Block II
Die soziale Lage von Kindern in Deutschland
Erläutere Aspekte sozialer Ungleichheit, die das Leben von Kindern in Deutschland beeinflussen.
Interpretiere die Karikatur M 1.
Fasse die in M 2 benannten Inhalte und Ziele der „Kindergrundsicherung“ zusammen. Erschließe mögliche Auswirkungen.
Stelle auf Basis von M 3 Kritik an der Kindergrundsicherung sowie Lösungsansätze dar.
Chancen verbessert man nicht durch Zuwendungen an die Familien, sondern durch Zuwendungen an die Bildungseinrichtungen.
Erörtere diese These.
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Zeichner: Klaus Stuttmann
Quelle: Tagesspiegel, 23.10.2017
M 2 Darum geht es bei der Kindergrundsicherung
Quelle: Darum geht es bei der Kindergrundsicherung, vom 04.07.2023,
keine Angabe des Autors/der Autorin
M 3 Roland Preuß: Helfen – aber gezielt
(Süddeutsche Zeitung, 27.01.2023, S. 4)
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horizontale und vertikale Ungleichheitsfaktoren können unterschieden werden
Aspekte mit besonderer Relevanz für Kinder, z. B.:
-
soziale Herkunft: Bildungsgrad und damit berufliche Situation der Eltern, insbesondere
das Einkommen prägen die Chancen für Kinder, z. B. hinsichtlich der eigenen
Schullaufbahn, des Schulabschlusses sowie des beruflichen Werdegangs, aber auch
im Hinblick auf die Wahrnehmung außerschulischer Bildungs- und Sportangebote
-
familiäre Situation: Leben mit alleinerziehendem Elternteil oder auch in einer
kinderreichen Familie (armutsgefährdete Gruppen)
-
Wohnort/ Wohnumgebung (z. B. Brennpunktgegenden: Kriminalität, Drogen etc.)
-
Herkunft: Kinder mit Migrationshintergrund haben es oftmals schwerer in der Schule
oder auf dem Arbeitsmarkt, z. B. aufgrund von Sprachbarrieren, Diskriminierungs- oder
rassistischen Erfahrungen
Formale Merkmale:
-
Karikaturist: Klaus Stuttmann
-
2017, im Tagesspiegel veröffentlicht
Beschreibung:
-
vier Personen sind zu sehen: zwei jüngere Personen, zwei Erwachsene
-
die Jüngeren sitzen auf einer Treppe, vor ihnen steht ein leerer Teller, Gesichter sind
nicht zu sehen und sie blicken in Richtung der Erwachsenen
-
die Erwachsenen spazieren und unterhalten sich
-
Inhalt der Sprechblasen sowie der Untertitel werden genannt
Analyse:
-
Darstellung der Kinder, auf der Treppe sitzend, mit leerem Teller deutet an, dass sie
betteln müssen, um etwas zum Essen oder Geld zu bekommen
→ befinden sich in einer Situation der Armut;
-
die Erwachsenen stellen das Gegenstück dazu dar:
→ sprechen in theoretischer Hinsicht über Armut, erleben diese im Gegensatz zu
den Kindern nicht in der Praxis
Interpretation:
-
das Nicht-Erleben von Armut führt zu wenig Empathie und Verständnis auf Seiten des
Herren, der glaubt, wer arm ist, keine Freunde treffen und nur wenig an
Freizeitaktivitäten teilnehmen kann, habe Zeit zu lesen
→ wirkt wirklichkeitsfern, da Studien immer wieder zeigen, das in von Armut
betroffenen Familien kaum gelesen wird, also Bildung nicht im Vordergrund
steht
Der Untertitel kann deswegen als Ironie aufgefasst werden und somit als Kritik des
Karikaturisten.
Ziele:
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Verbesserung der Chancen für Kinder und Jugendliche
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Unterstützung sozial bedürftiger Kinder
-
Deckung des Existenzminimums der Kinder
-
mehr Transparenz
-
weniger Bürokratie bei der Beantragung
Inhalte:
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Bündelung und Erweiterung der bisherigen Leistungen (Bürgergeld für Kinder,
Kindergeld, Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, Kinderzuschlag,
Wohngeld)
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Zahlung eines einkommensunabhängigen Grundbetrags in Höhe des derzeitigen
Kindergelds an alle Familien pro Kind, hinzu kommt ein einkommensabhängiger
Zusatzbetrag bis zum 18. bzw. 25. Lebensjahr
-
aufgrund des Zusatzbetrags entfällt das Kinder-Bürgergeld, der bisherige Zusatzbetrag
für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen sowie Leistungen aus dem Bildungs-
und Teilhabepaket
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Vereinfachung und Digitalisierung des Antragsverfahrens
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umfangreiche Beratungsmöglichkeiten für Familien
mögliche Auswirkungen:
Eine Unterscheidung in positive und negative Auswirkungen ist möglich, aber nicht zwingend
für die Bearbeitung der Aufgabe.
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mögliche positive Auswirkungen |
mögliche negative Auswirkungen |
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Kritik an der Kindergrundsicherung in M 3:
Der inhaltlichen Arbeit an M 3 geht die Nennung der formalen Aspekte voraus: es handelt sich
um einen Kommentar von Roland Preuß aus der Süddeutschen Zeitung vom 27.01.2023.
Kritik:
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Kindergrundsicherung setzt nicht bei den Ursachen für Kinderarmut in den Familien an
-
wird nicht gezielt ausgezahlt
Lösungsansätze:
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Neuberechnung des Bedarfs für Bildung und Kultur im Bürgergeld
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Anpassung der Bezüge an Bedürfnisse der Kinder in den Bereichen Digitalisierung,
Internetzugang etc.
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Verbesserung der Betreuungsangebote für Kinder im Kitaalter
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Gewinnung von mehr Lehrkräften für Brennpunkt-Schulen
Die Erörterung beginnt mit einer Einleitung, die gelungen zum Thema hinführt und den
Gegenstand der Erörterung benennt. Die These wird erläutert, bevor sich eine überzeugende
Pro- und Kontraargumentation anschließt, die es erlaubt, im Schlussteil zu einer begründeten
eigenen Meinung zu gelangen.
mögliche Argumente:
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mögliche Pro-Argumente |
mögliche Kontra-Argumente |
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Die Kindergrundsicherung...
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