Aufgabe 2 – Kap Verde (Cabo Verde) – Klimaabkommen als Lösung der Klimakrise?
Beschreibe die Lage und sozioökonomische Situation von Kap Verde (Atlas, M1, M2, M4).
Erläutere auf der Grundlage der naturräumlichen Gegebenheiten die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels auf Kap Verde (Landfläche und umgebendes Meer; M1–M4, Atlas).
Beurteile, inwiefern das Klimaabkommen einen Beitrag zur Stärkung der Resilienz Kap Verdes leisten kann (M1–M4).
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Bearbeitung nach folgender Quelle: https://www.geog.uni-heidelberg.de/md/chemgeo/geog/geomorph/kapverden_2009_reader.pdf
M2 Strukturdaten Kap Verde
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Indikator / Bereich |
Einheit |
Wert |
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Staatsfläche |
km² |
4.030 |
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Bevölkerungszahl (2023) |
1.000 |
599 |
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Bevölkerungsdichte (2021) |
Einwohner/km² |
146 |
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Lebenserwartung bei Geburt (Frauen) (2022) |
Jahre |
79,0 |
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Lebenserwartung bei Geburt (Männer) (2022) |
Jahre |
70,3 |
|
Bevölkerungs- entwicklung (2023) |
% zum Vorjahr |
0,9 |
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Säuglings- sterblichkeit (2021) |
je 1.000 Lebend- geborene |
11,0 |
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Kindersterblichkeit unter 5 Jahre (2021) |
je 1.000 Lebend- geborene |
12,8 |
|
HDI (2022) |
Index |
0,661 (Rang 131 von 193) |
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Zugang zu sauberem Wasser (2022) |
% der Gesamt- bevölkerung |
89,9 |
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BIP (2023) |
Mrd. US- |
2,520 |
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BIP pro Kopf (2023) |
US- |
9.721 |
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Bestand an Direktinvestitionen des Auslands (2022) |
Mrd. US- |
2,291 |
|
Bruttowertschöpfung (2021): |
% des BIP |
|
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- Land- und Forstwirtschaft, Fischerei1 |
5,1 |
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|
- Produzierendes Gewerbe |
28,9 |
|
|
- Dienstleistungen |
66,0 |
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Anteil an den Erwerbstätigen (2021): |
% |
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|
- Land- und Forstwirtschaft, Fischerei |
10,5 |
|
|
- Produzierendes Gewerbe |
22,0 |
|
|
- Dienstleistungen |
67,5 |
|
|
Erwerbslosenquote2 (2023) |
% |
12,1 |
|
Landwirtschaftlich genutzte Fläche (2021) |
% der Landfläche |
19,6 |
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Bewaldete Fläche (2021) |
% der Landfläche |
11,4 |
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Internationale Touristen- ankünfte (2021) |
1.000 |
135 |
|
Internationale Tourismus- einnahmen (2021) |
Mio. US- |
144 |
|
Internationale Tourismus- einnahmen (2021) |
% am BIP |
7,0 |
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Strandurlaub in Strandhotels und All-inclusive-Hotelanlagen findet v. a. auf den Inseln Sal, Boa Vista und Maio statt, wo es zahlreiche Möglichkeiten für Kitesurfen, Windsurfen, Surfen, Tauchen und Angeln gibt. Für Wanderurlaub oder Rundreisen/Inselhopping bieten sich hingegen Santo Antão, Santiago und Fogo an. |
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1Fische sind die Haupteiweißquelle der Bewohnerinnen und Bewohner von Kap Verde (Kleinfischerei).
2Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen (Erwerbstätige plus Erwerbslose) im Alter von 15 bis 74 Jahren.
Zusammenstellung nach folgenden Quellen: https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Laenderprofile/cabo-verde.pdf?__blob=publicationFile; https://www.wko.at/statistik/laenderprofile/lp-kap-verde.pdf; https://www.kapverden.de/urlaub-reisen; Fußnote 1: https://www.thuenen.de/de/fachinstitute/seefischerei/projekte/monitoring-der-kuestenoekosysteme-in-cabo-verde-entwicklung-einer-blaupause-fuer-large-ocean-states-cem-cv; Fußnote 2: https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Glossar/erwerbslosenquote.html
M3 Klimadiagramme Kap Verde


Erstellung mit GeoKLIMA 2.1c (www.w-hanisch.de/geoklima/index.html) nach folgenden Quellen: https://www.dwd.de/DWD/klima/beratung/ak/ak_085890_kt.pdf; https://www.dwd.de/DWD/klima/beratung/ak/ak_085940_kt.pdf
M4 Schuldenerlass für Kap Verde – Ein Klimadeal, der Vorbild werden könnte
Bearbeitung nach folgender Quelle: Hoffmann, H. (2023), in: https://www.spiegel.de/ausland/schuldenerlass-fuer-kap-verde-ein-klimadeal-der-schule-machen-soll-a-c70bcb01-065e-4f7c-a92d-740eeb529452
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Kap Verde (Cabo Verde) ist ein westafrikanischer Inselstaat im östlichen Zentralatlantik und liegt rund 600 km vor der Küste Senegals. (Atlas)
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Der Staat befindet sich im Bereich von etwa 15–17° nördlicher Breite und 22–25° westlicher Länge. (Atlas)
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Mit einer Fläche von 4.030 km2 handelt es sich um einen kleinen Archipel mit mehreren Inseln, wodurch innerstaatliche Verkehrs- und Versorgungsbeziehungen (Insel-zu-Insel) erschwert werden. (M1, Atlas)
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Die Lage im Atlantik begünstigt maritime Einbindung (z. B. Seeverkehr), gleichzeitig erhöht die Distanz zum Festland Transportkosten und Importabhängigkeiten. (Atlas)
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Naturräumlich ist Kap Verde vulkanischen Ursprungs mit deutlich ausgeprägten Reliefunterschieden: Hochinseln (z. B. Santo Antão, Fogo) stehen flachen Inseln (z. B. Sal, Boa Vista) gegenüber. Der Pico do Fogo (2829 m) auf Fogo ist die höchste Erhebung und verdeutlicht den vulkanischen Ursprung sowie die ausgeprägte Höhenstufung. (M1, Atlas)
Sozioökonomische Situation
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Bevölkerungs- und Entwicklungsstand
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Kap Verde weist mit rund 599.000 Einwohnern (2023) eine im globalen Vergleich relativ hohe Bevölkerungsdichte von 146 Einw./km² (2021) auf. (M2)
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Die Bevölkerungszahl wächst moderat (+0,9 % im Jahr 2023). (M2)
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Die Lebenserwartung ist hoch (Frauen 79,0 Jahre, Männer 70,3 Jahre), während Säuglings- und Kindersterblichkeit niedrig ausfallen (11,0 bzw. 12,8 je 1.000). (M2)
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Der Entwicklungsstand ist mit einem HDI von 0,661 (Rang 131/193) im regionalen Vergleich relativ hoch. (M2)
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Der Zugang zu sauberem Wasser erreicht 89,9 % der Gesamtbevölkerung und spricht für eine vergleichsweise solide Grundversorgung. (M2)
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Wirtschaftsstruktur und zentrale Sektoren
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Makroökonomisch zeigt Kap Verde für subsaharische Verhältnisse eine vergleichsweise stabile Lage: BIP 2,520 Mrd. US-
und BIP pro Kopf (KKP) 9.721 US-
(2023). (M2)
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Die Erwerbslosenquote deutet mit 12,1 % (2023) auf strukturelle Arbeitsmarktprobleme und begrenzte Aufnahmekapazitäten des Arbeitsmarkts hin. (M2)
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Die Wirtschaftsstruktur ist klar tertiär geprägt: Dienstleistungen stellen den größten Anteil an Bruttowertschöpfung (66,0 %) und Beschäftigung (67,5 %). (M2)
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Das produzierende Gewerbe ist nachgeordnet (28,9 % Bruttowertschöpfung; 22,0 % Beschäftigung). (M2)
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Der primäre Sektor ist klein in der Wertschöpfung (5,1 %), bindet aber relativ viele Erwerbstätige (10,5 %), was auf geringere Produktivität und Versorgungsfunktionen hinweist. (M2)
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Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche ist begrenzt (19,6 % der Landfläche), wodurch agrarische Tragfähigkeit und Ausbaupotenziale eingeschränkt sind. (M2)
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Die Fischerei ist trotz begrenzter Wertschöpfung bedeutsam, da Fisch ein Grundnahrungsmittel ist und die Insellage entsprechende Nutzungsformen begünstigt. (M1, M2)
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Bedeutung des Tourismus
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Der internationale Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor: Tourismuseinnahmen liegen bei 144 Mio. US-
(2021) und entsprechen 7,0 % des BIP. (M2)
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Der Tourismus ist räumlich differenziert: Bade- und Wassersporttourismus konzentriert sich v. a. auf Sal, Boa Vista und Maio, während Individualtourismus (Wandern/Rundreisen) besonders auf Santo Antão, Santiago und Fogo verortet ist. (M2)
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Kap Verde wird auch vom Kreuzfahrttourismus erreicht, was die maritime Einbindung zusätzlich stärkt. (M4)
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Verwundbarkeit und Entwicklungshemmnisse
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Kap Verde ist als peripherer Inselstaat besonders vulnerabel gegenüber Klimawandel und Wasserknappheit. Dürreperioden und knappe Süßwasserressourcen gefährden Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. (M4)
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Die sehr hohe Lebensmittelimportquote (über 80 %) erhöht die Verwundbarkeit gegenüber Preis- und Lieferkettenrisiken. (M4)
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Technische Anpassungsstrategien (z. B. Meerwasserentsalzung) gewinnen an Bedeutung, sind jedoch kapital- und energieintensiv und erhöhen Abhängigkeiten. (M4)
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Die insulare Fragmentierung führt zu hohen Transportkosten und erschwert Infrastrukturentwicklung sowie die Integration von Binnenmärkten innerhalb des Archipesl. (M1, Atlas)
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Fazit
Insgesamt zeigt sich Kap Verde als peripherer, insular fragmentierter Kleinstaat im Zentralatlantik, dessen Entwicklungsmöglichkeiten stark durch Lage- und Naturraumbedingungen geprägt sind. Die vulkanische Inselstruktur mit deutlichen Reliefkontrasten führt zu erheblichen räumlichen Disparitäten und erschwert zugleich Verkehr, Versorgung und wirtschaftliche Integration. Sozioökonomisch weist Kap Verde im subsaharischen Vergleich relativ günstige Entwicklungsindikatoren und eine klare Dominanz des Dienstleistungssektors auf, wobei der Tourismus als Leitbranche eine zentrale Rolle spielt und die Fischerei trotz geringer Wertschöpfung für Versorgung und Alltag bedeutsam bleibt. Gleichzeitig machen Transport- und Versorgungskosten, Importabhängigkeit sowie klimabedingte Risiken das Land besonders verwundbar. Damit steht Kap Verde in einem Spannungsfeld aus vergleichsweise stabilen Entwicklungsfortschritten und strukturellen Vulnerabilitäten, die seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Resilienz langfristig herausfordern.
Landfläche
Naturräumliche Gegebenheiten
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Klima
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Kap Verde liegt in den wechselfeuchten Randtropen (Sahelzone) unter dem ganzjährigen Einfluss des warmen, trockenen Nordostpassats. (Atlas)
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Das Klima ist ozeanisch-warm mit geringen Temperaturschwankungen. (M3, Atlas)
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Die Niederschläge sind sehr gering und auf eine kurze Regenzeit (August–Oktober) konzentriert, wobei die Variabilität der Niederschläge hoch ist. (M3)
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Durch das stark unterschiedliche Relief (flache vs. hochgebirgige Inseln) ist der Niederschlag kleinräumig ungleich verteilt: Auf Nordosthängen können orographisch begünstigte Niederschläge (Luv-Effekte) auftreten (z. B. auf Santo Antão oder Fogo), während Leelagen deutlich trockener bleiben. (M1, M3, Atlas)
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Vegetation
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Aufgrund der grundsätzlichen Trockenheit dominiert eine artenarme Halbwüstenvegetation. (M3, Atlas)
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Landwirtschaftliche Nutzung ist räumlich und flächenhaft begrenzt (landwirtschaftlich genutzte Fläche 19,6 %), wodurch die hohe Sensibilität gegenüber Klimaschwankungen verstärkt wird. (M2, Atlas)
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Entsprechend der ungleichen Niederschlagsverteilung unterscheiden sich die Inseln deutlich: flache Inseln (z. B. Sal) sind oft nahezu vegetationsarm, während Hochinseln (z. B. Santo Antão, Fogo) in begünstigten Lagen dichtere Vegetationszonen und eher agrarisch nutzbare Räume aufweisen. (M1, M3, Atlas)
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Einfluss des Klimawandels auf Ökologie und Ökonomie
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Ökologische Auswirkungen
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Der Klimawandel verstärkt die Tendenz zu Extremereignissen wie Dürreperioden und Hitze, aber auch destruktiven Starkregenereignissen. (M3, M4)
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Dürre und steigende Verdunstung verschärfen den Wasserstress: Böden trocknen stärker aus, Vegetationsbedeckung wird lückiger, was die Desertifikation begünstigt.
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Starkregen auf ausgetrockneten Böden führt häufig zu Oberflächenabfluss statt Grundwasserneubildung; dies erhöht Erosionsprozesse, beschädigt Böden und kann lokal zu Überschwemmungen beitragen.
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Ökonomische Auswirkungen
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Klimabedingte Ertragseinbrüche und Produktionsunsicherheiten schwächen die ohnehin geringe agrarische Tragfähigkeit zusätzlich. (M2)
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Der Umstieg von Regenfeldbau zu (stärker) bewässerungsabhängigen Formen ist ökonomisch nur begrenzt tragfähig, weil Entsalzung und Bewässerung kapital- und energieintensiv sind und damit Produktions- sowie Lebenshaltungskosten erhöhen. (M4)
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Bei einer sehr hohen Lebensmittelimportquote (über 80 %) verschärfen klimabedingte Ertragseinbußen die Importabhängigkeit; externe Preis- und Lieferkettenrisiken wirken damit stärker auf Versorgungssicherheit und Haushaltsbelastungen durch. (M4)
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Der Tourismus als Leitbranche ist indirekt gefährdet, weil Wasserknappheit und Extremwetter die Versorgungssicherheit, Infrastrukturzuverlässigkeit und die Standortattraktivität beeinträchtigen und damit die wirtschaftliche Stabilität schwächen. (M2, M4)
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Umgebendes Meer
Naturräumliche Gegebenheiten
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Die Meeresbodenstruktur (Vulkankegel/Tiefseeberge) und Strömungssysteme vor Westafrika begünstigen Auftriebsprozesse, die nährstoffreiches Wasser an die Oberfläche bringen und die marine Produktivität erhöhen. (Atlas)
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Saharastaub kann zusätzliche Nährstoffe eintragen und dadurch die biologische Produktivität sowie potenziell Fischbestände stützen. (Atlas)
Einfluss des Klimawandels auf Ökologie und Ökonomie
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Ökologische Auswirkungen
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Meereserwärmung (Oberfläche und tieferes Wasser) verändert Lebensbedingungen und kann Artenzusammensetzung sowie Nahrungsketten verschieben.
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Ozeanversauerung durch erhöhten CO2-Eintrag belastet kalkbildende Organismen (z. B. Korallen) und schwächt die Stabilität mariner Ökosysteme.
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Deoxygenierung kann Lebensräume einschränken und Arten zur Abwanderung bzw. zum Rückzug in andere Tiefen/Regionen zwingen.
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Ökonomische Auswirkungen
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Veränderungen der Produktivität und Artenwanderungen können die Fischerei ökonomisch schwächen (geringere/unsicherere Fänge), obwohl sie für die Ernährung und Beschäftigung sozial bedeutsam bleibt. (M2)
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Rückgänge der Biodiversität bzw. Veränderungen der Unterwasserwelt (z. B. Korallenstress/-sterben) können die Attraktivität für Tauch- und Naturtourismus mindern. (M4)
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Meeresspiegelanstieg bedroht besonders die touristisch geprägten, flachen Inseln (Sal, Boa Vista, Maio) durch Küstenerosion, Flächenverlust an Stränden und Schäden an küstennaher Infrastruktur. (M1)
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Fazit
Die Auswirkungen des Klimawandels auf Kap Verde sind vielfältig und greifen ineinander: An Land verschärfen Trockenheit, Niederschlagsunsicherheit und Extremwetter die Degradation knapper Acker- und Weideflächen, während im Meer veränderte physikalisch-chemische Bedingungen die Produktivität mariner Ökosysteme und damit auch Fischbestände unter Druck setzen. Dadurch werden zentrale Grundlagen von Ernährungssicherheit, Einkommen und wirtschaftlicher Stabilität geschwächt. Fast alle Effekte sind negativ und können für Teilräume existenzbedrohend werden.
Besonders problematisch ist Kap Verdes Lage als peripherer Inselstaat an der agronomischen Trockengrenze: geringe Ressourcen, begrenzte Ausweichräume und hohe Abhängigkeiten verstärken die Verwundbarkeit. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, wirksame Anpassungs- und Bewältigungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen, um Versorgung, Wirtschaft und Lebensbedingungen zu sichern.
Sachbeurteilung
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Finanzielle Handlungsfähigkeit (+)
Der Schuldenerlass durch Portugal (140 Mio. €) zugunsten eines Klimafonds erhöht den finanziellen Spielraum, um teure Anpassungsmaßnahmen des kapverdischen Umweltministeriums ohne zusätzliche Verschuldung realisieren zu können. (M4)
Die Zweckbindung im Fonds erhöht die Planbarkeit und Realisierungschancen der Projekte. (M4)
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Wassermanagement als zentraler Resilienzhebel im ariden Raum (+)
Meerwasserentsalzung ist angesichts der ausgeprägten Aridität eine besonders wirksame Anpassungsmaßnahme, weil sie die Wasserversorgung stärker von unzuverlässigen Niederschlägen entkoppelt und die Verwundbarkeit von Haushalten und Wirtschaft senkt. (M3, M4)
Entsalzung und Bewässerung ermöglichen (zumindest lokal) eine Intensivierung bzw. Ausdehnung landwirtschaftlicher Nutzung und erhöhen damit die Robustheit gegenüber Dürre- und Ernteausfällen. (M3, M4)
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Versorgungssicherheit und Importabhängigkeit (+)
Eine Ausweitung des Bewässerungsfeldbaus kann die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten reduzieren und damit die Versorgungssicherheit stärken. (M4)
Eine geringere Importabhängigkeit mindert zugleich die Anfälligkeit gegenüber volatilen Weltmarktpreisen und Lieferkettenstörungen und erhöht damit die ökonomische Resilienz. (M4)
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Energie und Infrastruktur (+)
Der Ausbau von Wind- und Solarenergie nutzt die natürlichen Standortvorteile (Passatwinde, hohe Globalstrahlung) und senkt die Abhängigkeit von fossilen Importen, wodurch die Krisenanfälligkeit bei Preis- und Lieferkettenstörungen gemindert wird.
Da Wassergewinnung und -verteilung (Entsalzung und Pumpen) energieintensiv sind, kann eine stabilere (möglichst erneuerbare) Energieversorgung die Betriebssicherheit und langfristig auch die Kostenstabilität wasserbezogener Infrastruktur verbessern. (M4)
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Regionale Disparitäten im Archipel (+/-)
Wenn Investitionen (z. B. Entsalzung) vor allem auf Santiago konzentriert werden, profitieren andere Inseln ohne Verteilungs- und Transportlösungen deutlich weniger, was Resilienzgewinne räumlich ungleich verteilt. (M1, M3) Dadurch können Disparitäten zwischen „aktiveren“ Wirtschafts- und Versorgungsräumen und periphereren Inseln eher verstärkt als abgebaut werden. (M1)
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Chancen mit Nebenwirkungen im Meerraum (+/-)
Aquakultur kann Versorgung und Einkommen stabilisieren, ist jedoch ökologisch ambivalent, da Einträge (z. B. Nährstoffe, Chemikalien/Antibiotika) Küstenökosysteme belasten können.
Künstliche Korallenriffe können Biodiversität, Küstenschutz und touristische Attraktivität fördern, sind aber je nach Material- und Bauweise klimapolitisch und ökologisch unterschiedlich zu bewerten.
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Begrenzte Wirkung auf globale Risiken / Mitigation (-)
Kap Verde kann den globalen Klimawandel mit eigenen Maßnahmen nur in sehr begrenztem Umfang beeinflussen. Das Abkommen bietet keinen Schutz vor physikalischen Folgen wie dem steigenden Meeresspiegel oder einer Zunahme von Extremereignissen, da diese global bestimmt sind und die Emissionsreduktion der Industrieländer entscheidend ist.
Besonders tourismusrelevante Küstenräume (v. a. flache Inseln) bleiben damit trotz lokaler Anpassung stark gefährdet, wodurch ein Kernbereich der Wirtschaft weiter risikobehaftet ist. (M1)
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Energieintensität und Zielkonflikte der Adaption (-)
Meerwasserentsalzung ist energetisch aufwändig. Solange die dafür benötigte Energie nicht überwiegend erneuerbar bereitgestellt wird, bleiben hohe Kosten und ein Zielkonflikt zwischen Versorgungssicherung und Klimaschutz bestehen. (M4)
Eine Ausweitung der Wasserentnahme (z. B. Brunnen) kann bei unzureichender Steuerung lokale Grundwasserstände senken und Trockenheit bzw. Bodendegradation verschärfen.
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Regulierungsdefizit im Tourismus-/Meerraum (-)
Eine explizite Regulierung belastender Nutzungen im marinen Raum (z. B. Kreuzfahrttourismus) ist im Abkommen nicht erkennbar, obwohl diese Nutzung den Lebensraum Meer zusätzlich beansprucht. (M4)
Sachurteil
Insgesamt kann das Klimaabkommen die Resilienz Kap Verdes spürbar stärken, vor allem durch Adaptationsmaßnahmen: finanzielle Entlastung (Schuldenerlass), Ausbau des Wassermanagements (Entsalzung/Bewässerung) sowie Absicherung energieintensiver Infrastruktur durch erneuerbare Energien erhöhen Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität. Gleichzeitig bleibt der Beitrag begrenzt, weil zentrale Risiken (Meeresspiegelanstieg, Extremwetter, marine Veränderungen) global verursacht werden und Kap Verde bei der Mitigation nur geringe Einflussmöglichkeiten besitzt. Entscheidend für die tatsächliche Wirksamkeit sind daher eine möglichst erneuerbare Energieversorgung, ein nachhaltiges Wasser- und Meeresmanagement (inkl. Vermeidung lokaler Übernutzung) sowie eine archipelweite, räumlich ausgewogene Umsetzung, damit Resilienzgewinne nicht nur einzelnen Inseln zugutekommen.