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Aufgabe 1

Aufgaben
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Interpretation einer Textstelle

$\blacktriangleright\;$ Materialien:
Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“
Heinrich von Kleist (1777-1811): Der zerbrochne Krug
Sophokles (498 v. Chr.- 406 v. Chr.): König Ödipus
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Stelle die zentralen Gedanken der Argumentation Ortrud Gutjahrs dar.
#darstellen#argumentation
2.
Erläutere Gutjahrs Interpretationsansatz mit Bezug auf beide Dramen.
#derzerbrochnekrug#interpretieren#drama#erläutern#kleist
3.
In einem Text über eine Ödipus-Inszenierung am Hamburger Thalia Theater schreibt Ortrud Gutjahr:
„Dimiter Gotscheffs Inszenierung ist ein Spiel des Fragens, Hinterfragens, Zweifelns und Deutens, in das die Figur des Ödipus als versehrtes und hilfsbedürftiges Kind hineingeführt wird und das er als König und überheblich selbstsicherer Verteidiger in eigener Sache an sich reißt. Dieser Sohn-König spricht als einer, der alles weiß und zugleich nichts. Er erweist sich als verfehlter Aufklärer […].“
Aus: Ortrud Gutjahr: Tragödie des (Ge)Wissens. In: dies. (Hrsg.): Ödipus, Tyrann. Würzburg 2010, S. 69.
Überprüfe am Drama, ob eine solche Charakterisierung des Ödipus der Figur gerecht wird.
#charakterisierung#rezension#ödipus#sophokles
Material - Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“
$\,$
In Sophokles´ „König Ödipus“, so meine […] These, wird die Genese der Gewissens-
stimme von einer von außen gehörten zu einer innerlich vernommenen Stimme
theatral verdeutlicht. Sprechen die Götter vermittelt über Orakel und Seher, wie dies
durch Teiresias und Kreon Verkörperung findet, so ist dem nach Wissen über das
5
eigene Schicksal Fragenden aufgetragen, das Gehörte einer Deutung zu unterziehen,
um es sozialen Anforderungen gemäß umzusetzen. Mit dieser Deutungsaufgabe, die
einer Lösung von transzendenten Instanzen und einer Hinwendung zur Selbst-
erforschung gleichkommt, ist ein Verinnerlichungsprozess verbunden. Denn nun wird
eine Form des „inneren Gerichts“ etabliert, bei welcher der nach Wahrheit Suchende
10
Ankläger und Beklagter, Zeuge und Verteidiger zugleich ist. Mit diesem abwägenden
Verhandeln zwischen inneren Stimmen und ihren Ansprüchen wird somit aus einem
Vergehen, das öffentliche Schande zur Folge haben würde, eine innere Schuld. Erst
durch das mit dem Gewissen vermittelte Schuldgefühl tritt die Verurteilung auch dann
in Kraft, wenn die Öffentlichkeit gar nicht von der Untat erfährt. Bei Ödipus sind es
15
am Ende nicht mehr die alles sehenden Götter, welche strafend eingreifen, und auch
nicht das beobachtende Gemeinwesen, das auf Verurteilung drängt, sondern Ödipus
selbst. Er zieht sich in Kenntnis schuldhafter Verstrickung aus Scham vor den Augen
der Welt zurück, hält über sich selbst Gericht und vollzieht an sich die bestrafende
Blendung. Gerade aber als „Selbst-Geblendeter“ verkörpert Ödipus die Konzentration
20
auf die innere Wahrnehmung und damit den Verinnerlichungsprozess der Gewissens-
stimme.
Demgegenüber externalisiert in Kleists Lustspiel Dorfrichter Adam geradezu seinen
Gewissenskonflikt, indem er in schelmisch-possenhafter Manier alle anklagenden,
hinterfragenden, mahnenden, ihn bedrängenden Stimmen mit spitzfindigen Sprach-
25
scharmützeln abwehrt, als könnten sie so nicht in ihn eindringen und gingen ihn nichts
an. Auf diese Weise wird aber auch hier im dialogischen Austausch und szenischen
Zusammenspiel der Figuren ereignishaft jenes „innere Gericht“ inszeniert, dem sich
der Dorfrichter Adam ausgesetzt sieht und das er – repräsentiert durch sein Verhalten
in der Gerichtsstube – nicht anerkennen will. Somit ereignet sich die Anagnorisis in
30
Kleists „Der zerbrochne Krug“ für den Protagonisten nicht jäh, sondern in einem
vorwärtstreibenden, mit Sprachwitz hinausgeschobenen Prozess der Erkenntnis, der zu
einem anderen Wissen als dem über Indizien erschließbaren führt. Von daher wird der
Dorfrichter am Ende auch nicht durch sich selbst, sondern die ihn bestens kennenden
Zeugen als Schuldiger überführt.
35
[…] So flieht bei Kleist der zu Fall gebrachte lasterhafte Richter am Ende selbst von
seinem Richtstuhl. Kleists „Gerichtsbarkeit der Bühne“ ist als nach außen geöffneter
Prozess unabschließbarer Wahrheitsfindung bestimmt. Somit ist auch die Schuld
Adams, die am Ende offenbar und den Zuschauern bereits zu Beginn leidlich bekannt
ist, auch nur die halbe Wahrheit. Denn anders als die Tragödie basiert die Komödie
40
immer schon auf einem Wissen um tabuisierte, ausgegrenzte und verleugnete
menschliche Zustände sowie gesellschaftliche Verhältnisse, die in entstellter oder
verdeckter Form zur Darstellung gebracht werden. […] Von daher gewinnt auch die
Perücke, die seine Amtswürde garantieren soll, ihre spezifische Bedeutung. Denn
ausgerechnet als er seine schmerzlich vermisste Kopfbedeckung – in wenig
45
aufklärerischer Manier aus der Hand der an den Teufel glaubenden Brigitte – wieder
erhält und damit pars pro toto zumindest symbolisch seine in der Nacht erlittenen
Verletzungen decken könnte, steht er als Entlarvter beschämt und gleichsam nackt vor
allen da.
Dass nicht mit dem Schuldbekenntnis, sondern mit der Schamreaktion der Öffentlich-
50
keit Genüge getan wird und damit auch eine Selbstbestrafung des Protagonisten durch
sein Gewissen erfolgt, verdeutlicht das Ende der Komödie. Adam flieht aus Scham
vom Schauplatz der Handlung und daraufhin sprechen die Zurückgebliebenen zum
ersten und einzigen Mal chorisch: „MEHRERE. Jetzt kommt er auf die Straße. Seht!
Seht! / Wie die Perücke ihm den Rücken peitscht!“ (V. 1958 f.). Nach dieser symboli-
55
schen Bestrafung durch die Insignie seiner Macht wie zugleich Maskeradenverhüllung
möchte ausgerechnet Gerichtsrat Walter den seiner Ämter enthobenen Richter […]
wieder in die dörfliche Gemeinschaft integriert wissen.

Genese: Entstehung, Entwicklung
transzendent: die Grenzen der Erfahrung überschreitend; übersinnlich, übernatürlich
externalisieren: nach außen verlagern
Sprachscharmützel: Streiterei, Wortgefecht
Anagnorisis: Wiedererkennen, Erkennen der wahren Identität einer Person im Drama
pars pro toto: Der Teil steht für das Ganze (hier: die Perücke für die Richterwürde).
Insignie: Zeichen staatlicher Macht und Würde
Aus: Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens:
Heinrich von Kleists: „Der zerbrochne Krug“.
In: Wissensfiguren im Werk Heinrich von Kleists
Freiburg im Breisgau, 2012, S.36-38.
#komödie#sekundärtext#derzerbrochnekrug#kleist
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Interpretation einer Textstelle

$\blacktriangleright\;$ Materialien:
Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“
Heinrich von Kleist (1777-1811): Der zerbrochne Krug
Sophokles (498 v. Chr.- 406 v. Chr.): König Ödipus
$\blacktriangleright$ Aufgabenstellung:
1.
Stelle die zentralen Gedanken der Argumentation Ortrud Gutjahrs dar.
Bei dieser Aufgabe geht es darum, dass du zuerst einmal den Text von Ortrud Gutjahr liest. Beim ersten Mal Lesen solltest du dir noch keine Notizen machen und auch nichts markieren. Achte einfach nur darauf, die Aussage des Textes zu verstehen. Beim zweiten Mal Lesen nimmst du dann einen Textmarker zur Hand und markierst alle zentralen Gedanken im Text. Beim letzten Mal Lesen machst du dir parallel kurze Notizen, die auf die Argumentationsstruktur schließen lassen. Fertige anschließend einen Schreibplan an und achte beim Schreiben auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
2.
Erläutere Gutjahrs Interpretationsansatz mit Bezug auf beide Dramen.
Bei dieser Aufgabe geht es darum, dass du zum Einen deine Kenntnisse über die Lektüren „König Ödipus“ sowie „Der zerbrochne Krug“ anbringst und zum Anderen diese inhaltlichen Kenntnisse mit den abstrakten Interpretationsansätzen in Gutjahrs Textauszug in Einklang bringst. Das bedeutet, dass du den Textauszug zuerst gut studiert sowie dessen Hauptaussagen zusammengefasst haben musst (siehe erste Teilaufgabe). Danach kannst du dir überlegen, inwiefern diese Entwicklungen in beiden Dramen vorkommen. Fertige dir hierzu einen Schreibplan an und achte beim Schreiben selbst auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
3.
Überprüfe am Drama, ob eine solche Charakterisierung des Ödipus der Figur gerecht wird.
Bei dieser Aufgabe musst du dir zuerst das Zitat von Ortrud Gutjahr durchlesen und dessen verschiedene Ebenen am besten in Stichpunkten zusammenfassen. Danach musst du dir überlegen, inwiefern sich die Charakterisierungsmerkmale in Sophokles Drama wiederfinden lassen. Notiere dir diese Stellen ebenfalls stichpunktartig und fertige so einen Schreibplan an. Achte dabei auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
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Interpretation einer Textstelle

$\blacktriangleright\;$ Materialien:
Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“
Heinrich von Kleist (1777-1811): Der zerbrochne Krug
Sophokles (498 v. Chr.- 406 v. Chr.): König Ödipus
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung
1.
Stelle die zentralen Gedanken der Argumentation Ortrud Gutjahrs dar.
Tipp
Bei dieser Aufgabe geht es darum, dass du zuerst einmal den Text von Ortrud Gutjahr liest. Beim ersten Mal Lesen solltest du dir noch keine Notizen machen und auch nichts markieren. Achte einfach nur darauf, die Aussage des Textes zu verstehen. Beim zweiten Mal Lesen nimmst du dann einen Textmarker zur Hand und markierst alle zentralen Gedanken im Text. Beim letzten Mal Lesen machst du dir parallel kurze Notizen, die auf die Argumentationsstruktur schließen lassen. Fertige anschließend einen Schreibplan an und achte beim Schreiben auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
Tipp
Bei dieser Aufgabe geht es darum, dass du zuerst einmal den Text von Ortrud Gutjahr liest. Beim ersten Mal Lesen solltest du dir noch keine Notizen machen und auch nichts markieren. Achte einfach nur darauf, die Aussage des Textes zu verstehen. Beim zweiten Mal Lesen nimmst du dann einen Textmarker zur Hand und markierst alle zentralen Gedanken im Text. Beim letzten Mal Lesen machst du dir parallel kurze Notizen, die auf die Argumentationsstruktur schließen lassen. Fertige anschließend einen Schreibplan an und achte beim Schreiben auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
Der Textauszug „Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“, der von Ortrud Gutjahr verfasst wurde, beschäftigt sich mit zweierlei Thesen hinsichtlich Kleists Werk und Sophokles‘ „König Ödipus“.
Einleitung
  • Hinführung zum Thema
Zuerst stellt Gutjahr die These auf, dass sich in „König Ödipus“ eine Gewissensstimme von außen nach innen entwickelt. Sie führt hierzu die Beispiele Orakel und Seher als äußere Instanz und Ödipus selbst als innere Instanz an. Diese Entwicklung beginne mit dem Umstand, dass die Informationen, die durch das Orakel und den Seher veröffentlicht wurden, zuerst einer Deutung unterzogen werden müssten. Hierzu findet vorrangig ein Verinnerlichungsprozess statt, durch den ein sogenanntes „inneres Gericht“ etabliert wird. Bei diesem Vorgang sieht sich der Wahrheitssuchende in verschiedenen Rollen, zum Einen in denen des Anklägers sowie des Beklagten und zum Anderen in denen des Zeugen und des Verteidigers. Die verschiedenen Standpunkte und Stimmen müssen gegeneinander abgewogen werden. Dies führt zu einem Gefühl der inneren Schuld, welche durch das Gewissen vermittelt wird. Die Schuld, die der Wahrheitssuchende fühlt, führt dann zur Verurteilung, welche im Falle des Ödipus durch ihn selbst vorgenommen wird. Der Vorgang endet damit, dass Ödipus sich selbst für seine Taten bestraft, indem er sich blendet.
Hauptteil
  • These König Ödipus
  • Gewissensstimme
  • Entwicklung von außen nach innen
  • Verinnerlichungsprozess
  • inneres Gericht
  • Verurteilung
Gutjahr stellt dies einer weiteren These gegenüber, in welcher sie von einer umgekehrten Entwicklung spricht. Sie geht davon aus, dass sich in Kleists „Der zerbrochne Krug“ die Gewissensstimme von innen nach außen entwickelt. Die innere Stimme ist hierbei vertreten durch den Dorfrichter Adam, der gegen Ende dann von der Allgemeinheit verurteilt wird. Das Zusammenspiel der anderen Figuren innerhalb des Dramas ist gleichzusetzen mit dem „inneren Gericht“, dem sich Adam im Gerichtssaal ausgesetzt fühlt. Er verweigert sich jedoch dieser Instanz und möchte es nicht wahrhaben. Im Laufe der Geschichte verstrickt er sich immer mehr in seine Lügen und die Figuren decken immer mehr Indizien auf, wodurch sich ein Prozess etabliert, der seine eigene Dynamik entwickelt. Am Ende dieses Prozesses steht nicht etwa die Verurteilung des Täters durch sich selbst, wie wir dies bereits bei Ödipus erlebt haben, sondern vielmehr durch die anderen Figuren und somit durch die Allgemeinheit. Es folgt eine öffentliche Strafe, infolge derer Adam aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird
Hauptteil
  • These Der zerbrochne Krug
  • Gewissensstimme
  • Entwicklung von innen nach außen
  • Zusammenspiel der Figuren
  • Prozess
  • Verurteilung nicht durch sich selbst
  • öffentliche Strafe
Gutjahrs Ansätze und die Gegenüberstellung der beiden Dramen „König Ödipus“ und „Der zerbrochne Krug“ deuten auf eine gegensätzliche Entwicklung der Gewissensstimme hin, welche essenziell für die Interpretation der beiden Werke ist.
Schluss
  • Zusammenfassen der zentralen Gedanken
  • Funktion
#ödipus#argumentationsstruktur
$\blacktriangleright$  Aufgabenstellung
2.
Erläutere Gutjahrs Interpretationsansatz mit Bezug auf beide Dramen.
Tipp
Bei dieser Aufgabe geht es darum, dass du zum Einen deine Kenntnisse über die Lektüren „König Ödipus“ sowie „Der zerbrochne Krug“ anbringst und zum Anderen diese inhaltlichen Kenntnisse mit den abstrakten Interpretationsansätzen in Gutjahrs Textauszug in Einklang bringst. Das bedeutet, dass du den Textauszug zuerst gut studiert sowie dessen Hauptaussagen zusammengefasst haben musst (siehe erste Teilaufgabe). Danach kannst du dir überlegen, inwiefern diese Entwicklungen in beiden Dramen vorkommen. Fertige dir hierzu einen Schreibplan an und achte beim Schreiben selbst auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
Tipp
Bei dieser Aufgabe geht es darum, dass du zum Einen deine Kenntnisse über die Lektüren „König Ödipus“ sowie „Der zerbrochne Krug“ anbringst und zum Anderen diese inhaltlichen Kenntnisse mit den abstrakten Interpretationsansätzen in Gutjahrs Textauszug in Einklang bringst. Das bedeutet, dass du den Textauszug zuerst gut studiert sowie dessen Hauptaussagen zusammengefasst haben musst (siehe erste Teilaufgabe). Danach kann du dir überlegen, inwiefern diese Entwicklungen in beiden Dramen vorkommen. Fertige dir hierzu einen Schreibplan an und achte beim Schreiben selbst auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
Der Textauszug „Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“, der von Ortrud Gutjahr verfasst wurde, beschäftigt sich mit zweierlei Thesen hinsichtlich Kleists Werk und Sophokles‘ „König Ödipus“. Die erste These geht auf die Entwicklung der Gewissensstimme von außen nach innen bei Sophokles ein, wohingegen sich die zweite mit der Entwicklung von innen nach außen bei Kleist beschäftigt.
Einleitung
  • Hinführung zum Thema
  • Thesen
Gutjahrs Interpretationsansatz kann am besten an den einzelnen Handlungsschritten der Figuren nachvollzogen werden. So beginnt „König Ödipus“ mit der Befragung des Orakels von Delphi, welches als erste äußere Gewissensinstanz agiert. Ödipus möchte in Erfahrung bringen, wie er die Pest abwenden kann und die Lösung lautet, dass man den Mörder des vormaligen Königs Laios des Landes verweisen muss. Nachdem die Suche nach dem Mörder erfolglos bleibt, bittet der König den Seher Theiresias zu sich, der jedoch die Antwort auf die Frage nach dem Mörder nicht geben möchte. Theiresias stellt hierbei ebenfalls eine äußere Gewissensinstanz dar, die erst bei haltlosen Anschuldigungen von Ödipus die Antwort offenbart. Der König habe Laios, seinen Vater, getötet und lebe nun nicht nur mit seiner eigenen Mutter zusammen, sondern habe sogar Kinder mit dieser gezeugt. Dieser Umstand ist der Ausgangspunkt für Gutjahrs Interpretation, da sich hier erstmals das Gewissen in Ödipus regt. Er reagiert verärgert sowie verstört auf die Antwort des Sehers. Er ist zwiegespalten, da er eine hohe Meinung in Bezug auf Theiresias hat und nicht weiß, wie er seinen Vater hätte töten sollen. Als Iokaste, die Frau von Ödipus, ihm dann eröffnet, dass sie und Laios vor der Geburt ihres Sohnes einen Orakelspruch erhalten haben, der besagte, dass der Sohn den Vater töten und die Mutter schwängern würde, entschieden sie sich nach der Geburt dazu, ihn mit durchbohrten Fußsohlen auszusetzen. Iokaste bewirkt damit, dass Ödipus immer mehr nachdenkt und sich somit an seinen eigenen Orakelspruch erinnert, der ihn dazu brachte, seine Zieheltern zu verlassen und sein Glück an einem anderen Platz zu suchen. Der König beginnt, seine eigene Geschichte und das damit verbundene Schicksal immer weiter aufzudecken. Hierbei gerät er jedoch immer mehr in einen moralischen Konflikt, da er sich zum Einen streng an ethische Prinzipien hält und zum Anderen entdecken muss, dass er tatsächlich seinen eigenen Vater ermordet und seine Mutter geschwängert hat. Mit der finalen Erkenntnis seiner Taten und dem Selbstmord seiner Mutter, den er nicht verhindern konnte, ist die Entwicklung der Gewissensstimme zum Inneren komplett abgeschlossen. Dem Leser ist bewusst, dass Ödipus nicht wusste, wer seine leiblichen Eltern waren und ihm somit wichtige Hintergrundinformationen bei seinen Taten fehlten, doch Ödipus selbst ist es, der sich dafür verurteilt, bestraft und letztendlich blendet, obwohl die Intention völlig unabhängig von der letztlichen Realität war. Der ehemalige König kann sich selbst nicht verzeihen, was er seinen Eltern angetan hat. Er macht sich nicht nur für den Mord an seinem Vater verantwortlich, sondern auch an dem Selbstmord seiner Mutter, sodass er das für ihn einzig richtige tut und sich von seinem Nachfolger Kreon des Landes verweisen lässt, sodass dieses von der Pest verschont bleibt.
Hauptteil
  • Sophokles
  • König Ödipus
  • Entwicklung von außen nach innen
Bei Kleists „Der zerbrochne Krug“ geht es um die Entwicklung der Gewissensstimme gegensätzlich zu Sophokles, nämlich von innen nach außen. Das Drama beginnt mit dem Dorfrichter Adam, dessen Arbeit von Walter überprüft werden soll. Am Tag der Überprüfung befindet sich der Richter in einem schlechten Zustand, da er zum Einen verletzt und zum Anderen ohne Perücke einen Prozess leiten soll, in dem es um einen zerbrochenen Krug geht. Frau Marthe Rull beschuldigt den Verlobten von Eve, Ruprecht, den Krug in ihrem Zimmer zerbrochen zu haben. Dieser sagt jedoch vor Gericht aus, dass Eve Besuch von einem anderen Mann hatte und dieser die Tat begangen hätte. Während den Anhörungen wird schnell klar, dass Richter Adam selbst etwas zu verbergen hat und den Prozess so schnell wie nur möglich abwickeln möchte. Der Leser kann hier bereits erahnen, wer der eigentliche Täter ist. Gutjahrs Interpretationsansatz kommt hier zum Tragen, da Adam mit sich selbst ausmachen muss, dass er hier einen Prozess führt, bei dem er eigentlich seine eigene Person anklagen und verurteilen müsste. Anstatt sich jedoch zu stellen und die Wahrheit zu sagen, verstrickt er sich immer mehr in Ausreden und Lügen, die ihm letztendlich zum Verhängnis werden als eine neue Zeugin, Frau Brigitte, mit der Perücke des Richters auftaucht. Hierdurch gerät Adam in Verdacht, was dazu führt, dass sich die Instanz des Gewissens von Adams innerer Stimme in eine äußere umwandelt. Es liegt nun an dem Gerichtsschreiber Licht, der Adam durch seine Lügen über die Perücke als Täter entlarven möchte. Daraufhin verurteilt Adam Ruprecht, wodurch Eve endlich ihr Schweigen bricht und die Wahrheit über die Vorfälle in der Nacht erzählt. Sie beschuldigt den Richter, selbst den Krug zerbrochen zu haben und sie mit einem Vorwand in Bezug auf ihren Verlobten erpresst zu haben. Als diese Dinge zum Vorschein kommen, flieht der Dorfrichter aus dem Saal, wird suspendiert und anschließend durch Licht als neuen Dorfrichter ersetzt. Schritt für Schritt lässt sich nachvollziehen, wie Adam zuerst nur sich selbst Rechenschaft schuldig war und dann immer mehr in das Fadenkreuz der eigenen Ermittlungen gerät. Das Drama endet mit der Enthebung aus dem Amt, wodurch er durch die Öffentlichkeit verurteilt und bestraft wird. Hier ist die Entwicklung der Gewissensstimme nach außen hin völlig abgeschlossen, da die Gesellschaft die Macht der Verurteilung zurückgewonnen hat und sich Adam dem nicht mehr entziehen kann.
Hauptteil
  • Kleist
  • Der zerbrochene Krug
  • Entwicklung von innen nach außen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gutjahrs Interpretationsansätze in beiden Dramen durch die Handlung hindurch gut nachvollziehbar sind, so lange man sich mit den inneren wie äußeren Gemütszuständen der Figuren beschäftigt.
Schluss
  • Zusammenfassen der zentralen Gedanken
  • Gutjahrs Interpretationsansätze kommen zum Tragen
#drama#interpretieren#ödipus#derzerbrochnekrug
$\blacktriangleright$ Aufgabenstellung
3.
Überprüfe am Drama, ob eine solche Charakterisierung des Ödipus der Figur gerecht wird.
Tipp
Bei dieser Aufgabe musst du dir zuerst das Zitat von Ortrud Gutjahr durchlesen und dessen verschiedene Ebenen am besten in Stichpunkten zusammenfassen. Danach musst du dir überlegen, inwiefern sich die Charakterisierungsmerkmale in Sophokles Drama wiederfinden lassen. Notiere dir diese Stellen ebenfalls stichpunktartig und fertige so einen Schreibplan an. Achte dabei auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
Tipp
Bei dieser Aufgabe musst du dir zuerst das Zitat von Ortrud Gutjahr durchlesen und dessen verschiedene Ebenen am besten in Stichpunkten zusammenfassen. Danach musst du dir überlegen, inwiefern sich die Charakterisierungsmerkmale in Sophokles Drama wiederfinden lassen. Notiere dir diese Stellen ebenfalls stichpunktartig und fertige so einen Schreibplan an. Achte dabei auf folgendes Schema:
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
Ortrud Gutjahr schrieb einen Text über eine Ödipus-Inszenierung am Hamburger Thalia Theater, in welchem sie vor allem die Darstellung des Königs Ödipus genauer betrachtet. Im Folgenden wird erläutert, inwiefern diese Darstellung anhand des Dramas von Sophokles bestätigt werden kann.
Einleitung
  • Hinführung zum Thema
  • Ödipus-Inszenierung
Gutjahr spricht von der Handlung als „Spiel des Fragens, Hinterfragens, Zweifelns und Deutens“, in die Ödipus „als versehrtes und hilfsbedürftiges Kind hineingeführt wird“. Rekonstruiert man die Handlung des Dramas, so beginnt diese mit dem Orakel, das die Eltern vor ihrem Sohn warnt, da dieser den Vater ermorden und die Mutter schwängern soll. Daraufhin entscheiden Iokaste und Laios, dass sie ihren Sohn kurz nach der Geburt mit durchbohrten Fußsohlen von einem Diener in der Wildnis aussetzen lassen. Dieser fühlt sich dann jedoch verantwortlich für Ödipus und bringt ihn zu Freunden, die den Jungen wie ihren eigenen Sohn großziehen. Als Ödipus erwachsen wird, erhält auch er einen Orakelspruch, der ihm voraussagt, dass er der Mörder seines Vaters und der Ehemann seiner Mutter sein wird. Um diesem Schicksal zu entgehen, verlässt er seine vermeintlichen Eltern, wodurch alles Weitere bestimmt wird. Viele Jahre später ist Ödipus König und will die Pest von seinem Land abwenden. Um einen Weg zu finden, befragt er zuerst das Orakel von Delphi, das ihm sagt, dass der Mörder seines Vorgängers des Landes verwiesen werden muss. So begibt sich Ödipus auf die Suche und erfährt durch den Seher Theiresias und seine Frau Iokaste Stück für Stück die Wahrheit seines Lebens. Ödipus fühlt sich als König, als Nachfolger Laios sehr mächtig und wirkt dadurch überheblich selbstsicher. Er ist der Meinung, dass er der einzige Mensch ist, der das Land retten kann und dass er die Lösung für jedes Rätsel finden kann, schließlich hat er dies bereits bei der Sphinx bewiesen. Die Paradoxie liegt jedoch darin, dass Ödipus das, was auf ihn zukommt, gar nicht sehen kann, da ihm wichtige Informationen fehlen. Erst durch die Umstände, die entstehen, und seinen starken Willen, die Wahrheit herauszufinden und das Land zu retten, bringen ihn in die Situation, dass er sich auf das Rätsel seines Lebens einlässt. Er kann die Wahrheit, die ihm der Seher eröffnet, nicht annehmen, obwohl er weiß, dass dieser die Wahrheit spricht. Daraufhin stellt der König weitere Nachforschungen an, um Klarheit zu erlangen, was im Widerspruch zum Ablehnen der ihm präsentierten Fakten steht. Die Wahrheit, die ihm dargestellt wird, gefällt ihm nicht, sodass er sich auf die Suche nach seiner eigenen begibt. Er weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie all dies, was der Seher gesagt hat, stimmen kann, doch Stück für Stück findet er es heraus. So spielt zum Beispiel seine Ehefrau und zugleich Mutter Iokaste eine zentrale Rolle in seinem Leid, da diese ihn über den Orakelspruch vor vielen Jahren unterrichtet. Die letzten Zweifel räumt dann der Diener aus, der den kleinen Jungen damals aussetzen sollte. Nun befindet sich der zuvor erhabene, selbstsichere Herrscher in der Situation, dass er der Wahrheit ins Gesicht blicken muss und diese als richtig anerkennen muss. Ödipus findet sich am Ziel seiner langen Suche und doch ist dies nicht das Ende, das er sich erhofft hatte. Er wusste, trotz seiner enormen Selbstsicherheit, nicht, was er getan hat und wer er tatsächlich ist. In diesem Moment hat er als Herrscher, als Anführer und, wenn man es so ausdrücken möchte, Aufklärer versagt, da er noch nicht einmal seine eigene Geschichte kannte. Der einzige richtige Ausweg ist nun die Verurteilung seiner Taten. Ödipus blendet sich selbst, was mit seiner bereits bestandenen Blindheit einhergeht, die ihn durch sein ganzes Leben geführt hat. Er dachte, er würde klar sehen, doch dabei wusste er rein gar nichts.
Hauptteil
  • Handlung = Spiel
  • Ödipus als Kind
  • König = überheblich, selbstsicher
  • Ödipus reißt das Spiel an sich
  • verfehlter Aufklärer
  • weiß alles und nichts
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gutjahrs Beschreibung der Ödipus-Inszenierung zahlreiche Parallelen zu der Darstellung des Charakters in Sophokles Drama aufzeigt.
Schluss
  • Zusammen der zentralen Gedanken
  • Inszenierung und Drame weisen Parallelen auf
#ödipus#charakterisierung
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