darstellst. Beziehe außerdem dein Hintergrundwissen zum literarischen Kontext mit ein.
Die beiden vorliegenden Gedichte Der Einsiedler von Joseph von Eichendorff und In der Welt von Paul Boldt werden im Folgenden getrennt analysiert und anschließend vergleichend betrachtet.
Textgrundlagen
Der Autor Joseph von Eichendorff verfasste 1835 das Gedicht „Der Einsiedler“. Er ist als Schriftsteller der Romantik bekannt und verfasste in dieser Epoche sowohl Gedichte als auch Prosatexte.
Gedicht 1
Einleitung
Er behandelt in dem Gedicht das Thema der Sinnerfahrung eines einsam lebenden Menschen. Dieser betrachtet aus Perspektive des lyrischen Ichs das Ende des Tages wie das Lebensende.
Hauptteil
Thema des Gedichts
Passend zum Thema des Gedichts ist auch der Titel gewählt. Ein Einsiedler, jemand der freiwillig an einem einsamen Ort außerhalb der Gesellschaft lebt, ist das lyrische Ich des Gedichts. Das Gedicht ist in drei Strophen mit jeweils sechs Versen unterteilt. Der Schweifreim zieht sich durch das gesamte Gedicht, wohingegen das Metrum in jeder Strophe wechselt zwischen vier- und dreihebigen Jamben (4-4-3-4-4-3).
Formanalyse
  • Titel
  • Strophenstruktur
  • Versstruktur
  • Reim/ Metrum
Die drei Strophen des Gedichts geben auch inhaltlich die Gliederung vor. Die erste Strophe stellt die Wahrnehmung der Welt aus Sicht des lyrischen Ichs, einem Einsiedler, der in der Natur alleine lebt, dar. Das lyrische Ich steht mit der Trost spendenden Nacht im Dialog. Zeitgleich hört er aus der Ferne ein, von einem Fischer im Hafen, gesungenes Abendlied.
In der folgenden Strophe reflektiert das lyrische Ich seine eigene Existenz und den Einfluss der Natur auf sein Dasein. Die Lebenszeit vergeht und die Erinnerungen an Erfahrungen der Vergangenheit werden mit der Nacht geteilt.
Die Endlichkeit des Daseins wird dem lyrischen Ich bewusst aber auch die Überwindbarkeit dessen. Das lyrische Ich ist von den ständig sich ereignenenden Erlebnissen ermüdet. Er vertraut aber zugleich darauf, dass der Morgen, metaphorisch verstanden, das Jenseits im Christentum, ihm Erlösung geben wird.
Gliederung des Gedichts
Der Hauptaspekt des Gedichts ist die dialogisch Aufgebaute Reflektion des Lebens durch das lyrische Ich. Das lyrische Ich kommuniziert mit der Nacht, denn „die Welt hat [ihn] vergessen“ (V. 9). Die Gedanken und Gefühle des lyrischen Ichs werden in einer Art innerem Monolog dargestellt. Durch die direkte Ansprache der Nacht als „du stille Nacht“ (V. 1) wird die Interaktion mit der Nacht deutlich. Außerdem wird der Imperativ genutzt (bspw. „Laß“ (V. 16)) und somit die Nacht aufgefordert, das Leben des lyrischen Ichs zu beeinflussen. Die Nacht wird also personifiziert und durch die Anbetung sogar nahezu göttlich dargestellt. Diese Vergöttlichung der Nacht prägt das gesamte Gedicht und bewirkt den gebetsähnlichen Charakter. Adjektive und Adverbien wie „sacht“ (V. 2) und „wunderbar“ (V. 10) beschreiben die Nacht bildlich näher und verstärken die tröstende Wirkung der Nacht.
Interpretation
Vergöttlichung der Nacht
Die Situation, die zwischen dem lyrischen Ich und der Nacht geschaffen wird, ist sehr privat und der Leser fühlt sich als heimlicher Beobachter oder im idealfall identifiziert er sich mit den Gedanken des lyrischen Ichs. Das Gedicht ist also sehr unmittelbar und nah am Leser. Verstärkt wird das durch akustische Elemente. Dazu gehört im Bezug auf die Nacht vor allem die betonte Stille (vgl. V. 1 und V. 13). Das hier gerade kein Geräusch zu hören ist, wird zu Beginn der ersten und dritten Strophe je wiederholt und verstärkt den Eindruck von Einsamkeit und Isolation. Das „Waldesrauschen“ (V. 11) ist zwar ein akustisches Signal, allerdings von der Natur gemacht und folglich passend zum Einsiedlerdasein. Das einzig menschliche, was aus einer zivilisierten Welt zu dem Einsiedler durchdringt ist ein Schiffer, der „[s]ingt übers Meer“ (V. 5). Aber auch hier wird das „Abendlied“ (V. 5) mit „Gottes Lob“ (V. 6) in Verbindung gebracht. Der Schiffer scheint ähnlich zu fühlen wie das lyrische Ich, „wandermüd“ (V. 4). Der zeitliches Aspekt, das „noch“ (V. 4), zeigt, dass der Gesang mit Einbruch der Nacht enden wird und ein letztes Überbleibsel vom Tag darstellt.
Akustik
Der Schiffer ist eine Person, die das Umfeld von Meer und Hafen in dem Gedicht verstärkt. Das Abendlied in der ersten Strophe läutet die Nacht ein. In der letzten Strophe heißt es dementsprechend, dass „das weite Meer schon dunkel“ ist (V. 15). Die weite und Unendlichkeit des Meeres und der im Kontrast dazu der Hafen sind typische Bilder der Romantik, die die weite des Lebens und schließlich die Heimkehr in den Hafen darstellen. Der Hafen als Schutzort, Geborgenheit und finales Ziel, im christlichen Symbolbereich als Jenseits zu verstehen.
Meer und Hafen
Der Wandel vom Diesseits zum Jenseits wird in dem Gedicht auch durch die Lichtmetaphorik verdeutlicht. Die Dunkelheit der Nacht, der ermüdende Zustand des Lebens, wird abgelöst vom „ewgen Morgenrot“ (V. 17). Die Situation des lyrischen Ichs wird hierbei mit der Nacht und die Erwartung an die Zukunft mit dem Morgen gleichgesetzt und es entsteht ein Spannungsfeld. Dass das Morgenrot als ewig erwartet wird, wird die Metapher zum Jenseits noch verdeutlicht.
Lichtmetaphorik
Die Jahre werden verglichen mit Wolken, die gehen (vgl. V. 7), die Vergänglichkeit und der Verlauf der Zeit wird also durch Elemente der Natur beschrieben. Auch das Motiv der Müdigkeit lässt sich einerseits als die Müdigkeit am Ende des Tages und andererseits am Ende des Lebens beziehen. Zwar nennt das lyrische Ich explizit, dass „[d]er Tag [ihn] so müd gemacht [hat]“ (V. 14) doch lässt der Bezug zum Jenseits im gesamten Gedicht den Schluss zu, dass diese Müdigkeit für das gesamte Leben gelten kann. Tageszeiten werden demnach im gesamten Gedicht sowohl als solche verwendet aber auch metaphorisch als Zeitpunkte im Lebensverlauf.
Vergänglichkeit
Das Gedicht im gesamten betrachtet nutzt das Nachtmotiv als metaphorisches Gerüst, um die Selbstreflexion des lyrischen Ichs über das Lebensende zu verbildlichen. Die Nacht verstärkt hierbei auch die Atmosphäre. Ruhe, Stille und Dunkelheit sind wichtige Elemente. Das lyrische Ich reflektiert sein Leben und wird zunehmend gelassener und ruhiger, je näher das Lebensende rückt. Teil davon ist sicherlich sein Glaube an das Jenseits und die Geborgenheit, die dadurch auf ihn wartet. Die Sehnsucht nach dem Lebensende resultiert aus seiner Müdigkeit.
Schluss
Deutung
Vergleichend zum ersten Gedicht von Joseph von Eichendorff wird das Gedicht In der Welt von Paul Boldt betrachtet. Dieses Gedicht thematisiert ebenfalls den Bezug des Menschen zum Nachthimmel und zur Vergänglichkeit, allerdings unter anderen Gesichtspunkten. Zunächst wird das Gedicht allerdings isoliert betrachtet und analysiert.
Überleitung
#metrum#reimschema#romantik
In der Welt ist ein Gedicht, verfasst von Paul Boldt, das 1914, in einer politisch brisanten Zeit in Deutschland, erschien. Der erste Weltkrieg bricht aus, viele Leute leiden Hunger und in der Epoche des Expressionismus´ wird Vergänglichkeit und Ichzerfall thematisiert.
Gedicht 2
Einleitung
Das zentrale Thema ist die Hinwendung des Ichs zu den Sternen und zum Himmel und die Abkehr vom Diesseits. Die Lebenszeit entgleitet dem lyrischen Ich und es befindet sich nicht mehr in der realen Welt, sondern ist dort nur noch physisch anwesend.
Hauptteil
Thema des Gedichts
Das verdeutlicht auch der Titel des Gedichts. „In der Welt“ ist zum Ende des Gedichtes nur noch der Körper, mental verliert sich das lyrische Ich in der Wahrnehmung der Natur und des Himmels. Beschriebe wird das in zwei Strophen mit jeweils vier Versen. Das relativ kurze Gedicht ist vollständig im Kreuzreimschema und mit fünfhebigen Jamben verfasst.
Es gibt keine Enjambementes und in sechs von acht Versen stellt das versende auch das Satzende dar. Kurze parataktische Sätze prägen die Sprache des Gesichts.
Formanalyse
  • Titel
  • Strophenstruktur
  • Versstruktur
  • Reim/Metrum
Inhaltlich stellen die beiden Strophen ebenfalls zwei unterschiedliche Themen dar. In der ersten Strophe wird die Hinwendung des lyrischen Ichs zum Himmel und zu den Sternen beschrieben. Der Blick richtet sich in den Nachthimmel und die Bewegung der Sterne sowie die umgebende Natur aus Himmel und Wäldern wird wahrgenommen. In der zweiten Strophe reflektiert das lyrische Ich seine eigene Situation. Das lyrische Ich trennt sich gedanklich von sich selbst, der Ich Zerfall ist hier Thema und die Lebenszeit scheint dem lyrischen Ich zu entgleiten. Rein physiologisch ist das Ich präsent und die Empfindungen sind gegenwärtig.
Gliederung des Gedichts
Die Wortwahl im Gedicht sorgt für einen verdichteten Bildbereich. Bewegungsbeschreibungen durch Verben der Bewegung, beispielsweise „Ich lasse mein Gesicht auf Sterne fallen“ (V. 1), obwohl Sterne im Himmel sind und die Bewegung praktisch entgegen der Erdanziehungskraft passiert, deuten die Auflösung der Realität an. Personifikationen und Bewegungen wie die wandernden Wälder (vgl. V. 3) und winkende Blicke (vgl. V. 4) zeigen deutlich, dass eine konventionelle Raum- und Naturwahnehmung nicht mehr gegeben ist. Neologismen und Metaphern wie „Blaumeer“ und „schwarze Quallen“ (V. 3-4) sind mehrdeutige Bilder, die die Realität verfremden. Die Wortfelder von Wald, Meer und Himmel verschwimmen und die Realität wird nicht mehr greifbar. Unterstützt wird dieser Wahrnehmungspluralismus noch durch die Farbmetaphorik. Substantive werden an Farbadjektive wie „blau“ (V. 4), „schwarz“ (V. 3) und „weiß“ (V. 7) gebunden.
Interpretation
Wahrnehmung der Realität
Diese dichte, bildhafte Sprache wird durch akustische Elemente auf der Ebene der Sprache verstärkt. Alliterationen („Wälder wandern“ (V. 3)) und Assonanzen („Kleider scheinen“ (V. 6) sowie „weiße Greise“ (V. 7)) unterstützen diese Verdichtung.
Akustik
Die vielfältige Wahrnehmung der Umgebung durch das lyrische Ich ist eine Seite, die Darstellung des lyrischen Ichs an sich eine weitere. Das Wort Ich wird in dem Gedicht mehrmals und in unterschiedlichen syntaktischen und semantischen Zusammenhängen genannt. Die Vorstellung des lyrischen Ichs von sich selbst ist also inkonstant und variiert im Gedicht stark. Einmal ist die eindeutige Rrde vom Ich (vgl. V. 1), dass wird das Ich vom eigentlichen Bewusstsein getrennt als „Mein Ich“ (V. 5) bezeichnet. Dann grenzt sich das lyrische Ich von seinem physischen „nicht Ich“ (V. 6) ab und letztendlich ist der Körper als „Ichlose Nerven“ (V. 8) in der Wahrnehmung völlig vom Bewusstsein des lyrischen Ichs getrennt. Dieser Mensch, der von seinem eigenen Ich verlassen ist, sieht den sterbenden Tagen (vgl. V. 7) zu und ist dennoch emotional ergriffen und weint (vgl. V. 8). Der Titel „In der Welt“ wirkt bei dieser verwirrenden Trennung von Bewusstsein und physischem Dasein fast ironisch. Das lyrisch Ich ist nicht in der Welt, es ist distanziert von sich selbst und das Ich wirkt zerfallen.
Ich-Zerfall
Das Gedicht zeigt durch starke Bildlichkeit das auseinanderdriften der Realitäten. Der Substanzverlust des lyrischen Ichs nimmt immer mehr zu, bis es letztendlich zu einer Auflösung des Ichs in der Realität kommt. Das Gefühl dazu ist Bedrohung und Angst. Das Ich weint und ist „voll Furcht“ (V. 8). Die Entfremdung von der Welt wird als bedrohlich wahrgenommen.
Schluss
Deutung
Beim Vergleich der beiden zuvor analysierten Gedichte sind sowohl Ähnlichkeiten auch auch Unterschiede darzustellen. Außerdem werden die Gemeinssamkeiten und Unterschiede der beiden Gedichte in den jeweiligen literaturgeschichtlichen Hintergrund eingeordnet.
Gedichtvergleich
Das Motiv der Vergänglichkeit und der zeitliche Verlauf ist in beiden Gedichten ein Hauptmotiv. Bei Eichendorff wird das durch den Einbruch der Nacht verbildlicht, bei Boldt durch das sterben der Tage (vgl. V. 7). In beiden Gedichten dienen also Tageszeiten dazu, die Vergänglichkeit bildlich darzustellen. In beiden Gedichten ist die Nacht, bzw. der Sternenhimmel die Rahmensituation, in der sich das lyrische Ich befindet. Gedanken und Empfindungen werden also in diesem Kontext geäußert.
Hauptteil
Gemeinsamkeit 1:
Vergänglichkeit
Neben dieser zeitlichen Gemeinsamkeit spielt in beiden Gedichten die Naturmetaphorik eine entscheidende Rolle. Während bei Eichendorff allerdings Bilder aus Wald und Meer noch Realitätsbezüge aufweisen, verliert sich dieser Bildbereich bei Boldt vollständig in der Auflösung der Realität. Dennoch halten beiden Gedichte klare Strukturen und eine eindeutige äußere Form ein. Strophenform, Versmaß und Reimschema sind traditionell und durchgehend konzipiert.
Gemeinsamkeit 2:
Naturmetaphorik und Form
Der Einsiedler in Eichendorffs Gedicht wählt die Einsamkeit und Abgeschiedenheit in der Natur selbst aus. Es ist der Wortbedeutung nach eine bewusste Entscheidung. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Boldt um eine Entkörperlichung des Ichs. Die „Ichlose[n] Nerven“ (V. 8) sind nur eine physische Existenz. Die Einsamkeit dieses Ichs wird nicht aktiv herbeigeführt.
Unterschied 1:
Einsamkeit
Das Gedicht von Boldt lässt grundlegend weniger Deutungsklarheit zu als das Gedicht Eichendorffs. Dennoch lässt sich festhalten, dass bei Eichendorff das lyrische Ich gelassener und mehr in der Welt verankert erscheint. Die Hoffnung auf ein Leben im Jensseits durch den Glauben gibt dem Gedicht struktur und ein Ziel vor. Bei Boldt ist eine Deutung uneindeutiger. Das lyrische Ich ist in einer Umgebung, die sowohl zeitlich als auch räumlich unklar und verschlüsselt bleibt. Es besteht keine Möglichkeit, die Situation auszulösen oder einen Sinn in der Zukunft zu sehen. Es wird vielmehr ein Ist-Zustand dargestellt.
Der Einklang von Mensch und Natur wird bei Eichendorff sprachlich durch das Gefühl von Geborgendheit und einer ruhig und freundlich dargestellten Umgebung aufgezeigt. Bei Boldt sorgen kurze Sätze, verdichtete Sprache und mehrdeutige Bildlichkeit für unauflösliche Situationen. Die Atmosphäre ist düster und beängstigend.
Unterschied 2:
Weltbezug
Eichendorffs Gedicht ist in der Epoche der Romantik entstanden und weist durch die Motive Nacht, Abend, Wald und Abkehr von der realen Welt hin in die Einsamkeit typische Merkmale der Epoche auf. Die Bilder sind eindeutig und die Atmosphäre für den Leser leicht greifbar. Ebenfalls Epochentypisch ist die Sinnstiftung im Diesseits durch eine chrstiliche Jenseitsorientierung.
Bei Boldt wird die Epoche des Expressionismus´ anhand verschiedener Motive greifbar. Die Naturmotive entfremdet eingesetzt und mit einer starken Farbmetaphorik versehen ist typisch für die Epoche. Außerdem wird die traditionelle äußere Form des Gedichts durch den nicht greifbaren Inhalt und die Verdichtung sprachlicher Bilder zwar auf den ersten Blick beibehalten, jedoch sprachlich und inhaltlich gesprengt. Orientierungsverlust des lyrischen Ichs und der Ich-Zerfall an der Welt sind die zentralen Themen der Epoche.
literaturgeschichtlicher Hintergrund
Beide Gedichte stellen also das Thema der Vergänglichkeit anhand von naturmetaphorischen Elementen dar. Allerdings überwiegt in der Romantik der Optimismus und die Darstellung ist eindeutig zu interpretieren. Im Expressionismus überwiegen Verdichtung und die Metaebene des Gedichts ist weniger eindeutig.
Schluss
#reimschema#expressionismus#metrum
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