Block 2 – Materialgestütztes Schreiben
Thema
Lesen im digitalen Zeitalter
Aufgabenstellung
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In der Oberstufe deiner Schule wurden Methodentage zum Thema Digitalisierung durchgeführt. Die Ergebnisse sollen nun für deine Mitschülerinnen und Mitschüler der Klassenstufen 10 bis 12 in einer Broschüre zusammengestellt werden. Dein Deutsch-Kurs hat sich mit dem Lesen im digitalen Zeitalter beschäftigt.
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Verfasse einen informierenden Beitrag, in dem du das Lesen digitaler und analoger Medien unter Einbindung des aktuellen Forschungsstandes gegenüberstellst und über deine eigenen Leseerfahrungen reflektierst.
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Nutze für deinen Beitrag die Materialien 1 bis 5 und beziehe unterrichtliches Wissen ein.
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Formuliere eine geeignete Überschrift.
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Verweise auf die Materialien erfolgen unter Angabe des Namens der Autorin bzw. des Autors und ggf. des Titels.
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Dein Beitrag sollte etwa 1000 Wörter umfassen.
Material
1: Leseforschung: Buch oder Bildschirm? (2021)
Hanna Ender
Anmerkung zum Autor: Hanna Ender (*1980) ist eine deutsche Journalistin.
Quelle: Ender, Hanna: Leseforschung: Buch oder Bildschirm? 12.8.2021. <https://www.deutschlandfunkkultur.de/leseforschung-buch-oder-bildschirm-100.html>. 24.3.2024
2: Digitales Lesen (2014)
Monika Reitprecht
Anmerkung zum Autor: Monika Reitprecht (*1973) ist eine österreichische Bibliothekarin und engagiert sich im Büchereiverband Österreichs für die Leseförderung und Literaturvermittlung.
Quelle: Reitprecht, Monika: Digitales Lesen. 2024. <https://www.wirlesen.org/artikel/warum-lesen/lesensprache/lesen-medien/digitales-lesen>. 24.3.2024
3: Auch digitales Lesen will gelernt sein! (2023)
Andreas Gold
Anmerkung zum Autor: Andreas Gold (*1954) ist Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Frankfurt a. M.
Quelle: Gold, Andreas: Auch digitales Lesen will gelernt sein! 29.4.2023. <https://www.zeit.de/2023/18/digitales-lesen-medien-technik>. 24.3.2024
4: Studie: Digitale Freizeitlektüre wirkt kaum auf das Leseverständnis von Schülern (2023)
News4Teachers
Anmerkung zum Autor: News4Teachers ist eine Austausch- und Informationsplattform für Lehrkräfte.
Quelle: News4Teachers: Studie: Digitale Freizeitlektüre wirkt kaum auf das Leseverständnis von Schülern. 17.12.2023. <https://www.news4teachers.de/2023/12/studie-digitale-freizeitlektuere-wirkt-kaum-aufdas-leseverstaendnis-von-schuelern/#>. 24.3.2024
5: Lesen analog und digital – Gedanken aus der Leseförderung (2022)
Christine Tresch
Anmerkung zum Autor: Christine Tresch ist Expertin für Kinder- und Jugendliteratur am Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM).
Der Artikel ist in Schweizerdeutsch verfasst.
Sprachliche Fehler in den Textvorlagen wurden entsprechend der geltenden Norm korrigiert.
Quelle: Tresch, Christine: Lesen analog und digital – Gedanken aus der Leseförderung. 18.1.2022. <https://mullermartini.com/de/newsroom/blog/markttrend/lesen-analog-und-digital-%E2%80%93-gedanken-aus-der-leseforderung/>. 24.3.2024
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Lesen im Wandel – Zwischen Buchseite und Bildschirm
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Lesen zwischen Buch und Bildschirm – Chancen und Grenzen im digitalen Zeitalter
Einleitung
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Lesen stellt eine grundlegende Kulturtechnik dar, deren Bedeutung im digitalen Zeitalter keineswegs abnimmt, sondern sich vielmehr verändert
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Jugendliche lesen heute häufig auf digitalen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets, wodurch sich neue Lesegewohnheiten entwickeln (vgl. Reitprecht, „Digitales Lesen“)
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Gleichzeitig wird in Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert, ob diese Entwicklung negative Auswirkungen auf Konzentration und Textverständnis hat
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So beschreibt Maryanne Wolf den modernen Leser als „flatterhaften Gesellen“, dessen Aufmerksamkeit durch digitale Reize zunehmend fragmentiert wird (Ender, „Leseforschung: Buch oder Bildschirm?“)
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Eigene Beobachtung: Wechsel zwischen schnellem digitalen Lesen und vertieftem analogen Lesen prägt den Alltag vieler Schülerinnen und Schüler
Hauptteil
Begriffliche Differenzierung
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Analoges Lesen:
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lineares, fortlaufendes Lesen eines zusammenhängenden Textes
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typisch für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften (vgl. Reitprecht)
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Digitales Lesen:
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nicht-lineares, selektives und oft sprunghaftes Lesen
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geprägt durch Hypertexte, Links und multimediale Inhalte (vgl. Reitprecht)
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Lesen analoger Medien – Vorteile
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Lineare Struktur ermöglicht kohärente Sinnbildung und intensives Textverständnis (vgl. Reitprecht)
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Weniger Ablenkung durch fehlende Hyperlinks oder Multimedia → höhere Konzentration (vgl. Ender)
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Metaanalysen zeigen: besseres Verständnis von Informationstexten auf Papier (vgl. Ender)
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Förderung von kognitiver Ausdauer und Geduld beim Lesen längerer Texte (vgl. Ender)
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Haptische und multisensorische Erfahrung (z. B. Gewicht, Geruch, Seitenstruktur) unterstützt Erinnerungsprozesse (vgl. Tresch)
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Räumliche Orientierung im Text (z. B. „wo auf der Seite etwas steht“) erleichtert das Verständnis, besonders für schwächere Leser (vgl. Tresch)
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Deutlicher Zusammenhang zwischen gedruckter Freizeitlektüre und verbessertem Leseverständnis (vgl. News4Teachers)
Lesen analoger Medien – Nachteile
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Höherer materieller Aufwand (Druck, Papierverbrauch, Kosten) (vgl. Ender)
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Eingeschränkte Flexibilität, da Texte physisch vorhanden sein müssen
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Kein paralleles Lesen mehrerer Texte möglich (vgl. Ender)
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Physische Eigenschaften wie Gewicht oder Umfang können unpraktisch sein (vgl. Tresch)
Lesen digitaler Medien – Vorteile
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Ständige Verfügbarkeit von Informationen durch Internetzugang (vgl. Reitprecht)
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Große Vielfalt an Textsorten und Kommunikationsformen (z. B. E-Mails, Social Media, Blogs) (vgl. Reitprecht)
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Erhöhte Leseaktivität insgesamt, da digitale Medien ständig genutzt werden (vgl. Tresch)
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Effiziente Informationssuche durch Suchfunktionen (vgl. Ender)
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Möglichkeit des parallelen Lesens und Vergleichens mehrerer Texte („laterales Lesen“) (vgl. Ender)
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Unterstützung eines gezielten, zweckorientierten Lesemodus („Suchmodus“) (vgl. Gold)
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Ressourcenschonung durch Verzicht auf Papier
Lesen digitaler Medien – Nachteile
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Häufig oberflächliches, schnelles und sprunghaftes Lesen („Überfliegen“) (vgl. Gold)
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Verminderte Konzentration durch Ablenkungen wie Links oder Benachrichtigungen (vgl. Ender)
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Höhere Belastung des Arbeitsgedächtnisses durch gleichzeitige Reize (vgl. Ender)
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Fehlende räumliche Orientierung im Text erschwert das Verständnis (vgl. Tresch)
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Erhöhte Anforderungen an kritische Bewertung von Informationen (Gefahr von Falschinformationen) (vgl. Tresch)
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Studien zeigen: digitale Freizeitlektüre verbessert das Leseverständnis kaum (vgl. News4Teachers)
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Rückgang klassischer Printmedien durch zunehmende Digitalisierung (vgl. Gold)
Einbindung des aktuellen Forschungsstandes
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Digitale Medien dominieren zunehmend den Alltag, insbesondere bei jungen Menschen (vgl. Gold, Tresch)
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Studierende verbringen über 80 % ihrer Lesezeit am Bildschirm (vgl. Gold)
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Digitalisierung führt zu veränderten Lesegewohnheiten, insbesondere zu schnellerem und weniger tiefem Lesen (vgl. Ender)
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Abnahme von Konzentrationsfähigkeit und Leseausdauer durch digitale Reizüberflutung (vgl. Ender, Tresch)
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Besseres Textverständnis bei analogen Medien, insbesondere bei komplexen Sachtexten (vgl. Ender, Gold)
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Stärkere Förderung der Lesekompetenz durch gedruckte Texte (vgl. News4Teachers)
Eigene Leseerfahrungen und Reflexion
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Digitale Medien erleichtern den Zugang zu Informationen und steigern die eigene Lesemotivation
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Besonders bei Rechercheaufgaben ist digitales Lesen effizienter
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Möglichkeit der Interaktion (z. B. Kommentare, Diskussionen) erhöht die Beteiligung
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Gleichzeitig häufige Ablenkung durch Nachrichten oder parallele Apps
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Analoge Bücher ermöglichen bewusstes, konzentriertes Lesen ohne Störungen
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Intensivere emotionale und kognitive Bindung an Texte beim Lesen gedruckter Bücher
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Bessere Erinnerung an Inhalte durch multisensorische Eindrücke (z. B. Buchcover)
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Körperliche Belastungen durch längeres Bildschirmlesen (Augen, Haltung)
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Eigene Strategie: bewusstes Verlangsamen des Lesens, Anfertigen von Notizen und Ausschalten von Störfaktoren (vgl. Gold)
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Analoges Lesen als bewusster Gegenpol zur digitalen Reizüberflutung
Schluss / Fazit
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Analoges und digitales Lesen erfüllen unterschiedliche Funktionen und ergänzen sich
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Analoge Medien bieten Vorteile für tiefes Verständnis und nachhaltige Lesekompetenz
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Digitale Medien sind unverzichtbar für Informationsbeschaffung und gesellschaftliche Teilhabe
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Entscheidend ist die bewusste Kombination beider Leseformen
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Schule sollte gezielt Strategien für beide Formen vermitteln, um den Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht zu werden