Aufgabe II – Japan
Japan ist mit einer Fläche von 378 000 Quadratkilometern etwas größer als Deutschland. Das ostasiatische Land hat mit 124 Millionen Einwohnern eine fast 1,5-mal so große Bevölkerung.
In einem Gebirge im Landesinneren der Hauptinsel Honshu zerbrach im März 2022 ein metergroßer Felsblock in zwei Hälften.
Erkläre einen Verwitterungsprozess, der zum Auseinanderbrechen des Felsblocks geführt haben kann.
Der Yusuhara im Südwesten von Honshu hat eine der schönsten Flusslandschaften Japans geformt.
Erstelle ein Profil durch das Tal des Yusuhara (M1) entlang der Profillinie von A nach B im Höhenmaßstab 1 : 2 000 (Längenmaßstab unverändert, Angabe der Himmelsrichtungen) und begründe anhand typischer Merkmale dieser Talform die Zuordnung zum Oberlauf des Yusuhara.
Erkläre den Entstehungsprozess der im Bereich C zu erkennenden flussmorphologischen Großform (M1).
Im Sommer ist meist die südliche Seite des Fuji (3 776 m ü. M.) von Wolken verhüllt, während die nördliche eher wolkenlos ist. Im Winter kehrt sich die Situation um.
Erkläre die Bewölkungssituation auf der nördlichen Seite im Sommer und im Winter ausgehend von globalen Windkarten im Atlas.
Japans Hauptstadt Tokio (auch Tokyo) ist eine der größten Metropolen der Welt und stellt die Stadtplanung vor enorme Aufgaben.
Vergleiche die beiden Trendlinien der Jahresmitteltemperaturen (M2) und stelle drei stadtklimatische Ursachen für den unterschiedlichen Verlauf der Trendlinie Tokios gegenüber der Trendlinie der ländlichen Stationen dar.
Beurteile die Umsetzungsbeispiele (M3) hinsichtlich ihrer Wirksamkeit auf das Stadtklima im Großraum Tokio.
Der demographische Wandel mit seinen Folgen ist eine der größten Herausforderungen Japans. Zuwanderung nach Japan gibt es kaum.
Charakterisiere die Bevölkerungsstruktur Japans anhand von M4 und ordne diese begründet einer Phase des Modells (M5) zu.
Japan reagiert auf den demographischen Wandel mit vielen Maßnahmen. Kritiker sagen: „Die Regierung bekämpft überwiegend die Folgen, nicht die Ursachen.“ Überprüfe diese Aussage anhand von M6.
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M2 Jahresmitteltemperaturen Tokios und ländlicher Stationen von 1925 bis 2023

[https://www.jma.go.jp]
M3 Umsetzungsbeispiele der Stadtplanung in Tokio

M4 Bevölkerungsstrukturdiagramm Japan 2023

[www.populationpyramid.net/japan; Zugriff am: 18.10.2024]
M5 Modell des demographischen Übergangs

[https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/demographischer-uebergang/1585, Zugriff am: 03.07.2024]
M6 Zukunft Japans gesichert? Maßnahmen gegen den demographischen Wandel
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Folgende physikalische Verwitterungsprozesse sind möglich:
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Frostsprengung
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Insolationsverwitterung
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Wurzelsprengung

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steile Hänge
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tief eingeschnittenes Tal (Kerbtal, Kerbsohlental bzw. V-Tal), deutliche Höhenunterschiede (von ca. 220 m auf 440 m)
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schmale Talsohle
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ehemals stark mäandrierender Verlauf
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starke Erosion der Prallhänge des Mäanderbogens
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Versteilung der Prallhänge
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Durchbruch des Mäanderbogens durch weitere Erosion an den Prallhängen, damit Trockenfallen der Mäanderschlinge (Umlaufberg, Altarm) und Verkürzung des Flusslaufs
Winter (Januar)
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Heranführen von Luftmassen aus nördlicher Richtung (Nordwestmonsun)
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Wolkenbildung durch Aufstieg von Luftmassen mit Abkühlung und Kondensation an der Nordseite des Fuji (Luvseite)
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(Absteigen von Luftmassen an der Südseite des Fuji mit Wolkenauflösung)
Sommer (Juli)
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Heranführen von Luftmassen aus südlicher Richtung (Südostmonsun)
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Absteigen von Luftmassen an der Nordseite des Fuji mit Erwärmung und Wolkenauflösung (Leeseite)
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(Wolkenbildung durch Aufstieg von Luftmassen an der Südseite des Fuji)
Gemeinsamkeiten:
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Langzeittrend der ländlichen Stationen und der Station Tokio zeigt steigende Werte (Hinweis auf Klimawandel)
Unterschiede:
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durchgängig höhere Werte in Tokio als bei den ländlichen Stationen
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größerer Anstieg der Trendlinienwerte Tokios (von ca. 14,1 °C auf 17 °C) im Gegensatz zum Umland (von ca. 13 °C auf ca. 14,7 °C)
Mögliche stadtklimatische Ursachen:
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höherer Versiegelungsgrad bzw. zunehmende Versiegelung
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mehr anthropogene Wärmequellen bzw. stärkere/wirksamere anthropogene Wärmequellen
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reduzierter Luftaustausch durch immer dichtere/höhere Bebauung
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mehr anthropogene Emissionen („Dunstglocke“)
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(intensiverer städtischer Wärmeinseleffekt)
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Heranführen kühlerer Luft aus der Bucht von Tokio (Reduzierung der Feinstaubkonzentration) begrenzt auf das Stadtinnere Sachurteil: eher geringere Wirksamkeit
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Abkühlung nur im unmittelbaren Umfeld der Bushaltestellen Sachurteil: begrenzte Wirksamkeit
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Reduktion des CO2-Ausstoßes der Busflotte durch die Umstellung von Diesel- auf Elektro-Busse, Senkung der Aerosole und somit Verringerung des Dunstglockeneffekts Sachurteil: indirekte Wirksamkeit
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Erhöhung der Verdunstungsrate / Reduktion der Wärmeaufnahme nur im Umfeld des Dachgartens Sachurteil: begrenzte Wirksamkeit
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hohe Lebenserwartung mit großer Anzahl alter Menschen (ca. 30 % über 64 Jahre)
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mehr Frauen über 64 Jahre als Männer über 64 Jahre
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geringe Anzahl von Kindern und Jugendlichen (ca. 16 % unter 20 Jahre) mit abnehmender Tendenz
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größte Bevölkerungsanteile in den Altersgruppen zwischen 45 und 54 Jahren (ca. 15 %)
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stark alternde Gesellschaft (mit schrumpfender Bevölkerung)
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(Urnenform)
Einordnung in Phase 4 oder 5:
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sehr niedrige Geburtenrate
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niedrige Sterberate
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hohe Lebenserwartung
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(Bevölkerungsrückgang)
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(auch über Urnenform möglich)
Maßnahmen, die gegen die Aussage sprechen (Bekämpfung der Ursachen):
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Finanzielle Entlastung für Familien mit Kindern; dadurch Anreiz zu mehr Kindern, Erhöhung der Geburtenrate
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Ausländische Arbeitskräfte mit Perspektive auf ein dauerhaftes Bleiberecht, Gründung von Familien in Japan möglich, dadurch Reduktion des Bevölkerungsrückgangs und Veränderung der Bevölkerungsstruktur (Zuwanderung), dadurch Senkung des Altersdurchschnitts
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Zeitliche Entlastung von Arbeitskräften, Zeit für Familie und Partnerschaft; dadurch mehr Familiengründungen, mehr Kinder, Erhöhung der Geburtenrate
Maßnahmen, die für die Aussage sprechen (Bekämpfung der Folgen):
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Bekämpfung des Arbeitskräftemangels durch spätere Verrentung; dadurch Bekämpfung des Fachkräftemangels, keine Auswirkung auf Altersstruktur
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Ausländische Arbeitskräfte mit Option auf Bleiberecht, nur zeitlich begrenzter Aufenthalt in Japan möglich; dadurch Milderung des Fachkräftemangels, keine Auswirkung auf Bevölkerungsentwicklung
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Verstärkter Einsatz von Technologie und Maschinen; dadurch Bekämpfung von Fachkräftemangel und Pflegenotstand, aber keine Auswirkung auf Altersstruktur
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Erleichterungen des Lebens älterer Menschen, dadurch humanere Bedingungen, aber keine Auswirkung auf Altersstruktur
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(Zeitliche Entlastung von Arbeitskräften, Zeit für Familie und Partnerschaft; durch mehr Freizeit nicht zwangsläufig mehr Familiengründungen und Erhöhung der Geburtenrate)