Aufgabe A – Methansäure – eine typische Alkansäure?
Methansäure besteht aus einfach gebauten Molekülen und bildet das erste Glied in der homologen Reihe der Alkansäuren. Stoffe einer homologen Reihe ähneln sich in ihren Eigenschaften aufgrund gemeinsamer Strukturmerkmale in den Molekülen.
Begründe auf der Teilchenebene die Zugehörigkeit von Methansäure, Ethansäure und Propansäure zur homologen Reihe der Alkansäuren (M 1).
Beschreibe die Grundannahme des EPA-Modells zur Erklärung der räumlichen Gestalt von Molekülen.
Erkläre die von abweichenden Bindungswinkel am Kohlenstoff-Atom eines Methansäure-Moleküls mithilfe des EPA-Modells (M 1).
Formuliere eine Reaktionsgleichung für die Reaktion einer Alkansäure mit Wasser.
Erläutere an diesem Beispiel
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den Säure-Base-Begriff nach Brønsted und
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die konjugierten Säure-Base-Paare.
Führe das in Material 2 beschriebene Experiment durch.
Gib deine Beobachtungen an.
Deute diese hinsichtlich einer positiven bzw. negativen Tollens-Probe.
Formuliere für eine positive Tollens-Probe die entsprechende Reaktionsgleichung.
Begründe, dass es sich dabei um eine Redoxreaktion handelt (M 3).
Hinweis: Für den Fall, dass du keine auswertbaren Beobachtungen erzielt hast, kannst du dir Ersatzbeobachtungen unter Abzug von 2 BE geben lassen.
Diskutiere die Behauptung, Methansäure sei keine typische Alkansäure, anhand von jeweils einem Pro- und einem Contra-Argument (M 1 – M 3).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Strukturformeln und Reaktionsverhalten ausgewählter Alkansäuren
Die ersten drei Vertreter der homologen Reihe der Alkansäuren haben folgende Molekülstrukturen.
Abb. 1: Strukturformel eines Methansäure-Moleküls mit Angabe der Bindungswinkel am Kohlenstoff-Atom
Abb. 2: Strukturformel eines Ethansäure-Moleküls
Abb. 3: Strukturformel eines Propansäure-Moleküls
Abb. 1: Strukturformel eines Methansäure-Moleküls mit Angabe der Bindungswinkel am Kohlenstoff-Atom
Abb. 2: Strukturformel eines Ethansäure-Moleküls
Abb. 3: Strukturformel eines Propansäure-Moleküls
Die Moleküle der drei Säuren reagieren mit Wasser-Molekülen in ähnlicher Weise. Im Gegensatz zu anderen Alkansäuren ist Methansäure leicht zu Kohlenstoffdioxid und Wasser zu oxidieren.
Material 2: Experimentelle Untersuchung des Reaktionsverhaltens von Alkansäuren
Geräte
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3 Reagenzgläser
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3–5 Tropfpipetten
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4 Messzylinder
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Wasserbad
Chemikalien
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Silber(I)-nitrat-Lösung
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Ammoniak-Lösung
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Methansäure-Lösung
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Ethansäure-Lösung
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Propansäure-Lösung
Durchführung:
In ein Reagenzglas werden Silber(I)-nitrat-Lösung gegeben. In diese Lösung wird vorsichtig so viel Ammoniak-Lösung tropfenweise hinzugefügt, bis sich der entstehende Niederschlag gerade wieder auflöst. Danach werden
Methansäure-Lösung hinzugegeben und es wird vorsichtig geschüttelt. Anschließend stellt man das Reagenzglas in ein Wasserbad.
Der Versuch wird mit Ethansäure- und Propansäure-Lösung wiederholt.
Material 3: Die Tollensprobe
Ein Versuch wie in Material 2 wurde erstmals 1881 durch den Chemiker Bernhard Tollens beschrieben und wird daher auch als Tollensprobe bezeichnet. Die Tollensprobe ist ein Nachweis für reduzierend wirkende funktionelle Gruppen. Dabei gehen auch Hydroxid-Ionen in die Reaktion ein. Das dafür notwendige basische Milieu wird durch Hinzufügen von Ammoniak-Lösung hergestellt.
Der Nachweis gilt als positiv, wenn sich durch Bildung von feinverteiltem Silber die Lösung dunkel verfärbt oder sich an der Innenwand des Reaktionsgefäßes Silber abscheidet, was zur Bildung eines spiegelnden Belages führt.
Quellen:
Material 1:
Mortimer, C. E. & Müller, U. (2019). Chemie: Das Basiswissen der Chemie (13. Aufl.). Thieme Verlag KG.
Helmich, U. (2024, 29. Oktober). Methansäure (Ameisensäure). Helmichs Chemie-Lexikon. https://www.u-helmich.de/che/lexikon/M/Methansaeure.html (Zugriff am: 17.11.2024)
Material 2:
Blume, R. (2006, 7. Dezember). Versuch: Silberspiegel-Probe. chemieunterricht. https://www.chemieunterricht.de/dc2/haus/v021.htm (Zugriff am: 08.06.2024)
Material 3:
Tollensprobe (2024, 23. September). Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Tollensprobe (Zugriff am: 17.11.2024)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Begründung der Zugehörigkeit zur homologen Reihe der Alkansäuren
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Alle drei Moleküle enthalten das typische Strukturmerkmal der Alkansäure-Moleküle, die Carboxygruppe.
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In der Abfolge Methan-, Ethan-, Propansäure verlängert sich der Alkylrest jeweils durch eine CH2-Gruppe.
Beschreibung der Grundannahme des EPA-Modells
Alle Elektronenpaare der Valenzschale nehmen durch Abstoßungskräfte untereinander den größtmöglichen Abstand im Raum ein.
Erklärung der abweichenden Bindungswinkel mithilfe des EPA-Modells
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Doppelbindungen und freie Elektronenpaare benötigen mehr Raum, daher sind die Bindungswinkel
und
größer als
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Aus dem höheren Raumbedarf der C-O-Doppelbindung resultiert ein kleinerer (gestauchter) Bindungswinkel
von
Formulieren einer Reaktionsgleichung
Erläuterung des Säure-Base-Begriffs nach Brønsted
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Nach Brønsted sind Säuren Protonendonatoren, Basen dagegen Protonenakzeptoren.
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Methansäure-Moleküle geben bei der Reaktion jeweils ein Proton ab (Protonendonatoren).
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Wasser-Moleküle nehmen jeweils ein Proton auf (Protonenakzeptoren).
Erläuterung der konjugierten Säure-Base-Paare
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Konjugierte Säure-Base-Paare wandeln sich durch Protonenabgabe und Protonenaufnahme ineinander um.
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und
stellen konjugierte Säure-Base-Paare dar.
-
übergibt ein Proton an
und umgekehrt.
Hinweis: Bei dem Schülerexperiment werden außerdem die Durchführung und der Arbeitsschutz bewertet.
Angabe der Beobachtungen
In der Lösung mit Methansäure bildet sich innerhalb kurzer Zeit ein feinverteilter dunkler Niederschlag, in den Lösungen mit Ethan- und Propansäure ist keine Veränderung festzustellen.
Deutung hinsichtlich der Tollens-Probe
Die Tollens-Probe fällt mit Methansäure positiv aus, mit Ethan- und Propansäure dagegen negativ.
Formulierung der Reaktionsgleichung
Begründung der Redoxreaktion
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Eine Redoxreaktion ist eine Elektronenübertragungsreaktion.
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Elektronenübergang von Methansäure-Molekülen zu Silber(I)-Ionen.
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Die Oxidationszahl des Kohlenstoff-Atoms und der Silber(I)-Ionen ändert sich.
Pro-Argument:
Methansäure-Moleküle enthalten im Gegensatz zu anderen Alkansäure-Molekülen formal gesehen auch eine Aldehydgruppe, dadurch besitzt Methansäure als einzige Alkansäure reduzierende Eigenschaften.
Contra-Argument:
Methansäure-Moleküle enthalten wie andere Alkansäure-Moleküle eine Carboxygruppe, dadurch reagiert sie in für Alkansäuren typischer Weise.
Fazit:
Methansäure kann als Spezialfall der Alkansäuren betrachtet werden.