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Lernbereich Mittlerer Schulabschluss
LV-Prüfung 1
Aufgabe 1
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Aufgabe 3

Aufgabe 3

Aufgaben
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Textproduktion auf Grundlage eines literarischen oder eines Sachtextes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Reinhold Ziegler: Nur ein Test
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Text, indem du folgende Teilaufgaben bearbeitest.
    • Formuliere das Thema des Textes, fasse den Inhalt zusammen und bestimme die Textsorte.
    • Erläutere die Erzählperspektive.
  • „«Hallo Welt!», sage ich leise und versuche ein Lachen.“ (Zeile 51)
    • Verfasse eine Erzählung in der Ich-Perspektive, in der sich aus einer scheinbar ausweglosen Situation alles zum Positiven gewendet hat. (ca. 250 Wörter)
#ich-erzähler#textanalyse#erzählung
Material
$\;$
Reinhold Ziegler
Nur ein Test
Dieses Wartezimmer hat so etwas Frohes, Lebensbejahendes, ich war schon als Kind hier. Fröhliche Farben und die muntere Familienwerbung eines Krankenversicherungskalenders. Es gibt nie Uhren in Wartezimmern. Hier und jetzt, wo mir das Verrinnen des Lebens am eindeutigsten bewusst wird, fehlt der allgegenwärtige Zeitzumesser.
5
In den drei Tagen seit sie mir das Blut abgenommen haben, lief mein Leben tausendmal vor mir ab, tausendmal einen Film, immer bis zu diesem Moment im fahlen Abendlicht in den Dünen, für den ich mich wütend und verzweifelt tausendmal angeschrien und geohrfeigt habe.
Oft meinte ich das Virus schon in mir zu fühlen, meinte plötzlich zu spüren, dass ich todgeweiht bin.
Am Freitagabend im Bad, als auf einmal meine Nase zu bluten begann, kam mir mit einem Mal beim Blick
10
in meine trüben Augen die Idee, dass ich von meiner Urlaubsliebe noch andere Andenken als ein Säckchen voll betörend riechender Eukalyptuskapseln mitgebracht haben könnte.
Eine Frau sitzt mir gegenüber, die linke Hand in einem dicken, provisorischen Verband. Ab und zu legt sie die rechte darüber, stöhnt ein wenig. Ich wünschte mir ein gebrochenes Handgelenk, oder eine Verbrennung. Irgendwas, bloß nicht das.
15
„Warum machst du auch so was?“ hatte der Arzt am Montag gefragt, aber das war auch das einzige, was ich als Vorwurf hätte deuten können. Wahrscheinlich hatte er gemerkt, dass man mir keine Vorwürfe mehr machen musste, das ganze Wochenende hatte ich mir genug vorgeworfen. Zwei Tage und zwei Nächte lang, vom Moment der schrecklichen Idee bis zum Montagmorgen, als endlich die Praxis geöffnet wurde.
„Mach dich nicht verrückt, wir testen es. Komm am Donnerstag wieder, dann wissen wir mehr.“
20
Wahrscheinlich wusste er, dass ich bis dahin kein Auge zutun würde.
Ich bin noch so jung, ich will noch nicht sterben!
Ich habe das Internet durchsucht und Millionen von Hinweisen gefunden. Wie, wo, wann und wobei man sich ansteckt. Über Tests und Therapien, Selbsthilfegruppen und Medikamente. Nichts über Dummheit. Nichts über abgrundtiefe, sinnlose, unnötige Dummheit.
25
Die Frau mit dem Verband wird rein gerufen. Sie jammert. Wollen wir tauschen?, denke ich. Ich tausche alles, gegen ein kleines Virus oder tausende von ihnen. Wieviel sind jetzt schon in mir? Hundert, tausend, Millionen? Auch das steht bestimmt im Internet. Oder in Broschüren.
Wo steht, wie man stirbt?
Warum war mir mein Leben in diesem Moment so billig, dass ich es so kopflos riskieren konnte?
30
Vor dem Fenster Geräusche, dann fährt eine Kabine an der Fassade herunter. Ein junger Kerl mit Fensterwischer und Eimer grinst von außen in das Wartezimmer, zieht blitzschnell in gekonnten Serpentinen seinen Schwamm über die Scheibe.
Die Praxis liegt im sechsten Stock, das würde reichen, würde schneller gehen, als das, was mir bevorsteht.
35
Kann man sterben, ohne dass es wehtut?
„So!“ Der Doktor steht selber in der Tür, „Komm, du bist dran!“
Ich laufe hinter ihm her, setz mich auf den Stuhl, auf den seine Hand weist. Er setzt sich in seinen Bürosessel, zieht ein Blatt aus meiner Krankenakte.
„Hier, dein Test“, sagt er. „Negativ!“
40
Ich fang an zu zittern, zu weinen, er nimmt mich an den Schultern, schüttelt mich ein bisschen.
„Was ist denn los, he? Negativ! Du hast es nicht! Negativ heißt, du hast das Virus nicht, es ist alles in Ordnung.“
Er hat "alles in Ordnung" gesagt. Natürlich, wenn man es hat, heißt es positiv. Negativ bedeutet, alles ist in Ordnung. Negativ ist in Ordnung, natürlich.
45
Ich steh auf, putz mir die Nase am Ärmel ab, egal.
Negativ heißt in Ordnung.
„Danke“, sage ich zu ihm, als wäre er es gewesen, der die Hand über mir hatte, stolpere in den Gang, in den Aufzug, raus.
Draußen nieselt es ein wenig. Irgendwo sticht ein Sonnenstrahl durch die Wolken. Auf einem Tulpenbaum
50
sitzt eine Amsel und schmettert ihr Lied quer durch die Stadt.
"Hallo Welt!", sage ich leise und versuche ein Lachen.
Ziegler, Reinhold: Nur ein Test, in: Der Straßengeher und andere kleine Versuche, die Welt zu verstehen. Beltz Verlag, Weinheim, Basel 2001, S. 137-139
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Textproduktion auf Grundlage eines literarischen oder eines Sachtextes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Reinhold Ziegler: Nur ein Test
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Text, indem du folgende Teilaufgaben bearbeitest.
    • Formuliere das Thema des Textes, fasse den Inhalt zusammen und bestimme die Textsorte.
    • Erläutere die Erzählperspektive.
  • „«Hallo Welt!», sage ich leise und versuche ein Lachen.“ (Zeile 51)
    • Verfasse eine Erzählung in der Ich-Perspektive, in der sich aus einer scheinbar ausweglosen Situation alles zum Positiven gewendet hat. (ca. 250 Wörter)

Textanalyse

In der 2001 erschienenen Kurzgeschichte Nur ein Test von Reinhold Ziegler wird der sorglose Umgang mit dem eigenen Leben am Beispiel einer möglichen Ansteckung an einer dem Leser nicht bekannten, tödlichen Virus-Infektion thematisiert.
Einleitung
Die Person in der Kurzgeschichte hat eines Abends Nasenbluten und vermutet dahinter Schlimmes: Im letzten Urlaub hatte sie ungeschützten Geschlechtsverkehr und jetzt befürchtet sie, sich mit einer tödlichen Krankheit infiziert zu haben. Sie ist so überzeugt davon, todkrank zu sein, dass sie beschließt, zum Arzt zu gehen und ihr Blut testen zu lassen. Drei Tage später kommt das Ergebnis. Die Zeit zwischen Blut abnehmen und dem Ergebnis verbringt die Person mit Vorwürfen und der Infragestellung seiner eigenen Intelligenz. Die Person bereut ihre Entscheidung und empfindet jede Sekunde, die sie ohne Ergebnis verbringt als eine Qual. Sie macht sich sogar schon Gedanken um den eigenen Tod und wie dieser sich wohl anfühlt. Das Ergebnis ist letztendlich negativ und die Person reagiert zuerst verwirrt und dann erleichtert auf diese Nachricht. Für sie fühlt es sich an, als ob sie neu geboren wurde und sie begrüßt die Welt.
Die Kurzgeschichte wird aus der Sicht eines Ich-Erzählers geschildert. Es gibt keinen Erzähler, der die Figuren von außen bewertet oder das Geschehen kommentiert. Die Gedanken und Gefühle des Protagonisten werden zudem durch assoziative Bewusstseinsströme verdeutlicht. „Nur ein Test“ ist zum Großteil im Präsens geschrieben, lediglich die Rückschau auf die Erkenntnis, sich möglicherweise mit einem tödlichen Virus angesteckt zu haben, wird im Präteritum wiedergegeben. Es ist nicht klar, ob der Ich-Erzähler weiblich oder männlich ist. Der Autor gibt darauf keinerlei Hinweise.
Erzählperspektive

Erzählung verfassen

Wir fahren zu unserem neuen Zuhause. Ich will nicht, ich will es nicht sehen, ich hab schon gar keine Lust. Wegen Papas neuem Job mussten wir umziehen - ans Ende der Welt, nach Sylt. Auch noch auf eine Insel, da kommt man nicht irgendwie runter, komplett abgeschottet. Ob es hier richtiges Internet gibt, ist auch fragwürdig. Alles musste ich zurücklassen: Freunde, Schule, Schwimmverein, das Kino, das Eiscafé, einfach alles.
Wir fahren um die Ecke, und ich sehe das Haus. Wow, so hatte ich es mir gar nicht vorgestellt - es ist riesig, mit großen Glasfronten, sogar einen Kamin gibt es. Und es ist fast direkt am Strand, das haben mir meine Eltern gar nicht gesagt! Naja, aber das Haus ist ja nicht alles.
Am nächsten Tag will ich in meine neue Schule gehen, da steht ein knallblauer Roller in unserem Hof! Ich kann es nicht fassen - meine Mutter sagt „Wir wollten, dass du dich hier frei bewegen kannst und nicht immer uns fragen musst!“. Es wird immer besser. Ich fahre zu meiner Schule und schon in meiner ersten Stunde merke ich, wie ich mich richtig wohl fühle. Die Leute in meiner Klasse sind alle richtig cool drauf und haben mich nach der Schule zum Essen eingeladen!
Ich kann mir sogar meinen eigenen Stundenplan wählen, mit Fächern wie Schwimmen, Fechten oder Creative Writing. Sowas gab es an meiner alten Schule nicht! Und dann hab ich auch noch das Meer draußen… Das ist alles so viel besser, als ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht hätte ich nicht so voreilig sein dürfen. Und außerdem kommt mich ja nächste Woche auch noch Sarah besuchen! Dann hab ich wieder ein Stück altes Zuhause in meinem neuen Zuhause - und darauf kann ich mich echt freuen!
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