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Text 1

Aufgaben
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Schriftlicher Sprachgebrauch

Text 1
$\;$

Elke Heidenreich: „Frau Janowiak, Frau Janowiak, ich kann Sie sehen!“

Frau Janowiaks Tochter erinnert sich an eine Begebenheit aus ihrer Jugend. Sie war mit ihren Eltern in ein kleines Haus mit Garten an den Stadtrand gezogen, ihr Vater starb jedoch kurz nach dem Umzug. Anlässlich des Beerdigungskaffees im neuen Haus bewundern die ehemaligen Nachbarn aus der Stadt den Garten. Einer von ihnen, Herr Hürzeler, sagt sogar. er beneide sie darum.
(…) Herr Hürzeler hatte angekündigt, uns bald wieder zu besuchen, und tatsächlich stand er schon zwei Wochen später mit einem Strauß Freilandrosen vor der Tür. Ich machte im Garten an einem kleinen Tisch meine Schularbeiten. (…) Herr Hürzeler setzte sich zu mir in den Garten (…), zeigte unter den Jasmin und sagte: „Hier muss man doch ein Gemüsebeet anlegen!“ Das sagte er auch zu meiner Mutter, (…) als sie zu
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uns herauskam. Sie brachte ein Tablett mit Kaffee und Geschirr mit und ich wurde zum Bäcker geschickt, um drei Puddingteilchen zu kaufen - Eiterbrillen, sagten wir in der Schule dazu, wenn wir in der Pause die Brezeln mit dem süßen gelben Pudding aßen, leckere Eiterbrillen. Herr Hürzeler trank Kaffee, aß seine Eiterbrille, rauchte dann eine übelriechende billige Zigarre und dozierte über den Garten - was man ausreißen, was neu pflanzen müsse, er kenne sich da aus, er würde das gerne übernehmen. Meine Mutter
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blieb zurückhaltend, bediente ihn freundlich, ging auf die Gartenangebote aber nicht weiter ein und erzählte kleine Geschichten aus der neuen Nachbarschaft. (…)
Er war Witwer, arbeitete im Finanzamt, wohnte in der Mittelstädter Straße im besonders lauten, besonders dunklen Parterre, und ich konnte mir gut vorstellen, dass er liebend gern in das sonnige Häuschen zu uns gezogen wäre. Er kam nun öfter, und meine Mutter war freundlich zu ihm, obwohl ich das Gefühl hatte,
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dass sie jedes Mal leicht seufzte, wenn sie ihn die Straße entlangkommen sag oder wenn schon wieder er es war, dem sie nach 17 Uhr, seinem Büroschluss, oder an den Wochenenden die Tür öffnen und dann stundenlang kaffeetrinkend mit ihm im Garten sitzen musste. Immer wieder bot er sich an, ein Gemüsebeet anzulegen, immer wieder wiegelte sie freundlich ab und wich aus, aber zu mir sagte sie beim Abendessen, während sie energisch mit der Bratpfanne klappertem in der die Bratkartoffeln brutzelten: „Womöglich
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kommt er dann jeden Tag zum Unkrautzupfen.“ Sie lud mit einem gekonnten Schwung die Bratkartoffeln auf den Teller und fügte deutlich hinzu: „Das dann doch nicht.“
Eines Tages war ich beim Bäcker an der Endhaltestelle, um ein Brot zu kaufen, und ich hatte gerade noch gesehen, wie die Linie 6 ankam, und darin saß schon wieder Herr Hürzeler. Er war erst zwei Tage vorher bei uns gewesen. Ich rannte zur Haustür und sagte zu meiner Mutter: „Der Hürzeler schon wieder!“ Sie dachte
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einen Augenblick nach, schloss rasch die Küchentür zum Garten ab und sagte mit einem Nachdruck, den ich sonst gar nicht an ihr kannte: „Nein, diesmal nicht.“ Wir sahen ihn schon um die Ecke biegen, und da zog meine Mutter mich neben sich auf den Fußboden, direkt unter das große Wohnzimmerfenster, legte den Finger auf die Lippen und sagte: „Pssst!“
Warum wir nicht nach oben gelaufen waren, weiß ich nicht - vielleicht hätte die Zeit dafür nicht ausgereicht,
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vielleicht war es ihr aber einfach auch nur zu viel Aufwand.
Jedenfalls lagen Mutter und ich jetzt eng nebeneinander unter der Fensterbank des Blumenfensters auf dem falschen Perserteppich und hielten die Luft an, als Herr Hürzeler klingelte. Sie lächelte mich an und ich war plötzlich sehr glücklich, weil ich wusste, dass Herr Hürzeler hier niemals einziehen und mein neuer Papa werden würde. Es klingelte wieder. (…)
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Herr Hürzeler klingelte jetzt Sturm, indem er den Finger auf dem Klingelknopf ließ. Und meine Mutter zischte: „Der hat ja Nerven.“
Dann war es ruhig und wir lauschten darauf, dass seine Schritte sich entfernen würden, aber stattdessen hörten wir ihn pber den Kiesweg gehen, der nach hinten in den Garten und zur Küchentür führte. Wir lagen mucksmäuschenstill. Und dann hörten wir Herrn Hürzelers Stimme.
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„Frau Janowiak, Frau Janowiak, ich kann Sie sehen!“, rief er, und als Mutter und ich den Kopf hoben, sahen wir sein Gesicht im oberen Fenster der Küchentür. Er hielt beide Hände links und rechts neben die Augen, um die Sonne abzuschirmen und besser sehen zu können. Er starrte durch Küche, Flur und Wohnzimmer auf uns, die wir da nebeneinander unter dem Blumenfenster lagen.
Für eine kleine Ewigkeit geschah gar nichts. Dann zog meine Mutter tief die Luft ein, stand auf, glättete ihr
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Kleid und ging durch Wohnzimmer, Flur und Küche zur Hintertür, um Herrn Hürzeler zu öffnen. „Kommen Sie rein“, sagte sie, mehr nicht. Er kam schweigend herein, setzte sich an den Küchentisch, sie kochte Kaffee, und ich verzog mich nach oben, nachdem ich kurz und verlegen guten Tag gesagt hatte. Zum Bäcker wurde ich diesmal nicht geschickt, es gab keine Eiterbrillen. Sie redeten, aber das Gespräch schien mir weniger lebhaft zu sein als sonst. Ich saß oben auf der Treppe und versuchte, etwas aufzuschnappen.
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Meine Mutter war einsilbig, wenn auch höflich. (…) Herr Hürzeler blieb nicht so lange wie sonst. Er ging, ohne sich von mir zu verabschieden, und er kam nie wieder. Sie hatten beide mit keinem Wort über den seltsamen Vorfall geredet, aber er hatte wohl verstanden und verschwand aus unserem Leben (…).
Gekürzter Textauszug aus: Elke Heidenreich/Bernd Schröder, Rudernde Hunde. Geschichten; Carl Hanser Verlag, München 2002, S. 34-38.
#erzählung
Material 1
Text 1
Text 1
nach: destatis.de
1.
Fasse den vorliegenden Textauszug (ohne Vorspann) in einer Inhaltsangabe zusammen.
2.
Im Text werden folgende sprachliche Bilder verwendet:
„Herr Hürzeler klingelte jetzt Sturm, (…).“ (Zeile 35)
„Für eine kleine Ewigkeit geschah gar nichts."“ (Zeile 44)
Erkläre diese mit eigenen Worten.
3.
Zitiere zwei Textstellen, die Herrn Hürzelers Persönlichkeit beschreiben.
4.
„Frau Janowiak, Frau Janowiak, ich kann Sie sehen!“ (Zeile 40)
Erläutere das für den Leser Komische an dieser Situation.
5.
„Das dann doch nicht.“ (Zeile 21)
Schreibe einen Dialog mit mindestens vier Sprechakten, der sich im Anschluss an diese Aussage zwischen Mutter und Tochter entwickeln könnte.
6.
Als Witwer lebt Herr Hürzeler in einem Singlehaushalt.
Gehe auf das Schaubild in Material 1 ein und gib zwei mögliche Gründe für die dargestellte Entwicklung an.
7.
Eine enge Nachbarschaft kann ein echter Gewinn sein oder aber auch große Ärgernisse mit sich bringen.
Erstelle eine strukturierte Gliederung zum Thema, erörtere diese Aussage anhand konkreter Beispiele und nimm Stellung.
#inhaltsangabe#dialog#zitieren
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Text 1

1.
$\blacktriangleright$  Text zusammenfassen
In der Erzählung „Frau Janowiak, Frau Janowiak, ich kann Sie sehen!“ von Elke Heidenreich, die in dem Band „Rudernde Hunde. Geschichten“ 2002 erschien, geht es darum, dass ein Witwer versucht, Platz in einer Teilfamilie zu finden. Die Mutter und die Tochter verhalten sich allerdings sehr distanziert ihm gegenüber, verstecken sich sogar vor ihm. Der Mann entdeckt dies und ist enttäuscht, als er versteht, dass er in der Familie keinen Platz findet und nicht ankommt.
2.
$\blacktriangleright$  Sprachliche Bilder erklären
„Herr Hürzeler klingelte jetzt Sturm, (…).“ (Zeile 35): läutet intensiv / mit Nachdruck / andauernd
„Für eine kleine Ewigkeit geschah gar nichts."“ (Zeile 44): eigentlich kurzer Zeitraum, der einem sehr lange vorkommt
3.
$\blacktriangleright$  Textstellen zitieren
  • „(…), rauchte dann eine übelriechende billige Zigarre (…)“ (Zeile 8)
  • „(…) dozierte über den Garten (…)“ (Zeile 8)
  • „(…) er kenne sich da aus, er würde das gern übernehmen.“ (Zeile 9)
  • „Immer wieder bot er sich an, (…)“ (Zeile 17)
4.
$\blacktriangleright$  Komik an Situation erläutern
Beide Seiten verhalten sich nicht angemessen. Mutter und Tochter öffnen die Tür nicht, sondern verstecken sich. Herr Hürzeler schleicht um das Haus und späht in die Wohnung. Zudem deutet er die Signale nicht und macht sich zusätzlich bemerkbar.
5.
$\blacktriangleright$  Dialog schreiben
Ach, das gibts doch nicht! Wie kann jemand nur so aufdringlich sein…? Versteht der denn nicht, dass ich meine Ruhe will?
Mama, ich will nicht, dass der nochmal hier her kommt. Der nervt. Der will unseren schönen Garten kaputt machen. Den hat doch Papa ausgesucht.
Was glaubt der eigentlich? Als ob ich so jemanden in meinem Leben brauchen könnte.
Nö, den will keiner. Können wir den nicht einfach loswerden Mama?
Doch. Nächstes Mal wenn er kommt, benimmst du dich einfach ganz schrecklich. Du darfst ihn sogar beleidigen! Sag ihm, du willst ihn nicht hierhaben und dass deine Mama etwas besseres verdient hat.
Ist gut Mama, das kann ich! Und du schüttest ihm Salz in seinen Kaffee, dann will er auch nicht mehr herkommen.
6.
$\blacktriangleright$  Gründe für Entwicklung in Material 1 angeben
Die Zahl der Singlehaushalte stieg in den vergangenen 24 Jahren von ca. 12 Millionen auf ca. 17. Millionen. Mögliche Gründe dafür sind:
  • Menschen lieben ihre Unabhängigkeit und wollen weniger Kompromisse eingehen.
  • Der vielfältige Wohnungsmarkt ermöglicht es, dass man sich eine Wohnung alleine leisten kann.
  • Menschen wollen ihre Ruhe.
  • Man muss auf niemanden Rücksicht nehmen.
7.
$\blacktriangleright$  Gliederung erstellen, Aussage erörtern
EinleitungNachbarn gibt es überall
Argumente (Gewinn)- Erweiterung von Familie
- Gefühl von Gemeinschaft
- Gegenseitige Hilfe
Argumente (Ärgerniss)- Unfreundliche Nachbarn
- Einmischung in private Angelegenheiten
- Rücksichtnahme oder Rücksichtslosigkeit von Nachbarn
SchlussRichtige Nachbarn aussuchen
Viele kennen das: Nachbarn hat man fast überall. Manchmal sind sie ein Segen und manchmal ein Fluch. Doch was spricht für und was gegen das Wohnen in einer Nachbarschaft?
Nachbarn können wie eine Erweiterung der eigenen Familie sein. Denn wer so nah zusammenwohnt, lernt sich zwangsläufig gut kennen, man bekommt mit, wann die Nachbarn in den Urlaub gehen, wie deren Kinder aufwachsen, man ist überall immer dabei. Die Kinder gehen dann gemeinsam in die Schule, daraus entstehen wiederum fast lebenslange Bindungen und Freundschaften. Zudem erhält man ein Gefühl von Gemeinschaft in der Nachbarschaft. Man teilt die selben Probleme oder Leidenschaften, man teilt den gleichen Postboten, den gleichen Wahlkreis und hat die selben Probleme mit dem Schornsteinfeger etwa. Außerdem ist man in der Nachbarschaft füreinander da und hilft sich gegenseitig. Wer keine Familie im Ort wohnen hat, kann auch mal schnell den Nachbarn fragen, ob er auf die Katze aufpasst, wenn man selber in den Urlaub geht. Im Gegenzug stellt man dann die Mülltonnen des Nachbars raus, wenn dieser mal nicht da ist.
Allerdings können Nachbarn aber auch ein großes Ärgerniss darstellen. Nicht alle Nachbarn sind einem freundlich gesinnt. Jemand, der seine Ruhe will, wird nicht erfreut über Kinder in der Nachbarschaft sein und dies auch zum Ausdruck bringen. Zudem können sich manche Nachbarn in die eigenen Angelegenheiten einmischen. Sie bekommen immer alles mit und urteilen auch darüber. Wenn man beispielsweise nachts um 3 Uhr nach Hause kommt, wundern sich die Nachbarn darüber, wo man denn so spät nachts noch unterwegs war, womöglich sogar unter der Woche! Außerdem kann die Rücksichtslosigkeit mancher Nachbarn ein Ärgerniss sein. Abends kann man nicht einfach noch den Rasen mähen, wie man will. Man muss sich an gewisse Regeln halten. Manche Nachbarn sind allerdings ignorant und machen auch Abends oder am Sonntag großen Lärm.
Ich finde, man sollte sich gut aussuchen, wen man zum Nachbarn haben will. Wenn man zum Beispiel eine Familie hat, sollte man sich eine Nachbarschaft mit vielen Kindern aussuchen. So können eventuelle Konflikte vermieden werden.
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