Abschlussprüfung 2024
Aufgabe 1
Der Vorhand-Überkopf-Clear ist eine grundlegende Technik in der Sportart Badminton.

Abb.: Vorhand-Überkopf-Clear
(verändert nach: http://www.sportunterricht.de/badminton/lernkarte_uekopfclaer1.gif)
Analysiere die Phasenstruktur des Vorhand-Überkopf-Clear (s. Abb.) und beschreibe die charakteristischen Merkmale der einzelnen Phasen!
Erkläre drei für den Vorhand-Überkopf-Clear wesentliche biomechanische Prinzipien und begründe deren jeweilige Bedeutung für den Bewegungsvollzug!
Beschreibe die koordinativen Fähigkeiten „Differenzierungsfähigkeit“ und „Umstellungsfähigkeit“ und begründe deren jeweilige Bedeutung in der Sportart Badminton!
Nenne zwei quantitative Bewegungsmerkmale und stelle deren jeweilige Ausprägung bei einem gelungenen Vorhand-Überkopf-Clear dar!
Aufgabe 2
Die Sportart Badminton beansprucht den passiven Bewegungsapparat in hohem Maße.
Beschreibe allgemein den anatomischen Aufbau eines Gelenks!
Nenne eine in der Sportart Badminton typische Gelenksverletzung und beschreibe einen dieser Verletzung zugrundeliegenden Verletzungsmechanismus!
Aufgabe 3
Die Sportart Badminton stellt hohe Anforderungen an die Schnelligkeit der Athletinnen und Athleten.
Erläutere vier unterschiedliche Arten der Schnelligkeit an jeweils einem konkreten Beispiel aus der Sportart Badminton!
Beschreibe ausgehend vom Anforderungsprofil der Sportart Badminton zwei geeignete Übungen zur Verbesserung der Schnelligkeit und stelle jeweils mögliche Zielsetzungen dar!
Aufgabe 4
Frauen verdienen im Profisport in derselben Sportart in der Regel deutlich weniger als Männer.
Stelle drei mögliche Gründe für den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern im Profisport dar und zeige konkrete Maßnahmen auf, wie man der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern im Bereich des Profisports begegnen könnte!
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Analyse der Phasenstruktur des Vorhand-Überkopf-Clear und Beschreibung der charakteristischen Merkmale der einzelnen Phasen, z. B.:
Der Vorhand-Überkopf-Clear ist eine azyklische Bewegung, die in drei Phasen gegliedert ist:
Vorbereitungsphase (Schaffen optimaler Voraussetzungen für die Hauptphase):
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spielbereite Grundstellung frontal zum Netz, Schlägerkopf etwa auf Brusthöhe;
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Einnehmen der Schlagposition: Körperdrehung durch Schrittstellung mit Rücknahme der Hüfte und Rück-Hochführen des Armes der Schlagarmseite (Körperverwringung), Beugung im Ellenbogengelenk, Absenken des Schlägerkopfs, Gegenarm zeigt in Richtung des Federballs;
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Aufbau einer Bogenspannung: Oberkörperrücknahme, Vorschieben der Hüfte.
Hauptphase (Realisierung des eigentlichen Bewegungsziels):
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Auflösung der Bogenspannung sowie der Körperverwringung mit Drehung der Schlagarmseite in Schlagrichtung;
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Schlagbewegung des Arms: Beschleunigung des Schlägerkopfs hinter dem Rücken durch explosive Streckung im Ellenbogengelenk; Treffen des Federballs am höchst möglichen Punkt über dem Kopf mit gestrecktem Arm.
Endphase (Ausklingen der Bewegung, Einnehmen einer spielbereiten Position):
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Ausschwingen des Schlägers nach vorne-unten;
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Ausfallschritt des Beins der Schlagarmseite nach vorne;
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Wiedereinnehmen einer spielbereiten Position.
Erklärung von drei für den Vorhand-Überkopf-Clear wesentlichen biomechanischen Prinzipien und Begründung von deren jeweiliger Bedeutung für den Bewegungsvollzug, z. B.:
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Prinzip des optimalen Beschleunigungswegs:Ein optimaler Beschleunigungsweg ist gekennzeichnet durch ein möglichst langes Einwirken der beschleunigenden Kraft mit dem Ziel, eine maximale Endgeschwindigkeit eines Wurf- bzw. Stoßgeräts oder des eigenen Körpers zu erreichen.
Beim Vorhand-Überkopf-Clear wird der Beschleunigungsweg durch die stetig gekrümmte Bewegungskurve des Schlägerkopfs verlängert, um eine höhere Endgeschwindigkeit des Schlägerkopfs beim Treffen des Federballs zu ermöglichen.
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Prinzip der Koordination von Teilimpulsen:Um einen größtmöglichen Gesamtimpuls zu realisieren, müssen die Teilimpulse einer Bewegung räumlich und zeitlich optimal koordiniert werden.
Beim Vorhand-Überkopf-Clear zeigen die Geschwindigkeitsvektoren der im Rahmen des Bewegungsvollzugs beschleunigten Körperteile (insb. Hüfte, Schulter, Ellenbogen und Handgelenk) räumlich möglichst in die gleiche Richtung. Zeitlich geschieht die Impulsübertragung durch die beteiligten Körperteile lückenlos nacheinander.
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Prinzip der Kinetion und Modulation:Bei diesem Prinzip geht es um das Zusammenspiel großer Muskelgruppen, die Beschleunigungsaufgaben haben, und schwächerer Muskeln, die für die Feinabstimmung der Bewegung sorgen.
Beim Vorhand-Überkopf-Clear dienen die Muskeln im Bein-, Hüft-, Rumpf- und Schulterbereich der Beschleunigung des Schlägerkopfs (Kinetion), während die weniger kräftige Unterarmmuskulatur für die Feinabstimmung der Bewegung, z. B. bzgl. der Schlagrichtung, verantwortlich ist (Modulation).
Beschreibung der koordinativen Fähigkeiten „Differenzierungsfähigkeit“ und „Umstellungsfähigkeit“ und Begründung von deren jeweiliger Bedeutung in der Sportart Badminton, z. B.:
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Die Differenzierungsfähigkeit beinhaltet die Feinabstimmung der jeweils beteiligten Muskelgruppen bezüglich Krafteinsatz und Bewegungssteuerung innerhalb eines Bewegungsablaufs auf der Grundlage einer differenzierten Informationsaufnahme.
In der Sportart Badminton müssen die Spielenden z. B. beim Vorhand-Überkopf-Clear den Krafteinsatz in Abhängigkeit von der Position auf dem Spielfeld und dem Bewegungsziel (Zeitgewinn durch hohen Ball, Unter-Druck-Setzen der Gegnerin bzw. des Gegners durch flachere Ausführung) modulieren und optimieren.
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Die Umstellungsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit, während des Handlungsvollzugs das Handlungsprogramm veränderten Situationen oder antizipierten Situationsveränderungen anzupassen oder ein neues und adäquates Handlungsprogramm zu starten.
In der Sportart Badminton müssen die Spielenden ihr Handlungsprogramm z. B. an Bewegungsfinten oder variierende Schlagtechniken anpassen.
Nennung zweier quantitativer Bewegungsmerkmale und Darstellung von deren jeweiliger Ausprägung bei einem gelungenen Vorhand-Überkopf-Clear, z. B.:
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Höhe des geschlagenen Balls: Die Flugkurve des Balls muss ausreichend hoch sein, sodass die Gegnerin bzw. der Gegner dadurch überspielt wird und in ihrer bzw. seiner Spielfeldhälfte ausreichend weit nach hinten gedrängt wird.
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Länge des geschlagenen Balls: In Abhängigkeit von der eigenen Position auf dem Spielfeld muss der Ball so weit geschlagen werden, dass die Gegnerin bzw. der Gegner dadurch überspielt wird und in ihrer bzw. seiner Spielfeldhälfte ausreichend weit nach hinten gedrängt wird.
Aufgabe 2
Allgemeine Beschreibung des anatomischen Aufbaus eines Gelenks.
Nennung einer in der Sportart Badminton typischen Gelenksverletzung, z. B.: Bänderriss im Sprunggelenk;
Beschreibung eines dieser Verletzung zugrundeliegenden Verletzungsmechanismus, z. B. Umknicken im Sprunggelenk.
Aufgabe 3
Erläuterung von vier unterschiedlichen Arten der Schnelligkeit an jeweils einem konkreten Beispiel aus der Sportart Badminton, z. B.:
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Reaktionsschnelligkeit: schnelle Reaktion auf überraschende Aktionen von Gegnerinnen bzw. Gegnern, z. B. schnelles Reagieren auf eine Finte der Gegnerin bzw. des Gegners;
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Entscheidungsschnelligkeit: schnelle Entscheidung für eine effektive und situationsangepasste Handlung aus dem Bewegungsschatz, z. B. Ausführung eines Smashs bei einem zu kurzen Vorhand-Überkopf-Clear des Gegners bzw. der Gegnerin;
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Aktionsschnelligkeit: Ausführen von Aktionen mit dem Schläger in Höchstgeschwindigkeit, z. B. Schlagbewegung beim Smash;
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Bewegungsschnelligkeit: Ausführen zyklischer oder azyklischer Bewegungen ohne Ball in Höchstgeschwindigkeit, z. B. maximal schnelle Sidesteps zur Wiedererlangung einer spielbereiten zentralen Position auf dem Spielfeld.
Beschreibung zweier geeigneter Übungen zur Verbesserung der Schnelligkeit und Darstellung jeweils möglicher Zielsetzungen ausgehend vom Anforderungsprofil der Sportart Badminton, z. B.:
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Erreichen und Spielen von Bällen, die abwechselnd auf verschiedene Positionen gespielt werden: Schulung der Reaktionsschnelligkeit durch das schnellstmögliche Ausführen einer komplexen motorischen Reaktion;
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Serien von maximal schnellen Sidesteps aus dem Stand, auch mit Richtungswechseln an Markierungen: Verbesserung der Bewegungsschnelligkeit durch Training des Beschleunigungsvermögens aus dem Stand bzw. nach einem Richtungswechsel, Schulung der inter- und intramuskulären Koordination.
Aufgabe 4
Darstellung von drei möglichen Gründen für den Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern im Profisport, z. B.:
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höhere Medienpräsenz von Sportarten mit männlichen Athleten, z. B. Tour de France im Radsport;
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traditionelles Rollen- und Sportartenverständnis auf Seiten der Fans;
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historisch bedingte Unterrepräsentation von Frauen in einer Vielzahl an Sportarten, z. B. im Fußball.
Aufzeigen von konkreten Maßnahmen, wie man der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern im Bereich des Profisports begegnen könnte, z. B.:
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Etablierung einer sog. „Frauenquote“ z. B. bei Übertragungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen;
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Steigerung der Attraktivität der entsprechenden Wettbewerbe im Frauenbereich, z. B. durch neue Formate;
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Öffentlichkeitsarbeit, z. B. durch Kampagnen in sozialen Medien;
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Vorgaben zur gleichwertigen Bezahlung von Frauen durch (Sport-)Politik und Sportverbände, z. B. mit Blick auf Medaillenprämien.