Aufgabe 1
Im Fokus: Soziale Ungleichheit und Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
Es ist ein Trugschluss, dass Demokratien generell ein niedrigeres Niveau wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit aufweisen als Autokratien. Wenn aus sozialer Ungleichheit Unzufriedenheit mit der Demokratie wird, dann ist ihre Stabilität in Gefahr.
Lindberg, Staffan I.; Lundstedt, Martin: Ungleichheit, Demokratie und Autokratisierung. In: APuZ 37-38 (2022), S. 2.
Beschreibe Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit in der Bundesrepublik Deutschland.
Erläutere Maßnahmen des Sozialstaates zur Minimierung dieser Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit.
Problematisiere, ausgehend von deinen bisherigen Erkenntnissen, folgendes Zitat:
„Die seit geraumer Zeit wachsende sozioökonomische Ungleichheit ist Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die repräsentative Demokratie.“
Erörtere unter Verwendung von Grundströmungen politischen Denkens, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eine den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördernde und demokratiestabilisierende sozialpolitische Maßnahme wäre.
Zur Bearbeitung der Aufgabe sind alle Materialien einzubeziehen.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1 Ungleichheit – Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die repräsentative Demokratie, 2024, Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler
Butterwegge, Christoph: Ungleichheit - Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die repräsentative Demokratie. In: Wirtschaftsdienst, 104 (7) 2024, S. 453 -456.
Material 2 Diagramme zur sozialen Ungleichheit in der Bundesrepublik Deutschland
a) verfügbares Pro-Kopf-Einkommen der privaten Haushalte 2019 in Euro

https://www.wsi.de (26.09.2024)
b) Bildungsbeteiligung nach höchstem Ausbildungsabschluss der Eltern (2021)

Anmerkungen:
1 soziale Zusammensetzung aller 18- bis unter 25-Jährigen nach höchsten (Aus-)Bildungsabschluss beider
Elternteile
2 soziale Zusammensetzung von Studienanfänger/innen an Universitäten und Fachhochschulen nach höchsten (Aus-)Bildungsabschluss beider Elternteile
Lesehinweis: Die Prozentwerte der Grafik sind wie die Angaben in der Legende von oben nach unten zu lesen.
https://table.media (26.09.2024)
c) Verteilung des Nettovermögens in Deutschland in Prozent von 2011 bis 2023

Quelle: Darstellung des BMWK auf Basis der EZB Daten (bearbeitet) https://www.bmwk.de (26.09.2024)
Material 3 Bedingungsloses Grundeinkommen
https://www.bundesfinanzministerium.de (26.09.2024)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Begriffsklärung: soziale Ungleichheit
Inhalte, z. B.:
-
Einkommensungleichheit (Materialien 1 und 2a)
-
Vermögensungleichheit (Materialien 1 und 2c)
-
Bildungsungleichheit (Materialien 1 und 2b)
-
sozialräumliche Ungleichheit, z. B. Stadt-Land, Ost-West, Nord-Süd (Materialien 1 und 2a)
weitere über die Materialien hinausgehende mögliche Inhalte, z. B.:
-
Geschlechterungleichheit
-
Freizeit- und Wohnbedingungen
-
Arbeitsbedingungen
Begriffsklärung: Sozialstaat, sozialpolitische Maßnahmen
Inhalte, z. B.:
-
Einkommensungleichheit → Wohngeld, am Einkommen orientierte Sozialversicherungsbeiträge, Mindestrente, Bürgergeld
-
Vermögensungleichheit → Erbschaftssteuer
-
Bildungsungleichheit → staatliches Schulwesen, Lehrmittelfreiheit, Ganztagsschulen, kostenfreies Studium, BAföG
-
sozialräumliche Ungleichheit, z. B. Stadt-Land, Ost-West → Subventionen, Strukturförderung
Ziel: gleichwertige Lebensbedingungen (GG Art. 72 Abs. 2)
Begriffsklärung:
gesellschaftlicher Zusammenhalt, repräsentative Demokratie
gesellschaftlicher Zusammenhalt, z. B.:
-
zunehmende Spaltung
-
Reduzierung des gesellschaftlichen Engagements
-
Rückgang gesellschaftlicher Solidarität
repräsentative Demokratie, z. B.:
-
sinkendes Vertrauen in die demokratischen Institutionen
-
fehlende Partizipation einkommensschwacher Schichten
-
Abkehr von etablierten Parteien
-
politische Überrepräsentation der Wohlhabenden
Begriffsklärung: bedingungsloses Grundeinkommen
Grundströmungen politischen Denkens, z. B.: Konservativismus, Liberalismus, Sozialismus, Anarchismus
Inhalte:
Pro, z. B.:
-
Reduzierung von Armut (Sozialismus)
-
soziale Sicherheit (Sozialismus, Konservativismus)
-
weniger Stigmatisierung (Liberalismus, Sozialismus)
-
erhöhte Chancengleichheit (Liberalismus)
Kontra, z. B.:
-
Finanzierung durch Umverteilung, neue Ungleichheit (Liberalismus, Konservativismus)
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Erosion des Sozialstaates durch zu hohe Kosten (Sozialismus)
-
mangelnde Arbeitsanreize (Liberalismus, Konservativismus)
-
Abhängigkeit von staatlichen Leistungen (Liberalismus)