HT 2
Infrastrukturprojekte als Impuls für eine zukunftsfähige Entwicklung des Tourismus? – Das Beispiel Albanien
Lokalisiere Albanien und kennzeichne das touristische Potenzial des Landes.
Erläutere die Entwicklung, die Struktur und die Bedeutung des Tourismus in Albanien seit dem Jahr 2005.
Erörtere, inwieweit Infrastrukturprojekte ein Impuls für die zukunftsfähige Entwicklung des Tourismus in Albanien sein können.
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Material 2: Albanien – Relief und Klima

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Vlora |
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* Mittelwerte
Quellen: zusammengestellt nach:
https://www.daw-wirtschaftsgesellschaft.de/index.php/informationen-zu-albanien/albanien-geografie;
https://de.climate-data.org/europa/albanien/theth/theth-469575/;
https://en.climate-data.org/europe/albania/vlora/vlora-831/;
https://en.climate-data.org/europe/albania/vlora/vlora-831/#water;
https://diercke.de/klimagraph/ (Zugriff jeweils 22.09.2026)
Material 3: Albanien – touristisches Potenzial

* lange Trekking Route in den Dinarischen Alpen durch Albanien, den Kosovo und Montenegro
Quellen: zusammengestellt nach:
https://www.holidaycheck.de/urlaub/albanien/inspiration/top-straende-in-albanien;
https://bookatrekking.com/de/blog/peaks-of-the-balkans/ (Zugriff jeweils 22.09.2026)
Material 4: Albanien – Strukturdaten
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Bevölkerung (in Mio.) |
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Bevölkerungswachstum (in %) |
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BIP (in Mrd. US- |
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Arbeitslosenquote aller Erwerbsfähigen (in %) |
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Jugendarbeitslosenquote (in % der Erwerbspersonen im Alter zwischen |
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HDI |
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Korruptionswahrnehmungsindex |
k. A. |
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* Platz 1: Dänemark mit einem Wert von 90; Platz 180: Südsudan mit einem Wert von 8

Quellen: zusammengestellt nach:
https://www.transparency.de/cpi/cpi-2024/cpi-2024-tabellarische-rangliste;
https://www.wko.at/statistik/laenderprofile/lp-albanien.pdf (Zugriff jeweils 22.09.2026)
Material 5: Albanien – Verkehrsinfrastruktur 2020
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Eisenbahnnetz |
Autobahnnetz |
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Quellen: zusammengestellt nach:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schienenverkehr_in_Albanien;
https://www.laenderdaten.info/Europa/Albanien/verkehr.php;
https://www.reisebank.de/laenderinfos/albanien;
https://www.cia.gov/the-world-factbook/about/archives/2024/field/roadways/;
https://en.wikipedia.org/wiki/Motorways_in_Albania;
https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender/albanien-node/albaniensicherheit-216248
(Zugriff jeweils 22.09.2026)
Material 6: Albanien – Geschichte und Entwicklung des Tourismus
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bis in die 1990er-Jahre |
Tourismus ist aufgrund der rigiden Abschottungspolitik unter dem kommunistischen Diktator Enver Hoxha nahezu nicht existent. |
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1990er-Jahre |
Rückständigkeit im Tourismussektor u. a. durch den Kosovo-Krieg, politische Instabilität, Mangel an touristischer Infrastruktur, ungeklärte Besitzverhältnisse, schlechtes Image des Landes und fehlendes Fachpersonal; bis 2010 wandert fast die Hälfte der Bevölkerung aus Albanien aus. |
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Ende des Kosovo-Krieges; ins Ausland emigrierte Albaner machen in Albanien Heimaturlaub. |
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Förderung des Tourismus wird Priorität der albanischen Regierung. |
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schwere Überschwemmungen in der Region Shkodra |
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Albanien wird offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. |
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Das „Gesetz über strategische Investitionen“ tritt in Kraft: Investitionen in den Bau von Beherbergungsstrukturen werden unterstützt, z. B. durch Steuerbefreiung, die beschleunigte Vergabe von Genehmigungen und Immobilienübereignung. |
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Der Mehrwertsteuersatz für touristische Angebote wird von |
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Ein Erdbeben der Stärke |
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2020er-Jahre |
Finanzmittel der Weltbank und der EU, um Albanien in die europäischen Verkehrskorridore einzubinden (z. B. Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur und Ausbau von Autobahnstrecken) |
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Die Vjosa wird zum ersten Wildfluss-Nationalpark Europas. |
Quellen: zusammengestellt nach:
https://www.planet-wissen.de/kultur/suedosteuropa/albanien/albanien-ein-volk-auf-der-flucht-100.html;
https://www.gtai.de/de/trade/albanien/branchen/albanien-erlebt-tourismusboom-1024578;
https://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_in_Albanien_am_26._November_2019;
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-12/albanien-ueberschwemmung;
https://www.dw.com/de/albanien-neuer-touristen-hotspot/a-64971455;
https://www.kas.de/de/statische-inhalte-detail/-/content/tourismus-in-albanien;
https://www.unwto.org/europe/albania;
https://www.giz.de/en/downloads/giz2022-de-tourismus-neue-märkte-barrierearm.pdf;
https://www.instat.gov.al/en/search/?query=tourism;
https://nationalgeographic.de/umwelt/2022/06/europas-letzter-wilder-fluss-wird-zum-nationalpark/
(Zugriff jeweils 24.09.2026)
Material 7: Albanien – Tourismus
Touristenankünfte und Einnahmen durch den Tourismus
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Touristenankünfte insgesamt (in Mio.) |
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Einnahmen durch den Tourismus (in Mio. €) |
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Anteil am BNP (in %) |
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ca. |
Anteile der Ankünfte und Übernachtungen nach Monaten im Jahr 2024

Touristenankünfte im Jahr 2023
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nach Regionen: Tirana: Vlora: Korca: Durres: Lezha: Elbasan: Shkodra: Dibra: Gijrokastra: Berat: Fier: Kukes: |
nach Urlaubszweck: Besuch von Freunden und Verwandten: Erholungsurlaub: Geschäftsreise: sonstige Gründe: nach Unterkunft: bei Freunden und Verwandten: Hotel: Ferienwohnung: sonstige: |
Quellen: zusammengestellt nach:
https://www.laenderdaten.info/Europa/Albanien/tourismus.php;
https://www.instat.gov.al/en/themes/industry-trade-and-services/tourism-statistics/#tab2;
https://www.instat.gov.al/media/14482/survey-on-tourism-holiday-and-trips_2023.pdf;
https://de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsgliederung_Albaniens (Zugriff jeweils 22.09.2026)
Material 8: Albanien – Infrastrukturprojekte im Rahmen des Ausbaus Transeuropäischer Verkehrsnetze (TEN-V)
Transeuropäische Verkehrsnetze (TEN-V) werden aufgebaut, um die Regionen der EU miteinander zu verbinden; Finanzierung: jeweilige Mitgliedsstaaten, EU-Zuschüsse und Darlehen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.
EU-Projekt Adriatisch-ionische Autobahn

Länge: ; albanischer Teilabschnitt: ca.
als mehrspurige Autobahn; Anbindung an nationales Fernstraßennetz; Kosten des albanischen Teilabschnitts: ca. eine Milliarde Euro; geplante Fertigstellung: Mitte der 2030er-Jahre
EU-Projekt Paneuropäischer Verkehrskorridor VIII
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Quellen: zusammengestellt nach:
https://www.reddit.com/r/EuropeanFederalists/comments/1jc0g3h/the_adriaticionian_corridor_aic_also_known_as_the/?tl=de;
https://de.wikipedia.org/wiki/Adriatisch-ionische_Autobahn;
https://www.gtai.de/de/trade/albanien/branchen/albanien-baut-seine-verkehrsinfrastruktur-aus-1040904;
https://www.kas.de/documents/d/bulgarien/corridor-8-yasen-georgiev-epi-de-version-de-2-1;
https://www.faz.net/aktuell/politik/die-nato-pocht-auf-eine-bessere-infrastruktur-in-suedosteuropa-110006246.html (Zugriff jeweils 22.09.2026)
Material 9: Pläne der albanischen Regierung zum Infrastrukturausbau und zur touristischen Entwicklung
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Vlora (geändert);
https://www.giz.de/de/downloads/giz2024-en-giz-nmnc-albanien.pdf (Auszug; Zugriff jeweils 22.09.2026)
Material 10: Albanien – aktuelle Infrastruktur- und Ausbauprojekte im Tourismussektor
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Durres Yacht & Marina Project (2022)
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Luxusresort auf der Insel Sazan (2025) Jared Kushner, der Schwiegersohn von Donald Trump, will auf der Insel Sazan einen Luxusferienort samt Yachthafen errichten. Die Insel ist ein internationales Naturschutzgebiet. Als Investitionssumme werden |
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Quellen:
zusammengestellt nach:
https://capitalpoint.al/the-durres-yacht-marina-project-a-nautical-renaissance-in-albania/;
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/trauminsel-fuer-donald-trumps-schwiegersohn-was-will-jared-kushner-in-albanien-110258091.html (Zugriff jeweils 22.09.2026)
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Lage: Albanien liegt in Südosteuropa auf der Balkanhalbinsel. (M1, M2)
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Grenzen: Das Land grenzt im Nordwesten an Montenegro, im Nordosten an den Kosovo, im Osten an Nordmazedonien und im Süden bzw. Südosten an Griechenland. (M1, M2)
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Im Westen verfügt Albanien über eine langgestreckte Küstenlinie am Adriatischen und Ionischen Meer (Straße von Otranto gegenüber Italien). (M2)
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Die Hauptstadt Tirana liegt im zentralen westlichen Teil des Landes. (M2)
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Naturraum: Das Land ist stark reliefiert (Gebirgsland). Im Norden dominieren Hochgebirge (Albanische Alpen), nach Westen zur Küste hin fällt das Relief in eine flachere Küstenebene ab. (M2)
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Klima: An der Küste herrscht ein mediterranes Klima mit warmen, trockenen Sommern (Vlora: 24-25°C im Juli/August) und feucht-milden Wintern. Im gebirgigen Inland (Theth) ist es kühler und deutlich niederschlagsreicher. (M2)
Touristisches Potenzial
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Naturpotenzial: Große Vielfalt durch lange Mittelmeerküste (Badetourismus, z. B. Ksamil Beach, Vlora), unberührte Naturräume im Hinterland (Europas erster Wildfluss-Nationalpark Vjosa) sowie Hochgebirge (Wandertourismus, z. B. Peaks of the Balkans Trail bei Valbona). (M2, M3, M6, M9)
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Kulturhistorisches Potenzial: Hohe Dichte an Kulturerbe. Darunter UNESCO-Welterbestätten (Butrint, Gjirokastra, Berat), archäologische Ausgrabungsstätten, Festungen und religiöse Stätten verschiedener Konfessionen (Moscheen, orthodoxe/katholische Kirchen, Tekken). (M3)
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Aktivitäten: Das Potenzial für sportliche Aktivitäten ist hoch und reicht von Wassersport und Tauchen an der Küste bis hin zu Skilaufen, Gleitschirmfliegen und Höhlenerkundungen im Landesinneren. (M3)
Fazit: Albanien verfügt über ein sehr hohes und äußerst vielseitiges touristisches Potenzial (Küste, Hochgebirge, Kultur), das optimale naturräumliche Bedingungen für verschiedenste Tourismusarten (Bade-, Kultur-, Ökotourismus) bietet.
Entwicklung des Tourismus
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Der Tourismus hat in Albanien nach jahrzehntelanger Isolation (Diktatur bis in die 1990er) und anfänglichen Hemmnissen (Kosovo-Krieg, Infrastrukturmangel) eine rasante Dynamik erfahren. (M6)
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Seit die Regierung 2005 den Tourismus als Priorität einstufte, stiegen die Touristenankünfte massiv von 0,75 Mio. (2005) auf 11,7 Mio. (2024). (M6, M7)
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Diese Dynamik wurde staatlich gefördert, u. a. durch das Gesetz über strategische Investitionen (2016) und Steuersenkungen (2018). (M6)
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Trotz Rückschlägen durch Erdbeben (2019) und die Corona-Pandemie (Einbruch der Zahlen 2020) erholte sich der Sektor schnell und verzeichnet heute einen regelrechten Boom. (M6, M7)
Struktur des Tourismus
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Herkunft: Anfangs stark von der Diaspora und Nachbarländern geprägt (2009: Kosovo, Mazedonien, Montenegro), diversifiziert sich die Herkunft zunehmend. (M6, M7)
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Urlaubszweck und Unterbringung: Der Erholungsurlaub dominiert (49,4 %), knapp gefolgt vom Besuch von Freunden und Verwandten (44,8 %). Dementsprechend nächtigen fast die Hälfte der Touristen bei Freunden/Verwandten (47,9 %) und nur 29,6 % im Hotel. (M7)
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Räumliche Verteilung: Der Tourismus konzentriert sich stark auf die Küstenpräfekturen (Vlora 18,9 %, Durres 13,9 %) sowie die Hauptstadtregion Tirana (21,5 %). Periphere Gebirgsregionen (z.B. Dibra, Kukes) verzeichnen nur geringe Anteile. (M7)
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Saisonalität: Es besteht eine deutliche Sommerkonzentration (Höhepunkt August mit über 20 % aller Ankünfte/Übernachtungen). (M7)
Bedeutung des Tourismus
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Der Tourismus hat eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung für Albanien erreicht. Die Einnahmen stiegen von 707 Mio. € (2005) auf ca. 4.500 Mio. € (2024). (M7)
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Der Anteil des Tourismus am Bruttonationalprodukt (BNP) stieg extrem an und liegt 2024 bei rund 24 %, was Albanien zu einer stark dienstleistungsorientierten Ökonomie macht (Tertiärer Sektor: 56,3 % der Bruttowertschöpfung). (M4, M7)
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Er fungiert als Jobmotor: Etwa 100.000 Menschen sind direkt und 300.000 indirekt im Sektor beschäftigt, was die Arbeitslosenquote (auf 8,8 % in 2024 gesunken) positiv beeinflusst. (M4, M6)
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Allerdings: Die durchschnittlichen Ausgaben je Urlauber (444 US-
) liegen deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt, was auf einen "Billig- bzw. Diaspora-Tourismus" hinweist. (M6)
Ökonomische Dimension
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Positiv (+): Die internationalen Großprojekte (z. B. Adriatisch-ionische Autobahn, Korridor VIII) beenden die verkehrstechnische Isolation und binden Albanien in die transeuropäischen Netze ein. Dies erleichtert die Anreise. (M8)
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Positiv (+): Prestigeprojekte wie das Luxusresort Sazan oder der Yachthafen Durres werten Albanien zu einer höherpreisigen Destination auf. Dies generiert hohe Investitionssummen (1,4 bis 2 Mrd. €) und steigert die geringen pro-Kopf-Ausgaben der Touristen, bei gleichzeitiger Schaffung von Arbeitsplätzen. (M10, M6)
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Negativ (-): Die schlechte Binneninfrastruktur (defizitäre, langsame Eisenbahn, schlechte Straßen ins Hinterland) verhindert eine bessere räumliche Verteilung der ökonomischen Profite. Ausländische Großinvestoren (aus den VAE, USA) führen zudem zu "Leakage-Effekten", da Gewinne abfließen. (M5, M10)
Ökologische Dimension
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Positiv (+): Konzepte des Ökotourismus in den Bergen (Peaks of the Balkans) zeigen Ansätze sanften Tourismus im Einklang mit der Natur. Die Ernennung der Vjosa zum Nationalpark schützt Ressourcen. (M6, M9)
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Negativ (-): Der Ausbau von Großinfrastruktur steht massiv im Konflikt mit dem Naturschutz. Der Bau des Flughafens Vlora mitten im streng geschützten Feuchtgebiet Vjosa-Narta ohne Umweltprüfung ist ein massiver ökologischer Eingriff. (M9)
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Negativ (-): Auch das Luxusresort auf der Insel Sazan bedroht ein internationales Naturschutzgebiet. Die unregulierte "Auszonung" solcher Gebiete fördert Raubbau an der Natur, was den Tourismus seiner eigenen Basis beraubt. (M9, M10)
Soziale Dimension
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Positiv (+): Nachhaltige Trails im Gebirge (Valbona/Theth) binden die ländliche Bevölkerung aktiv ein, schaffen lokal Existenzen und verhindern Landflucht. (M9)
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Negativ (-): Die Großprojekte an der Küste dienen vor allem elitären Zielgruppen und ausländischen Geldgebern. Die Vergabe des Status „strategischer Investor“ (wie an J. Kushner) bei gleichzeitigem Vorhandensein von Korruption (Korruptionsindex Rang 80) weckt den Verdacht, dass die breite albanische Gesellschaft kaum an den Gewinnen partizipiert. (M4, M10)
Gesamturteil:
Infrastrukturprojekte geben dem albanischen Tourismus aktuell einen massiven Wachstumsimpuls, von einer "zukunftsfähigen" (nachhaltigen) Entwicklung kann jedoch in großen Teilen nicht gesprochen werden. Während im ländlichen Raum (Valbona) positive Beispiele von partizipativem, umweltfreundlichem Ökotourismus existieren, dominieren an der Küste ausländisch finanzierte Megaprojekte. Der Bau von Flughäfen (Vlora) und Luxusresorts in strengen Naturschutzgebieten zugunsten kurzfristiger Kapitalzuflüsse opfert den ökologischen Kern des Landes und vertieft durch Korruption sozioökonomische Disparitäten.




