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Aufgabe 4

Aufgaben
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Ruanda ist ein sehr dicht besiedelter Staat in Ostafrika. Seine Geschichte ist von gesellschaftlichen und ethnischen Konflikten gekennzeichnet, die 1994 zu einem Völkermord führten. Inzwischen hat sich das Land politisch stabilisiert. Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit mit Ruanda ist die Nahrungssicherung durch eine dem Naturraum angepasste Bodennutzung.
1.
Beschreibe anhand von M 1 die Entwicklung der Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Produktion.
(3P)

2.
Mit der Umwandlung zu einem Agroforstsystem, das Elemente der Landwirtschaft mit Elementen der Forstwirtschaft kombiniert, soll das herkömmliche Anbausystem verbessert werden.
Vergleiche mithilfe von M 2 und M 3 die Stickstoffbilanz der beiden Anbausysteme hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Bodenfruchtbarkeit.
(6P)

3.
PARES (Projekt für Agroforstwirtschaft und Ressourcenmanagement) ist ein gemeinsames Projekt der Entwicklungszusammenarbeit deutscher und ruandischer Universitäten.
Bewerte anhand von M 3 und M 4 das Projekt PARES hinsichtlich seines Beitrags für ein nachhaltige Entwicklung.
(11P)
M 1 Entwicklung der Bevölkerung und der Agrarproduktion in Ruanda von 1970 bis 2008 (1970 $\mathrel{\widehat{=}}$ 100 % )
M 2 Stickstoffbilanz im herkömmlichen Anbausystem
M 3 Stickstoffbilanz eines Agrofrostsystems
M 4 Projekt zur Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft (PARES)
1
Der erste Eindruck, den Ruanda bei vielen Besuchern hinterlässt, ist der eines üppig grünen Landes, in dem an Obst und Gemüse wächst, was das Herz begehrt. Auf den zweiten Blick lässt sich dagegen erkennen, dass der überwiegende Teil der ruandischen Kleinbauern in ständiger Sorge lebt, dass der Ertrag der oftmals sehr kleinen landwirtschaftlichen Parzellen für die Ernährung ihrer Familien nicht ausreicht. Besonders das
5
starke Bevölkerungswachstum des Landes und das herkömmliche landwirtschaftliche Anbausystem führen zu einer starken Übernutzung der Böden und damit zur Bodendegradation und zu einer Bedrohung der Existenzgrundlage der kleinbäuerlichen Familien. Zugleich wächst der Nutzungsdruck auf die letzten verbliebenen naturnahen Landschaften, weil in der Vergangenheit immer weitere Teile der tropischen Wälder gerodet und in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt wurden. Auch der schnell wachsende
10
Energiebedarf führt zu einer Verknappung der Energieressourcen und zu einer Übernutzung der Wälder durch Brennholzgewinnung. Mehr als zwanzig Jahre lang erforschten die Universitäten Mainz und Koblenz-Landau mit der Nationaluniversität von Ruanda die Ursachen dieser Probleme und erarbeiteten Lösungsmöglichkeiten. Ziel des Projektes ist es, ruandischen Kleinbauern durch die Weitergabe dieser Erfahrungen einer langfristige Existenzgrundlage zu sichern. Agroforstsysteme mit 100 bis 200 Bäumen
15
pro Hektar und mit höhenlinienparallel gepflanzten Hecken sind dabei von besonderer Bedeutung. Zwischen den Heckenreihen erfolgt der Anbau in Mischkultur. Der Anbau verschiedener Kulturpflanzen auf derselben Parzelle erhöht die Bodenbedeckung und gestattet eine optimale Nutzung der knappen Anbauflächen. Darüber hinaus kann der Brenn- und Bauholzbedarf einer kleinbäuerlichen Familie von der Anbaufläche selbst gedeckt und selbst produziertes Brennholz zusätzlich auf dem Markt verkauft werden.
20
Das 2006 gegründete Beratungsprojekt (PARES) hat sich zum Ziel gesetzt, diese Erkenntnisse an ruandische Agrarberater, Bauern, Schüler und Studierende weiterzugeben, um eine ausreichende und gesicherte Nahrungsmittelprodutkion zu ermöglichen und die heimischen Wälder vor weiteren Eingriffen zu schützen. 90 % der Bevölkerung Ruandas leben heute von der Landwirtschaft unf nur einem kleinen Teil der heutigen jungen Schüler wird es später möglich sein, Arbeit außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors zu finden.
25
Für die übrigen Schüler muss es darum gehen, die Landwirtschaft wieder attraktiv zu machen. So sollen die Schulkinder von klein auf eine nachhaltige Nutzung der landwirtschaftlichen Ressourcen Boden und Wasser erlernen. Ebenso werden die Versuchs- und Demonstrationsflächen des Projekts von einheimischen Agrarberatern und Studierenden im Rahmen zahlreicher Lehrveranstaltungen besucht.
Abb. 4
Quellennachweise [nach oben]
[1]
zusammengestellt nach Daten von: Weltbank und CIA World Factbook (17.09.2013)
[2]
Dieter König; Praxis Geographie 6/2010; Westermann, S. 42.
[3]
Dieter König; Praxis Geographie 6/2010; Westermann, S. 42.
[4]
zusammengestellt nach:
König, D. u. Seidel, S. (2008): Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft - das Project für Agroforestry and Resource Management (Pares) der Uni Koblenz-Landau in Butare. In: Ministerium des Inneren und für Sport Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Ruanda-Revue 1/2008, S. 19-22
König, D.: Ecofarming und Agrofrostwirschaft. In Praxis Geographie 6/2010, S. 41
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1.
Der Operator „beschreiben“ fordert von dir, wesentliche Informationen aus M$\;$1 oder anhand deiner Kenntnisse zusammenhängend und schlüssig wiederzugeben. Hierbei ist es wichtig, zunächst die Informationen der Quelle wiederzugeben, das Diagramm zu beschreiben und anschließend anhand deines Wissens die Entwicklungen zu erklären um Zusammenhänge erkennbar zu machen.
2.
Der Operator „vergleichen“ setzt voraus, dass du Gemeinsamkeiten und Unterschiede mithilfe von M$\;$2 und M$\;$3 gewichtend einander gegenüberstellst und ein Ergebnis formulierst. Mache dir davor zunächst bewusst, wie ein Agroforstsystem definiert ist und welche Vorteile ihm zugeschrieben werden.
3.
Der Operator „bewerten“ verlangt von dir, dass du die in M$\;$3 und M$\;$4 dargestellten Vorschläge und Maßnahmen in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung beurteilst. Daher ist es wichtig, dass du dir zunächst Gedanken machst, was unter dem Begriff nachhaltige Entwicklung verstanden wird.
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1.
$\blacktriangleright$  Beschreibe die Entwicklung der Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Produktion in Ruanda
Tipp
Der Operator „beschreiben“ fordert von dir, wesentliche Informationen aus M$\;$1 oder anhand deiner Kenntnisse zusammenhängend und schlüssig wiederzugeben. Hierbei ist es wichtig, zunächst die Informationen der Quelle wiederzugeben, das Diagramm zu beschreiben und anschließend anhand deines Wissens die Entwicklungen zu erklären um Zusammenhänge erkennbar zu machen.
Tipp
Der Operator „beschreiben“ fordert von dir, wesentliche Informationen aus M$\;$1 oder anhand deiner Kenntnisse zusammenhängend und schlüssig wiederzugeben. Hierbei ist es wichtig, zunächst die Informationen der Quelle wiederzugeben, das Diagramm zu beschreiben und anschließend anhand deines Wissens die Entwicklungen zu erklären um Zusammenhänge erkennbar zu machen.
Das Liniendiagramm in M$\;$1 ist aus Daten der Weltbank und des CIA World Factbooks zusammengestellt. Es beinhaltet die Entwicklung der Bevölkerung und der Agrarproduktion Ruandas zwischen 1970 und 2008. Das Digaramm weist drei Linien auf: die landwirtschaftliche Pro-Kopf-Produktion (rot), die Bevölkerung (grün) und die Agrarproduktion (blau). Die x-Achse zeigt den zeitlichen Verlauf in Zweijahresschritten, von 1970 bis 2008. Die y-Achse macht Angaben über die Entwicklung in Prozent in 50er Schritten, wobei die Prozentzahl bei 50$\;$% beginnt und bei 300$\;$% endet, 1970 entspricht 100 Prozent. Die Bevölkerungskurve beginnt bei 100$\;$% und übersteigt bis 2008 die 250$\;$%, innerhalb von 38 Jahren ist die Bevölkerung demnach um mehr als 150$\;$% gestiegen. Um 1994 ist ein Extremwert festzustellen, die Bevölkerungskurve sinkt von 180$\;$% auf ca. 150$\;$%. Bis 2008 steigt die Kurve jedoch wieder auf 250$\;$% an. Die Kurve der Agrarproduktion verläuft bis 1992 noch nahezu parallel zur Bevölkerungskurve, nach 1994 driften die beiden Kurven etwas auseinander. Auch hier ist ein Extremwert zwischen 1992 und 1994 zu erkennen. Die Agrarproduktionskurve sinkt von knapp 190$\;$% auf ca. 75$\;$% ab. Danach steigt die Kurve wieder an, der Endwert liegt ungefähr bei 240$\;$% im Jahr 2008. Die Kurve der landwirtschaftlichen Pro-Kopf-Produktion liegt generell unter den beiden anderen Kurven. Die Kurve ist relativ stetig unter 100$\;$%, bis 1982 hat sie eine leichte Tenzdenz zur Steigung, danach sinkt die Kurve mit Ausnahme des Extremwertes um 1992 von 110$\;$%. 1994 stellt den tiefsten Extremwert der Kurve dar (ca.60$\;$%). Auch nach 1994 bleibt die Kurve unter 100$\;$%, es ist ein Rückgang der landwirtschaftlichen Pro-Kopf-Produktion von 1970 bis 2008 festzustellen.
Das Bevölkerungswachstum ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Zum einen tragen hohe Geburtenraten zum Bevölkerungswachstum bei. Durch Verbesserung der medizinischen Versorgung kommt es zudem zum Rückgang der Säuglingssterblichkeit und einer höheren Lebenserwartung. Der tiefe Einschnitt der Kurve um 1992 ist auf den Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi und anschließender Massenflucht zurückzuführen.
Der Anstieg der Agrarproduktion ist durch technischen und wissenschaftlichen Fortschritt begründet. Auch hier kann der drastische Einbruch durch den Völkermord erklärt werden. Diverse kleinere Anstiege können auf Entwicklungsprojekte, Einschnitte durch versagte Finanzmittelzusagen zurückgeführt werden. Wohingegen die Agraproduktion bis 1992 noch parlallel zur Bevölkerungskurve verlief, driften diese nach 1994 auseinander. Dies zeigt, dass die Agarproduktion nicht mit dem Bevölkerungswachstum mithalten konnte. Auch die landwirtschaftliche Pro-Kopf-Produktion spiegelt diesen Zusammenhang zwischen Bevölkerung und Argarproduktion wider, was aus dem leichten Absinken der Kurve zwischen 1970 und 2008 entnommen werden kann. Hinzu kommt, dass mit Zunahme der Industrialisierung die Bevölkerungsbeschäftigung aus dem primären zunehmend in den sekundären und tertiären Sektor wechselt.
Das Diagramm spiegelt gut die Zusammenhänge der einzelnen Kurven wider, da durch den Diagrammtyp Parallelen und Disparitäten ersichtlich werden.
2.
$\blacktriangleright$  Vergleiche die Stickstoffbilanzen hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Bodenfruchtbarkeit
Tipp
Der Operator „vergleichen“ setzt voraus, dass du Gemeinsamkeiten und Unterschiede mithilfe von M$\;$2 und M$\;$3 gewichtend einander gegenüberstellst und ein Ergebnis formulierst. Mache dir davor zunächst bewusst, wie ein Agroforstsystem definiert ist und welche Vorteile ihm zugeschrieben werden.
Tipp
Der Operator „vergleichen“ setzt voraus, dass du Gemeinsamkeiten und Unterschiede mithilfe von M$\;$2 und M$\;$3 gewichtend einander gegenüberstellst und ein Ergebnis formulierst. Mache dir davor zunächst bewusst, wie ein Agroforstsystem definiert ist und welche Vorteile ihm zugeschrieben werden.
Durch die Umstellung auf Agroforstsysteme, eine Kombination aus Forstwirtschaft und Landwirtschaft auf einer Fläche, können herkömmliche Anbausysteme in Ruanda verbessert werden. Durch diese Umwandlung ergeben sich Unterschiede in der Stickstoffbilanz, welche wiederum Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit des Bodens haben. Da Ruanda in den Tropen liegt, stellen Latosole die typischen Böden dar. Diese verfügen primär über die ungünstigen Zweischichttonminerale, die eine geringe Kationenaustauschkapazität (KAK) aufweisen. Dies hat zur Folge, dass solche Bodentypen nur schwierig Nährstoffe halten und an die Pflanzen abgeben können.
Betrachtet man beide Anbausysteme in M$\;$2 und M$\;$3, so sieht man, dass der Stickstoffverlust durch die Nährstoffauswaschung bei beiden Formen gleich bleibt. Bei beiden Anbauformen bleiben Bodentyp, sowie Niederschlagsraten unverändert, weswegen beide Böden den selben Umständen ausgesetzt sind.
Vergleicht man Stickstoffverluste durch Oberflächenabfluss und Bodenabtrag, kann man erkennen, dass bei beiden Anbausystemen Stickstoff verloren geht. Allerdings wird anders als bei herkömmlichen Anbauflächen an Hängen, bei Agroforstsystemen durch Einrichtung von Flächenstufen Verringerungen der Stickstoffverluste von 99$\;$% erreicht.
Durch Pflanzenmaterial, wie Laubfall und Heckenschnitt, kann Stickstoff, in Form von Kompostdüngung, dem Agroforstsystem zurückgeführt werden. Dies sind immerhin 159 kg pro Hektar/Jahr, welche bei der herkömmlichen Anbauform, welche oft auf Monokulturen basiert, fehlt.
Aufgrund der höheren Variation an Kulturpflanzen in einem Agroforstsystem, werden durch gesteigerte Ernteerträge dem System mehr Stickstoff entzogen, als in herkömmlichen Anbausystemen. Allerdings werden diese Verlustmengen durch die Nährstoffeinträge komplett kompensiert und sind daher nicht weiter zu berücksichtigen. Letztendlich verfügt das Agroforstsystem über eine positive Stickstoffbilanz und eine erhöhte Bodenfruchtbarkeit, ohne dass der Kleinbauer zusätzlichen Kosten ausgesetzt ist.
3.
$\blacktriangleright$  Bewerte das Projekt PARES hinsichtlich seines Beitrags für eine nachhaltige Entwicklung
Tipp
Der Operator „bewerten“ verlangt von dir, dass du die in M$\;$3 und M$\;$4 dargestellten Vorschläge und Maßnahmen in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung beurteilst. Daher ist es wichtig, dass du dir zunächst Gedanken machst, was unter dem Begriff nachhaltige Entwicklung verstanden wird.
Tipp
Der Operator „bewerten“ verlangt von dir, dass du die in M$\;$3 und M$\;$4 dargestellten Vorschläge und Maßnahmen in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung beurteilst. Daher ist es wichtig, dass du dir zunächst Gedanken machst, was unter dem Begriff nachhaltige Entwicklung vertanden wird.
Die nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht und dabei die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht gefährdet oder ausschließt. Durch das Bevölkerungswachstum und die herkömmlichen Anbausysteme gibt es keine nachhaltige Entwicklung in Ruanda. Die wachsende Bevölkerung in Ruanda bringt viele Probleme mit sich. Zum einen reicht oft der landwirtschaftliche Ertrag nicht mehr aus, um die Familie ernähren zu können. Der damit wachsende Nutzungsdruck führt dazu, dass immer mehr tropische Wälder gerodet werden, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten. Zum anderen kommt es durch den steigenden Energiebedarf der Bevölkerung zusätzlich zur Verknappung von Ressourcen und einer Übernutzung der Wälder. Herkömmliche Anbausysteme führen zudem zu einer starken Übernutzung der Böden und Bodendegradationen, wodurch die Existenzgrundlage vieler Kleinbauern gefährdet ist. Diese Entwicklungen können den Bedürfnissen der zukünftigen Generation nicht mehr gerecht werden.
Das Projekt PARES beschäftigt sich mit den Ursachen dieser Probleme und versucht Lösungen zu finden, um den Kleinbauern eine langfristige Existenzgrundlage zu sichern. Um PARES bewerten zu können, müssen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte der Nachhaltigkeit überprüft werden.
Durch Umwandlung zu Agroforstsystemen werden Bäume und Hecken in die Nutzfläche integriert, wodurch die Bodenerosion verringert und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt wird. Der Boden wird zudem durch das Laubdach vor direktem Niederschlag und Verdunstung geschützt, was wiederum den Bodenabtrag verringert. Laubfall und Heckenschnitt können außerdem direkt zur Kompostdüngung verwendet werden, was die Bodenfruchtbarkeit steigert, oder auch als Futtermittel für Tiere genutzt werden. Durch Verwendung von Mischkulturen wird zudem die Artenvielfalt auf der Nutzfläche gesteigert und somit auch die Ertragsfläche optimal ausgenutzt.
Darüber hinaus kann der Brennholzbedarf der Kleinbauern direkt von der eigenen Anbaufläche gedeckt werden und weitere Erträge sogar auf dem Markt verkauft werden, was den Landwirten ein zusätzliches Einkommen ermöglicht. Die Regenwälder können dadurch vor weiteren Rodungen geschützt werden. Das Agroforstsystem erhält damit die Bodenfruchtbarkeit auf Dauer, schafft eine wirtschaftliche Grundlage und somit Arbeitsplätze für die Kleinbauern. Viele Gelder können durch die gesicherte Ernte, die eigene Kompostdüngung und den Brennholzanbau eingespart werden.
Soziale, ökologische und ökonomische Aspekte der Nachhaltigkeit sind daher bereits gegeben. Um auch die nachhaltige Landwirtschaft in Zukunft zu sichern, ist es wichtig, Erfahrungen und Erkenntnisse auch an künftige Leistungsträger zu vermitteln. Lehrveranstaltungen für Schüler und Studenten tragen somit zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei, um auch zukünftigen Generationen eine Ernährungssicherung zu ermöglichen und Arbeitsplätze sichern.
Der Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung des Projektes PARES ist gegeben, da die Maßnahmen dazu führen, dass heute und auch in Zukunft die wachsende Bevölkerung ausreichend aus eigenener Kraft versorgt werden kann. Daher kann das Projekt positiv bewertet werden, da ökonomische, ökologische sowie soziale Aspekte des Projekts zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
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