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Pflichtteil

Aufgaben
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Pflichtteil: Textverständnis

Material 1
$\;$
Otaku allein zu Hause
Japanische Manga-Comics und Anime-Trickfilme sind bei uns längst Kult. Verursacht deren übertriebener Konsum psychische Probleme? Jedenfalls beobachten Psychologen immer mehr Jugendliche, die ihr Zimmer überhaupt nicht verlassen und sich nur noch in der virtuellen Welt bewegen.
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Junge Leute, die monatelang ihr Zimmer nicht verlassen? Die ihr Leben Mangas, Plastikpuppen oder Promifotos widmen? Die sich untereinander siezen und scheinbar nichts mit der Welt zu tun haben wollen? Seit einigen Jahren berichten westliche Medien über das sonderbare Verhalten japanischer Jugenlicher. Phänomene wie Hikikomori erscheinen dabei als exotische Auswüchse: So etwas kann es auch nur in Japan geben! Zwei Studien legen jedoch nahe, dass solche Phänomene vielleicht gar nicht so eng an die
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dortigen kulturellen Gegebenheiten gebunden sind.
Da ist etwa der Fall des 24-jährigen S.: Er verlässt sein Zimmer seit fünf Jahren nicht mehr. Tagsüber schläft er, in den Nächten sieht er fern oder spielt leidenschaftlich Videospiele. Sein Essen bekommt er von der Mutter an die stets verschlossene Tür gestellt; vergeblich hämmert der Vater dagegen, fordert ihn auf, er solle endlich etwas Sinnvolles tun, arbeiten gehen oder wenigstens beten. Die Familie lebt im Oman.
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Dortige Psychiater stellten bei S. wahlweise Depression oder Schizophrenie fest. Die verschriebenen Medikamente nimmt S. jedoch nicht ein. Er fühlt sich nicht krank, er will einfach nur allein sein. Die ratlosen Eltern konsultieren auch religiöse Heiler, schließlich sogar einen Schamanen[1]. Ohne Erfolg. Erst Sami Al-Adawi von der Universität in Maskat zieht ein angeblich spezifisch japanisches Syndrom[2] in Erwägung, dessen Symptome S. allesamt aufweist: Hikikomori.
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Eine spezielle Therapie, die stark auf das Umfeld des Betroffenen abzielt, hilft S. schließlich aus seiner Isolation. Die Familie wird dabei angehalten, ihre feindliche Haltung gegenüber dem Sohn abzubauen und nicht mehr ständig an die Tür zu hämmern - langsam lässt S. daraufhin seine Verwandten wieder an sich heran. Sie machen gemeinsame Ausflüge, ein Picknick oder gehen ins Restaurant. Später nimmt er einen Job an, abends, mit minimalem Kontakt zu anderen Personen. Ganz langsam normalisiert sich seine
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Lebensweise.
Im Oman wird der erste Fall von Hikikomori außerhalb Japans in einer Studie dokumentiert. Al-Adawis japanischer Kollege Noriyuki Sakamoto, Mitverfasser der Studie, geht davon aus, dass sich das Hikikomori-Syndrom nach und nach über den Globus ausbreiten wird - auch nach Europa.
In Japan gilt Hikikomori sogar schon als „nationale Katastrophe“, so der Psychologe Tamaki Saito von der
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University of Tokio. Hikikomori bedeutet übersetzt so viel wie „sich einschließen“ und bezeichnet sowohl das Syndrom als auch die Betroffenene. Das japanische Gesundheitsministerium definiert die Hikikomori als Menschen, die ihr Elternhaus für mindestens sechs Monate nicht verlassen - meist isolieren sie sich sogar für Jahre.
Die seltsame Krankheit gleicht einer stillen Epidemie. Bis zu 1,2 Millionen junge Menschen, so Tamaki Sait,
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haben sich gegenwärtig in ihrem Elternhaus eingeigelt, ein Viertel davon seit mehr als fünf Jahren, acht Prozent gar seit mehr als zehn Jahren. Genauere Zahlen über die Verbreitung gibt es allerdings nicht.
Die Hikikomori selbst suchen definitionsgemäß keine fremde Hilfe, und die betroffenen Familien sehen im Totalrückzug ihres Kindes of eine persönliche Schande. Sie schweigen folglich in der Hoffnung, das Problem würde sich irgendwann von selbst auswachsen. Eine erste Studie in eigens eingerichteten
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Hikikomori-Gesundheitszentren erfasste 2001 über 6.000 Fälle. 40 Prozent der Betroffenen waren zwischen 16 und 25 Jahre alt, ein Fünftel zwischen 25 und 30. Hikikomori ist vor allem in der jungen Generation in Japan verbreitet.
Charakteristisch ist der abgeschlossene Lebensstil der jugendlichen Einsiedler: Die meiste Zeit bleiben sie eingeschlossen, schlafen tagsüber und verbringen die Nacht vor ihrem PC oder Fernseher. Ihre sozialen
45
Kontakte jenseits des Internets gehen gegen null.
Das Hikikomori-Syndrom galt lange als spezifisch japanisches Phänomen, weil es von der fernöstlichen Gesellschaftsstruktur begünstigt wird: Die angebrachten Gründe reichen von dem historisch gewachsenen Ideal der Einsamkeit bis zu dem, auf Disziplin und Pauken angelegten Schulsystem, in dem Schüler-Mobbing weit verbreitet ist und schon die ganz Kleinen bei der Aufnahmeprüfung für die Vorschule
50
Konkurrenzdruck spüren. Zusätzlich erschwere die enge Mutterbeziehung insbesondere männlichen Teenagern den Schritt in die Unabhängigkeit.
„Japanische Kinder wachsen in einer bildungsbesessenen Gesellschaft auf“, stellte Michael Manfé von der Universität Salzburg fest. Im gleichen Atemzug warnt der Medienwissenschaftler davor, das Problem vorschnell „nach Japan abzuschieben“.
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Manfé sieht im Hikikomori-Syndrom eine verschärfte Variante des „Otakismus“ - der übertriebenen Leidenschaft für ein (oftmals virtuelles) Hobby. Auch der japanische Professor Noriyuki Sakamoto betont: „Otakismus kann zum Hikikomori-Syndrom führen. Gerade in Asien verlieren viele Menschen ihren Kopf in Online-Rollenspielen. Wenn sie keine sozialen Kontakte mehr pflegen, werden sie zu Otaku oder sogar zu Hikikomori.“
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Die Parallele: Sowohl Otaku as auch Hikikomori ziehen sich zurück. Während der Hikikomori sich im Zimmer verbarrikadiert, also räumlich abschottet, schafft sich der Otaku einen medialen Rückzugsraum. Er widmet sich mit maximaler Intensität einem virtuellen Hobby und macht dieses zu seiner einzigen Leidenschaft, die seinen Alltag strukturiert.
Inzwischen ist die Bewegung auch in Deutschland angekommen - in Form des Manga- und Anime-
65
Otakismus: Die Verkaufszahlen des Kultmanga „Dragon-Ball“ brauchen sich vor „Harry Potter“ nicht zu verstecken und stellen die alten Comic-Helden wie Super- und Spiderman längst in den Schatten. Bei uns macht die Bezeichnung Otaku den einfachen Liebhaber der japanischen Comics zum eingeweihten Experten, der sich darüber hinaus intensiv mit dem Ursprungsland seiner Leidenschaft auseinandersetzt.
Ist der Otaku nun ein angehender Hikikomori-Fall? Das gälte, wenn der Rückzug in ein virtuelles Hobby
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immer die Flucht ins Jugendzimmer vorbereitet.
Für die deutsche „Light-Version“ des Otakismus ist Panik jedoch nicht angebracht: Nennen sich die Kids hier „Otaku“, dann steht hauptsächlich die Zugehörigkeit zur Community im Vordergrund und eben nicht der bloße Rückzug auf das Manga- und Anime-Hobby. Selbstironisch fragte „Koneko“, ein deutsches „Trendmagazin für Otakus“, woran man erkennt, dass man zu einem waschechten Otaku geworden sei.
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Unter anderem daran: Otaku nennen sich „Miya-Chan“ statt Peggy Müller. Sie fuchteln und reden hektisch wie japanische Zeichentrickhelden. Sie schneidern in ihrer Freizeit Cosplay-Kostüme, um auf den Conventions[3] ihrem fiktiven Idol möglichst ähnlich zu sehen, und lernen Japanisch. Jugendliche, die freiwillig Japanisch lernen? Immerhin schon ein positiver Nebeneffekt!
Quelle: Nach: Christoph Uhlhaas: Otaku allein zu Hause. In: Gehirn und Geist. Serie Kindsentwicklung 4. Selbstbild/Jugendkultur, S. 78-84. Jahrgang 2006


[1] Schamane: Person mit magischen Fähigkeiten
[2] Syndrom: gleichzeitiges Vorliegen verschiedener Krankheitszeichen
[3] Convention: Treffen Gleichgesinnter
#leseverstehen
Aufgabe 1
Was sind Hikikomori? Gib die laut Text für Japan gültige Definition an.
Aufgabe 2
Der Text weist auf bestimmte Verhaltensauffälligkeiten von Hikikomori hin.
Nenne vier.
Aufgabe 3
Im Text werden Therapiemaßnahmen aufgeführt, die im Fall des 24-jährigen S. zur Verbesserung seiner Lebenssituation führten.
Leite zwei Empfehlungen für betroffene Familien ab.
Notiere diese in Satzform.
Aufgabe 4
Der Text nennt gesellschaftliche Gründe für die Verbreitung des Hikikomori-Syndroms in Japan. Markiere die entsprechende Textstelle.
Aufgabe 5
Erkläre das sprachliche Bild „stille Epidemie“ (Z. 34) unter Verwendung von Informationen aus dem Text.
Aufgabe 6
Vergleiche das Hikikomori-Syndrom und den Otakismus.
Setze diese in Beziehung zueinander.
Aufgabe 7
Der Autor des Artikels bezeichnet die deutsche Variante des Otakismus als „Light-Version“. Erkläre mit Informationen aus dem Text, warum diese Bezeichnung angemessen ist.
Aufgabe 8
Schreibe die Satzanfänge ab und vervollständige diese auf Grundlage des Textes.
  1. Die alten Comic-Helden wie Superman und Spiderman …
  2. Eine positive Auswirkung des Otakismus in Deutschland ist …
  3. Im Vorspann (Zeilen 2-4) wird die Frage aufgeworfen, ob …
Aufgabe 9
Nenne eine mögliche Gruppe von Lesern, für die der Text geschrieben worden ist.
Begründe deine Entscheidung.
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Pflichtteil: Textverständnis

1
$\blacktriangleright$  Definition angeben
Hikikomori sind Menschen, die ihr Elternhaus für mindestens sechs Monate nicht verlassen und sich oftmals für Jahre isolieren.
2
$\blacktriangleright$  Vier Verhaltensauffälligkeiten nennen
  • suchen keine fremde Hilfe
  • bleiben eingeschlossen
  • schlafen tagsüber
  • verbringen die Nacht vor ihrem PC oder Fernseher
  • soziale Kontakte gehen gegen null
3
$\blacktriangleright$  Notiere zwei Empfehlungen für Familien in Satzform
  • Familien sollten die feindliche Haltung gegenüber der betroffenen Person abbauen.
  • Familien sollten nicht versuchen, die Lebensweise der betroffenen Person zu kritisieren.
4
$\blacktriangleright$  Textstelle markieren
Das Hikikomori-Syndrom galt lange als spezifisch japanisches Phänomen, weil es von der fernöstlichen Gesellschaftsstruktur begünstigt wird: Die angebrachten Gründe reichen von dem historisch gewachsenen Ideal der Einsamkeit bis zu dem, auf Disziplin und Pauken angelegten Schulsystem, in dem Schüler-Mobbing weit verbreitet ist und schon die ganz Kleinen bei der Aufnahmeprüfung für die Vorschule Konkurrenzdruck spüren. Zusätzlich erschwere die enge Mutterbeziehung insbesondere männlichen Teenagern den Schritt in die Unabhängigkeit.
„Japanische Kinder wachsen in einer bildungsbesessenen Gesellschaft auf“, stellte Michael Manfé von der Universität Salzburg fest.
5
$\blacktriangleright$  Sprachliches Bild erklären
stille Epidemie: viele Menschen leiden unter der Krankheit, allerdings gibt es keine Studien, die genaue Zahlen belegen könnten
6
$\blacktriangleright$  Vergleich Hikikomori-Syndrom und Otakismus
Hikikomori-Syndrom: Einsiedlung in das Elternhaus ohne jegliche sozialen Kontakte
Otakismus: übertriebene Leidenschaft für ein (virtuelles) Hobby
Hikikomori-Syndrom als ausgeprägtere Variante des Otakismus - Otakismus kann zu Hikikomori-Syndrom führen
7
$\blacktriangleright$  Begriff erklären
deutsche Variante als „Light-Version“:
abgeschwächte Form des japanischen Otaku - eher Zugehörigkeit zu Community als Rückzug in Mangawelt
8
$\blacktriangleright$  Satzanfänge beenden
  1. Die alten Comic-Helden wie Superman und Spiderman haben schlechtere Verkaufszahlen als der Kultmanga „Dragon-Ball“.
  2. Eine positive Auswirkung des Otakismus in Deutschland ist, dass Jugendliche freiwillig eine neue Sprache lernen (Japanisch).
  3. Im Vorspann (Zeilen 2-4) wird die Frage aufgeworfen, ob übertriebener Konsum von Manga-Comics und Anime-Filmen psychische Probleme verursacht.
9
$\blacktriangleright$  Mögliche Gruppe von Lesern nennen und begründen
Eltern
Ältere Generationen haben oftmals keinerlei Verständnis für die Trends ihrer Kinder und sind hilflos aufgrunddessen. Sie können das Verhalten ihres Kindes vielleicht auch gar nicht als krankhaft einordnen.
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