Vorschlag B – Musterhaus „Maxim“: Theoretische Aufgabe mit praktischem Anteil
Beschreibe die Außenansicht des Musterhauses und ihre Wirkung. (Material 1)
Ordne anhand der Außenansicht das Musterhaus architekturgeschichtlich ein. (Material 1)
Beschreibe den Grundriss des Erdgeschosses, ohne die abgebildeten Möbel zu berücksichtigen. (Material 2)
Erläutere anhand des Grundrisses des Erdgeschosses, welche praktischen Funktionen des Wohnens erfüllt werden. (Material 2)
Szenario
Das Musterhaus „Maxim“ ist wegen seiner fortschrittlichen Energietechnik besonders klimafreundlich, was man dem Haus aber nicht ohne weiteres ansieht. Der Hersteller wünscht sich deshalb ein Werbeplakat mit einer künstlerischen Darstellung der Hausansicht (Material 1), das die Klima- und Naturfreundlichkeit des Hauses verdeutlicht.
Du wirst beauftragt, mittels geeigneter malerischer oder grafischer Gestaltung und mit Schrift ein solches Plakat zu skizzieren. Schlagwörter wie „Natur“, „Klima“, „Schutz“ sollen hierbei gegebenenfalls verwendet werden.
Kreiere und skizziere Ideen für ein Werbeplakat mit Bildmotiv und Schrift.
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Firma Fingerhaus: Musterhaus „Maxim“ (2021)
Vorderseite (Westseite), Holz, Glas, Metall, Dämmstoffe

Firma Fingerhaus: Musterhaus „Maxim“, 2021
Material 2
Firma Fingerhaus: Musterhaus „Maxim“ ‒ Grundriss Erdgeschoss
Digitalgrafik, ohne Jahresangabe

Firma Fingerhaus: Musterhaus „Maxim“, ohne Jahresangabe
Hinweise
Für die Beschreibung des Grundrisses (Aufgabe 2.1) ist die Inneneinrichtung nicht relevant.
Das Haus besteht grundlegend aus zwei unabhängigen Wohneinheiten mit je eigenem Eingang. Ob ein Zugang zwischen den Wohnungen zum Flur der kleineren Wohnung offen oder geschlossen bleibt, ist je nach individuellem Wunsch der Bauherrinnen und Bauherren umsetzbar.
HWR: Hauswirtschaftsraum (Heizung, Waschmaschine etc.)
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Inhaltlicher Bezug
Der Aufgabenvorschlag bezieht sich auf das Themenfeld Ausdrucksmöglichkeiten von Architektur im Spannungsfeld von Weltverständnis und künstlerischem Anspruch, im Bereich Bilderschließung insbesondere auf die Stichworte Berücksichtigung ihrer praktischen, ästhetischen und symbolischen Funktion sowie des kunst- und kulturhistorischen Kontexts und grundlegende Merkmale der Baugestaltung […], sowie auf das Themenfeld Nutzung fotografischer und gebrauchsgrafischer Ausdrucksmittel für die eigene gestalterische Darstellung, im Bereich Bildgestaltung insbesondere auf das Stichwort Entwickeln einer Bildlösung zu einem gestalterischen Problem (z. B. ein Bildthema, Berücksichtigung künstlerischer Beispiele): Findung eigener plausibler, begründeter Ideen, Ideenauswahl und Realisierung (wenigstens ein skizzenhafter Entwurf).
Lösungsvorschlag
In einer Einleitung sollen Firma, Name des Gebäudes und Jahr genannt werden: Das Musterhaus „Maxim“ der Firma Fingerhaus, bestehend aus kombinierten Gebäudeteilen mit Flachdächern, wurde 2021 errichtet.
Beschreibung und Erschließung
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zwei über Eck aneinander platzierte, unterschiedlich große quaderförmige Baukörper
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großer Baukörper mit zwei Stockwerken, kleiner Baukörper mit einem Stockwerk
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mit Metallstreifen abgesetzte Flachdächer
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warmweiße, glatte Außenwände
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rechteckige, teils bodentiefe Fenster und Türen mit glatten grauen Rahmen
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im Obergeschoss des großen Baukörpers mehrere Fenster, teils auf derselben Achse wie die darunter liegenden Erdgeschossfenster angeordnet
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Eingangsbereich mit grauem Vordach und Stützen, überdachte Terrasse mit Stützen rechts
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am kleineren Gebäudeteil zwei große doppelflügelige Glasterrassentüren über Eck platziert
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Gebäudeecken teils grau hervorgehoben
Wirkung
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modern, reduziert, praktisch, abwechslungsreich, repräsentativ, offen, großzügig, freundlich, einladend, nüchtern, schmucklos, klar, kühl, rhythmisiert, elegant
Einordnung in den Stil der klassischen Moderne
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gerade Linien, rechte Winkel
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kubische Formen
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asymmetrische Anordnung der Baukörper
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glatte Wände, große rechteckige Fensterflächen
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Flachdächer
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horizontale Gliederung, z. B. durch hervorgehobene Dachkanten und Vordächer
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Verwendung heller Wandfarben mit Akzentuierung an den Gebäudeecken und dem Vordach
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Öffnung des Gebäudes zur Natur hin, z. Β. Fenster- und Terrassenflächen, Blick auf Grünfläche und Baumbestand bietend
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Reduktion der architektonischen Mittel auf das Wesentliche
In einer Einleitung sollen Firma, Name des Gebäudes, Technik und Jahr genannt werden: Die Digitalgrafik ohne Jahresangabe zeigt einen Grundriss des Erdgeschosses (EG) des Musterhauses „Maxim“ der Firma Fingerhaus.
Beschreibung und Erschließung
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EG-Grundriss mit einem kleineren nordwestlichen und einem größeren südöstlichen rechteckigen Gebäudeteil, in der Nähe des Eingangsbereichs aneinander anschließend
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EG des größeren Gebäudeteils mit großem Wohnraum, Küche, Diele, kleinem Badezimmer, Funktionsraum (Heizung)
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großer Wohnraum in der südöstlichen Gebäudeecke des größeren Gebäudeteils mit drei großen Terrassentüren und Zugang zur Terrasse
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zum Wohnzimmer hin offene, nordöstlich gelegene Küche des größeren Gebäudeteils mit Terrassentür und Fenster
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in der Nähe des Zwickels zwischen dem kleineren und dem größeren Baukörper gelegene Diele mit Eingangstür und Treppe zum Obergeschoss; von hier aus Erschließung des EG mit Wohnzimmer, Badezimmer, Garderobe und Funktionsraum
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Öffnung des EG-Wohnbereichs des größeren Gebäudeteils zur Terrasse hin durch große Terrassentüren (Erschließung des Gartens), Ausrichtung nach Südosten zur Sonnenseite
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kleinerer nordwestlicher Gebäudeteil mit eigenem Flur, Bad, Wohn-/Ess-/Schlafraum sowie zwei Terrassentüren
Erfüllung von praktischen Funktionen des Wohnens
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Gliederung des EG in Haupt- und Nebengebäude, zwei unabhängige Wohneinheiten bildend – variable Wohnmöglichkeiten für eine Familie und eine Einzelperson
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Nebengebäude mit eigenem Eingang im Erdgeschoss als separate Wohneinheit – Wohnmöglichkeit für einen weiteren Bewohner
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EG Hauptgebäude Wohn-, Esszimmer, Küche ineinander übergehend – Wohnfunktionen Aufenthalt, Essen, Kochen, Erholung, Unterhaltung, Begegnung, Kommunikation verbindend
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Öffnung des Wohnbereichs nach außen zu Terrasse und Garten durch Terrassentüren – Wohnfunktion der Erholung und Entspannung
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Diele als zentraler Raum mit Zugang zu allen Wohnbereichen, von dort Treppe zum oberen Wohnbereich führend – kurze Wege, schnelle Erreichbarkeit, Gleichwertigkeit
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Nebengebäude mit Wohn- und Schlafzimmer, Kochgelegenheit und zwei großen Terrassentüren – funktionale Nutzung des Raumes, zentrale Wohnfunktionen auf einem kleinen Grundriss, Öffnung nach außen
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große Fensterflächen mit viel natürlichem Licht für den Innenraum – natürliche Helligkeit für funktionale Nutzung
Ideenfindung und Inhaltsbezug
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Wahl von Bildelementen mit Bezug zum Auftrag, ein Werbeplakat zu gestalten, z. B. Name des Hauses in Verbindung mit einer Skizze einer Ansicht, Schlagwörter, in einer die Klimafreundlichkeit signalisierenden Farbigkeit
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Versinnbildlichung der Klimafreundlichkeit, z. B. mittels dünner und feiner Zeichen- oder Pinselspuren verfremdeten, Leichtigkeit signalisierenden Darstellung einer Hausansicht
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auf die Bewahrung der Natur anspielende Farbwahl, z. B. Grün-, Gelb- und Blautöne
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Kombination der Schlagwörter, z. B. „Natur“, „Klima“, „Schutz“
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Schriftgestaltung, welche mit dem Textinhalt korrespondiert, z. B. Schriftart, Schriftgröße, Farbe
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Sparsamkeit und Klimafreundlichkeit signalisierender Farbauftrag, z. B. Lasur bzw. aquarellierender statt pastoser Duktus
Gestalterischer Bezug und Visualisierung
Zur Lösung können sowohl detaillierte als auch reduzierte Darstellungsformen verwendet werden.
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Skizzen, auch in Zusammenhang mit Notizen
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Darstellung des Bildmotives, z. B. einer Skizze des Hauses
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Gestaltung eines Schriftzuges
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Wahl der Darstellungsweise, z. B. einer mittels geeigneter Farbgestaltung oder verfremdender Darstellung mittels zurückgenommener oder überspitzter zeichnerischer Spur
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Skizzieren passender Schriftelemente
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Anordnung von Bild- und Schriftelementen, z. B. Schrift in Kombination mit Skizze des Hauses