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Aufgabe D

Aufgaben
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Analyse pragmatischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Literatur im 20./21. Jahrhundert
$\blacktriangleright\;$ Text:
Juli Zeh: Sag nicht Er zu mir.
oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor (2004)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Textauszug aus Juli Zehs Blogbeitrag Sag nicht Er zu mir – oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor.
  • Berücksichtige dabei, wie Juli Zeh ihre Sicht auf die Rolle verschiedener Erzählkonzeptionen in der modernen Literatur vermittelt.
Material 1
Juli Zeh: Sag nicht Er zu mir
oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor (2004)
$\;$

Im Gedenken aller, die beim Versuch,
auktorial zu erzählen, den Verstand verloren
Motto einer Kurzgeschichte
meines Freundes D., Jungschriftsteller

5
1) ……ICH schreibt ein Buch. ICH hat viel erlebt,
also kann ICH auch viel erzählen.

Zu Anfang ein bisschen Statistik. Die beiden im Frühjahr 2002 erschienenen Anthologien „20
unter 30“ (DVA) und „Vom Fisch bespuckt“ (Kiepenheuer & Witsch) versammeln insgesamt
57 Erzählungen von 57 jungen und sehr jungen, weiblichen und männlichen Autoren.
10
Darunter sind 36 ICH-Erzählungen. Eine von mir.
Das macht 64,9 Prozent. Der Anteil personaler Erzählungen liegt bei 22,8 Prozent. Eine der
Geschichten benutzt „man“ im Sinne von „ich“, und bei den verbleibenden sieben Texten ist
die Perspektive kaum zu bestimmen. Das Durchschnittsalter der Autoren liegt bei 29,3
Jahren. Wie hoch ist die Raumtemperatur?
15
Und wer ist eigentlich dieser ICH, der zwei Drittel der Gegenwartsliteratur auf dem Gewissen
hat? […]
2) ……ICH hat eine Geschichte. Früher war ICH zu zweit
oder zu dritt.

Die Ich-Erzählung ist keine Erfindung des letzten Jahrzehnts. Es gab sie schon immer und in
20
allen Variationen: Das ICH kann Hauptfigur des Geschehens sein oder peripherer
Beobachter, es kann ein Erlebnis aus der Erinnerung berichten oder vom Hörensagen, es
kann nur im ersten oder letzten Satz einer Erzählung auftauchen oder in jeder Zeile. Wie alle
[…] im Deutschgrundkurs gelernt haben, gilt für die ICHs aller Zeiten ein gemeinsamer
Nenner: Sie sind nicht mit dem Autor identisch.
25
Sind sie nicht? Ein Blick in die biographischen Tabellen der genannten Anthologien zeigt:
Der Altersunterschied zwischen ICH und seinen Schöpfern und Schöpferinnen bewegt sich
meist innerhalb einer Spanne von wenigen Jahren. In den Geschichten wird gebadet und
Taxi gefahren, Geburtstag gefeiert in einer Cocktailbar, Lady Di stirbt, RTL läuft, Vater oder
Mutter haben eine Meinung dazu. Das ICH ist deutsch und hat meistens keinen Beruf, fast
30
möchte man vermuten, dass es studiert. Oder gar Schriftsteller ist.
Beim Lesen entsteht ein unbehagliches Gefühl. Es liegt nicht an mangelnder Abwechslung
aufgrund der immer gleichen Erzählhaltung, sondern am schleichenden Verdacht, bei ICH
handele es sich eben doch nicht um eine literarisch notwendige Konstruktion, sondern um
die Stimme des Autors selbst. […]
35
3) ……ICH hat ein leeres Blatt Papier vor sich.
ICH findet sich selbst am interessantesten auf der Welt.
Das hat ICH so gelernt. ICH ist Individualist.

Wir kreisen um die eigene Person. Erzählen unsere Lebensgeschichten schon in jungen
Jahren einem Psychiater oder einer Textdatei mit Namen „roman.doc“. Wir haben noch nicht
40
viel von der Welt gesehen und trotzdem beschlossen, Schriftsteller zu werden. Weil das eine
intellektuelle Version von Popstar ist, weil man als Schriftsteller nicht gut aussehen oder
zehn Jahre lang Gitarren-Unterricht nehmen muss und morgens trotzdem noch lange
schlafen kann. Wir leben zwischen eigenem Bauchnabel und Tellerrand und schreiben
darüber. Unsere Texte sind ICH-bezogen wie wir selbst.
45
Auf den ersten Blick scheint daran etwas Wahres zu sein. Es würde den oft geäußerten,
verworfenen und wieder aufgewärmten Vorwurf erklären, die Literatur, insbesondere die
deutsche und erst recht die junge, habe nichts zu erzählen. Sie sei Pop oder U statt E[1], und
ihre Autoren beherrschten vielleicht den medienwirksamen Auftritt, nicht aber das literarische
Handwerk.
50
Schon möglich. Aber nichts oder schlecht erzählen könnten wir doch eigentlich auch in der
dritten Person? […]
4) ……ICH drechselt nicht. ICH redet, wie ihm der
Schnabel gewachsen ist.

Kann eine Erzählperspektive direkten Einfluss auf die sprachliche Qualität des Textes
55
haben? Wie kann eine Erzählhaltung veraltet oder zeitgemäß oder - überhaupt irgendwie
„klingen“?
Ein auktorialer Erzähler stellt die Ereignisse aus der Vogelperspektive dar, unabhängig vom
Wissensstand einzelner Figuren, in Ort und Zeit nicht zwingend an deren fiktive Biographien
gebunden. Das aber müsste in lakonischen Fünf-Wörter-Sätzen oder verträumt-
60
sarkastischem Prenzlauer-Berg-Duktus genau so möglich sein wie mit seitenlanger
Schachtel-Syntax. Trotzdem ist die Ansicht weit verbreitet, man könne „so“, nämlich wie
Robert Musil[2] oder Thomas Mann[3], „heutzutage“ nicht mehr erzählen.
Es muss daran liegen, dass junge Autoren sich nicht wohlfühlen in der auktorialen Haut.
Beim Versuch, eine omnipotente Haltung einzunehmen, gerät man leicht in Gefahr, sich als
65
Stimmenimitator zu betätigen: Lächerlich ist nicht das auktoriale Erzählen, sondern dessen
misslungene Kopie. Nicht das auktoriale Erzählen schreckt uns ab. Sondern unser
Unvermögen, es originär zu betreiben. […]
5) ……ICH will nicht mehr Gott sein. ICH ist Demokrat.
[…] Ist auktoriales Erzählen nicht irgendwie „undemokratisch“? Warum also sollten wir beim
70
Schreiben die Haltung dessen simulieren, der alles weiß und alles regiert? Warum sollten wir
beim Lesen eine solche Haltung akzeptieren?
6) ……Weil ICH nervt. Weil ICH beschränkt ist wie
die Menschen selbst. […]
7) ……ICH beschreibt, was ICH sieht.
75
Was ICH nicht sieht, braucht der Autor nicht
zu beschreiben.

[…] Eine Szene, die ICH nicht erlebt hat, kann nicht erzählt werden. Es sei denn, ICH hat sie
geträumt oder davon gehört. Dieses Verfahren schränkt ein und teilt vom horizontlosen
Tummelplatz einen Laufstall ab, in dem sich gerade junge Autoren wohler fühlen als auf
80
freier Wildbahn. Die Verfasserin inklusive.
Junge Autoren sind also Anfänger, und auktoriales Erzählen ist eher für Fortgeschrittene –
das mag sogar ein Stück weit zutreffen. Aber dann müssten wir immerhin einen Haufen
misslungener auktorialer Erzählungen verbrochen haben. Seit wann sind wir vernünftig
genug, etwas nicht zu beginnen, nur weil wir es nicht können?
85
8) ……ICH weiß, dass ICH nichts weiß.
Es steht zu befürchten, dass der subkutane[4] Widerstand dagegen, vom Autor zum Erzähler
zu werden, eine weitere Ursache hat. Das ICH ist nicht bloß einfacher zu meistern. Es ist
nicht nur die bessere Entsprechung einer autoritätsfreien Umwelt und nicht nur alter ego
einer bauchbespiegelnden, unpolitischen, poppigen Individualistengeneration.
90
In Wahrheit haben wir Höhenangst. Uns ist der Wille zur Draufsicht verloren gegangen. In
der Vogelperspektive wird uns schwindlig. […]


[1] U statt E: U für unterhaltsam und E für ernst
[2] Robert Musil: (1880-1942), österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker
[3] Thomas Mann: (1875-1955), deutscher Schriftsteller und einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts
[4] subkutan: unter der Haut befindlich
Quelle: Juli Zeh: Sag nicht Er zu mir oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor
Zitiert nach: http://www.julizeh.de/essay-und-co/sag-nicht-er-zu-mir.html (Zugriff am 05.03.2015)
Erläuterung: Die Autorin hat den Blogbeitrag zwischenzeitlich von ihrer Webseite entfernt. Eine leicht abweichende Version des Textes erschien in Literaturen 3/2004, S. 30-33.
Juli Zeh (geb. 1974), Schriftstellerin und Juristin, schreibt u.a. Romane, Erzählungen sowie Theaterstücke, außerdem Essays und Kolumnen für überregionale Zeitungen und Zeitschriften.
#blog#textanalyse#erzählverhalten
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Analyse pragmatischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Literatur im 20./21. Jahrhundert
$\blacktriangleright\;$ Text:
Juli Zeh: Sag nicht Er zu mir.
oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor (2004)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Textauszug aus Juli Zehs Blogbeitrag Sag nicht Er zu mir – oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor.
  • Berücksichtige dabei, wie Juli Zeh ihre Sicht auf die Rolle verschiedener Erzählkonzeptionen in der modernen Literatur vermittelt.
Tipp
$\blacktriangleright\;$ Bei einer Textanalyse geht es darum, die wichtigen inhaltlichen, formalen, strukturellen und sprachlichen Merkmale des Textes zu erschließen. Die Analyse bleibt im Gegensatz zur Interpretation objektiv.
Pragmatische Texte oder Sachtexte sind nicht fiktional, sondern greifen reale Gegebenheiten auf. Sie sind logisch, pragmatisch und funktional. Aber sie können auch appellierend, argumentativ und kommentierend sein, also die Meinung eines Autors zu einem Sachverhalt wiedergeben.
  • Vorarbeit: Zuerst musst du den Text lesen und dir Notizen dazu machen: Autor, Ort und Datum der Erscheinung, Hauptaussage, formale Merkmale. Diese Elemente werden die Grundlage deiner Analyse bilden.
    Pragmatische Texte sind oft argumentierende Texte. Deswegen ist es wichtig, dass du bei der Vorarbeit die Gedankenstruktur und die Intention des Autors herausarbeitest.
  • Gliederung: Grundsätzich muss deine Textanalyse folgende Teile aufweisen:
    Einleitung - Hauptteil - Schluss
    Jeder Teil deiner Arbeit sollte folgende Bestandteile beinhalten:
    Einleitung: Autor, Titel, Ort und Datum der Erscheinung, Textart, Hauptaussage des Textes
    Hauptteil: Analyse der Gedankenstruktur oder Argumentationsweise, Erläuterung sprachlicher Merkmale, Intention des Autors
    Schluss: Zusammenfassung der Hauptaussage - Wirkung vom Text und Stellungnahme
Tipp
$\blacktriangleright\;$ Bei einer Textanalyse geht es darum, die wichtigen inhaltlichen, formalen, strukturellen und sprachlichen Merkmale des Textes zu erschließen. Die Analyse bleibt im Gegensatz zur Interpretation objektiv.
Pragmatische Texte oder Sachtexte sind nicht fiktional, sondern greifen reale Gegebenheiten auf. Sie sind logisch, pragmatisch und funktional. Aber sie können auch appellierend, argumentativ und kommentierend sein, also die Meinung eines Autors zu einem Sachverhalt wiedergeben.
  • Vorarbeit: Zuerst musst du den Text lesen und dir Notizen dazu machen: Autor, Ort und Datum der Erscheinung, Hauptaussage, formale Merkmale. Diese Elemente werden die Grundlage deiner Analyse bilden.
    Pragmatische Texte sind oft argumentierende Texte. Deswegen ist es wichtig, dass du bei der Vorarbeit die Gedankenstruktur und die Intention des Autors herausarbeitest.
  • Gliederung: Grundsätzich muss deine Textanalyse folgende Teile aufweisen:
    Einleitung - Hauptteil - Schluss
    Jeder Teil deiner Arbeit sollte folgende Bestandteile beinhalten:
    Einleitung: Autor, Titel, Ort und Datum der Erscheinung, Textart, Hauptaussage des Textes
    Hauptteil: Analyse der Gedankenstruktur oder Argumentationsweise, Erläuterung sprachlicher Merkmale, Intention des Autors
    Schluss: Zusammenfassung der Hauptaussage - Wirkung vom Text und Stellungnahme

Vorarbeit

Bevor du beginnst, musst du dir den Blogbeitrag von Juli Zeh genau durchlesen. Markiere dir dabei wichtige Stellen und mache dir Notizen am Rand, um die Gedankenstruktur und Intention der Autorin herauszuarbeiten. Achte nicht nur auf inhaltliche Aspekte, sondern auch auf formale Merkmale und sprachliche Mittel, anhand derer Juli Zeh ihre Aussage zu bekräftigen versucht.

Einleitung

Überlege dir für die Einleitung ein bis zwei kurze Sätze, in denen du den Autor, den Titel, den Erscheinungsort und das Datum der Veröffentlichung nennst. Fasse außerdem kurz die Hauptaussage des Textes zusammen.
Einleitung
  • Juli Zeh
  • Sag nicht Er zu mir – oder: Vom Verschwinden des Erzählers im Autor
  • Beitrag auf ihrem Blog
  • 2004
  • Juli Zeh beschäftigt sich in ihrem Blogbeitrag mit der Frage, warum die Ich-Perspektive in Erzählungen immer mehr dominiert und ob diese inzwischen mit dem jeweiligen Autor gleichzusetzen ist.

Hauptteil

Im Hauptteil musst du nun anhand deiner Markierungen und Notizen die Gedankenstruktur und Argumentation der Autorin herausarbeiten. Beschreibe dabei nicht nur die inhaltlichen Aspekten, sondern gehe auch darauf ein, wie Juli Zeh ihre Aussagen mit formalen Merkmalen und sprachlichen Mitteln unterstützt. Achte außerdem darauf, bei der Analyse einen Schwerpunkt auf die Frage nach der Rolle verschiedener Erzählkonzeptionen in der modernen Literatur zu legen.
Inhaltlicher Überblick
  • Juli Zeh beschreibt, dass es immer mehr Ich-Erzählungen gibt
  • Diese Erzählperspektive ist nicht neu, hatte früher aber eigentlich nichts mit dem Autor selbst zu tun
  • Junge Schriftsteller kreisen trotz geringer Erfahrungen nur um sich
  • Sie scheitern am Versuch, auktorial gut zu erzählen - obwohl diese keineswegs wirklich veraltet ist
  • Auktoriales Erzählen als undemokratisch in Frage gestellt. Aber: Besser als die beschränkte Ich-Sicht
  • Ich-Perspektive als willkommene Einschränkung, die dem Autor Sicherheit bietet
  • Autoren haben Angst, zum Erzähler zu werden, der von „oben“ auf die Dinge schauen muss
Analyse des Textes
$\blacktriangleright$ Struktur
  • Langer Blogbeitrag in Form eines Essays
  • Der Text ist in einzelne, nummerierte Punkte (1 bis 8) unterteilt
  • Jeder Punkt hat eine Art Überschrift bzw. Anreißertext, der mit „…… ICH“ beginnt
  • Die Punkte bauen logisch aufeinander auf
  • Punkt 8 zieht ein Fazit
  • Argumentationsgang:
    1. Fakten zur gestiegenen Anzahl an Ich-Erzählungen bei jungen Autoren
    2. Frage, ob Ich wirklich nicht mit dem Autor identisch ist
    3. Ich-Bezogenheit der Texte
    4. Unfähigkeit der jungen Autoren, auktorial zu erzählen
    5. Frage, ob auktoriale Erzählungen undemokratisch sind
    6. Ich-Sicht als beschränkt
    7. Ich-Perspektive, die jungen Autoren Sicherheit bietet
    8. Angst, auf ein Thema allgemein draufblicken zu müssen als Autor
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Passend zum Thema in Ich-Form verfasst
  • Kurze Sätze mit einfacher Syntax: „Darunter sind 36 Ich-Erzählungen. Eine von mir. Das macht 64,9 Prozent.“ (Z. 10-11)
    $\rightarrow$ leicht zu verstehen; sinnbildlich für die neue Erzählart der jungen Autoren
  • Viele rhetorische Fragen: „Wer ist eigentlich dieser Ich?“ (Z. 15)
    $\rightarrow$ sollen den Leser zum Mitdenken anregen; will ihre These damit unterstreichen
  • Alltagsnahe Sprache: „RTL läuft“ (Z. 28)
    $\rightarrow$ leicht zu verstehen für den Leser; entspricht der neuen Schreibart im Gegensatz zur komplizierten Sprache früherer Literatur
  • Bilder: „zwischen eigenem Bauchnabel und Tellerrand“ (Z. 43); „horizontloser Tummelplatz“ (Z. 79)
    $\rightarrow$ interessante und spannende Schreibweise
$\blacktriangleright$ Intention
  • Juli Zeh ist selbst auf der Suche nach einer Antwort zu der Frage, warum junge Autoren größtenteils in Ich-Form schreiben
  • Dazu belegt sie diese Tatsache zunächst einmal mit Fakten
  • Sie erklärt außerdem, was Ich-Erzählungen ausmachen, wie sie geschrieben sein können
  • Nach dieser Einführung merkt sie an, dass der Abstand zwischen Autor und Ich immer mehr fehlt
  • Sie macht aus eigener Erfahrung deutlich, warum das so ist und versucht ihre Schriftsteller-Kollegen wachzurütteln
  • Die Autorin will außerdem aufzeigen, dass auktoriales Erzählen weder veraltet noch undemokratisch ist
  • Ihr Fazit: Junge Autoren trauen sich die Draufsicht als auktorialer Erzähler nicht zu
$\blacktriangleright$ Rolle verschiedener Erzählkonzeptionen
  • Nach Juli Zehs Sicht spielt die Ich-Erzählung in der modernen Literatur eine immer wichtigere Rolle, vor allem bei jungen Autoren
  • Dieser Zuwachs an Ich-Erzählungen hängt ihrer Meinung nach aber nicht damit zusammen, dass auktoriales Erzählen unmodern oder veraltet ist
  • Zeh vermutet vielmehr, dass junge Autoren auktoriales Erzählen nicht beherrschen
  • Sie bewertet die auktoriale Sichtweise als besser und nicht so beschränkt, wie die Ich-Perspektive
  • In Bezug auf die Ich-Erzählungen merkt sie kritisch an, dass die Trennung zwischen Ich und Autor verloren gegangen scheint
Wirkung und eigene Meinung
  • Der Blogbeitrag liest sich spannend und regt zum Mitdenken an
  • Die Begründungen sind interessant geschrieben und logisch nachvollziehbar
  • Die Intention der Autorin wird gut ersichtlich
  • Wie Juli Zeh selbst schreibt, sind Ich-Erzählungen oftmals zu eingeschränkt
  • Werke in auktorialer Erzählhaltung können oftmals mehr und tiefgründigere Inhalte vermitteln

Schluss

Am Besten wäre es, wenn du hier noch einmal das Ergebnis deiner Analyse kurz zusammenfasst und ein Fazit ziehst. Außerdem kannst hier ganz gezielt auf deine eigene Meinung zu dem Thema eingehen.
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