Schwerpunktthema 1 – Im Horizont der Gottesfrage Lebenswirklichkeit reflektieren
Hinweis: Du erhältst zwei Aufgaben, von denen du eine auswählen uns bearbeiten sollst.
Gib die Hauptaussagen des Textes von Jan-Heiner Tück (Material 1) wieder. Füge den Aussagen Zeilenangaben hinzu.
Stelle das Vorgehen der verschiedenen Akteure gegen Jesus nach Mk 14,1-15,15 dar und erläutere, dass hier den Juden die Verantwortung am Tod Jesu zugeschrieben wird.
Begründe, dass das christologische Bekenntnis, der Gekreuzigte ist der Messias, im Auferweckungsglauben der frühen Christinnen und Christen wurzelt.
Erkläre ausgehend von einer neutestamentlichen Textstelle das Konzept der Entfeindungsliebe.
Das christliche Kreuz hat im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Behörden oder als Gipfelkreuz, nichts zu suchen. Setze dich mit dieser Position auseinander. Berücksichtige dabei Material 2.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Das Kreuz bleibt anstößig
[Tück, Jan-Heiner: Crux. Über die Anstößigkeit des Kreuzes, Freiburg 2023, S. 16-18]
(zu Prüfungszwecken bearbeitet)
Material 2: Das Kreuz provoziert
Quelle; letzter Zugriff am 08.01.2026
(zu Prüfungszwecken bearbeitet)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich I.
Der Operator „wiedergeben“ verlangt hier, dass der Inhalt des Textes unter Verwendung der Fachsprache in eigenen Worten ausgedrückt wird.
Die Aufgabenstellung erfordert, dass die Hauptaussagen des Textes erkannt, eigenständig formuliert und mit Zeilenangaben versehen werden.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Sachgemäßheit des Textverständnisses, Differenzierung zwischen Wichtigem und weniger Wichtigem.
Die Hauptaussagen des Textes können wie folgt wiedergegeben werden:
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Das Kreuz als anstößiges Symbol macht die unbequemen Wirklichkeiten des Leides vor allem von Menschen und Gruppen, denen die gesellschaftliche Aufmerksamkeit versagt bleibt, sichtbar. (M 1, Z. 1-7)
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Als subversives Zeichen verneint das Kreuz durch den Querstrich die Ambitionen der Mächtigen und durchbricht symbolisch durch den senkrechten Strich deren Macht. (M 1, Z. 7-9)
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Die aufragende Senkrechte in Richtung Himmel kann auch als Hinweis verstanden werden, sich nicht in der von Zerstreuung geprägten immanenten Welt zu verlieren. (M 1, Z. 10-13)
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Die unlösbare Verschränkung der beiden Richtungen des Kreuzsymbols richtet sich dagegen, die Transzendenz zu vergessen, und weitet im Sinne der bereits in der Tora verankerten Ethik Jesu den Blick für die anderen. (M 1, Z. 14-20)
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Die Rede vom Kreuz ist immer auch eine Rede über die Schuld der Täter und Mitläufer und über das Böse im Menschen. Zugleich unterbricht der selbstkritische Blick auf das Kreuz die Mechanismen der Abwälzung von Schuld. (M 1, Z. 21-27)
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Das Kreuz als Spiegel ermöglicht aber auch die Erfahrung des Angenommenseins, der Versöhnung und des Verzichts der Beschuldigung anderer. In ihm kommt die therapeutische Kraft der jesuanischen Gewaltlosigkeit zum Ausdruck, die erduldet und auf Gegengewalt verzichtet. (M 1, Z. 28-34)
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Die Haltung, vergeben zu können, ermöglicht Versöhnung in Beziehungen. Der andere kann als Mensch gesehen werden, der ebenso vergebungsbedürftig ist. Durch die Aufgabe der Rechthaberei können innere Verhärtungen gelöst und ein Neuanfang ermöglicht werden. (M 1, Z. 34-41)
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Die Bedeutungsaspekte des Kreuzes sind durch die schwindende Präsenz des Kreuzes in öffentlichen Gebäuden immer weniger erkennbar, da die moderne Gesellschaft wie auch die Religionen ständig unter dem Druck stehen, sich zu verändern und zu transformieren. (M 1, Z. 42-46)
Die Aufgabenstellung zielt auf die Anforderungsbereiche I und II.
Der Operator „darstellen“ (Anforderungsbereich I) verlangt hier, die Hauptaussagen eines Textes mit eigenen Worten darzulegen.
Der Operator „erläutern“ (Anforderungsbereich II) verlangt hier, einen Sachverhalt ggf. mit zusätzlichen Informationen nachvollziehbar zu veranschaulichen.
Die Aufgabenstellung erfordert, dass zunächst das Vorgehen der verschiedenen Akteure gegen Jesus nach Mk 14,1-15,15 dargestellt und dann erläutert wird, dass hier den Juden die Verantwortung am Tod Jesu zugeschrieben wird.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Umfang der Kenntnisse und Einsichten, Sachgemäßheit des Textverständnisses, Sachgemäßheit des Problemverständnisses.
Das Vorgehen der verschiedenen Akteure gegen Jesus kann folgendermaßen dargestellt werden:
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Der Prozess gegen Jesus gliedert sich in ein Verhör vor dem Hohen Rat durch die Hohenpriester und den eigentlichen Prozess vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus.
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Nach seiner Gefangennahme auf Veranlassung des Hohen Rates wird Jesus vor alle Hohenpriester, Ältesten und Schriftgelehrten geführt. Der Hohe Rat bemüht sich um Zeugenaussagen gegen Jesus mit dem Ziel, Jesus zum Tod verurteilen zu können (Mk 14,53-57).
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Jesus schweigt selbst nach Aufforderung durch die Hohenpriester zu den falschen und widersprüchlichen Aussagen, die gegen ihn vorgebracht werden. Die Frage, ob er der Sohn des Hochgelobten, der Messias, sei, bestätigt Jesus mit den Worten: „Ich bin es.“ (Mk 14,62). Dies wird als Gotteslästerung bewertet und führt zu dem einstimmigen Urteil, dass Jesus des Todes schuldig ist (Mk 14,64). Die Hohenpriester beschließen, da sie selbst ein Todesurteil weder fällen noch vollstrecken dürfen, Jesus dem römischen Statthalter Pilatus auszuliefern (Mk 15,1).
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Pilatus bringt die Anklage gegen Jesus in der Frage vor, ob er der König der Juden sei, worauf Jesus antwortet: „Du sagst es.“ (Mk 15,2). Die Hohenpriester bringen noch weitere Anklagepunkte vor. Auf Nachfrage des Pilatus schweigt Jesus (Mk 15,5).
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Pilatus fragt die Volksmenge, ob er den König der Juden freilassen solle. Die Hohenpriester wiegeln jedoch das Volk gegen Jesus auf, so dass er schließlich von Pilatus zur Geißelung und Kreuzigung ausgeliefert wird.
In der Passion Jesu nach Markus wird die Verantwortung für den Tod Jesu den Juden zugeschrieben. Dies kann an der Darstellung der Hohenpriester, des römischen Statthalters Pontius Pilatus und der jüdischen Volksmenge festgemacht werden. Das kann z. B. folgendermaßen veranschaulicht werden:
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Die Hohenpriester sind für die Verhaftung verantwortlich, die „mit List“ (V. 14,1) und mit der Absicht ihn zu töten durchgeführt wird.
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Im Verhör suchen die Hohenpriester mit Hilfe falscher Zeugen nach einem Verurteilungsgrund.
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Jesus wird nicht wegen eines religiösen Vergehens, sondern wegen des Kapitalverbrechens des Hochverrats an Pilatus überstellt, um so ein Todesurteil zu erwirken – ein Ziel, das die Hohenpriester auch mit der Aufwiegelung des Volkes gegen Jesus verfolgen.
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Der römische Statthalter, der zugleich als Richter fungiert, wird im Vorgehen gegen Jesus deutlich zurückhaltender als die Hohenpriester dargestellt. Dies kommt z. B. durch die Bemerkung zum Ausdruck, dass er sich wundert. Zudem fordert er Jesus auf, sich zu verteidigen. Durch seine Frage an die Menge, was er tun soll, wird die Verantwortung auf das Volk gelenkt.
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Die Menge des jüdischen Volkes wird als leicht manipulierbar und ähnlich wie die Hohenpriester als von niederen Beweggründen geleitet dargestellt.
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Aus historischer Sicht hatte nur Pilatus als römischer Statthalter das Recht, Todesurteile zu fällen. Auf Grund der Anklage des Hochverrats war dieses Urteil auch folgerichtig. Pilatus hingegen entspricht, auch wenn er nicht gänzlich vom Vorwurf gegen Jesus überzeugt ist, den Forderungen der Hohenpriester und fällt das Urteil zur Kreuzigung, auch um dem Votum der Volksmenge Rechnung zu tragen.
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Insgesamt agieren die Hohenpriester im Prozess als treibende Kraft, denen Pilatus mit seinem Todesurteil nachgibt. Dadurch wird die Verantwortung für den Tod Jesu auf den Hohen Rat verlagert. Entgegen den historischen Fakten wird Pilatus entlastet und so der Schuldanteil der Juden vergrößert.
Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich II.
Der Operator „begründen“ verlangt hier, eine Aussage durch Argumente zu stützen.
Die Aufgabenstellung erfordert, die Aussage, wonach das christologische Bekenntnis, der Gekreuzigte ist der Messias, im Auferweckungsglauben der frühen Christinnen und Christen wurzelt, durch Argumente zu stützen.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Genauigkeit der Kenntnisse, Stimmigkeit der Darstellung.
Die Aussage, wonach das christologische Bekenntnis, der Gekreuzigte ist der Messias, im Auferweckungsglauben der frühen Christinnen und Christen wurzelt, kann z. B. durch folgende Argumente gestützt werden:
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Für christologische Aussagen im NT ist charakteristisch, dass die Aussagen über Jesus immer auch Bekenntnisse der frühen Christinnen und Christen zu ihm sind.
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In den Hoheitstiteln, die die frühen Christinnen und Christen für Jesus formuliert haben, wie z. B. Erlöser oder Sohn Gottes, reflektieren sie ausgehend von der biblisch-jüdischen Tradition ihre Vorstellung von Jesus im Licht von Tod und Auferweckung. In großer Souveränität greifen sie tradierte Vorstellungen und Begriffe auf, um deutlich zu machen, dass sich in Jesus die Verheißung erfüllt hat. Mit den Hoheitstiteln bekennen sie ihren Glauben an Christus.
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Ob Jesus selbst oder seine Jüngerinnen und Jünger die Hoheitstitel schon zu seinen Lebzeiten verwendet haben, ist unsicher. Sie sind mit Sicherheit aber theologische Reflexionen der frühen Christinnen und Christen, die sich nach Tod und Auferweckung Jesu in der Verkündigung und im Gemeindeleben etabliert haben.
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Der christologische Hoheitstitel Messias – oder Christus – bedeutet „der Gesalbte“. Ursprünglich war diese Bezeichnung in alttestamentlicher Zeit ein Ehrentitel der Könige und der Hohenpriester, die bei ihrer Amtseinführung mit Öl gesalbt wurden.
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In nachexilischer Zeit verband sich mit diesem Titel die lebendige Hoffnung auf einen Messias, der Israel befreit und in seine Selbstbestimmung als Gottes Volk zurückführt.
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Die frühen Christinnen und Christen haben innovativ den Messias-Titel mit Jesu Tod und Auferweckung verknüpft, vgl. z. B. Apg 2,36. So konnten sie mit dieser Verbindung die Wiederkunft Christi als Aufrichtung seiner Königsherrschaft verstehen und zugleich seinen Tod soteriologisch als Sühnetod – in der Tradition des leidenden Gerechten – mit der Messiasvorstellung zusammendenken.
Gemäß den Vorgaben der EPA nimmt diese Aufgabe Bezug auf das Schwerpunktthema II.
Die Aufgabe zielt auf den Anforderungsbereich II.
Der Operator „erklären“ verlangt hier, dass der Sachverhalt ggf. mit zusätzlichen Informationen und Beispielen nachvollziehbar veranschaulicht wird.
Die Aufgabenstellung erfordert, dass ausgehend von einer neutestamentlichen Textstelle das Konzept der Entfeindungsliebe erklärt wird.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Umfang der Kenntnisse und Einsichten, Klarheit der Gedankenführung.
Bei der Erklärung kann z. B. von Mt 5,38-42 oder Mt 5,43-48 ausgegangen werden. Durch Mt 5,43-48, kann das Konzept der Entfeindungsliebe z. B. folgendermaßen nachvollziehbar veranschaulicht werden:
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In den sogenannten Antithesen der Bergpredigt, Mt 5,21-48, finden sich in pointierter Weise Anspruch und Zumutung der Botschaft Jesu, in denen er das in der Tora Gebotene vertieft und zuspitzt.
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Die Worte Jesu beginnen mit einem veränderten Zitat aus Lev 19,18. Mt setzt an die Stelle des „wie Dich selbst“ aus Lev 19,18 folgende Formulierung: „[…] und deinen Feind hassen“ (V. 43).
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In V. 44 und 45 dehnt Jesus das Liebesgebot auf den Feind aus und verknüpft es theologisch damit, dass Gott als Schöpfer selbst Feindesliebe praktiziert.
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Die rhetorischen Fragen Jesu in V. 46f. machen deutlich, dass die Konzentration der Liebe zum Nächsten nicht ausreicht, um die mögliche Spirale von Feindschaft und Gewalt zu unterbrechen.
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V. 48 liefert das theologische Motiv für die Feindesliebe: Der Mensch wird in der Nachahmung von Gottes Liebeshandeln seiner Gottesebenbildlichkeit gerecht. Diese radikale Theozentrik Jesu macht deutlich, dass Gott auch den Sünder liebt – ohne aber seine Sünde gutzuheißen.
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An der sechsten Antithese entzündet sich in besonderer Weise die Frage nach der Erfüllbarkeit der Forderungen Jesu, die scheinbar einerseits den Menschen in ihrem radikalen ethischen Anspruch überfordern und andererseits als unrealistisch vor der Faktizität der Wirklichkeit angesehen werden.
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Der jüdische Theologe Pinchas Lapide hat in Auslegung dieser Antithese den Begriff der Entfeindungsliebe verwendet, um dem Begriff der Liebe eine konkrete Handlungsrichtung zu geben. Jesus meint nach seinem Verständnis nicht, den Feind in dem Maße zu lieben, wie ich einen mir nahen Menschen liebe, sondern so zu handeln, dass der andere kein Feind bleibt.
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In der Entfeindungsliebe geht es nicht um die Gefahr einer möglichen Unterwerfung, sondern um ein aktives Tun und auch um einen Umgang mit dem anderen, der dazu führt, dass er sein feindseliges Verhalten ablegt. In einem solchen Umgang wird der andere als Mitgeschöpf ernstgenommen, ohne dass sich der so Handelnde aufgibt oder vor dem anderen kapituliert.
Die Aufgabenstellung zielt auf den Anforderungsbereich III.
Der Operator „sich auseinandersetzen mit“ verlangt hier, ein begründetes eigenes Urteil zu einer Position zu entwickeln.
Die Aufgabenstellung erfordert, sich mit der Position auseinanderzusetzen, wonach das christliche Kreuz im öffentlichen Raum nichts zu suchen hat.
V. a. folgende Kriterien sind relevant: Sachgemäßheit und Komplexität des Problemverständnisses, Vielfalt der Aspekte, Klarheit der Gedankenführung.
Für die Bestätigung der Position, dass das christliche Kreuz im öffentlichen Raum nichts zu suchen hat, können folgende Argumente angeführt werden:
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Die weltanschauliche Neutralität des Staates macht erforderlich, keine Religionsgemeinschaft oder Kirche zu bevorzugen. Der Staat hat dafür Sorge zu tragen, dass die Ausgewogenheit in der Sichtbarkeit religiöser Symbole im öffentlichen Raum gewahrt bleibt. Dies ist am ehesten durch die Reduzierung und Entfernung dieser Symbole bzw. den Verzicht auf sie im öffentlichen Raum gewährleistet.
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Da religiöse Symbole mehrdeutig sind und dadurch missverstanden werden können, es zudem dem Staat nicht zusteht, „zu erklären, was das Kreuz bedeute[t]“ (M 2, Z. 8), sollte auf religiöse Symbolik im öffentlichen Raum weitestgehend verzichtet werden.
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Es besteht die Gefahr, dass der Staat das Kreuz lediglich als kulturelles Symbol versteht und es so „enteignet“ (M 2, Z. 8) oder gar für eigene Zwecke missbraucht.
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Das Kreuz, vor allem mit der Darstellung eines gefolterten und misshandelten Menschen, kann gerade im öffentlichen Raum als Provokation verstanden und als ästhetische oder emotionale Zumutung empfunden werden.
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In einer säkularen Gesellschaft verliert die Sichtbarkeit von religiösen Symbolen, und damit auch das Kreuz, zunehmend an Plausibilität.
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Die deutlich sichtbare Präsenz des Kreuzes im öffentlichen Raum widerspricht der gesellschaftlichen bzw. weltanschaulichen Realität in einem säkularen Staat.
Gegen die Position, dass das christliche Kreuz im öffentlichen Raum nichts zu suchen hat, können folgende Argumente angeführt werden:
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Kreuze in der Öffentlichkeit bringen die „geschichtliche und kulturelle Prägung“ (M 2, Z. 3f.) des Landes zum Ausdruck. Dies zeigt sich u. a. im Aufstellen und Aufhängen von Kreuzen im öffentlichen Raum.
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Die Präsenz von Kreuzen in Behörden und auf Berggipfeln hat eine lange Tradition und steht so für die Kontinuität der christlichen Prägung und die damit verbundenen Grundwerte.
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Im Kreuz kommt ein „sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung“ (M 2, Z. 4f.) zum Ausdruck. Diese Werte werden dadurch nachhaltig in ihrer Geltung in Erinnerung gerufen und so gestärkt.
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Die Darstellung eines leidenden Menschen in der Öffentlichkeit bringt das Leiden der Menschen in der Welt in den Blick. Es kann für das Leid sensibilisieren, vor allem dort, wo es tabuisiert und ignoriert wird.
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Das Kreuz erfüllt als „Zeichen des Widerspruchs gegen Gewalt, Ungerechtigkeit, Sünde und Tod“ (M 2, Z. 11f.) eine wichtige Funktion für die Aufrechterhaltung des sozialen Friedens in der Gesellschaft.
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Der provokative Effekt des Kreuzes belebt den gesellschaftlich wichtigen Diskurs darüber, was es bedeutet, „in einem christlich geprägten Land zu leben“ (M 2, Z. 16f.). An diesem Diskurs müssen alle unabhängig von ihrer Religion oder Weltanschauung teilnehmen können. Folglich müssen auch die Kirchen für das Recht aller Religionen, ihre Symbole in der Öffentlichkeit zu präsentieren, eintreten.
In der Auseinandersetzung kann einer Position zugestimmt werden, sie abgelehnt werden oder zu einem abwägenden Urteil gelangt werden.