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Aufgabe C

Aufgaben
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Untersuchendes Erschließen literarischer Texte – Textinterpretation

Aufgabe

  • Interpretiere Bertolt Brechts Gedicht Fragen.

  • Berücksichtige dabei besonders die Gestaltung der Situation, in der sich das lyrische Ich befindet.
#interpretieren#lyrischesich#brecht#gedicht

Bertolt Brecht: Fragen (1934)

$\,$
Schreib mir, was du anhast! Ist es warm?
Schreib mir, wie du liegst! Liegst du auch weich?
Schreib mir, wie du aussiehst! Ist’s noch gleich?
Schreib mir, was dir fehlt! Ist es mein Arm?
5
Schreib mir, wie’s dir geht! Verschont man dich?
Schreib mir, was sie treiben! Reicht dein Mut?
Schreib mir, was du tust! Ist es auch gut?
Schreib mir, woran denkst du? Bin es ich?
Freilich hab ich dir nur meine Fragen!
10
Und die Antwort hör ich, wie sie fällt!
Wenn du müd bist, kann ich dir nichts tragen.
Hungerst du, hab ich dir nichts zum Essen.
Und so bin ich grad wie aus der Welt
Nicht mehr da, als hätt ich dich vergessen.
Quelle: Bertolt Brecht: Fragen. In: Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Band 11. Bearbeitet von Jan Knopf und Gabriele Knopf. Gedichte 1. Berlin und Weimar, Frankfurt am Main 1988: Aufbau-Verlag, Suhrkamp Verlag, S. 195.
#gedicht#brecht
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$\blacktriangleright$ Das Gedicht interpretieren, dabei besonders die Gestaltung der Situation, in der sich das lyrische Ich befindet berücksichtigen.
Der Operator interpretieren verlangt, dass du einen Sachverhalt oder einen gegebenen Text deuten kannst. In diesem Fall sollst du das vorliegende Gedicht von Bertolt Brecht interpretieren. Wie die Aufgabenstellung bereits verdeutlicht, sollst du dich bei deiner Deutung vor allem auf die Gestaltung der Situation, in der sich das lyrische Ich befindet, beziehen:
  • Welche Perspektive nimmt das lyrische Ich ein?
  • Wie fühlt sich das lyrische Ich?
  • In welcher Situation befindet sich das lyrische Ich?
Behalte bei deiner Interpretation diese Fragen im Hinterkopf.
Bei deiner Interpretation kann dir dein Wissen über Brecht sehr nützlich sein, denn anhand der Jahreszahl kannst du erkennen, dass Brecht bereits im Exil war, als er das Gedicht verfasste. Dieses Gedicht beinhaltet daher auch Brechts eigene Erfahrungen als Exilant in Amerika.
Falls du dein Vorwissen über Brecht und das Schreiben von guten Gedichtinterpretation auffrischen möchtest, kannst du dies mit einem Blick in unsere Skripte Autoren: Brecht und Methodik: Interpretation: Gedichtinterpretation tun!
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Thema:
Bertolt Brecht (1898-1956): Fragen
Quellen:
Bertolt Brecht: Fragen. In: Bertolt Brecht: Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Bd. 11. Bearbeitet von Jan Knopf und Gabriele Knopf. Gedichte 1. Berlin und Weimar, Frankfurt am Main 1988: Suhrkamp Verlag, S. 195.
Aufgabe:
$\blacktriangleright$ Das Gedicht interpretieren, dabei besonders die Gestaltung der Situation, in der sich das lyrische Ich befindet berücksichtigen.
Tipp
Der Operator interpretieren verlangt, dass du einen Sachverhalt oder einen gegebenen Text deuten kannst. In diesem Fall sollst du das vorliegende Gedicht von Bertolt Brecht interpretieren. Wie die Aufgabenstellung bereits verdeutlicht, sollst du dich bei deiner Deutung vor allem auf die Gestaltung der Situation, in der sich das lyrische Ich befindet, beziehen:
  • Welche Perspektive nimmt das lyrische Ich ein?
  • Wie fühlt sich das lyrische Ich?
  • In welcher Situation befindet sich das lyrische Ich?
Behalte bei deiner Interpretation diese Fragen im Hinterkopf.
Bei deiner Interpretation kann dir dein Wissen über Brecht sehr nützlich sein, denn anhand der Jahreszahl kannst du erkennen, dass Brecht bereits im Exil war, als er das Gedicht verfasste. Dieses Gedicht beinhaltet daher auch Brechts eigene Erfahrungen als Exilant in Amerika.
Falls du dein Vorwissen über Brecht und das Schreiben von guten Gedichtinterpretation auffrischen möchtest, kannst du dies mit einem Blick in unsere Skripte Autoren: Brecht und Methodik: Interpretation: Gedichtinterpretation tun!
Tipp
Der Operator interpretieren verlangt, dass du einen Sachverhalt oder einen gegebenen Text deuten kannst. In diesem Fall sollst du das vorliegende Gedicht von Bertolt Brecht interpretieren. Wie die Aufgabenstellung bereits verdeutlicht, sollst du dich bei deiner Deutung vor allem auf die Gestaltung der Situation, in der sich das lyrische Ich befindet, beziehen:
  • Welche Perspektive nimmt das lyrische Ich ein?
  • Wie fühlt sich das lyrische Ich?
  • In welcher Situation befindet sich das lyrische Ich?
Behalte bei deiner Interpretation diese Fragen im Hinterkopf.
Bei deiner Interpretation kann dir dein Wissen über Brecht sehr nützlich sein, denn anhand der Jahreszahl kannst du erkennen, dass Brecht bereits im Exil war, als er das Gedicht verfasste. Dieses Gedicht beinhaltet daher auch Brechts eigene Erfahrungen als Exilant in Amerika.
Falls du dein Vorwissen über Brecht und das Schreiben von guten Gedichtinterpretation auffrischen möchtest, kannst du dies mit einem Blick in unsere Skripte Autoren: Brecht und Methodik: Interpretation: Gedichtinterpretation tun!
Bertold Brechts Gedicht Fragen, wurde 1934 im Exil Brechts geschrieben und lässt sich auch zeitlich in die Epoche der Exilliteratur (1933-1945) einordnen. Am 28. Februar 1933 flüchtete er, einen Tag nach dem Reichtagsbrand, mit seiner Familie und auch einigen Freunden nach Prag. Das Gedicht behandelt, wie der Titel des Textes schon vermuten lässt, diverse Fragen des lyrischen Ichs, welche sich an einen unbekannten Adressaten richten. Das lyrische Ich möchte sich mit den Fragen informieren, wie es dem Empfänger ergeht, welcher sich vermutlich in Deutschland befindet. Das lyrische Ich hat sehr viele Fragen, bekommt aber keine Antwort und kann dem Adressaten auch nicht in seiner Situation helfen.
Einleitung
Thema des Gedichts
In den ersten beiden Strophen stellt das lyrische Ich Anforderungen und Fragen an den Empfänger. Dieser solle ihm schreiben und seine Geühle und Gedanken offenbaren. Dahingegen handeln die beiden letzten Strophen davon, dass er nur Fragen stellen kann, aber keine direkte Antwort bekommt, sondern lediglich durch Nachrichten informiert wird. Er kann nicht für den Adressaten da sein, ihn nicht unterstützen. Die Dichtung könnte an einen Freund oder gar eine Geliebte gerichtet sein, der tatsächliche Adressat bleibt aber unklar.
Hauptteil
Adressat
Das Gedicht, welches im Trochäus geschrieben wurde, umfasst vier Strophen, wobei es dabei in zwei Quartette und zwei Terzette eingeteilt ist. Demnach handelt es sich um ein Sonett. Diese Art der klaren Strukturierung ist besonders für die Zeit der Exilliteratur typisch. In Jahren, welche besonders durch politische Unruhen und Unsicherheit geprägt waren, verdeutlicht vor allem der klare Aufbau eines Sonetts den Wunsch nach Ordnung und Sicherheit. Die Reimform wechselt vom umarmenden Reim in den beiden Quartetten zu einem Schweifreim in den Terzetten.
Formanalyse
Hervorzuheben ist die Art des Textes, die an einen Brief erinnert. Die Verse der beiden ersten Strophen beginnen jeweils mit dem Imperativ „Schreib mir“ (Z.$\;$1-8), auf die danach direkt Fragen folgen. Es macht den Anschein, als würde das Gedicht verschickt werden, in der Hoffnung, dass es den Adressaten erreicht. Durch die Anaphern „Schreib mir“ (Z.$\;$1-8) wird durch gezielte Wiederholungen, die Dringlichkeit des Erreichens und der Wunsch auf Antwort verstärkt, sowie die angespannte Situation des lyrischen Ichs deutlich. Auch die andauernden Fragen in den ersten beiden Strophen, wie „Ist es warm?“ (Z.$\;$1) oder „Verschont man dich?“ (Z.$\;$5) zeigen, wie groß das Bedürfnis des lyrischen Ichs nach Kontakt ist.
Dadurch kommt auch die Frage beim Lesen auf, an wen die Dichtung geschrieben ist und er fühlt sich bestenfalls selbst angesprochen. Bei genauerer Betrachtung und Interpretation der Fragen, die das lyrische Ich stellt, weist vieles darauf hin, dass es sich bei dem Adressaten um einen sehr guten Freund des lyrischen Ichs handelt, den es in Deutschland zurücklassen musste. Wahrscheinlich handelt es sich beim lyrischen Ich um Brecht selbst, der aus dem Exil schreibt. Die Anforderungen und Fragen sind teilweise sehr allgemein, wie bei belanglosen Gesprächen unter Bekannten geführt durch Floskeln wie: „Schreib mir, wie's dir geht!“ (Z.$\;$5) oder „Schreib mir,was du tust!“ (Z.$\;$7). Andere Zeilen wiederum handeln von persönlichen Angelegenheiten: „Schreib mir,wie du liegst! Liegst du weich?“ (Z.$\;$2) oder „Schreib mir, was sie treiben. Reicht dein Mut?“ (Z.$\;$6). Einige Fragen deuten daraufhin, dass das Gedicht an eine Frau geschrieben wurde: „Schreib mir, was dir fehlt! Ist es mein Arm?“ (Z.$\;$4) oder „Schreib mir, woran denkst du? Bin es ich?“ (Z.$\;$8), allerdings ging Brechts Frau Helene Weigel mit Brecht ins Exil, weswegen er nicht von ihr getrennt lebte. Es ist unwahrscheinlich, dass es sich um eine Geliebte handelte. Viel sinnvoller erscheint es, dass es sich um einen engen Freund handelt, der im unruhigen Deutschland zurückgelassen wurde. Es deutet darauf hin, dass das lyrische Ich wissen möchte, wie die Situation in Deutschland aussieht, aber es wird keine direkte Antwort erhalten. So heißt es „[u]nd die Antwort hör ich, wie sie fällt!“ (Z.$\;$10). Damit könnten politische Neuigkeiten gemeint sein, wie eine Kriegserklärung, durch die er erfährt, dass sein Freund eben nicht „verschont“ (Z.$\;$5) bleibt.
Interpretation
Interessant ist auch, wie die Stimmung des lyrischen Ichs von den Quartetten zu den Terzetten wechselt. Wohingegen das lyrische Ich in den Quartetten Antworten auf Fragen einfordert und angespannt wirkt, ist es in den Terzetten eher verzweifelt, sucht nach Antworten und macht sich selbst Vorwürfe. Es ist gegangen und hat seinen Freund in Deutschland verlassen. Es schämt sich fast für sein Gehen: „Wenn du müd bist, kann ich dir nichts tragen.“ (Z.$\;$11) oder „Hungerst du, hab ich dir nichts zum Essen!“ (Z.$\;$12). Es macht sich Vorwürfe, dass es „wie aus der Welt“ (Z.$\;$13) ist und nichts für seinen Freund tun kann. Es wird der Eindruck vermittelt, dass die räumliche Trennung zwischen dem lyrischen Ich und dem Adressaten einen Beistand in einer so ernsten Situation unmöglich macht. Dies verstärkt die Hypothese, dass der Text an einen Freund in Deutschland gerichtet ist. Auch der letzte Satz „Nicht mehr da, als hätt ich dich vergessen“ (Z.$\;$14) zeigen die Gefühle des lyrischen Ichs deutlich. Es scheint als hätte das lyrische Ich Angst, der Freund fühle sich von ihm im Stich gelassen. Ihm selbst bleiben daher nur Fragen an den Adressaten. Der Leser bekommt hier entgültig ein Gefühl für die Hilflosigkeit, die das lyrische Ich verspüren muss.
Stimmung des lyrischen Ichs
Dem Leser wird der Eindruck vermittelt, dass sich das lyrische Ich in einer aussichtlosen Situation gegenüber seines Adressaten befindet. Seine Situation wird durch die lyrische Gestaltung dabei sehr deutlich. Es hat unzählige Fragen, auf die er keine Antworten bekommt. Er stellt nicht nur eine Frage, nein, die Hälfte des Gedichtes besteht daraus, wodurch die verzweifelte und angespannte Situation des lyrischen Ichs besonders hervorgehoben wird. Die Fragen häufen sich mehr und mehr an. Durch die genannten Fakten, dass es seinem Freund nichts tragen und nichts zu Essen bringen kann, wird die räumliche Trennung noch einmal deutlich.
Gestaltung der Situation
Abschließend ist zu sagen, dass das Gedicht, geprägt von den vielen Anaphern, gut die Hilflosigkeit und die angespannte Situation, in der sich das lyrische Ich befindet, widerspiegeln. Ganz anders als heute, war es den Menschen unmöglich über eine weite Distanz Kontakt miteinader aufzunehmen. Daher konnten die Menschen nur hoffen und ihre Gefühle in Dichtungen und Texten zum Ausdruck bringen. Mit heutigen Technologien ist es kaum mehr vorstellbar, in solch einer hilflosen Situation zu sein und keinen Kontakt zu Freunden und Familie aufnehmen zu können. Umso unbegreiflicher sind die Gefühle, die dieser Mensch haben musste, wie machtlos er sich hat fühlen müssen, wenn man sich in seine Situation versucht hineinzuversetzen.
Schluss
persönliche Stellungnahme
Trotzdem hat der Text auch heutigen Gegenwartsbezug, wenn man ihn mit der Flüchtlingsdebatte vergleicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich viele Menschen die momentan flüchten, sich in den Zeilen wiederfinden können. Menschen, die nichts mehr besitzen, nicht mal ihren eigenen Pass. Die von ihren Freunden und Familien getrennt sind und sich genauso hilflos fühlen, wie Brecht damals. Sie werden genauso auf Antworten hoffen, aber diese nur durch Nachrichten erhalten, wie Brecht damals.
Bezug zur Gegenwart
#brecht#reimschema#stilmittel#metrum#lyrischesich
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