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Thema 2

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Thema 2: Günther Weisenborn: Zwei Männer

Materialien:

Weisenborn, Günther: Zwei Männer (1949) (leicht bearbeitete Fassung).

Aufgabenstellung:

$\blacktriangleright\;$ Variante 1:
Interpretiere den Text.
Beschreibe dabei die Entwicklung der Beziehung zwischen den Hauptfiguren. Gehe auf die Bedeutung der Naturschilderung für den Handlungsverlauf ein. Deute die Äußerungen der Männer im Schlussdialog.
#interpretieren
$\blacktriangleright\;$ Variante 2:
Interpretiere den Text.
Formuliere einen inneren Monolog des Peon. Versetze dich dazu in folgende Situation:
Morgen gehen wir zurück und fangen wieder an.“ - Diese Äußerung des Farmers löst im Peon eine Flut von Gedanken und Gefühlen aus. Er reflektiert die Geschehnisse während der Katastrophe und trifft begründet seine Entscheidung.
#interpretieren#innerermonolog
$\,$
Als der Wolkenbruch, den sich der argentinische Himmel damals im Februar leistete, ein Ende gefunden hatte, stand das ganze Land unter Wasser. Und unter Wasser standen die Hoffnungen des Pflanzers von Santa Sabina. Wo ein sattgrünes Vermögen in Gestalt von endlosen Teefeldern mit mannshohen Yerbabüschen$^1$
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gestanden hatte, dehnte sich morgens ein endloses Meer.
Der Farmer war vernichtet, das wusste er. Er saß auf einer Maiskiste neben seinem Haus und zählte die fetten Blasen, die an seine Schuhe trieben und dort zerplatzten. Das Maisfeld glich einem See. Der Rancho$^2$ des Peons$^3$ war darin verschwunden. Sein Schilfdach trieb im Strom davon, eine nickende Straußenleiche
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vor sich herschiebend. Der Peon hatte sich zu seinem Herrn geflüchtet und saß neben ihm. Er war ein Indio, der mit breitem, eisernem Gesicht ins leere starrte. Seine Frau war ertrunken, als sie sich losließ, um ihre Hände zur Madonna zu erheben. Der Peon hatte drei Blasen gezählt. Ihre Hand hatte die letzte Blase zerschlagen.
Der Farmer hatte seine Frau in der Stadt. Sie würde vergeblich auf seinen Schritt vor
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der Tür warten. Denn der Farmer gab sich noch eine Nacht.
Es ist unter Männern Brauch, dass man sich in gewissen Lagen die letzte Zigarette teilt. Der Farmer, im Begriff nach Mannesart zu handeln, wurde von seinem Peon unterbrochen. „Herr!“, rief der Indio. „Der Parana! Der Strom kommt … !“ Er hatte recht. Man hörte in der Ferne ein furchtbares Donnern. Der Parana, angeschwollen
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von Wasser und Wind, brach in die Teeprovinzen ein. Parana, das heißt der größte Strom Argentiniens. Dieses Donnern war das Todesurteil für die Männer von Santa Sabina. Sie verstanden sich auf diese Sprache, die Männer. Sie hatten tausendmal dem Tod ins Auge gesehen.
Sie hatten das Weiße im Auge des Pumas gesehen und der Korallenschlange ins
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kaltstrahlende Gesicht. Sie hatten dem Jaguar gegenübergestanden und der großen Kobra, die sich blähte. Sie hatten alle diese Begegnungen für sich entschieden, denn ihr Auge war kalt und gelassen ihre Hand.
Jetzt aber halfen keine Patronen und kein scharfes Auge. Dieser Feind hier, das Wasser, war bösartig wie hundert Schlangen, die heranzischten, und todesdurstig wie
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der größte Puma auf dem Ast. Man konnte das Wasser schlagen, es wuchs. Man konnte hineinschießen, es griff an. Es biss nicht, es stach nicht, das Wasser, es suchte sich nur mit kalten Fingern eine Stelle am Mann, seinen Mund, um ihn anzufüllen, bis Blasen aus der Lunge quollen. Das Wasser war gelb und lautlos. Und man sah vor Regen den Himmel nicht. […]
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Sie kletterten auf das Schilfdach. Dort auf dem Gipfel saßen sie schweigend, dunkle Schatten in der dunkelsten aller Nächte, indes Töpfe und Kästen aus den Häusern hinausschwammen. Ein Stuhl stieß unten das Glasfenster in Scherben. Das Wasser rauschte. Die Blasen platzten. Ein totes Huhn schwamm im Kreise vor der Haustür.
Als das Wasser das Dach erreicht hatte, stieß es die Hausmauern nachlässig um.
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Das Dach stürzte von den gebrochenen Pfosten, schaukelte und krachte, dann drehte es sich um sich selbst und trieb in die rauschende Finsternis hinaus.
Das Dach ging einen langen Weg. Es fuhr kreisend zu Tal. […] Blüten, Möbel und Leichen vereinigten sich zu einem Zug des Todes, der talwärts fuhr, einem undurchsichtigen Ende entgegen.
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Gegen Morgen richtete sich der Farmer auf und befahl seinem Peon, nicht einzuschlafen. Der Indio verwunderte sich über die harte Stimme seines Herrn.
Er wäre bedenkenlos dem Farmer um die Erde gefolgt. Er war Indio und wusste, was ein Mann ist. Aber er wusste auch, dass ein Mann ein schweres Gewicht hat. Wenn nur ein Mann auf dem Dach sitzt, so hält es natürlich länger, nicht wahr, als
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wenn es unter dem schweren Gewicht zweier Männer auseinanderbricht und versinkt. Und dann gute Nacht …
Er glaubte nicht, dass der Farmer gutwillig das Dach verlassen würde, aber man konnte ihn hinunterkippen, denn es ging hier um Leben und Tod. Das dachte der Indio, und er rückte näher. Sein Gesicht war steinern, es troff vor Regen.
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Das Dach würde auf keinen Fall mehr bis zum Morgen schwimmen. Jetzt schon brachen einzelne Bündel ab und schwammen nebenher. Die Männer mitten auf dem furchtbaren Strom wussten nicht, wo sie waren. Dichter Nebel fuhr mit ihnen. Ringsum das Wasser schien still zu stehen. Fuhren sie im Kreis? Sie wussten es nicht. Sie sahen sich an.
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Da folgte der Farmer dem Brauch aller Männer, zog seine letzte Zigarette, brach sie in zwei Teile und bot dem Indio eines an. Sie rissen das Papier ab und kauten den Tabak, da sie kein Feuer hatten.
Er ist ein guter Kamerad, dachte der Peon. Es hat keinen Zweck. Es soll alles seinen Weg gehen. Als er den würzigen Geschmack des Tabaks fühlte, wurde aus
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der Feindschaft langsam ein Gefühl der Treue. Was willst du? Der Peon hatte seine Frau verloren und sein Kind. Sie hatte die letzte Blase ihres Atems mit ihrer Hand zerschlagen. Er hatte nichts mehr, was ihn zu leben verlockte. Das Schilfdach sank immer tiefer. Wenn er selbst ins Wasser sprang, hielt das Dach vielleicht noch und trug seinen Herrn bis zum Morgen.
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Der Dienst ist aus, adios, Senor! Der Peon kletterte über den Giebel bis an den Rand des Daches, als er plötzlich im dunklen Wasser Kaimane rauschen sah, Jaquares$^4$, die ihn aufmerksam anstarrten. Zum ersten Mal verzog der Indio sein Gesicht, dann hielt er den Atem an und sprang.
Aber er wurde im selben Moment von seinem Herrn gehalten, der ihn wieder aus
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dem Wasser zog und seinen Peon zornglühend anschrie. Kreideweiß, mit rotgeränderten Augen und triefenden Haaren, beugte sich der Farmer über ihn, nannte ihn den Vater allen Unsinns und rüttelte ihn. Dann befahl er ihm, seinen Platz einzunehmen und den Mut nicht zu verlieren, verdammt noch mal …!
Gegen Morgen trieben sie an Land, sprangen über Baumäste und wateten
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stundenlang, bis sie ins Trockene kamen. Sie klopften den Boden mit Stöcken nach Schlangen ab, und ehe sie sich zum Schlafen in das Maisfeld legten, sagte der Farmer:
$\,$ $\,$ $\,$ $\,$ $\,$ $\,$ „Morgen gehen wir zurück und fangen wieder an.“
$\,$ $\,$ $\,$ $\,$ $\,$ $\,$ „Bueno“$^5$, sagte der Indio. Der Regen hörte auf.


$^1$Yerbabusch: südamerikanische Stechpalme
$^2$Rancho: (spanisch) Hütte
$^3$Peon: (spanisch) Landarbeiter, Knecht, Tagelöhner
$^4$Jaquares: regionaler spanischer Ausdruck für Krokodile
$^5$bueno: (spanisch) gut

(Quelle: Weisenborn, Günther: Zwei Männer (leicht bearbeitete Fassung). Aus: Tausend Gramm. Ein deutsches Bekenntnis in dreißig Geschichten aus dem Jahr 1949. Reinbek: Rowohlt 1989, S. 138 ff.)
#kurzprosa
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Thema 2: Günther Weisenborn: Zwei Männer

Materialien:

Weisenborn, Günther: Zwei Männer (1949) (leicht bearbeitete Fassung).

Aufgabenstellung:

$\blacktriangleright\;$ Variante 1:
Interpretiere den Text.
Beschreibe dabei die Entwicklung der Beziehung zwischen den Hauptfiguren. Gehe auf die Bedeutung der Naturschilderung für den Handlungsverlauf ein. Deute die Äußerungen der Männer im Schlussdialog.
Tipp:
Bei der ersten Variante der Textinterpretation ist es wichtig, dass du dich nicht zu lange mit Aspekten aufhältst, die nicht Teil der Aufgabe sind und dass du ganz genau die Operatoren beachtest. Deine Aufgabe gliedert sich in folgende Unterpunkt:
  • Die Beziehungsentwicklung der Hauptfiguren beschreiben.
  • Die Bedeutung der Naturschilderung für den Handlungsverlauf mit einbeziehen.
  • Den Schlussdialog deuten.
Versuch bei deiner Interpretation, die sich wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedert, diese Punkte systematisch abzuarbeiten. Es ist sinnvoll, die Naturschilderung chronologisch in die Beschreibung der Beziehungsentwicklung mit einzubeziehen.

Aufgabenstellung:

$\blacktriangleright\;$ Variante 2:
Interpretiere den Text.
Formuliere einen inneren Monolog des Peon. Versetze dich dazu in folgende Situation:
Morgen gehen wir zurück und fangen wieder an.“ - Diese Äußerung des Farmers löst im Peon eine Flut von Gedanken und Gefühlen aus. Er reflektiert die Geschehnisse während der Katastrophe und trifft begründet seine Entscheidung.
Tipp:
Deine Aufgabe ist es, einen inneren Monolog aus der Sicht Peons nach dem Schlussdialog zu verfassen. Hierbei ist es wichtig, dass es sich um eine Form der gestaltenden Interpretation handelt. Es ist also wichtig, dass du beweist, dass du die Geschehnisse und Zusammenhänge der Geschichte verstanden hast.
Dazu gehören viele verschiedene Aspekte, ein paar davor sind zum Beispiel:
  1. Seine Gedanken über Frau und Haus, die er verloren hat.
  2. Reflektion seiner Idee, den Herrn zu ertränken, um selbst überleben.
  3. Die Situation, in der ihm der Farmer das Leben rettet.
  4. Seine aktuelle Situation und alternative Handlungswege.
  5. Der Sieg über die Naturkatastrophe.
In dem folgenden Beispieldialog werden die sechs oben genannten Punkte verarbeitet, du hast aber vielleicht andere Beobachtungen gemacht oder legst in der Bearbeitungszeit einen anderen Schwerpunkt. Hauptsache, du machst klar, dass die Gedanken des Peon jederzeit aus dem Text zu entnehmen sind.
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Thema 2: Günther Weisenborn: Zwei Männer

Materialien:

Weisenborn, Günther: Zwei Männer (1949) (leicht bearbeitete Fassung).

Aufgabenstellung:

$\blacktriangleright\;$ Variante 1:
Interpretiere den Text.
Beschreibe dabei die Entwicklung der Beziehung zwischen den Hauptfiguren. Gehe auf die Bedeutung der Naturschilderung für den Handlungsverlauf ein. Deute die Äußerungen der Männer im Schlussdialog.
Tipp
Bei der ersten Variante der Textinterpretation ist es wichtig, dass du dich nicht zu lange mit Aspekten aufhältst, die nicht Teil der Aufgabe sind und dass du ganz genau die Operatoren beachtest. Deine Aufgabe gliedert sich in folgende Unterpunkt:
  • Die Beziehungsentwicklung der Hauptfiguren beschreiben.
  • Die Bedeutung der Naturschilderung für den Handlungsverlauf mit einbeziehen.
  • Den Schlussdialog deuten.
Versuch bei deiner Interpretation, die sich wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedert, diese Punkte systematisch abzuarbeiten. Es ist sinnvoll, die Naturschilderung chronologisch in die Beschreibung der Beziehungsentwicklung mit einzubeziehen.
Tipp
Bei der ersten Variante der Textinterpretation ist es wichtig, dass du dich nicht zu lange mit Aspekten aufhältst, die nicht Teil der Aufgabe sind und dass du ganz genau die Operatoren beachtest. Deine Aufgabe gliedert sich in folgende Unterpunkt:
  • Die Beziehungsentwicklung der Hauptfiguren beschreiben.
  • Die Bedeutung der Naturschilderung für den Handlungsverlauf mit einbeziehen.
  • Den Schlussdialog deuten.
Versuch bei deiner Interpretation, die sich wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliedert, diese Punkte systematisch abzuarbeiten. Es ist sinnvoll, die Naturschilderung chronologisch in die Beschreibung der Beziehungsentwicklung mit einzubeziehen.
Die vorliegende Kurzgeschichte „Zwei Männer“ wurde 1949 von dem Autor Günther Weisenborn verfasst. Erzählt wird das Schicksal eines Farmarbeiters und seines Mitarbeiters nach einem Unwetter in Argentinien. Beide schweben in Lebensgefahr und sind von der Außenwelt isoliert. Nachfolgend wird die Beziehungsentwicklung der Figuren und die Bedeutung der Naturschilderung chronologisch betrachtet und interpretiert. Außerdem wird der Schlussdialog der Geschichte im Kontext gedeutet.
Einleitung: Aufgabenstellung, Titel, Autor, Jahr, Thema
Die Ausgangssituation der Kurzgeschichte schildert einen Rückblick auf die Situation des Farmers und seines Landes nach einem Unwetter im vergangenen Februar. Es ist also ein Rückblick auf ein Geschehen, das in der Vergangenheit situiert ist, geschildert. Hierzu wählt der Autor die Sicht eines auktorialen Erzählers, der sowohl in die Gedanken des Farmers als auch des Peon hineinschauen kann.
Hauptteil:
Beziehungsentwicklung und Naturschilderung
Direkt zu Beginn wird der Zusammenhang zwischen den Naturereignissen und dem Lebend der Menschen eindeutig hergestellt. Es „stand das ganze Land unter Wasser. Und unter Wasser standen die Hoffnungen“ (Z. 2-3) des Farmers. Die Wiederholung zeigt auf sprachlicher Ebene den direkten Bezug zwischen dem Schicksal der Menschen und der Naturkatastrophe. Dass im Plusquamperfekt die Situation vor dem Unwetter in wunderschöner Art und Weise beschrieben wird, nur um dann im endlose Meer (vgl. Z. 5) zu enden, zeigt, wie absolut die Katastophe das Leben beeinflusst. Dadurch, dass das Meer als endlos beschrieben wird, wird verdeutlicht, wie ausweglos die Lage der Menschen ist.
Sinnabschnitt 1
Nun wird die erste Person, der Farmer, vorgestellt, der verzweifelt auf das Maisfeld, welches einem See gleicht, schaut (vgl. Z. 8). Die passive Haltung des Farmers zeigt, dass er resigniert und sich augenscheinlich geschlagen gibt. Das Haus des Peons ist untergegangen und seine Frau in den Fluten ertrunken und „er hatte sich zu seinem Herrn geflüchtet“ (Z. 10). Diese Formulierung gibt die Ausgangssituation der Beziehung zwischen Farmer und Peon an. Es besteht eine eindeutige Hierarchie und ein Abhängigkeitsverhältnis. Der Peon, er „hatte drei Blasen gezählt“ (Z. 13), als seine Frau ertrank, scheint ebenfalls zu resignieren. Die Naturgewalt lässt kein Eingreifen zu, seine Frau konnte er nicht retten, sondern nur beim Ertrinken zuschauen.
Sinnabschnitt 2
Der Farmer verlässt diese berufliche Ebene, indem er sich selbst und den Peon als gleichgestellte Männer im Angesicht des Todes sieht. Er möchte die „letzte Zigarette teilen“ (Z. 16f.), doch die Macht der Natur kommt diese Auflösen der Grenzen dazwischen. Hier gibt es die erste und, abgesehen vom Schlussdialog, letzte direkte Rede zwischen den Personen. Ein entsetzter Ausruf des Indio (Peon) warnt den Farmer vor dem Strom (vgl. Z. 18). Hierbei beeinflusst die Naturbeschreibung wieder den Handlungsverlauf. „Ein furchbares Donnern“ (Z. 19), „[d]ieses Donnern war das Todesurteil für die Männer“ (Z. 21) kündigt die Fluten an. Donnern ist hierbei ein akustisches Element, dass beim Leser eine furchterregende Atmosphäre schafft und somit die Situation der beiden Männer nachempfindbar macht. Durch die Bezeichnung „der Parana“ (Z.18) - der Fluss wird also namentlich genannt und personifiziert - wird die Bedrohung besonders greifbar.
Sinnabschnitt 3
Nun werden viele gefährliche Situationen mit Tieren aufgelistet, die ebenfalls tödlich hätten enden können. Es wird deutlich, dass hierbei Tier und Mensch als ebenbürtige Gegner gegenüberstehen. Anders ist es bei den Wassermassen, die noch deutlicher personifiziert werden und die jedem Angriff der Menschen etwas entgegenzusetzen haben. Das „Wasser suchte sich nur mit kalten Fingern eine Stelle am Mann, seinen Mund, um ihn anzufüllen“ (Z. 32f.). Die Wassergewalt, personifizeirt und aktiv, ist für den handlungsunfähigen Menschen tödlich.
Sinnabschnitt 4
Nun wechselt die Perspektive wieder zu den zwei Männern (vgl. Z. 35), die als „dunkle Schatten in der dunkelsten aller Nächte“ (Z. 35f.) auf dem Hausdach sitzen. Hier ist die Naturbeschreibung wichtig, die dunkle Nacht ist nicht nur als Tageszeit sondern auch als Metapher für eine schreckliche Situation zu verstehen. Sie steht somit im direkten Zusammenhang zum Inhalt der Situation. Dass um die beiden Männer herum, das Chaos herrscht und die Wassergewalt alles durcheinander bringt, bewirkt das Schweigen der beiden. Eine Kommunikation ist nicht möglich und nicht nötig, sie sind ihrem Schicksaal ausgeliefert und handlungsunfähig (vgl. Z. 35). Ähnlich dazu erfolgt die Reise des Daches, auf dem die beiden Männer sitzen. Es treibt ziellos durchs Wasser und ist, genau wie die Personen, dem Wasser ausgeliefert.

Sinnabschnitt 5
Ein Zeitsprung leitet einen indirekt dargestellten Dialog zwischen den beiden Männern ein, in dem der Herr dem Indio rät, nicht einzuschlafen. Ein innerer Monolog des Peon gibt seine Gedanken preis. Er könne überleben, wenn er den Herrn vom Dach stößt. Seine Rechtfertigung, er würde „dem Farmer um die Erde“(Z. 47) folgen, aber es geht um Leben und Tod. Bekräftigt wird diese Überlegung, durch die Tatsache, dass das Wasser immer mehr das Dach zerkleinert und somit die Zeit knapp wird (vgl. Z. 55). Nebel als weiteres Naturelement hat einen metaphorischen Hintergrund. Dem Peon ist seine sonst so klare und aufrichtige Haltung seinem Herrn gegenüber nicht mehr klar und er befindet sich in einer moralischen Zwickmühle. Er sieht keinen klaren Ausweg mehr (vgl. Z. 57).
Sinnabschnitt 6
„Sie sahen sich an“ (Z. 58f.). Diess ist die erste körperliche Interaktion zwischen den beiden und erneut beginnt der Farmer, die Zigarre mit dem Peon teilen zu wollen. Eine Geste, die die beiden als gleichwertige Männer in einer ausweglosen Situation gleichberechtigt darstellt. Eine Handlung, die einen erneuten inneren Monolog des Peon zur Folge hat. Er beschließt nun, sich selbst zu opfern, um seinem Herrn das Überleben zu ermöglichen (vgl. Z. 70-75).
Sinnabschnitt 7
Dieser schreit ihn zornglühend (Z. 75) an und rettet ihn wieder aus dem Wasser. Die Kommunikationsebene schwenkt erneut in eine Hierarchie über indem der Herr seinen Angestellten befiehlt,„ seinen Platz einzunehmen und den Mut nicht zu verlieren“ (Z. 78). Dies ist allerdings kein lösbarer Arbeitsauftrag sondern eine Verzweiflungsaussage des Farmers, der versucht, die ausweglose Lage durch bewährte Strukturen zu kontrollieren.
Sinnabschnitt 8
Am Schluss überleben die beiden Männer, waten an Land und sichern dort ihr Überleben gegenüber den Schlangen wie gewohnt (vgl. Z. 81). Sie sind wieder in einer beherrschbaren Situation und ihre Interaktion beschränkt sich auf den aussagekräftigen Schlussdialog.
Sinnabschnitt 9
Im Schlussdialog wird jegliche emotionale Ebene ausgeschaltet. Der Farmer gibt die Anweisung und der Peon gibt sein Einverständnis. Die beiden Männer haben die Naturgewalt überebt, gemeinsam, und sind nun offensichtlich sehr eng zusammen gewachsen. Wobei schon zuvor klar war, der Peon würde seinem Herrn um die Welt folgen, doch jetzt erst recht. Der eine wollte sich für den anderen opfern und dieser wollte lieber mit ihm zusammen sterben, als alleine zu überleben. Sie scheinen als Team zu funktionieren und sich gegenseitig sehr zu schätzen. Dennoch nehmen sie nun wieder ihre berufsbedingten Positionen ein.
Schlussdialog
In dem Text wird der Einfluss der Natur auf die Verfassung der beiden Figuren sehr deutlich. Viele Bilder und metaphorische Elemente passen zu der Handlung der Figuren. Die Interaktion ist ziemlich begrenzt und nur wenige direkte Reden finden statt. Dennoch ist eine Vertrautheit und eine Abhängigkeit der Personen voneinander durch ihr Handeln abzulesen. Am Ende werden sie ihr Überleben als Aufforderung ansehen, wieder neu anzufangen.
Schluss
#figurenkonstellation
$\blacktriangleright\;$ Variante 2:
Interpretiere den Text.
Formuliere einen inneren Monolog des Peon. Versetze dich dazu in folgende Situation:
Morgen gehen wir zurück und fangen wieder an.“ - Diese Äußerung des Farmers löst im Peon eine Flut von Gedanken und Gefühlen aus. Er reflektiert die Geschehnisse während der Katastrophe und trifft begründet seine Entscheidung.
Tipp
Deine Aufgabe ist es, einen inneren Monolog aus der Sicht Peons nach dem Schlussdialog zu verfassen. Hierbei ist es wichtig, dass es sich um eine Form der gestaltenden Interpretation handelt. Es ist also wichtig, dass du beweist, dass du die Geschehnisse und Zusammenhänge der Geschichte verstanden hast.
Dazu gehören viele verschiedene Aspekte, ein paar davor sind zum Beispiel:
  1. Seine Gedanken über Frau und Haus, die er verloren hat.
  2. Reflektion seiner Idee, den Herrn zu ertränken, um selbst überleben.
  3. Die Situation, in der ihm der Farmer das Leben rettet.
  4. Seine aktuelle Situation und alternative Handlungswege.
  5. Der Sieg über die Naturkatastrophe.
In dem folgenden Beispieldialog werden die sechs oben genannten Punkte verarbeitet, du hast aber vielleicht andere Beobachtungen gemacht oder legst in der Bearbeitungszeit einen anderen Schwerpunkt. Hauptsache, du machst klar, dass die Gedanken des Peon jederzeit aus dem Text zu entnehmen sind.
Tipp
Deine Aufgabe ist es, einen inneren Monolog aus der Sicht Peons nach dem Schlussdialog zu verfassen. Hierbei ist es wichtig, dass es sich um eine Form der gestaltenden Interpretation handelt. Es ist also wichtig, dass du beweist, dass du die Geschehnisse und Zusammenhänge der Geschichte verstanden hast.
Dazu gehören viele verschiedene Aspekte, ein paar davor sind zum Beispiel:
  1. Seine Gedanken über Frau und Haus, die er verloren hat.
  2. Reflektion seiner Idee, den Herrn zu ertränken, um selbst überleben.
  3. Die Situation, in der ihm der Farmer das Leben rettet.
  4. Seine aktuelle Situation und alternative Handlungswege.
  5. Der Sieg über die Naturkatastrophe.
In dem folgenden Beispieldialog werden die sechs oben genannten Punkte verarbeitet, du hast aber vielleicht andere Beobachtungen gemacht oder legst in der Bearbeitungszeit einen anderen Schwerpunkt. Hauptsache, du machst klar, dass die Gedanken des Peon jederzeit aus dem Text zu entnehmen sind.
„Morgen gehen wir zurück und fangen wieder an“… ist das sein Ernst? Wir haben alles verloren. Das Unwetter hat mein Haus zerstört, meine Frau ist in den Fluten ertrunken und alle Felder sind zerstört. Wir sind völlig ziellos, was sollen wir denn mcahen, wo sollen wir anfangen? Das kann er nciht von mir erwarten, selbst das große Farmhaus ist zerstört.
Einleitung: Ausgangssituation
Meine Frau ist ertrunken, sie ist weg und wird nie wieder zurück kommen. Es waren nur Luftblasen zu sehen, eine, eine weitere, drei… und dann? Wie soll ich denn ohne sie Leben, und ohne unsere Hütte. Ich habe kein zu Hause mehr.
Hauptteil:
Aspekt 1
Ich kann doch nicht mit dem Farmer zusammen leben, ich wollte ihn umbringen. Als der Nebel aufzog wollte ich ihn umbringen. Eine Idee, die ich mir selbst nie zugetraut hätte. Ich würde alles für ihn tun, aber im Angesicht des Todes…? Es war völlig ausweglos, wir haben schon Schlangen und Raubkatzen besiegt aber diese Wassermassen sind erbarmungslos und unberechenbar. Und dann? Wofür hätte ich ihn umgebracht, ich habe selbst nichts mehr, wofür es sich zu Leben lohnt.
Aspekt 2
Und dann wollte ich springen, trotz der Krokodile, die im Wasser auf meinen hilflosen Körper warteten. ich wäre gestorben, um ihm das Leben zu retten. Er hat noch eine Frau zu Hause, die auf ein Wiedersehen wartet und eine Zukunft mit ihm plant. Doch er lies mich nicht sterben. Tatsächlich wäre er lieber mit mir gemeinsam auf dem Dach gestorben, als ohne mich zu überleben. Ein Vertrauensbeweis! Jetzt verstehe ich es erst… Das Schicksal hat uns zu Verbündeten im Überlebenskampf gegen die Naturgewalt gemacht.
Aspekt 3
Doch wie soll es weiter gehen? Wir beide Schulter an Schulter alle neu aufbauen? Ich glaube es wäre besser, ich verschwinde von hier, suche mir einen neuen Ort. Aber soll ich wirklich meinen einzigen und wahren Freund im Stich lassen, nur weil der Weg wahnsinnig schwierig wird?
Aspekt 4
Gemeinsam haben wir es geschafft, dem Tod noch einmal von der Schippe zu springen. Die Wassermassen wollten uns in den Tod reißen. Meine Frau hat es nicht geschafft und so viele andere Menschen und Tiere sind um uns herum in den Fluten gestorben. Vielleicht soll es so sein, vielleicht sollen wir beide zusammen neu anfangen und die Chance, die uns das Wasser gegeben hat nutzen. Wenn wir jetzt aufgeben sind so viele andere umsonst gestorben, die vielleicht diesen Neuanfang besser genutzt hätten.
Aspekt 5
„Bueno“, …Bueno? … Bueno! Ja, es ist das Richtige. Ich kann ihm vertrauen, ich verdanke ihm mein Leben und es gibt keinen anderen Ausweg. Ich habe keinen Ort auf der Welt, der nach dem Tod meiner Frau und dieser Katastrophe mein zu Hause sein könnte. Ich bin ihm zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet und werde alles tun, um uns erneut ein Leben hier aufzubauen. Die Natur hat uns mit ihrer Grausamkeit verschont und wir werden diesen Aufruf zum Neubeginn annehmen!
Schluss
#innerermonolog
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