Pflichtaufgabe
Bei der Basketball-Weltmeisterschaft 2023 holte sich die deutsche Nationalmannschaft erstmalig den Titel. Basketball ist eine Mannschaftssportart, die Geschwindigkeit, Athletik und Strategie vereint. In der Athletikkonzeption des Deutschen Basketballbundes (DBB) findet sich folgender Textauszug:
„Basketball zeichnet sich durch einen stetigen und schnellen Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung aus. Belastungsphasen unterschiedlicher Länge und Intensität werden von kurzen Phasen der Erholung unterbrochen. […] Dementsprechend lassen sich die körperlichen Leistungsindikatoren wie folgt zusammenfassen: „Neben technisch-taktischen Ansprüchen bestimmen sowohl die Schnelligkeit als auch die Möglichkeit über mindestens 40 Minuten die Spielintensität aufrecht zu erhalten den Erfolg im Basketball“ (Schnittker et al., 2009). […]
Ein weiterer Blick auf die strukturellen Anforderungen macht deutlich, dass die lange Saison mit ihren vielen Spielen, Reisen und Trainingseinheiten hohe Belastungsumfänge an den Spieler stellt. Folglich ist die Widerstandsfähigkeit des Athleten, um hohe Belastungsumfänge […] zu tolerieren, eine weitere Leistungsvoraussetzung.“
[„Athletikkonzeption des DBB“ https://www.basketball-bund.de/wp-content/uploads/Athletikkonzeption-DBB.pdf; Zugriff am 28.03.24]
Charakterisiere die beiden in der Athletikkonzeption des DBB beschriebenen konditionellen Fähigkeiten.
Nenne die zwei weiteren konditionellen Fähigkeiten und belege deren Bedeutung für das Basketballspiel anhand jeweils einer spieltypischen Aktion.
Die im Text genannten technischen Ansprüche erfordern zusätzlich ein hohes Maß an koordinativen Fähigkeiten.
Nenne zwei für einen Basketballspieler relevante koordinative Fähigkeiten und begründe die Auswahl jeweils anhand eines Beispiels.
Abbildung 1 zeigt das Verhältnis von allgemeinem und speziellem Athletiktraining in Abhängigkeit vom Alter gemäß der Athletikkonzeption des DBB.
Abbildung 1: Athletikkonzeption DBB: Verhältnis von allgemeinem und speziellem Athletiktraining
[https://www.basketball-bund.de/wp-content/uploads/Athletikkonzeption-DBB.pdf; Zugriff am 28.03.24]
Beschreibe die Zielsetzungen eines allgemeinen und eines speziellen Athletiktrainings. Erläutere die in Abbildung 1 dargestellte Verteilung von allgemeinen und speziellen Trainingsinhalten mithilfe eines geeigneten Trainingsprinzips.
Eine zentrale Bewegungsform des Basketballspiels ist das Springen. Bei vielen Sprüngen, wie zum Beispiel bei einem Sprung zum Rebound, ist eine möglichst große Sprunghöhe von entscheidender Bedeutung.
Nenne die für einen Rebound dominierende Kraftfähigkeit.
Ordne dieser Kraftfähigkeit den für sie entscheidenden Muskelfasertyp zu und charakterisiere diesen anhand von vier Leistungsmerkmalen.
Tabelle 1 zeigt drei verschiedene Belastungsgefüge zum Training der am Sprung beteiligten Muskulatur der Beinstrecker.
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Methode 1 |
Methode 2 |
Methode 3 |
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Belastungsintensität |
90-100 % |
40-60 % |
70-85 % |
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Belastungsumfang |
1-5 Wiederholungen 3-5 Serien |
20-40 Wiederholungen 5-8 Serien |
10-15 Wiederholungen 3-6 Serien Belastungsdichte |
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Belastungsdichte |
5-6 Min. Serienpause |
30-60 Sek. Serienpause |
2-3 Min. Serienpause |
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Ausführung |
zügig/explosiv |
langsam bis zügig |
langsam |
Tabelle 1: Belastungsgefüge zum Training der Beinstrecker
[Eigene Darstellung IBBW]
Definiere den Begriff Trainingsmethode.
Ordne jedem Belastungsgefüge aus Tabelle 1 eine passende Methode des Krafttrainings zu.
Nenne zu jeder genannten Trainingsmethode die vorwiegende physiologische Anpassung.
Erläutere deren Bedeutung für das Basketballspiel anhand jeweils einer Spielsituation.
In der Vorbereitung zu großen Turnieren werden zu Zwecken der Leistungsdiagnostik im Basketball Laktatstufentests durchgeführt. Dabei wird alle drei Minuten die Laufgeschwindigkeit gesteigert. Abbildung 2 zeigt das Schaubild einer Laktatkurve eines Basketballnationalspielers.
Abbildung 2: Laktatleistungskurve
[Eigene Darstellung IBBW]
Erkläre den Verlauf der Laktatkurve anhand der dominierenden Energiegewinnungswege. Charakterisiere die aerobe und die anaerobe Schwelle und bestimme für die jeweilige Schwelle die entsprechende Herzfrequenz mithilfe von Abbildung 2.
Erstelle unter Angabe der Laufgeschwindigkeit ein Belastungsgefüge für die intensive kontinuierliche Dauermethode, um die aerobe Energiegewinnung für den in Abbildung 2 dargestellten Probanden zu verbessern.
In den Abbildungen 3-5 ist jeweils der zeitliche Verlauf der Bodenreaktionskraft bei typischen Wurfaktionen im Basketball dargestellt.
Abbildung 3
Abbildung 4
Abbildung 5
[Eigene Darstellung IBBW]
Beschreibe zu jeder der dargestellten Kraft-Zeit-Kurven (Abbildung 3-5) die entsprechende Bewegung und ordne diese einer typischen Wurfaktion im Basketball zu.
Bei einem Distanzwurf im Basketball soll der Ball so abgeworfen werden, dass er durch die Unterarm-Hand-Bewegung eine Rückwärtsrotation erfährt. Oft fehlt bei Würfen von Anfängern diese Rotation oder es entsteht sogar eine Vorwärtsrotation, zudem geraten die Würfe häufig zu kurz.
Erläutere aus biomechanischer Sicht, wie die drei Rotationsvarianten entstehen. Erkläre mithilfe eines biomechanischen Prinzips, wie die Wurfweite erhöht werden kann.
Beim WM-Titelgewinn 2023 stach der Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, Dennis Schröder, in entscheidenden Situationen dadurch heraus, dass er immer wieder mehr Verantwortung als seine Mitspieler übernahm und entscheidende Punkte erzielte.
Erkläre mit dem Risiko-Wahl-Modell von Atkinson, warum manche Spieler in engen Spielsituationen den Ball fordern, während andere den Ball eher nicht haben wollen.
Nach dem historischen Sieg der deutschen Basketballer bei der Weltmeisterschaft 2023 schrieb die Fachzeitschrift WirtschaftsWoche am 21. September 2023:
„Schröder statt Müller: Der neue Basketball-Hype
Basketball-Hype in Deutschland? Der WM-Sieg verspricht wachsendes Interesse an der Sportart – und damit auch mehr Einnahmen. [...] Immer mehr Kinder werden sich in Clubs anmelden, und auf Bolzplätzen im Land werden jetzt Körbe statt Tore montiert.“
[https://www.wiwo.de/finanzen/boerse/basketball-schroeder-statt-mueller-der-neue-basketball-hype/29401202.html; Zugriff am 07.05.2024]
Nenne drei gesellschaftliche Funktionen von gemeinnützig ausgerichteten Vereinen und beschreibe diese Funktionen jeweils anhand eines Beispiels.
Erläutere anhand von drei konkreten Beispielen die Zusammenhänge des wachsenden Interesses an der Sportart und den im Zitat genannten „mehr Einnahmen“.
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Ausdauer: Die physische und psychische Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung bei lang andauernden Belastungen sowie die Fähigkeit, sich nach solchen Belastungen schnell zu regenerieren.
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Schnelligkeit: Die Fähigkeit des Nerv-Muskel-Systems, motorische Aktionen unter festgelegten Bedingungen in einer minimal kurzen Zeitspanne auszuführen.
Nennung und Beleg
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Kraft: Basketball erfordert vor allem Schnellkraft und Kraftausdauer. Beim Blocken eines gegnerischen Wurfs ist explosive Sprungkraft entscheidend, ebenso wie die Rumpfstabilität beim Ausboxen (Box-out) unterm Korb.
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Beweglichkeit: Sie ist Voraussetzung für eine ökonomische und verletzungsfreie Technikausführung. Eine gute Schulterbeweglichkeit ist essenziell für eine saubere Wurftechnik (Follow-through), während Hüftmobilität tiefe Verteidigungspositionen (Defensive Stance) ohne Haltungsschäden ermöglicht.
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Differenzierungsfähigkeit Diese Fähigkeit ermöglicht die Feinabstimmung von Teilkörperbewegungen und einen präzisen Krafteinsatz („Ballgefühl“). Begründung am Beispiel: Beim Basketball ist diese Fähigkeit essentiell für den Korbwurf aus unterschiedlichen Distanzen. Der Spieler muss den Krafteinsatz der Arme und Beine fein differenziert anpassen, je nachdem, ob er einen nahen Korbleger oder einen weiten Dreipunktewurf ausführt, damit der Ball das Ziel trifft.
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Orientierungsfähigkeit Sie ermöglicht es dem Sportler, die Lage und Veränderung des Körpers in Raum und Zeit zu bestimmen und zielgerichtet anzupassen. Begründung am Beispiel: Ein Spieler benötigt Orientierungsfähigkeit beim Rebound. Er muss die Flugkurve des Balls einschätzen, die Position der Mit- und Gegenspieler (im Rücken) wahrnehmen und seine eigene Position zum Korb ("Box-out") rechtzeitig so verändern, dass er den abprallenden Ball fangen kann.
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Reaktionsfähigkeit Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit, auf Signale oder Situationsänderungen schnellstmöglich eine zweckmäßige motorische Aktion einzuleiten. Begründung am Beispiel: In der 1-gegen-1-Situation im Angriff muss der Ballführer blitzschnell auf eine Bewegung des Verteidigers reagieren (das Signal). Greift der Verteidiger beispielsweise nach dem Ball (Steal-Versuch), muss der Angreifer in Bruchteilen von Sekunden entscheiden und reagieren, ob er die Seite wechselt (Crossover) oder den Ball passt.
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Gleichgewichtsfähigkeit Diese Fähigkeit dient dazu, den gesamten Körper im Gleichgewichtszustand zu halten oder diesen nach umfangreichen Körperverlagerungen wiederherzustellen. Begründung am Beispiel: Nach einem Sprungwurf mit Körperkontakt (z. B. "Fadeaway") landet der Spieler oft instabil. Die Gleichgewichtsfähigkeit sorgt hier dafür, dass er die Landung sicher abfangen kann, ohne zu stürzen oder Schrittfehler zu begehen, und sofort wieder spielbereit für die nächste Aktion (z. B. Defense) ist.
Beschreibung der Zielsetzungen: Das allgemeine Athletiktraining zielt auf eine umfassende und vielseitige körperliche Grundausbildung ab. Hierbei werden alle motorischen Hauptbeanspruchungsformen (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination) sportartübergreifend geschult, um eine breite Belastbarkeit des Haltungs- und Bewegungsapparates zu gewährleisten und ein umfangreiches Bewegungsrepertoire aufzubauen. Das spezielle Athletiktraining hingegen fokussiert sich auf die Ausprägung derjenigen Fähigkeiten, die für das spezifische Anforderungsprofil der Sportart (hier: Basketball) leistungsbestimmend sind. Ziel ist die direkte Übertragung der physischen Leistungsfähigkeit in die wettkampfspezifische Leistung.
Erläuterung der Verteilung (Abbildung 1): Die in Abbildung 1 dargestellte Entwicklung lässt sich mit dem Prinzip der zunehmenden Spezialisierung erklären. Die Grafik zeigt, dass im Grundlagenbereich ("FUNdamentals", U10) das Training zu 80 % aus allgemeinen und nur zu 20 % aus speziellen Inhalten besteht. Dies dient dem Aufbau einer breiten psychophysischen Belastbasis. Im Verlauf des langfristigen Leistungsaufbaus kehrt sich dieses Verhältnis um. Da der Organismus sich an die allgemeinen Reize anpasst, sind für weitere Leistungssteigerungen im Hochleistungsbereich ("Train to Win", U20) vermehrt spezifische Trainingsreize notwendig. Folglich dominiert am Ende der Ausbildung der spezielle Anteil mit 80 %, während das allgemeine Training auf 20 % reduziert wird, um die spezifische Höchstleistung zu ermöglichen.
Dominierende Kraftfähigkeit: Für den Rebound im Basketball ist die Schnellkraft die dominierende Kraftfähigkeit. Da der Spieler eine möglichst große Sprunghöhe in kürzester Zeit erreichen muss, ist entscheidend, dass das neuromuskuläre System einen möglichst großen Impuls innerhalb der verfügbaren Zeit generiert. (Hinweis: Da die Schnellkraft stark von der Maximalkraft abhängt, bildet diese die Basis).
Zuordnung und Charakterisierung des Muskelfasertyps: Der für die Schnellkraft entscheidende Muskelfasertyp sind die FT-Fasern (Fast-Twitch-Fasern). Diese lassen sich anhand folgender vier Leistungsmerkmale charakterisieren:
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Hohe Kontraktionsgeschwindigkeit: FT-Fasern können sehr schnell reagieren und verkürzen, was für explosive Bewegungen wie Sprünge essenziell ist.
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Schnelle Ermüdung: Physiologisch betrachtet besitzen sie eine nur geringe Ermüdungswiderstandsfähigkeit und sind für langanhaltende Belastungen ungeeignet.
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Anaerober Stoffwechsel: Biochemisch zeichnen sie sich durch hohe Vorräte an energiereichen Phosphaten und Glykogen sowie entsprechende Enzyme für die anaerobe Energiebereitstellung aus.
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Großer Faserquerschnitt: Morphologisch weisen FT-Fasern im Vergleich zu ST-Fasern einen größeren Durchmesser auf, was eine höhere Spannungsentwicklung ermöglicht.
Definition: Unter Trainingsmethoden versteht man planmäßig eingesetzte Verfahren zur Umsetzung von Trainingsinhalten, um spezifische physiologische Anpassungen und damit definierte Trainingsziele zu erreichen.
Zuordnung und Analyse der Belastungsgefüge:
Methode 1: Intramuskuläres Koordinationstraining (IK-Training)
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Zuordnung: Das Belastungsgefüge mit submaximaler bis maximaler Intensität (90-100 %) und geringer Wiederholungszahl (1-5) kennzeichnet das IK-Training.
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Physiologische Anpassung: Primäres Ziel ist die Verbesserung der intramuskulären Koordination. Dies bedeutet eine Optimierung der nervalen Ansteuerung, sodass mehr motorische Einheiten gleichzeitig (synchron) aktiviert werden können. Dies führt zu einem Kraftgewinn ohne nennenswerte Zunahme der Muskelmasse (Verbesserung der Relativkraft).
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Bedeutung für das Spiel: Diese Methode ist essenziell für Aktionen, die maximale Explosivität erfordern, ohne dass unnötige Körpermasse bewegt werden soll. Ein Beispiel ist der vertikale Sprung zum Rebound, bei dem eine maximale Kraftentwicklung in kürzester Zeit entscheidend ist.
Methode 2: Kraftausdauertraining
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Zuordnung: Die niedrige Intensität (40-60 %) kombiniert mit einer sehr hohen Wiederholungszahl (20-40) und kurzen Pausen entspricht der Methode des Kraftausdauertrainings.
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Physiologische Anpassung: Es kommt zu einer Steigerung der Ermüdungswiderstandsfähigkeit der Muskulatur bei langanhaltenden Kraftleistungen. Physiologisch wird dies durch eine Verbesserung der Säuretoleranz und eine Optimierung des anaerob-laktaziden Stoffwechsels sowie der Kapillarisierung erreicht.
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Bedeutung für das Spiel: Diese Fähigkeit ermöglicht es dem Spieler, auch gegen Ende eines Spiels oder nach einer Serie von intensiven Fast-Breaks die muskuläre Leistung aufrechtzuerhalten, ohne dass die Technik (z. B. beim Wurf oder in der Verteidigungshaltung) unter der Ermüdung leidet.
Methode 3: Muskelaufbautraining (Hypertrophietraining)
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Zuordnung: Eine mittlere bis hohe Intensität (70-85 %) bei mittlerer Wiederholungszahl (10-15) ist charakteristisch für das Muskelaufbautraining (im Leistungsbereich).
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Physiologische Anpassung: Die vorwiegende Anpassung ist die Muskelhypertrophie, also die Vergrößerung des Muskelquerschnitts durch Verdickung der einzelnen Muskelfasern. Dies führt zu einer Erhöhung der Absolutkraft und der Körpermasse.
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Bedeutung für das Spiel: Ein erhöhter Muskelquerschnitt und die damit verbundene Massezunahme sind vorteilhaft im physischen Kontakt. Beispielsweise kann ein Spieler sich in einer Eins-gegen-Eins-Situation unter dem Korb (Aufposten) besser gegen den physischen Druck des Verteidigers behaupten oder beim Stellen eines Blocks stabiler stehen.
Erklärung des Laktatkurvenverlaufs anhand der Energiegewinnung: Der Verlauf der Laktatleistungskurve in Abbildung 2 lässt sich in drei Phasen unterteilen:
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Aerobe Phase (10–14 km/h): Der Laktatwert verbleibt auf einem konstanten Basalwert von ca. 1,5 mmol/l. In diesem Bereich wird die benötigte Energie fast ausschließlich über die aerobe Energiegewinnung (Oxidation von Fettsäuren und Kohlenhydraten) bereitgestellt. Die geringe anfallende Laktatmenge wird sofort eliminiert.
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Aerob-anaerober Übergangsbereich (14–18 km/h): Ab 14 km/h steigt der Laktatspiegel an, da der Sauerstoffbedarf nicht mehr vollständig gedeckt werden kann und zunehmend die anaerob-laktazide Energiegewinnung zugeschaltet wird. Bis zu einer Geschwindigkeit von 18 km/h (4 mmol/l) kann der Körper das vermehrt produzierte Laktat jedoch noch zeitgleich abbauen (Laktat-Steady-State).
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Anaerobe Phase (> 18 km/h): Jenseits von 18 km/h steigt die Kurve exponentiell an. Die Energiebereitstellung erfolgt nun dominant anaerob-laktazid. Die Laktatproduktion übersteigt die maximale Eliminationsrate (Laktatproduktion > Laktatelimination), was zu einer schnellen Laktatakkumulation und schließlich zum Leistungsabbruch führt.
Charakterisierung der Schwellen und Bestimmung der Herzfrequenz:
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Aerobe Schwelle (ca. 2 mmol/l): Diese Schwelle kennzeichnet die Belastungsintensität, bis zu der die Energiegewinnung fast ausschließlich aerob erfolgt. Ab hier beginnt der Laktatspiegel deutlich über den Ruhewert zu steigen. Bestimmung aus Abb. 2: Der Wert von 2 mmol/l wird bei ca. 15,5 km/h erreicht. Projiziert man dies auf die Herzfrequenzkurve, ergibt sich eine Herzfrequenz von ca. 170 S/min.
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Anaerobe Schwelle (ca. 4 mmol/l): Diese Schwelle markiert das "maximale Laktat-Steady-State" (MaLSS). Es ist die höchstmögliche Intensität, bei der sich Laktatbildung und Laktatabbau gerade noch die Waage halten. Oberhalb dieser Schwelle kommt es zur unkompensierten Azidose. Bestimmung aus Abb. 2: Der Wert von 4 mmol/l wird exakt bei 18 km/h erreicht. Die zugehörige Herzfrequenz liegt bei ca. 192 S/min.
Belastungsgefüge für die intensive kontinuierliche Dauermethode: Um die aerobe Energiegewinnung (insbesondere die Glykogennutzung und Laktattoleranz) zu verbessern, muss im aerob-anaeroben Übergangsbereich trainiert werden.
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Intensität (Laufgeschwindigkeit): 15 bis 18 km/h (Bereich zwischen aerober und anaerober Schwelle).
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Dauer: 30 bis 60 Minuten.
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Pause: Keine (pausenlose Belastung).
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Umfang: Hoch.
Analyse der Kraft-Zeit-Kurven und Zuordnung zu Wurfaktionen:
Abbildung 3:
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Beschreibung der Bewegung: Die Kurve beginnt auf dem Niveau der Gewichtskraft (
), was einer ruhigen Standposition entspricht1. Das anschließende Absinken der Kurve unter die
-Linie kennzeichnet eine Beschleunigung des Körperschwerpunkts nach unten (Entlastungsphase durch Tiefgehen/Ausholen). Der darauffolgende steile Anstieg über
repräsentiert das Abbremsen der Abwärtsbewegung und den aktiven Beschleunigungsstoß nach oben (Konzentrische Phase). Da die Kurve am Ende schlagartig auf 0 abfällt, verlässt der Athlet den Boden (Flugphase). Es handelt sich um einen Sprung mit Ausholbewegung.
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Zuordnung: Diese Charakteristik entspricht dem klassischen Sprungwurf im Basketball.
Abbildung 4:
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Beschreibung der Bewegung: Ähnlich wie in Abbildung 3 beginnt der Verlauf mit einer Entlastungsphase (Kurve unter
, Tiefgehen) gefolgt von einem Kraftanstieg (Kurve über
, Hochgehen). Im Unterschied zu Abbildung 3 fällt die Kraft jedoch nicht auf 0 ab, sondern pendelt sich wieder auf dem Niveau der Gewichtskraft
ein. Der Bodenkontakt wird also nicht unterbrochen. Es handelt sich um eine Beuge-Streck-Bewegung im Stand.
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Zuordnung: Diese Kurve beschreibt einen Positionswurf (Standwurf), wie er typischerweise beim Freiwurf ausgeführt wird, bei dem der Spieler zwar in die Knie geht und sich streckt, aber nicht abspringt.
Abbildung 5:
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Beschreibung der Bewegung: Die Kurve beginnt bei 0, was bedeutet, dass sich der Athlet bereits in der Luft befindet 3. Der darauf folgende steile Kraftanstieg signalisiert den Bodenkontakt (Landung/Auftreffen). Die Kraftkurve bleibt hoch (Amortisation und sofortiger Abdruck) und fällt danach wieder auf 0 ab. Dies beschreibt einen Einsprung mit sofortigem Wiederabsprung (Reaktivkraft-Komponente).
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Zuordnung: Ein typisches Beispiel hierfür ist der Korbleger (letzter Abdruckschritt aus dem Lauf/Sprung) oder ein direkter Sprungwurf unmittelbar nach der Landung eines Rebounds (z. B. Tip-in).
Erläuterung der Rotationsvarianten: Ob und wie der Ball rotiert, hängt biomechanisch von der Lage der Kraftwirkungslinie im Verhältnis zum Körperschwerpunkt (KSP) des Balls ab:
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Rückwärtsrotation: Diese entsteht durch einen dezentralen Kraftstoß, bei dem die Wirkungslinie der abgebenden Kraft in Wurfrichtung unterhalb des Ballschwerpunkts verläuft. Dies erzeugt ein Drehmoment, das den Ball rückwärts rotieren lässt.
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Vorwärtsrotation: Hierbei verläuft die Wirkungslinie der Kraft bei einem ebenfalls dezentralen Kraftstoß oberhalb des Ballschwerpunkts, was ein Drehmoment in Vorwärtsrichtung bewirkt.
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Keine Rotation: Verläuft die Wirkungslinie der Kraft exakt durch den Ballschwerpunkt, spricht man von einem zentralen Kraftstoß. Es entsteht kein Drehmoment, sondern lediglich eine Translation (Flugbahn ohne Eigendrehung).
Erhöhung der Wurfweite (Beispielhafte Erklärung anhand eines Prinzips):
Möglichkeit A: Prinzip der Anfangskraft
Um die Abfluggeschwindigkeit und damit die Wurfweite zu erhöhen, kann das Prinzip der Anfangskraft angewandt werden. Hierbei wird der eigentlichen Wurfbewegung eine entgegengesetzt gerichtete Ausholbewegung (z. B. Absenken des Körperschwerpunkts/Tiefgehen) vorgeschaltet. Wird diese Gegenbewegung unmittelbar und flüssig abgebremst und in die Beschleunigungsbewegung (Streckung) überführt, steht zu Beginn der Hauptbewegung eine höhere Anfangskraft zur Verfügung, was die Endgeschwindigkeit des Balls steigert.
Möglichkeit B: Prinzip des optimalen Beschleunigungswegs
Die Wurfweite lässt sich durch das Prinzip des optimalen Beschleunigungswegs steigern. Ein längerer Beschleunigungsweg (z. B. durch tieferes in die Hocke gehen oder eine maximale Streckung des Wurfarms bis in die Fingerspitzen) ermöglicht es, die beschleunigenden Kräfte über eine längere Zeitspanne auf den Ball einwirken zu lassen. Dies führt physikalisch () zu einer höheren kinetischen Energie und damit zu einer höheren Abfluggeschwindigkeit, sofern der Wegverlauf geradlinig oder stetig gekrümmt ist.
Möglichkeit C: Prinzip der Koordination von Teilimpulsen
Eine Steigerung der Wurfweite wird durch die zeitliche Koordination der Einzelbewegungen nach dem Go-and-Stop-Prinzip erreicht. Dabei werden die an der Wurfkette beteiligten Körperteile (Beine, Rumpf, Schulter, Arm, Hand) nacheinander beschleunigt und im Moment ihrer höchsten Geschwindigkeit abrupt abgestoppt. Durch dieses Abstoppen wird der Impuls auf das nächstfolgende, leichtere Körperteil übertragen, was zu einer Maximierung der Endgeschwindigkeit am Ball führt.
Erklärung mit dem Risiko-Wahl-Modell nach Atkinson:
Das Risiko-Wahl-Modell erklärt Leistungshandeln als Resultat aus dem Zusammenspiel von situativen Anreizen und individuellen Persönlichkeitsmerkmalen. Dabei unterscheidet Atkinson zwei grundlegende Motivausprägungen: das Motiv, Erfolg aufzusuchen (Hoffnung auf Erfolg, HE), und das Motiv, Misserfolg zu vermeiden (Furcht vor Misserfolg, FM).
Dennis Schröder (HE-Typ): Spieler wie Dennis Schröder verfügen über eine dominante HE-Ausprägung. Sie sind „erfolgszuversichtlich“, was bedeutet, dass ihr Handeln von der Erwartung des Gelingens und der Antizipation positiver Gefühle (Stolz) geleitet wird. In engen Spielsituationen, die durch einen hohen Anreizwert, aber auch Risiko gekennzeichnet sind, zeigen diese Spieler ein aufsuchendes Verhalten. Sie sehen die schwierige Situation als Herausforderung, trauen sich die Bewältigung zu und rufen unter Druck ihr volles Leistungspotenzial ab. Deshalb fordert Schröder aktiv den Ball, um Verantwortung zu übernehmen.
Andere Spieler (FM-Typ): Spieler, die den Ball in entscheidenden Phasen nicht haben wollen, sind in dieser Situation eher durch eine FM-Ausprägung ("misserfolgsängstlich") charakterisiert. Ihr Handeln wird durch die Angst vor dem Scheitern und den damit verbundenen negativen Konsequenzen (Scham, Blamage) bestimmt. Um das Risiko eines Fehlers und die damit verbundene negative Affektbilanz zu vermeiden, zeigen sie ein meidendes Verhalten. Der hohe psychische Druck wirkt bei ihnen oft leistungshemmend, weshalb sie passiv bleiben und die Verantwortung lieber an Mitspieler abgeben.
Gesellschaftliche Funktionen von Sportvereinen: Gemeinnützige Sportvereine erfüllen zentrale Aufgaben für das gesellschaftliche Zusammenleben. Drei wesentliche Funktionen sind:
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Soziale und integrative Funktion: Der Sportverein dient als Begegnungsstätte für Menschen unterschiedlichster Herkunft, sozialen Schichten und Altersgruppen. Er fördert den sozialen Zusammenhalt und die Integration. Beispiel: In einer Amateur-Fußballmannschaft spielen Akademiker, Handwerker und Menschen mit Migrationshintergrund gemeinsam in einem Team, wodurch Vorurteile abgebaut und soziale Kontakte geknüpft werden.
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Gesundheitsbildende Funktion: Vereine leisten durch ihr breitensportliches Angebot einen entscheidenden Beitrag zur präventiven Gesundheitsförderung (Kompensation von Bewegungsmangel) und zum psychischen Ausgleich (Stressabbau). Beispiel: Die Teilnahme an regelmäßigen Gymnastik- oder Fitnesskursen im Verein stärkt das Herz-Kreislauf-System und beugt Haltungsschäden vor, die durch sitzende Tätigkeiten in Schule oder Beruf entstehen.
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Erzieherische Funktion: Insbesondere im Kinder- und Jugendbereich vermittelt der Sportverein wichtige gesellschaftliche Werte und Normen. Beispiel: Durch das Einhalten von Spielregeln und den respektvollen Umgang mit Gegnern und Schiedsrichtern lernen Kinder und Jugendliche Fairness und Teamgeist, was zur Charakterbildung beiträgt.
Erläuterung der wirtschaftlichen Zusammenhänge ("Mehr Einnahmen"): Das im Zitat angesprochene wachsende Interesse an der Sportart Basketball führt über verschiedene Kanäle zu einer Steigerung der Einnahmen:
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Ticketing und Merchandising (Zuschauereinnahmen): Ein "Hype" um die Sportart führt zu einer höheren Auslastung der Spielstätten. Vereine generieren dadurch unmittelbar höhere Umsätze durch den Verkauf von Eintrittskarten sowie durch den gesteigerten Absatz von Fanartikeln (z. B. Trikots von Dennis Schröder) und Catering in der Halle.
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Verkauf von Medienrechten: Mit dem öffentlichen Interesse steigen die Einschaltquoten und die Nachfrage nach Berichterstattung. TV-Sender und Streamingdienste sind bereit, höhere Summen für die exklusiven Übertragungsrechte zu zahlen, um die wachsende Zuschauerschaft zu bedienen. Diese Gelder fließen an die Verbände und Vereine zurück.
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Sponsoring: Erfolgreiche Sportarten und populäre Athleten (Testimonials) bieten eine ideale Projektionsfläche für Unternehmen. Durch die gestiegene mediale Präsenz wird Basketball für Sponsoren als Werbeplattform attraktiver. Unternehmen investieren folglich mehr Geld in Trikotwerbung, Bandenwerbung oder individuelle Werbeverträge, um vom positiven Image des Weltmeistertitels zu profitieren.