Prüfungsarbeit B – Zwickau – Entwicklung der Innenstadt
Zwickau ist die viertgrößte Stadt Sachsens und wurde 1118 erstmals urkundlich erwähnt. Der Aufschwung zu einem Industriezentrum im 19. Jahrhundert beruhte auf den Steinkohlevorkommen im Erzgebirgsbecken. Seit den 1990er-Jahren muss sich Zwickau mit demographischen Veränderungen auseinandersetzen. Örtliche Entwicklungsprogramme liefern Vorgaben, um den Funktionswandel der Innenstadt zu gestalten.
Kennzeichne in M 1 Gebiete erkennbarer Stadtentwicklungsetappen Zwickaus und ordne dem jeweiligen Gebiet charakteristische Merkmale zu.
Erläutere die Entstehung und Lagerungsverhältnisse der Gesteine im geologischen Profil der Region Zwickau.
Analysiere die Bevölkerungsentwicklung Zwickaus.
Erkläre den Zusammenhang zwischen Bodenversiegelungsgrad und städtischem Wärmeinseleffekt in Zwickau.
Beschreibe die Herausforderungen, vor denen deutsche Innenstädte heute stehen.
Diskutiere die Maßnahmen zur Entwicklung der Zwickauer Innenstadt.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1 Ausschnitt aus dem Stadtplan von Zwickau 1901

Quelle: Stadtplan von Zwickau, Lithographie, 1901, Deutsche Fotothek, Datensatz 90050644
M 2 Geologisches Profil der Region Zwickau

Quelle: O. Wagenbreth, W. Steiner, Geologische Streifzüge, Leipzig 1985, S. 147
M 3 Einwohnerentwicklung Zwickaus

Quellen: https://www.wegweiser-kommune.de/daten/demografische-entwicklung+zwickau-z+2006-2021+tabelle (aufgerufen am 05.01.2024); https://www.zwickau.de/de/wirtschaft/standort/faktoren/bevoelkerung.php (abgerufen am 19.03.2024)
M 4 Räumliche und natürliche Bevölkerungsentwicklung Zwickaus

Quellen: https://www.wegweiser-kommune.de/daten/demografische-entwicklung+zwickau-z+2006-2021+tabelle (aufgerufen am 05.01.2024); https://www.zwickau.de/de/wirtschaft/standort/faktoren/bevoelkerung.php (aufgerufen am 19.03.024)
M 5 Altersstruktur der Bevölkerung Zwickaus

Quellen: https://www.wegweiser-kommune.de/daten/demografische-entwicklung+zwickau-z+2006-2021+tabelle (aufgerufen am 05.01.2024); https://www.bevoelkerungsmonitor.sachsen.de/download/RBV%20Kreise/rbv-landkreisinfo_landkreis-zwickau.pdf (abgerufen am 26.01.2024)
M 6 Bodenversiegelungsgrad und städtischer Wärmeinseleffekt in Zwickau

Quelle nach: https://luis.sachsen.de/fachbereich-boden.html (aufgerufen am 08.01.2024); https://www.zwickau.de/media/downloads/03_d2/02_umweltbuero/publikationen/Klimafunktionskarte_Stadt_Zwickau.pdf (abgerufen am 26.01.2024)
M 7 Herausforderung Innenstadt
1 Resilienz im Zusammenhang mit dem Klimawandel bedeutet die Fähigkeit, sich an die Veränderungen anzupassen.
Quelle: https://library.fes.de/pdf-files/wiso/17644.pdf (aufgerufen am 14.8.2024)
M 8 Maßnahmen zur Innenstadtentwicklung Zwickaus
|
Aufwertung der Innenstadt Zwickaus durch:
|
|
Einzelhandels- und Zentrenkonzept Zwickau 2035: Für den Erhalt des Innenstadtzentrums ist dringend sicherzustellen, dass die Branchenvielfalt sowie die Fachhandelsdichte erhalten werden. Hierfür sind die für das Innenstadtzentrum bedeutenden Sortimente zu bestimmen und gezielt im Innenstadtzentrum zu konzentrieren. Der weitere Ausbau oder die Neuansiedlung von Verkaufseinrichtungen im weiteren Stadtgebiet sollte planungsrechtlich unterbunden werden. |
Quellen: https://www.zwickau.de/media/downloads/01gk_ob/05_wifoe/BV_160_2023_Anlage_EHZK_2035.pdf (aufgerufen am 26.01.2024); https://stadtmanagement-zwickau.de/2019/06/verfuegungsfonds-innenstadt-zentrum-leben/ (abgerufen am 26.01.2024)
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Stadtentwicklungsetappen Zwickaus

Mittelalterlicher Stadtkern (rot)
-
Der mittelalterliche Stadtkern liegt im zentralen Bereich des Stadtplans, vor allem im Umfeld von Haupt-Markt, Rathaus und Kirchen. (M1)
-
Als Grenze der mittelalterlichen Stadt sind vor allem Moritzgrabenweg, Schlossgrabenweg und Mühlgrabenweg erkennbar. (M1)
-
Typisch für diese Stadtentwicklungsetappe sind Rathaus und Kirchen im Zentrum sowie der Haupt-Markt als zentraler Marktplatz. (M1)
-
Charakteristisch sind ein typisch mittelalterliches, eher unregelmäßiges Straßennetz sowie eine enge Bebauung. (M1)
Stadterweiterung während der Industrialisierung (blau)
-
Die Stadterweiterung während der Industrialisierung ist vor allem in den äußeren Bereichen um den historischen Stadtkern erkennbar, besonders im Umfeld von Bahnhof, Bahnhofsstraße, Lothar-Streit-Straße und den Industrieflächen. (M1)
-
Typisch ist eine deutliche Ausdehnung der Stadtfläche durch zusätzliche Wohnbebauung und Industrieansiedlungen. (M1)
-
Kennzeichnend für diese Etappe sind der Bahnhof, das Eisenbahnnetz und die Straßenbahn als Ausdruck des industriellen Wachstums und der besseren verkehrlichen Erschließung. (M1)
-
Im Unterschied zum mittelalterlichen Kern zeigt sich hier ein geordneteres, teils rasterförmiges Straßensystem, beispielsweise im Bereich der Lothar-Streit-Straße oder der Bahnhofsstraße. (M1)
-
Als charakteristische Merkmale der Industrialisierung sind unter anderem Steinkohle-Schachtanlagen und eine Glasfabrik erkennbar. (M1)
Fazit
Insgesamt lassen sich in Zwickau mindestens zwei deutlich erkennbare Stadtentwicklungsetappen unterscheiden: ein kompakter mittelalterlicher Stadtkern mit zentralen Verwaltungs-, Markt- und Kirchenfunktionen sowie eine räumlich ausgreifende Stadterweiterung der Industrialisierung, die durch Wohnbebauung, Industrie und moderne Verkehrsanlagen geprägt ist.
Entstehung und Lagerungsverhältnisse der Gesteine im geologischen Profil der Region Zwickau
Entstehung der Gesteine
-
Granite
Granite sind magmatische Tiefengesteine. Sie entstehen, wenn Magma im Inneren der Erdkruste langsam abkühlt und auskristallisiert. Im Profil gehören sie zum variskischen Grundgebirge und stammen aus dem Devon. (M2)
-
Gneise
Gneise sind metamorphe Gesteine. Sie entstehen durch die Umwandlung bereits vorhandener Gesteine unter hohem Druck und hoher Temperatur, hier im Zusammenhang mit der variskischen Gebirgsbildung im Devon. (M2)
-
Sandsteine
Sandsteine sind klastische Sedimentgesteine. Sie entstehen durch die Ablagerung von Sand und dessen anschließende Verfestigung (Diagenese). Im Profil treten Sandsteine aus dem Karbon und aus dem Perm auf. (M2)
-
Steinkohle
Steinkohle ist ein biogenes Sediment. Sie entsteht aus abgelagerter pflanzlicher Substanz, die im Laufe der Zeit unter Luftabschluss sowie unter zunehmendem Druck und steigender Temperatur umgewandelt wird. Im Profil stammen die Steinkohleflöze aus dem Karbon. (M2)
Lagerungsverhältnisse im geologischen Profil
-
Ältestes Gestein im Untergrund
Im Untergrund liegt das ältere variskische Grundgebirge aus Gneisen und Graniten. Es bildet die geologische Basis der Region. (M2)
-
Auflagerung jüngerer Sedimente
Darüber lagern jüngere Sedimentgesteine. Zunächst folgen Sandsteine mit Steinkohleflözen aus dem Karbon, darüber wiederum Sandsteine aus dem Perm. Damit zeigt das Profil eine Auflagerung jüngerer auf älteren Gesteinen. (M2)
-
Schrägstellung und tektonische Störung
Die Schichten liegen nicht vollständig horizontal, sondern sind schräggestellt. Außerdem sind Verwerfungen erkennbar, also tektonisch bedingte Verschiebungen von Gesteinsschichten. Diese gehen auf Bruchtektonik zurück. (M2)
Fazit
Insgesamt zeigt das geologische Profil der Region Zwickau einen Aufbau aus altem variskischem Grundgebirge und darüber lagernden jüngeren Sedimenten aus Karbon und Perm. Charakteristisch sind außerdem Steinkohleflöze im Karbon sowie tektonische Störungen durch Verwerfungen und Schrägstellung der Schichten.
Bevölkerungsentwicklung Zwickaus
Absolute Bevölkerungsentwicklung
-
Die Einwohnerzahl Zwickaus nimmt im Zeitraum von 2006 bis 2021 insgesamt deutlich ab. Sie sinkt von knapp 97.000 auf rund 86.500 Einwohner. Erst 2022 und 2023 ist wieder ein leichter Anstieg auf etwa 87.000 bis 87.500 Einwohner zu erkennen. Für 2035 wird jedoch erneut ein deutlicher Rückgang auf nur noch rund 79.000 Einwohner prognostiziert. (M3)
Natürliche Bevölkerungsentwicklung
-
Die Sterbefälle liegen im gesamten Zeitraum über den Geburtenzahlen. Damit weist Zwickau durchgehend einen negativen natürlichen Saldo auf. (M4)
-
Besonders seit den späten 2010er-Jahren wird der Abstand zwischen Sterbefällen und Geburten größer: Die Sterbefälle steigen zeitweise auf etwa 1.500 bis 1.700 pro Jahr, während die Geburten eher von etwa 700–800 auf rund 500 zurückgehen. Dadurch verstärkt sich der natürliche Bevölkerungsverlust. (M4)
Räumliche Bevölkerungsentwicklung
-
Der Wanderungssaldo ist zunächst überwiegend negativ oder nur schwach positiv. Vor allem in den ersten Jahren trägt also auch die Abwanderung zum Bevölkerungsrückgang bei. (M4)
-
Ab etwa 2015 treten zeitweise positive Wanderungssalden auf. Besonders auffällig sind 2022 und 2023 mit sehr hohen positiven Werten von jeweils mehr als 1.500 Personen. Diese Zuwanderung wirkt dem natürlichen Bevölkerungsverlust vorübergehend entgegen. (M4)
Entwicklung und Prognose der Altersstruktur
-
Der Anteil der unter 18-Jährigen bleibt zunächst relativ gering, steigt langfristig aber leicht an. (M5)
-
Der Anteil der 18- bis 65-Jährigen nimmt im Verlauf insgesamt ab. Damit schrumpft die Gruppe der Menschen im erwerbsfähigen Alter. (M5)
-
Gleichzeitig steigt der Anteil der über 65-Jährigen deutlich an. Zwickau weist damit eine fortschreitende Überalterung auf, die sich laut Prognose bis 2035 weiter verstärken wird. (M5)
Zentrale Zusammenhänge
-
Zwischen natürlicher Bevölkerungsentwicklung und absoluter Bevölkerungsentwicklung besteht ein klarer Zusammenhang: Da die Zahl der Sterbefälle dauerhaft über der Zahl der Geburten liegt, nimmt die Einwohnerzahl insgesamt ab.
-
Zwischen räumlicher Bevölkerungsentwicklung und absoluter Bevölkerungsentwicklung zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Zusammenhang: In Phasen negativer Wanderungssalden wird der Bevölkerungsrückgang verstärkt, während die starke Zuwanderung 2022 und 2023 den Rückgang vorübergehend abmildert bzw. kurzzeitig umkehrt.
-
Zwischen natürlicher Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur besteht ebenfalls ein Zusammenhang: Die alternde Bevölkerung führt zu einem höheren Anteil älterer Menschen und damit tendenziell zu mehr Sterbefällen, während zugleich die Zahl potenzieller Eltern sinkt. Das trägt zum anhaltenden Geburtendefizit bei.
Fazit
Insgesamt ist die Bevölkerungsentwicklung Zwickaus durch langfristigen Bevölkerungsrückgang, einen dauerhaft negativen natürlichen Saldo und eine zunehmende Überalterung geprägt. Die zuletzt positiven Wanderungssalden können diesen Trend nur teilweise und vorübergehend abschwächen. Langfristig deutet die Prognose daher weiterhin auf eine schrumpfende und älter werdende Bevölkerung hin.
Zusammenhang zwischen Bodenversiegelungsgrad und städtischem Wärmeinseleffekt in Zwickau
-
In Zwickau zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen hohem Bodenversiegelungsgrad und einem stärker ausgeprägten städtischen Wärmeinseleffekt. Stark versiegelte Flächen gehen also mit einer stärkeren Überwärmung einher, während gering versiegelte Flächen meist eine geringere Überwärmung aufweisen. (M6)
Ursachen
-
Versiegelte Flächen wie Straßen, Plätze und dicht bebaute Bereiche speichern die eingestrahlte Wärme besonders gut und geben sie zeitverzögert wieder ab. Dadurch erwärmen sich solche Bereiche stärker als unversiegelte oder begrünte Flächen.
-
In stark versiegelten Bereichen gibt es meist weniger Vegetation, weniger offene Wasserflächen und schlechtere Versickerungsmöglichkeiten für Niederschlagswasser.
-
Statt zu versickern, fließt das Wasser häufiger oberirdisch ab. Dadurch steht insgesamt weniger Wasser für Verdunstungsprozesse zur Verfügung.
-
Ein geringerer Anteil der Nettostrahlung wird somit in latente Wärme umgewandelt, während mehr Energie als fühlbare Wärme zur Erwärmung der bodennahen Luft beiträgt.
-
-
Hinzu kommen in dicht bebauten und stark versiegelten Stadtbereichen anthropogene Wärmequellen wie Heizungen, Verkehr und Bebauung. Diese verstärken die Überwärmung zusätzlich.
Räumliche Ausprägung in Zwickau
-
Besonders im Innenstadtbereich mit höherem Versiegelungsgrad ist der Wärmeinseleffekt stärker ausgeprägt. (M6)
-
In weniger versiegelten Bereichen sowie in der Nähe von Grün- und Wasserflächen ist die Überwärmung dagegen geringer. Das zeigt sich zum Beispiel im Umfeld des Schwanenteichs. (M6)
Herausforderungen deutscher Innenstädte
Funktionale und wirtschaftliche Herausforderungen
-
Deutsche Innenstädte stehen vor dem Problem eines Verlusts ihrer klassischen Einzelhandelsfunktion. Die wirtschaftliche Bedeutung der Innenstadt als zentraler Einkaufsort nimmt ab. Ursachen sind unter anderem der Onlinehandel, die Digitalisierung sowie die Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsbetriebe außerhalb der Zentren. (M7)
-
Damit verbunden sind Leerstände und ein teilweiser Verfall innerstädtischer Bereiche. Besonders problematisch ist, dass kleine inhabergeführte Geschäfte und Handwerksbetriebe schließen, während zugleich wichtige Besucher- und Käufermagneten wie Kaufhäuser wegfallen. (M7)
-
Insgesamt führt dies zu einem Attraktivitätsverlust der Innenstädte. Niveauverluste im Einzelhandel, die Verdrängung traditionsreicher Gastronomie durch Systemgastronomie und sinkende Angebotsvielfalt schwächen die Anziehungskraft der Zentren zusätzlich. (M7)
Städtebauliche, verkehrliche und ökologische Herausforderungen
-
Viele Innenstädte weisen Gestaltungsdefizite auf. Dazu gehören ein unzureichender Pflegezustand von Grün- und Freiflächen, eine teilweise Verwahrlosung des öffentlichen Raums sowie eine zunehmende Durchkommerzialisierung durch Werbeanlagen, Aufsteller oder ähnliche Nutzungen. (M7)
-
Eine weitere Herausforderung ist die Organisation des Verkehrs. Der motorisierte Individualverkehr stößt bei ruhendem Verkehr, Emissionen und Flächenbeanspruchung an Grenzen. Gleichzeitig erreichen Verkehrsmittel des Umweltverbunds oft keinen ausreichenden Anteil, und auch der Wirtschaftsverkehr verursacht Erschließungsprobleme. (M7)
-
Hinzu kommt die Notwendigkeit der Anpassung an klimatische Veränderungen. Innenstädte müssen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen der Klimakrise werden; im Material wird dies als notwendige Resilienz beschrieben. Auch demografische Veränderungen wirken sich auf die zukünftige Entwicklung und die wirtschaftliche Basis der Innenstädte aus. (M7)
Fazit
Insgesamt stehen deutsche Innenstädte heute vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Besonders problematisch sind der Verlust der Einzelhandelsfunktion, Leerstände, Attraktivitätsverluste, Verkehrsprobleme sowie die Anpassung an Klimawandel und demografische Veränderungen. Damit wird deutlich, dass Innenstädte heute nicht nur wirtschaftlich, sondern auch städtebaulich, verkehrlich und ökologisch vor großen Herausforderungen stehen.
Diskussion der Maßnahmen zur Entwicklung der Zwickauer Innenstadt
Aufwertung der Innenstadt
-
Erhöhung der Aufenthaltsqualität (+)
Maßnahmen wie Bepflanzung, Begrünung, Stadtmöbel und Verschönerungsarbeiten können die Innenstadt attraktiver machen und die Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie für Gäste erhöhen. Damit können sie Gestaltungsdefiziten und Attraktivitätsverlusten entgegenwirken. (M7, M8)
-
Zwischennutzung von Brach- und Freiflächen (+)
Die Nutzung von Brachflächen etwa als Spielplätze, Grünflächen oder Urban-Gardening-Flächen schafft Treffpunkte und Erholungsräume. Dadurch kann die Innenstadt funktional aufgewertet und vielseitiger nutzbar werden. (M8)
-
Beitrag zur Klimaanpassung (+)
Begrünung und eine klimafreundliche Gestaltung von Freiflächen können den städtischen Wärmeinseleffekt verringern und damit zur geforderten Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen beitragen. (M6, M7, M8)
-
Hohe Kosten und begrenzte Wirkung (-)
Gegen die Aufwertungsmaßnahmen spricht, dass sie kostenintensiv sind und bei rückläufiger Bevölkerungszahl bzw. langfristig schwieriger finanzieller Lage nicht leicht umzusetzen sein könnten. Außerdem bleiben sie zum Teil punktuelle Verbesserungen, die die grundlegenden Probleme der Innenstadt nicht allein lösen. (M3, M7)
-
Mögliche Nutzungskonflikte (-)
In der dicht bebauten Innenstadt kann die Umgestaltung von Flächen zu Grün- oder Aufenthaltsbereichen außerdem zu Parkplatzproblemen führen. (M8)
Einzelhandels- und Zentrenkonzept
-
Stärkung des Innenstadtzentrums (+)
Die gezielte Konzentration wichtiger Sortimente im Innenstadtzentrum kann helfen, die zentrale Versorgungsfunktion der Innenstadt zu erhalten. Dadurch wird der Standort gestärkt und die Konkurrenz durch neue Verkaufsflächen außerhalb des Zentrums begrenzt. (M8)
-
Erhalt von Branchenvielfalt und Fachhandelsdichte (+)
Das Konzept kann dazu beitragen, dass Branchenvielfalt und Fachhandelsdichte erhalten bleiben. Gerade angesichts von Leerständen und Niveauverlusten im Einzelhandel ist das ein wichtiger Ansatz zur Stabilisierung der Innenstadt. (M7, M8)
-
Demografische und wirtschaftliche Grenzen (-)
Gegen das Konzept spricht, dass der Bevölkerungsrückgang und die veränderte Altersstruktur die Kaufkraft und damit die Wirtschaftlichkeit von Einzelhandelseinrichtungen schwächen können. Selbst ein gutes Zentrenkonzept kann diese strukturellen Rahmenbedingungen nur begrenzt ausgleichen. (M3, M5)
-
Standortnachteile der Innenstadt (-)
Hinzu kommt, dass in der Innenstadt häufig größere zusammenhängende Flächen für moderne Handelsformate fehlen. Außerdem kann es rechtlich schwierig sein, Ansiedlungen außerhalb der Innenstadt dauerhaft zu unterbinden. (M8)
Fazit
Insgesamt sind die Maßnahmen zur Entwicklung der Zwickauer Innenstadt grundsätzlich sinnvoll, weil sie an zentralen Problemen ansetzen: Sie können die Aufenthaltsqualität verbessern, die Innenstadt klimafreundlicher gestalten und ihre Einzelhandelsfunktion stabilisieren. Besonders überzeugend ist die Kombination aus gestalterischer Aufwertung und gezielter Stärkung des Zentrums. Gleichzeitig zeigen die Materialien aber auch, dass diese Maßnahmen allein nicht ausreichen, da Probleme wie Onlinehandel, demografischer Wandel, begrenzte Kaufkraft und Flächenmangel fortbestehen. Erfolgversprechend ist die Strategie daher vor allem dann, wenn beide Maßnahmen langfristig kombiniert und konsequent umgesetzt werden.