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Aufgabe A

Aufgaben
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Erörterndes Erschließen pragmatischer Texte – Texterörterung

Aufgabe:
  • Erörtere, ob bzw. inwiefern Petra Mayers Auffassungen vom Grotesken auf Figuren in E.T.A. Hoffmanns Erzählung Klein Zaches genannt Zinnober (1819) zutreffen.
  • Berücksichtige dabei auch Kenntnisse zu ästhetischen Konzepten der Romantik.
  • Erarbeite zunächst die Positionen Petra Mayers.
Brauchst du noch mehr Informationen zu Klein Zaches genannt Zinnober?
Schau doch in unserer Lektürehilfe nach!
Lektürehilfe zu Klein Zaches genannt Zinnober
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Petra Mayer: Groteske Figuren (2007)





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Grundbedingung für das Auftreten grotesker Figuren ist ein realistischer Bezugsrahmen, der als rationaler Maßstab des Normalen dient. Nur durch die Konfrontation mit vertrauten Kategorien können groteske Figuren ungewohnt oder sogar erschreckend wirken. Innerhalb eines Märchens oder einer phantastischen Erzählung dagegen stellt sich diese Wirkung nicht ein, da der Leser das Außergewöhnliche erwartet. Erst das harte Aufeinandertreffen von Vertrautem und Ungewohntem lässt das Groteske entstehen.
Unter dieser Voraussetzung sind all diejenigen Figuren als grotesk zu bezeichnen, die von einem Dualismus geprägt sind, der Disharmonie erzeugt. Dies kann im einfachsten Fall mittels der äußeren Erscheinung einer Figur geschehen. Ein solches Hybridwesen verbindet in seiner Gestalt beispielsweise Tierisches und Menschliches, Organisches und Anorganisches oder Charakteristika verschiedener Gattungen. Neben dieser weit verbreiteten Spielart des Grotesken existiert in Hoffmanns Berganza1 eine zweite, weniger offensichtliche Kategorie grotesker Figuren. Dieser Figurentyp ist zwar hinsichtlich seiner körperlichen Gestalt unauffällig, jedoch kontrastiert der Charakter, das innere Wesen der Figur, sehr stark mit ihrem äußeren Erscheinungsbild. Weiterhin ist diejenige Figur grotesk zu nennen, die zwar weder eine rein äußerliche Diskrepanz noch eine Spannung zwischen Äußerem und Innerem aufweist, jedoch mit ihrem sozialen Umfeld in einem unüberbrückbaren Konflikt steht. Nicht isoliert betrachtet, sondern erst durch die Konfrontation mit einer gesellschaftlich akzeptierten Norm wirkt dieser Figurentyp grotesk. Der Bezugspunkt, der diese Figur zu einer grotesken macht, liegt also im Gegensatz zu den beiden zuerst beschriebenen Figurentypen außerhalb der Figuren. Hieraus ergeben sich drei Kategorien zur Bestimmung grotesker Figuren: erstens Disharmonie zwischen einzelnen körperlichen Ausprägungen, zweitens zwischen Wesensart und Körper und drittens zwischen Individuum und Gesellschaft. Diese drei Kategorien können sich zudem überlagern und auf diese Weise zu einer Potenzierung des Grotesken führen […].
Die Zeilenangaben beziehen sich auf die Orginalprüfungsaufgabe und können in der mobilen Darstellung daher abweichen.
Grundbedingung für das Auftreten grotesker Figuren ist ein realistischer Bezugsrahmen,
der als rationaler Maßstab des Normalen dient. Nur durch die Konfrontation mit vertrauten
Kategorien können groteske Figuren ungewohnt oder sogar erschreckend wirken.
Innerhalb eines Märchens oder einer phantastischen Erzählung dagegen stellt sich diese
5 Wirkung nicht ein, da der Leser das Außergewöhnliche erwartet. Erst das harte
Aufeinandertreffen von Vertrautem und Ungewohntem lässt das Groteske entstehen.
Unter dieser Voraussetzung sind all diejenigen Figuren als grotesk zu bezeichnen, die von
einem Dualismus geprägt sind, der Disharmonie erzeugt. Dies kann im einfachsten Fall
mittels der äußeren Erscheinung einer Figur geschehen. Ein solches Hybridwesen
10 verbindet in seiner Gestalt beispielsweise Tierisches und Menschliches, Organisches und
Anorganisches oder Charakteristika verschiedener Gattungen. Neben dieser weit
verbreiteten Spielart des Grotesken existiert in Hoffmanns Berganza1 eine zweite, weniger
offensichtliche Kategorie grotesker Figuren. Dieser Figurentyp ist zwar hinsichtlich seiner
körperlichen Gestalt unauffällig, jedoch kontrastiert der Charakter, das innere Wesen der
15 Figur, sehr stark mit ihrem äußeren Erscheinungsbild. Weiterhin ist diejenige Figur grotesk
zu nennen, die zwar weder eine rein äußerliche Diskrepanz noch eine Spannung zwischen
Äußerem und Innerem aufweist, jedoch mit ihrem sozialen Umfeld in einem
unüberbrückbaren Konflikt steht. Nicht isoliert betrachtet, sondern erst durch die
Konfrontation mit einer gesellschaftlich akzeptierten Norm wirkt dieser Figurentyp grotesk.
20 Der Bezugspunkt, der diese Figur zu einer grotesken macht, liegt also im Gegensatz zu
den beiden zuerst beschriebenen Figurentypen außerhalb der Figuren. Hieraus ergeben
sich drei Kategorien zur Bestimmung grotesker Figuren: erstens Disharmonie zwischen
einzelnen körperlichen Ausprägungen, zweitens zwischen Wesensart und Körper und
drittens zwischen Individuum und Gesellschaft. Diese drei Kategorien können sich zudem
25 überlagern und auf diese Weise zu einer Potenzierung des Grotesken führen […].
Quelle: Petra Mayer: Groteske Figuren. In: Dieselbe: Hoffmanns poetischer Bullenbeißer – eine Ausgeburt des Grotesken. In: Hartmut Steinecke und Detlef Kremer (Hg.): E.T.A. Hoffmann Jahrbuch. Band 15. 2007, Erich Schmidt Verlag Berlin 2007, S. 8
Erläuterungen: Petra Mayer: Literaturwissenschaftlerin, Redakteurin
1Berganza: literarische (Tier-)Figur aus Hoffmanns Erzählung Nachricht von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza (1814/15)
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Teilaufgabe A

$\blacktriangleright$ Die Positionen Petra Mayers erarbeiten

In dieser Teilaufgabe sollst du zusammenfassen, welche Arten grotesker Figuren es laut Petra Mayer gibt. Diese Arten sollst du nicht noch einmal genau beschreiben, gib ihre Eigenschaften nur kurz wieder. Denke daran, dass diese Aufgabe eine Vorarbeit für deine Erörterung ist, erarbeite Mayers Positionen also möglichst genau! Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Inhaltsangabe schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Inhaltsangabe werfen.

Achtung: Im ersten Absatz beschreibt Petra Mayer zwar noch keine grotesken Figuren, trotzdem ist dieser Abschnitt des Texts wichtig! In ihm beschreibt Mayer, wieso groteske Figuren in Märchen anders aussehen als in sonstigen Genres. Fasse diesen Absatz also ebenfalls zusammen. Ansonsten ist es wichtig, dass du der Struktur von Mayers Text folgst und die drei Typen grotesker Figuren nennst.

Teilaufgabe B

$\blacktriangleright$ Erörtern, ob/inwiefern Mayers Auffassungen vom Grotesken auf Figuren in Klein Zaches genannt Zinnober zutreffen. Berücksichtige dabei auch Kenntnisse zu ästhetischen Konzepten der Romantik.

In dieser Aufgabe sollst du erörtern, ob es in Klein Zaches Figuren gibt, die zu den drei Arten grotesker Figuren passen, die Mayer erklärt. Nenne pro- und contra-Argumente. Am Ende sollst du zu einem ausgewogenen Urteil kommen. Wichtig ist, dass du auch auf kleine Details achtest: Sind die Figuren in Klein Zaches aus den Gründen grotesk, die Mayer nennt, oder spielen diese Gründe in der Erzählung eine kleinere Rolle? Am besten trennst du deinen Hauptteil in drei Abschnitte: Im ersten Abschnitt erörterst du, ob es in der Erzählung eine Figur gibt, die dem ersten Typ grotesker Figuren entspricht, im zweiten Abschnitt beschäftigst du dich mit dem zweiten Typ grotesker Figuren und im dritten Abschnitt machst du das Gleiche mit dem dritten Typ grotesker Figuren.
Verwende hierbei auch dein Wissen über die ästhetischen Konzepte (= Stil und künstlerische Ideen/Grundlagen) der Romantik! Dieses Wissen kannst du gebrauchen, um zu erklären, wieso die Figuren in Klein Zaches grotesk wirken und wieso Hoffmann sie so darstellt. Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Erörterung schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Erörterung: Textgebundene Erörterung werfen.

Deine Erörterung sollte diese Punkte enthalten:

  • Erster Typ
    • Entspricht Zaches: Aussehen vereint Menschliches, Tierisches, Pflanzliches
    • Typ romantischer Bösewicht: Äußeres zeigt Charakter an, sichtbare Aufteilung Gut/Böse
  • Zweiter Typ
    • Entspricht Zaches: Als Zinnober fallen sein verzaubertes Aussehen und sein Charakter auseinander
    • Nicht alle sehen ihn als Zinnober $\longrightarrow$ grotesk ist weniger Zaches als der Irrtum der Gesellschaft
    • Typisch romantisch: Kritik an der Aufklärung, Spiel mit Wahrheit und Illusion
  • Dritter Typ
    • Entspricht Balthasar: Steht gegen getäuschte, aufgeklärte Gesellschaft
    • Allerdings ist nicht er grotesk, sondern die Gesellschaft!
    • Typ romantischer Held: Steht gehen Gesellschaft, beweist, dass sie falsch liegt
    • Groteskes Element: Muss im Märchen dafür eintreten, dass Magie existiert

Teilaufgabe A

$\blacktriangleright$ Die Positionen Petra Mayers erarbeiten

In dieser Teilaufgabe sollst du zusammenfassen, welche Arten grotesker Figuren es laut Petra Mayer gibt. Diese Arten sollst du nicht noch einmal genau beschreiben, gib ihre Eigenschaften nur kurz wieder. Denke daran, dass diese Aufgabe eine Vorarbeit für deine Erörterung ist, erarbeite Mayers Positionen also möglichst genau! Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Inhaltsangabe schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Inhaltsangabe werfen.

Achtung: Im ersten Absatz beschreibt Petra Mayer zwar noch keine grotesken Figuren, trotzdem ist dieser Abschnitt des Texts wichtig! In ihm beschreibt Mayer, wieso groteske Figuren in Märchen anders aussehen als in sonstigen Genres. Fasse diesen Absatz also ebenfalls zusammen. Ansonsten ist es wichtig, dass du der Struktur von Mayers Text folgst und die drei Typen grotesker Figuren nennst.

Teilaufgabe B

$\blacktriangleright$ Erörtern, ob/inwiefern Mayers Auffassungen vom Grotesken auf Figuren in Klein Zaches genannt Zinnober zutreffen. Berücksichtige dabei auch Kenntnisse zu ästhetischen Konzepten der Romantik.

In dieser Aufgabe sollst du erörtern, ob es in Klein Zaches Figuren gibt, die zu den drei Arten grotesker Figuren passen, die Mayer erklärt. Nenne pro- und contra-Argumente. Am Ende sollst du zu einem ausgewogenen Urteil kommen. Wichtig ist, dass du auch auf kleine Details achtest: Sind die Figuren in Klein Zaches aus den Gründen grotesk, die Mayer nennt, oder spielen diese Gründe in der Erzählung eine kleinere Rolle? Am besten trennst du deinen Hauptteil in drei Abschnitte: Im ersten Abschnitt erörterst du, ob es in der Erzählung eine Figur gibt, die dem ersten Typ grotesker Figuren entspricht, im zweiten Abschnitt beschäftigst du dich mit dem zweiten Typ grotesker Figuren und im dritten Abschnitt machst du das Gleiche mit dem dritten Typ grotesker Figuren.
Verwende hierbei auch dein Wissen über die ästhetischen Konzepte (= Stil und künstlerische Ideen/Grundlagen) der Romantik! Dieses Wissen kannst du gebrauchen, um zu erklären, wieso die Figuren in Klein Zaches grotesk wirken und wieso Hoffmann sie so darstellt. Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Erörterung schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Erörterung: Textgebundene Erörterung werfen.

Deine Erörterung sollte diese Punkte enthalten:

  • Erster Typ
    • Entspricht Zaches: Aussehen vereint Menschliches, Tierisches, Pflanzliches
    • Typ romantischer Bösewicht: Äußeres zeigt Charakter an, sichtbare Aufteilung Gut/Böse
  • Zweiter Typ
    • Entspricht Zaches: Als Zinnober fallen sein verzaubertes Aussehen und sein Charakter auseinander
    • Nicht alle sehen ihn als Zinnober $\longrightarrow$ grotesk ist weniger Zaches als der Irrtum der Gesellschaft
    • Typisch romantisch: Kritik an der Aufklärung, Spiel mit Wahrheit und Illusion
  • Dritter Typ
    • Entspricht Balthasar: Steht gegen getäuschte, aufgeklärte Gesellschaft
    • Allerdings ist nicht er grotesk, sondern die Gesellschaft!
    • Typ romantischer Held: Steht gehen Gesellschaft, beweist, dass sie falsch liegt
    • Groteskes Element: Muss im Märchen dafür eintreten, dass Magie existiert

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Thema:

Petra Mayer: Groteske Figuren. In: Dieselbe: Hoffmanns poetischer Bullenbeißer – eine Ausgeburt des Grotesken. In: Hartmut Steinecke und Detlef Kremer (Hg.): E.T.A. Hoffmann Jahrbuch. Band 15. 2007, Erich Schmidt Verlag Berlin 2007, S. 8

E.T.A. Hoffmann: Klein Zaches genannt Zinnober. EinFach Deutsch, Paderborn, Schöningh Verlag im Bildungshaus Schulbuchverlage 2012 (Erstausgabe 1819).

Teilaufgabe A: Zusammenfassung

$\blacktriangleright$ Die Positionen Petra Mayers erarbeiten

Tipp

In dieser Teilaufgabe sollst du zusammenfassen, welche Arten grotesker Figuren es laut Petra Mayer gibt. Diese Arten sollst du nicht noch einmal genau beschreiben, gib ihre Eigenschaften nur kurz wieder. Denke daran, dass diese Aufgabe eine Vorarbeit für deine Erörterung ist, erarbeite Mayers Positionen also möglichst genau! Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Inhaltsangabe schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Inhaltsangabe werfen.

Achtung: Im ersten Absatz beschreibt Petra Mayer zwar noch keine grotesken Figuren, trotzdem ist dieser Abschnitt des Texts wichtig! In ihm beschreibt Mayer, wieso groteske Figuren in Märchen anders aussehen als in sonstigen Genres. Fasse diesen Absatz also ebenfalls zusammen. Ansonsten ist es wichtig, dass du der Struktur von Mayers Text folgst und die drei Typen grotesker Figuren nennst.

In ihrem Text Groteske Figuren von 2007 beschreibt Petra Mayer die verschiedenen Möglichkeiten, eine literarische Figur grotesk erscheinen zu lassen. Besonderen Augenmerk legt sie dabei auf das Werk E.T.A. Hoffmanns.

Zu Beginn ihres Texts definiert Mayer die Bedingungen grotesker Figuren. Während groteske Figuren grundsätzlich aus einem normalen, realen Umfeld herausfallen, sei dies in Märchen nicht möglich, da es in Märchen keine Normalität gebe. In diesen könne das Groteske nur entstehen, indem Vertrautes Ungewohntem gegenüberstehe.
Mayer definiert daraufhin drei Typen grotesker Figuren, die allesamt durch Gegensätzlichkeit (Disharmonie) gekennzeichnet seien. Der erste Typ grotesker Figuren hat laut Mayer ein Aussehen, das aus sich widersprechenden Teilen zusammengesetzt sei. Der zweite Typ sei gekennzeichnet durch den Widerspruch zwischen dem Aussehen und dem Charakter einer Figur. Während diese beiden Arten grotesker Figuren grotesk zu nennen sind, weil sie in sich selbst Gegensätze vereinen, gebe es noch eine dritte Art grotesker Figuren. Dieser Typ grotesker Figuren sei zwar mit sich selbst harmonisch, doch von der Gesellschaft isoliert und dieser entgegengesetzt, indem er z. B. mit einer sozialen Norm bricht. Diese drei Typen können sich laut Mayer auch überlagern.

Teilaufgabe B: Erörterung

$\blacktriangleright$ Erörtern, ob/inwiefern Mayers Auffassungen vom Grotesken auf Figuren in Klein Zaches genannt Zinnober zutreffen. Berücksichtige dabei auch Kenntnisse zu ästhetischen Konzepten der Romantik.

Tipp

In dieser Aufgabe sollst du erörtern, ob es in Klein Zaches Figuren gibt, die zu den drei Arten grotesker Figuren passen, die Mayer erklärt. Nenne pro- und contra-Argumente. Am Ende sollst du zu einem ausgewogenen Urteil kommen. Wichtig ist, dass du auch auf kleine Details achtest: Sind die Figuren in Klein Zaches aus den Gründen grotesk, die Mayer nennt, oder spielen diese Gründe in der Erzählung eine kleinere Rolle? Am besten trennst du deinen Hauptteil in drei Abschnitte: Im ersten Abschnitt erörterst du, ob es in der Erzählung eine Figur gibt, die dem ersten Typ grotesker Figuren entspricht, im zweiten Abschnitt beschäftigst du dich mit dem zweiten Typ grotesker Figuren und im dritten Abschnitt machst du das Gleiche mit dem dritten Typ grotesker Figuren.
Verwende hierbei auch dein Wissen über die ästhetischen Konzepte (= Stil und künstlerische Ideen/Grundlagen) der Romantik! Dieses Wissen kannst du gebrauchen, um zu erklären, wieso die Figuren in Klein Zaches grotesk wirken und wieso Hoffmann sie so darstellt. Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Erörterung schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Erörterung: Textgebundene Erörterung werfen.

Deine Erörterung sollte diese Punkte enthalten:

  • Erster Typ
    • Entspricht Zaches: Aussehen vereint Menschliches, Tierisches, Pflanzliches
    • Typ romantischer Bösewicht: Äußeres zeigt Charakter an, sichtbare Aufteilung Gut/Böse
  • Zweiter Typ
    • Entspricht Zaches: Als Zinnober fallen sein verzaubertes Aussehen und sein Charakter auseinander
    • Nicht alle sehen ihn als Zinnober $\longrightarrow$ grotesk ist weniger Zaches als der Irrtum der Gesellschaft
    • Typisch romantisch: Kritik an der Aufklärung, Spiel mit Wahrheit und Illusion
  • Dritter Typ
    • Entspricht Balthasar: Steht gegen getäuschte, aufgeklärte Gesellschaft
    • Allerdings ist nicht er grotesk, sondern die Gesellschaft!
    • Typ romantischer Held: Steht gehen Gesellschaft, beweist, dass sie falsch liegt
    • Groteskes Element: Muss im Märchen dafür eintreten, dass Magie existiert

Petra Mayer macht in ihrem Text Groteske Figuren von 2007 drei Typen grotesker Figuren aus, die sich auch in Märchen finden lassen. Das Groteske sieht sie grundsätzlich als Disharmonie, die entweder im Aussehen der Figur, im Verhältnis zwischen Aussehen und Charakter oder in einem Widerspruch zwischen Figur und Gesellschaft bestehe. Während sie sich im Text auf E.T.A. Hoffmanns Erzählung Nachricht von den neuen Schicksalen des Hundes Berganza bezieht, lohnt sich ebenfalls ein Vergleich ihrer Definitionen mit Hoffmanns Kunstmärchen Klein Zaches genannt Zinnober. Zwar sind Mayers Thesen im Großen und Ganzen zuzustimmen, doch entsteht das Groteske in Hoffmanns Kunstmärchen nicht nur auf die Arten und Weisen, die Mayer in ihrem Text ausmacht.

Als erste Möglichkeit grotesker Figuren nennt Mayer die Vereinigung von Gegensätzen im Aussehen der Figur. So entstehe ein „Hybridwesen“, das etwa „Tierisches und Menschliches“ verbinde (Z. 9-10). In Klein Zaches ist es zweifelsohne Zaches (oder Zinnober) selbst, der dieser Definition entspricht. Zaches steht in der Tradition romantischer Bösewichte, deren Äußeres das Innere widerspiegelt: So hässlich, wie Zaches' Charakter ist, ist auch sein Äußeres. Das Groteske Aussehen weist auf Zaches groteske Art hin. Zugleich dient Zaches' Gestalt als Mittel typisch Hoffmann'schen (und romantischen) Humors, denn trotz des leicht unheimlichen Aussehens des Jungen mit den „Spinnenbeinchen“, der einem „gespaltene[n] Rettich“ ähnelt und daher auch „klein Alräunchen“ genannt wird (S. 5-6), ist Zaches als missgestalteter Bösewicht kaum ernstzunehmen. Zaches vereint so gleich mehrere Gegensätze, nämlich menschliche Merkmale mit tierischen (die Spinnenbeine) und sogar pflanzlichen (sieht aus wie eine Wurzel).
In romantischer Tradition ist also das Unheil, das in die Welt kommt und später Balthasar und seine Lieben heimsucht, durch ein ebenso unheimliches wie groteskes Äußeres markiert. In Zaches sind die unheimlichen Zerrbilder, die E.T.A. Hoffmann in seinen Werken der Schwarzen Romantik entwarf, noch einmal humoristisch gebrochen. Was bleibt, ist die klare Aufteilung in Gut und Böse – Zaches sticht durch seine Hässlichkeit aus der Gesellschaft heraus und unterscheidet sich vor allem von Balthasar und Candida, die als besonders schön beschrieben werden. Die Sympathien der Leser werden also bereits durch Äußerlichkeiten gelenkt und das Böse bzw. Groteske wird damit der Lächerlichkeit preisgegeben.

Jedoch beschränkt sich das Groteske im Aussehen der Figuren nicht nur auf Gegensätzlichkeit von Gewohntem und Ungewohntem. Dass in einem Märchen jeglicher „realistisch[e] Bezugsrahmen“ fehle (Z. 1), der das Groteske als Widerspruch zur Normalität ermögliche, ist sicherlich falsch. Die Gesellschaft in Klein Zaches genannt Zinnober ist kein reines Fantasieprodukt Hoffmanns. Hoffmann vertrat eine romantische Ästhetik, nach der Literatur nicht Weltflucht sein sollte – stattdessen kritisierte er in seinen Werken oft die Gesellschaft seiner Zeit. Ein beliebtes Stilmittel der Romantik war es, Realität und Fantasie so ineinander zu verweben, dass die Grenze dazwischen nicht mehr auszumachen war. Klein Zaches enthält daher viele Anklänge an das echte Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts, was das Groteske noch verstärkt – denn hier findet Groteskes, Wunderbares und Märchenhaftes in einer Gesellschaft statt, die wie die damaligen Deutschen das Groteske, Wunderbare und Märchenhafte nicht kennt. Hier finden sich also sowohl Brechung von Gewohntem mit Ungewohntem als auch Brechung der Realität mit Irrealem.
Nicht alles, was unserer Realität widerspricht, ist jedoch in diesem Kunstmärchen grotesk, denn es besitzt durchaus seine eigene Realität, die von unserer zu unterscheiden ist. Jedoch ist das, was aus ihrer, der unsrigen teilweise stark ähnelnden Normalität fällt, auch für den Leser grotesk. Als Beispiel kann etwa die Verzauberung Fabians dienen, dessen Rock wegen Prosper Alpanus in alle Richtungen wächst und nicht mehr geradezurücken ist (vgl. S. 67). Ein stolzer Jüngling, der keine Kontrolle mehr über seinen eigenen Rock hat, erscheint nicht nur dem Leser, sondern auch den Bürgern Kerepes' grotesk, die Fabian deswegen gründlich auslachen. Auch in diesem Kunstmärchen entsteht Groteskes also dadurch, dass die Realität gebrochen wird.

Auch für die zweite Kategorie grotesker Figuren dient Zaches als bestes (und einziges) Beispiel in Hoffmanns Kunstmärchen. Allerdings ist diese Kategorie, die durch das Auseinanderfallen zwischen Aussehen und Charakter gekennzeichnet ist, durch die romantische Gesellschaftskritik gebrochen. Typisch für die Romantik ist ein Widerstreit zwischen Illusion und Wahrheit, allgemeiner Meinung und dem Kampf Einzelner für das Gute. Hoffmann kritisiert die deutsche Gesellschaft, indem er ihr einen scheußlichen Wurzelmann in die Mitte setzt, der es schafft, zu einem edlen Minister zu werden. Das Groteske ist hier Symbol für den Zustand der Gesellschaft, denn diese empfängt das Groteske mit offenen Armen, ohne es zu erkennen. Hierin verschwimmen wieder Realität und Märchenhandlung, was erneut ein häufig gebrauchtes stilistisches Merkmal der Romantik ist. Und so wird das Normale der damaligen deutschen Gesellschaft als etwas Groteskes entlarvt.

Diese zweite Kategorie des Grotesken kann im Märchen nur dadurch entstehen, dass sich die Bewohner Kerepes' täuschen lassen: Sie sehen Zaches als einen ehrwürdigen, klugen und edlen Minister, bemerken dabei aber nicht, dass sein verzaubertes „normales“ Aussehen nicht seinem giftigen Charakter entspricht. Zaches schmückt sich mit den Federn Anderer, seine Fehler werden anderen Menschen angerechnet. Unbemerkt bleibt, dass der Minister beständig knurrt, flucht und um sich beißt, statt dem weltbesten Violinisten applaudiert man Zaches für die wunderbare Vorstellung, Balthasars Gedicht führt zum Jubel über Zaches' Genie. Grotesk ist hier in erster Linie nicht, dass der edle Minister in Wahrheit ein Rüpel ist, sondern dass die Gesellschaft dies nicht wahrnimmt. Die Aufklärung, die sich zum Ziel gemacht hat, die Geheimnisse der Welt aufzudecken, wird hier als gescheitert dargestellt. Da das Groteske dieser Kategorie eigentlich außerhalb der Figur selbst liegt, ist Mayers Definition hier nur eingeschränkt zuzustimmen.

Der dritten Kategorie grotesker Figuren entspricht vor allem Balthasar, doch ist diese Kategorie aufgrund der romantischen Ästhetik völlig gebrochen. Balthasar dient als Held des Märchens und verkörpert den romantischen Typen: Sentimental, künstlerisch veranlagt, von der Gesellschaft (teilweise) isoliert, aber im Recht. Die Romantik verstand sich als Opposition zur Aufklärung und deren Widerhall in der Gesellschaft; romantische Charaktere wurden daher meist als Einzelgänger gezeichnet, die sich gegen eine verfehlte Gesellschaft zu behaupten hatten. Daher liegt das Groteske auch nicht bei Balthasar selbst, sondern in den Normen der Gesellschaft, die Balthasar als falsch ausweist. Philister stehen dem Freigeist gegenüber, die Sympathien liegen klar beim zu Unrecht isolierten Balthasar. Als Verfechter der Wahrheit über Zaches, den er aufgrund seiner Liebe zu Candida als einen hässlichen, verzogenen Mann erkennt, muss er unter der Allgemeinheit leiden, die Balthasar als einen Neider und sogar Verbrecher betrachtet.

Dieses Bild wird aber erneut durch das Mittel der romantischen Ironie gebrochen. Hoffmann zerstört absichtlich die Illusion seines Kunstwerks bzw. gibt seine Handlung der Lächerlichkeit preis, indem er die Erwartungen der Leser scheinbar erfüllt und dann doch wieder ins Leere laufen lässt. Balthasar tritt zwar für eine Wahrheit ein, doch diese Wahrheit lautet, dass Magie existiert und die Welt von Feen, Zauberern und Wurzelmännern bewohnt ist. Die Gesellschaft im Märchen glaubt nicht an das Märchenhafte ihrer eigenen Welt. Groteskes entsteht in Klein Zaches auch durch den Bruch mit der ästhetischen Illusion.

Insgesamt finden sich in E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen Figuren, die auf ähnliche Weise grotesk sind wie die drei Arten grotesker Figuren, die Mayer ausmacht. Allerdings liegt der Fokus des Grotesken in Klein Zaches genannt Zinnober auf der Gesellschaft, die auf typisch romantische Art und Weise als absurd entlarvt wird.

Thema:

Petra Mayer: Groteske Figuren. In: Dieselbe: Hoffmanns poetischer Bullenbeißer – eine Ausgeburt des Grotesken. In: Hartmut Steinecke und Detlef Kremer (Hg.): E.T.A. Hoffmann Jahrbuch. Band 15. 2007, Erich Schmidt Verlag Berlin 2007, S. 8

E.T.A. Hoffmann: Klein Zaches genannt Zinnober. EinFach Deutsch, Paderborn, Schöningh Verlag im Bildungshaus Schulbuchverlage 2012 (Erstausgabe 1819).

Teilaufgabe A: Zusammenfassung

$\blacktriangleright$ Die Positionen Petra Mayers erarbeiten

Tipp

In dieser Teilaufgabe sollst du zusammenfassen, welche Arten grotesker Figuren es laut Petra Mayer gibt. Diese Arten sollst du nicht noch einmal genau beschreiben, gib ihre Eigenschaften nur kurz wieder. Denke daran, dass diese Aufgabe eine Vorarbeit für deine Erörterung ist, erarbeite Mayers Positionen also möglichst genau! Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Inhaltsangabe schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Inhaltsangabe werfen.

Achtung: Im ersten Absatz beschreibt Petra Mayer zwar noch keine grotesken Figuren, trotzdem ist dieser Abschnitt des Texts wichtig! In ihm beschreibt Mayer, wieso groteske Figuren in Märchen anders aussehen als in sonstigen Genres. Fasse diesen Absatz also ebenfalls zusammen. Ansonsten ist es wichtig, dass du der Struktur von Mayers Text folgst und die drei Typen grotesker Figuren nennst.

In ihrem Text Groteske Figuren von 2007 beschreibt Petra Mayer die verschiedenen Möglichkeiten, eine literarische Figur grotesk erscheinen zu lassen. Besonderen Augenmerk legt sie dabei auf das Werk E.T.A. Hoffmanns.

Zu Beginn ihres Texts definiert Mayer die Bedingungen grotesker Figuren. Während groteske Figuren grundsätzlich aus einem normalen, realen Umfeld herausfallen, sei dies in Märchen nicht möglich, da es in Märchen keine Normalität gebe. In diesen könne das Groteske nur entstehen, indem Vertrautes Ungewohntem gegenüberstehe.
Mayer definiert daraufhin drei Typen grotesker Figuren, die allesamt durch Gegensätzlichkeit (Disharmonie) gekennzeichnet seien. Der erste Typ grotesker Figuren hat laut Mayer ein Aussehen, das aus sich widersprechenden Teilen zusammengesetzt sei. Der zweite Typ sei gekennzeichnet durch den Widerspruch zwischen dem Aussehen und dem Charakter einer Figur. Während diese beiden Arten grotesker Figuren grotesk zu nennen sind, weil sie in sich selbst Gegensätze vereinen, gebe es noch eine dritte Art grotesker Figuren. Dieser Typ grotesker Figuren sei zwar mit sich selbst harmonisch, doch von der Gesellschaft isoliert und dieser entgegengesetzt, indem er z. B. mit einer sozialen Norm bricht. Diese drei Typen können sich laut Mayer auch überlagern.

Teilaufgabe B: Erörterung

$\blacktriangleright$ Erörtern, ob/inwiefern Mayers Auffassungen vom Grotesken auf Figuren in Klein Zaches genannt Zinnober zutreffen. Berücksichtige dabei auch Kenntnisse zu ästhetischen Konzepten der Romantik.

Tipp

In dieser Aufgabe sollst du erörtern, ob es in Klein Zaches Figuren gibt, die zu den drei Arten grotesker Figuren passen, die Mayer erklärt. Nenne pro- und contra-Argumente. Am Ende sollst du zu einem ausgewogenen Urteil kommen. Wichtig ist, dass du auch auf kleine Details achtest: Sind die Figuren in Klein Zaches aus den Gründen grotesk, die Mayer nennt, oder spielen diese Gründe in der Erzählung eine kleinere Rolle? Am besten trennst du deinen Hauptteil in drei Abschnitte: Im ersten Abschnitt erörterst du, ob es in der Erzählung eine Figur gibt, die dem ersten Typ grotesker Figuren entspricht, im zweiten Abschnitt beschäftigst du dich mit dem zweiten Typ grotesker Figuren und im dritten Abschnitt machst du das Gleiche mit dem dritten Typ grotesker Figuren.
Verwende hierbei auch dein Wissen über die ästhetischen Konzepte (= Stil und künstlerische Ideen/Grundlagen) der Romantik! Dieses Wissen kannst du gebrauchen, um zu erklären, wieso die Figuren in Klein Zaches grotesk wirken und wieso Hoffmann sie so darstellt. Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Erörterung schreibt, dann kannst du einen Blick in unser Skript Basiswissen: Methodik: Erörterung: Textgebundene Erörterung werfen.

Deine Erörterung sollte diese Punkte enthalten:

  • Erster Typ
    • Entspricht Zaches: Aussehen vereint Menschliches, Tierisches, Pflanzliches
    • Typ romantischer Bösewicht: Äußeres zeigt Charakter an, sichtbare Aufteilung Gut/Böse
  • Zweiter Typ
    • Entspricht Zaches: Als Zinnober fallen sein verzaubertes Aussehen und sein Charakter auseinander
    • Nicht alle sehen ihn als Zinnober $\longrightarrow$ grotesk ist weniger Zaches als der Irrtum der Gesellschaft
    • Typisch romantisch: Kritik an der Aufklärung, Spiel mit Wahrheit und Illusion
  • Dritter Typ
    • Entspricht Balthasar: Steht gegen getäuschte, aufgeklärte Gesellschaft
    • Allerdings ist nicht er grotesk, sondern die Gesellschaft!
    • Typ romantischer Held: Steht gehen Gesellschaft, beweist, dass sie falsch liegt
    • Groteskes Element: Muss im Märchen dafür eintreten, dass Magie existiert

Petra Mayer macht in ihrem Text Groteske Figuren von 2007 drei Typen grotesker Figuren aus, die sich auch in Märchen finden lassen. Das Groteske sieht sie grundsätzlich als Disharmonie, die entweder im Aussehen der Figur, im Verhältnis zwischen Aussehen und Charakter oder in einem Widerspruch zwischen Figur und Gesellschaft bestehe. Während sie sich im Text auf E.T.A. Hoffmanns Erzählung Nachricht von den neuen Schicksalen des Hundes Berganza bezieht, lohnt sich ebenfalls ein Vergleich ihrer Definitionen mit Hoffmanns Kunstmärchen Klein Zaches genannt Zinnober. Zwar sind Mayers Thesen im Großen und Ganzen zuzustimmen, doch entsteht das Groteske in Hoffmanns Kunstmärchen nicht nur auf die Arten und Weisen, die Mayer in ihrem Text ausmacht.

Als erste Möglichkeit grotesker Figuren nennt Mayer die Vereinigung von Gegensätzen im Aussehen der Figur. So entstehe ein „Hybridwesen“, das etwa „Tierisches und Menschliches“ verbinde (Z. 9-10). In Klein Zaches ist es zweifelsohne Zaches (oder Zinnober) selbst, der dieser Definition entspricht. Zaches steht in der Tradition romantischer Bösewichte, deren Äußeres das Innere widerspiegelt: So hässlich, wie Zaches' Charakter ist, ist auch sein Äußeres. Das Groteske Aussehen weist auf Zaches groteske Art hin. Zugleich dient Zaches' Gestalt als Mittel typisch Hoffmann'schen (und romantischen) Humors, denn trotz des leicht unheimlichen Aussehens des Jungen mit den „Spinnenbeinchen“, der einem „gespaltene[n] Rettich“ ähnelt und daher auch „klein Alräunchen“ genannt wird (S. 5-6), ist Zaches als missgestalteter Bösewicht kaum ernstzunehmen. Zaches vereint so gleich mehrere Gegensätze, nämlich menschliche Merkmale mit tierischen (die Spinnenbeine) und sogar pflanzlichen (sieht aus wie eine Wurzel).
In romantischer Tradition ist also das Unheil, das in die Welt kommt und später Balthasar und seine Lieben heimsucht, durch ein ebenso unheimliches wie groteskes Äußeres markiert. In Zaches sind die unheimlichen Zerrbilder, die E.T.A. Hoffmann in seinen Werken der Schwarzen Romantik entwarf, noch einmal humoristisch gebrochen. Was bleibt, ist die klare Aufteilung in Gut und Böse – Zaches sticht durch seine Hässlichkeit aus der Gesellschaft heraus und unterscheidet sich vor allem von Balthasar und Candida, die als besonders schön beschrieben werden. Die Sympathien der Leser werden also bereits durch Äußerlichkeiten gelenkt und das Böse bzw. Groteske wird damit der Lächerlichkeit preisgegeben.

Jedoch beschränkt sich das Groteske im Aussehen der Figuren nicht nur auf Gegensätzlichkeit von Gewohntem und Ungewohntem. Dass in einem Märchen jeglicher „realistisch[e] Bezugsrahmen“ fehle (Z. 1), der das Groteske als Widerspruch zur Normalität ermögliche, ist sicherlich falsch. Die Gesellschaft in Klein Zaches genannt Zinnober ist kein reines Fantasieprodukt Hoffmanns. Hoffmann vertrat eine romantische Ästhetik, nach der Literatur nicht Weltflucht sein sollte – stattdessen kritisierte er in seinen Werken oft die Gesellschaft seiner Zeit. Ein beliebtes Stilmittel der Romantik war es, Realität und Fantasie so ineinander zu verweben, dass die Grenze dazwischen nicht mehr auszumachen war. Klein Zaches enthält daher viele Anklänge an das echte Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts, was das Groteske noch verstärkt – denn hier findet Groteskes, Wunderbares und Märchenhaftes in einer Gesellschaft statt, die wie die damaligen Deutschen das Groteske, Wunderbare und Märchenhafte nicht kennt. Hier finden sich also sowohl Brechung von Gewohntem mit Ungewohntem als auch Brechung der Realität mit Irrealem.
Nicht alles, was unserer Realität widerspricht, ist jedoch in diesem Kunstmärchen grotesk, denn es besitzt durchaus seine eigene Realität, die von unserer zu unterscheiden ist. Jedoch ist das, was aus ihrer, der unsrigen teilweise stark ähnelnden Normalität fällt, auch für den Leser grotesk. Als Beispiel kann etwa die Verzauberung Fabians dienen, dessen Rock wegen Prosper Alpanus in alle Richtungen wächst und nicht mehr geradezurücken ist (vgl. S. 67). Ein stolzer Jüngling, der keine Kontrolle mehr über seinen eigenen Rock hat, erscheint nicht nur dem Leser, sondern auch den Bürgern Kerepes' grotesk, die Fabian deswegen gründlich auslachen. Auch in diesem Kunstmärchen entsteht Groteskes also dadurch, dass die Realität gebrochen wird.

Auch für die zweite Kategorie grotesker Figuren dient Zaches als bestes (und einziges) Beispiel in Hoffmanns Kunstmärchen. Allerdings ist diese Kategorie, die durch das Auseinanderfallen zwischen Aussehen und Charakter gekennzeichnet ist, durch die romantische Gesellschaftskritik gebrochen. Typisch für die Romantik ist ein Widerstreit zwischen Illusion und Wahrheit, allgemeiner Meinung und dem Kampf Einzelner für das Gute. Hoffmann kritisiert die deutsche Gesellschaft, indem er ihr einen scheußlichen Wurzelmann in die Mitte setzt, der es schafft, zu einem edlen Minister zu werden. Das Groteske ist hier Symbol für den Zustand der Gesellschaft, denn diese empfängt das Groteske mit offenen Armen, ohne es zu erkennen. Hierin verschwimmen wieder Realität und Märchenhandlung, was erneut ein häufig gebrauchtes stilistisches Merkmal der Romantik ist. Und so wird das Normale der damaligen deutschen Gesellschaft als etwas Groteskes entlarvt.

Diese zweite Kategorie des Grotesken kann im Märchen nur dadurch entstehen, dass sich die Bewohner Kerepes' täuschen lassen: Sie sehen Zaches als einen ehrwürdigen, klugen und edlen Minister, bemerken dabei aber nicht, dass sein verzaubertes „normales“ Aussehen nicht seinem giftigen Charakter entspricht. Zaches schmückt sich mit den Federn Anderer, seine Fehler werden anderen Menschen angerechnet. Unbemerkt bleibt, dass der Minister beständig knurrt, flucht und um sich beißt, statt dem weltbesten Violinisten applaudiert man Zaches für die wunderbare Vorstellung, Balthasars Gedicht führt zum Jubel über Zaches' Genie. Grotesk ist hier in erster Linie nicht, dass der edle Minister in Wahrheit ein Rüpel ist, sondern dass die Gesellschaft dies nicht wahrnimmt. Die Aufklärung, die sich zum Ziel gemacht hat, die Geheimnisse der Welt aufzudecken, wird hier als gescheitert dargestellt. Da das Groteske dieser Kategorie eigentlich außerhalb der Figur selbst liegt, ist Mayers Definition hier nur eingeschränkt zuzustimmen.

Der dritten Kategorie grotesker Figuren entspricht vor allem Balthasar, doch ist diese Kategorie aufgrund der romantischen Ästhetik völlig gebrochen. Balthasar dient als Held des Märchens und verkörpert den romantischen Typen: Sentimental, künstlerisch veranlagt, von der Gesellschaft (teilweise) isoliert, aber im Recht. Die Romantik verstand sich als Opposition zur Aufklärung und deren Widerhall in der Gesellschaft; romantische Charaktere wurden daher meist als Einzelgänger gezeichnet, die sich gegen eine verfehlte Gesellschaft zu behaupten hatten. Daher liegt das Groteske auch nicht bei Balthasar selbst, sondern in den Normen der Gesellschaft, die Balthasar als falsch ausweist. Philister stehen dem Freigeist gegenüber, die Sympathien liegen klar beim zu Unrecht isolierten Balthasar. Als Verfechter der Wahrheit über Zaches, den er aufgrund seiner Liebe zu Candida als einen hässlichen, verzogenen Mann erkennt, muss er unter der Allgemeinheit leiden, die Balthasar als einen Neider und sogar Verbrecher betrachtet.

Dieses Bild wird aber erneut durch das Mittel der romantischen Ironie gebrochen. Hoffmann zerstört absichtlich die Illusion seines Kunstwerks bzw. gibt seine Handlung der Lächerlichkeit preis, indem er die Erwartungen der Leser scheinbar erfüllt und dann doch wieder ins Leere laufen lässt. Balthasar tritt zwar für eine Wahrheit ein, doch diese Wahrheit lautet, dass Magie existiert und die Welt von Feen, Zauberern und Wurzelmännern bewohnt ist. Die Gesellschaft im Märchen glaubt nicht an das Märchenhafte ihrer eigenen Welt. Groteskes entsteht in Klein Zaches auch durch den Bruch mit der ästhetischen Illusion.

Insgesamt finden sich in E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen Figuren, die auf ähnliche Weise grotesk sind wie die drei Arten grotesker Figuren, die Mayer ausmacht. Allerdings liegt der Fokus des Grotesken in Klein Zaches genannt Zinnober auf der Gesellschaft, die auf typisch romantische Art und Weise als absurd entlarvt wird.

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