Aufgabe I – Bewegungswissenschaftliche, trainingswissenschaftliche und sportsoziologische Aspekte beim Flag Football
Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wird Flag Football erstmalig im Wettkampfprogramm sein. Um als olympische Sportart aufgenommen zu werden, müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein, unter anderem muss sie den „Wert und die Anziehungskraft“ der Olympischen Spiele steigern und zugleich ihre Traditionen bewahren und widerspiegeln.
Flag Football als olympische Sportart
Stelle auch unter Berücksichtigung von Material M1 dar, warum Flag Football den Wert und die Anziehungskraft der olympischen Spiele durch die spezifischen Charakteristika des Spiels steigern kann.
Flag Football als kontaktarme Variante des American Footballs erfreut sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Trotz verändertem Regelwerk bleibt die Position des Quarterbacks die zentrale Figur des Angriffsspiels und muss somit komplexen Anforderungen genügen.
Koordinative Fähigkeiten des Quarterbacks
Beschreibe die koordinativen Fähigkeiten beim Flag Football und begründe jeweils deren Relevanz für einen Quarterback im Flag Football auf der Grundlage von Material M2a und M2b.
Ein wesentliches Element des Angriffsspiels im Flag Football sind einstudierte Laufwege und Spielzüge. Somit haben die Taktik und das Taktiktraining eine große Bedeutung im sportartspezifischen Training.
Taktisches Handeln beim Flag Football
Erkläre die wesentlichen Bestandteile sowie den Ablauf taktischen Handelns am Beispiel der in Material M3 dargestellten Angriffsspielsituation im Flag Football.
Nach der Legalisierung von Cannabis in Deutschland ist eine Diskussion über dessen Einstufung als Dopingmittel entbrannt, dabei steht insbesondere die Wirkung als Schmerzmittel (u. a. in Kontaktsportarten wie American Football) im Mittelpunkt der Debatte.
Doping im Sport
Bewerte unter Berücksichtigung der aktuellen Dopingdefinition und dem Material M4 die Einstufung des Cannabis-Wirkstoffs THC als verbotene Substanz im Sinne der Anti-Doping-Regeln.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M1 Flag Football im Aufwind: 2028 in Los Angeles ist es Olympia-Sport
Quelle: Deutsche Presse Agentur Online, 13.11.2023, DPA
https://www.sueddeutsche.de/sport/american-football-aus-kinderschuhen-zu-olympia-flag-football-im-aufwind-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-231113-99-924600
(letzter Zugriff: 11.08.2024)
M2a Informationstext zum Quarterback im Flag Football
Quelle: Zentralabiturkommission Sport 2025
M2b Quarterback im Flag Football

Quelle: River Region Sports, 03.11.2023, TIM GAYLE
https://www.riverregionsports.com/stories/flag-football-playoffs-brew-tech-storms-back-to-beat-calhoun-to-advance
(letzter Zugriff: 20.10.2024)
M3 Spielzug im Flag Football

Legende:
Running Back: Spieler neben dem Quarterback, der von diesem den Ball übernimmt
RW: rechter Flügelspieler
LW: linker Flügerspieler
Quelle: verändert nach: mobilesport.ch, 11/2019, ANDREA DERUNGS/URS BÖLLER
https://assets01.sdd1.ch/assets/lbwp-cdn/mobilesport/files/1573479066/legende_d540.jpg
(letzter Zugriff: 20.10.2024)
M4 Was die Freigabe von Haschisch für den Sport bedeutet?
Quelle: Deutschlandfunk Online, 22.03.2024, RAPHAEL SPÄTH
https://www.deutschlandfunk.de/cannabis-legalisierung-doping-sport-100.html
(letzter Zugriff: 11.08.2024)
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?-
Das Spiel ist Teil der amerikanischen Sportkultur und passt somit zum Austragungsort Los Angeles (Z. 11ff.).
-
Flag Football gilt als eine der „integrativsten Sportarten“, da Männer und Frauen gemeinsam spielen können und für viele verschiedene „Körpertypen“ Platz ist (Z. 21ff.).
-
Flag Football ist durch sein Regelwerk nicht so verletzungsgefährdend wie American Football, insbesondere schwere Kopfverletzungen mit Langzeitschäden (Z. 26ff.).
-
Die Sportart ist in der Breite organisiert, d. h. sie kann sowohl in der Breite als auch im Spitzensport bis hin zum olympischen Niveau betrieben werden (Z. 30ff.).
-
Weitere Verbreitung, die z. B. in Deutschland noch in den „Kinderschuhen steckt“, kann durch Olympische Spiele vorangetrieben werden (Z. 35ff.).
-
Die mögliche Teilnahme von Topspielern der American Football Profiliga (NFL) erhöht die Attraktivität des olympischen Wettbewerbs (Z. 39f.).
-
Mit Flag Football wird eine kontaktarme Variante, die keine spezielle Ausrüstung benötigt, vorgestellt und ein leichterer Zugang ermöglicht. American Football ist bereits weltweit beliebt (ohne direkten Textbezug).
Z. B. nach MEINEL/SCHNABEL/BLUME:
Kopplungsfähigkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit zur Koordination von Teilkörper- und Einzelbewegungen in Beziehung zur Ganzkörperbewegung.
Diese ist von großer Bedeutung für den Pass, den der Quarterback auf eine Mitspielerin bzw. einen Mitspieler spielt. Aus einer seitlichen oder rückwärtsgerichteten Laufbewegung muss eine Ausholbewegung mit dem Wurf des Balles gekoppelt werden.
Differenzierungsfähigkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit zum Erreichen einer hohen Feinabstimmung einzelner Bewegungsphasen und Teilkörperbewegungen (Bewegungsgenauigkeit und Bewegungsökonomie).
Für den Quarterback ist diese von großer Bedeutung, da ein Pass in der Form gespielt werden muss, dass er z. B. in den Laufweg der Mitspielerin bzw. des Mitspielers gespielt wird. Entsprechend muss der Krafteinsatz genau dosiert sein.
Orientierungsfähigkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit zur Bestimmung und Veränderung der Lage und der Bewegung des Körpers in Raum und Zeit.
Die Orientierungsfähigkeit ist von sehr hoher Bedeutung für den Quarterback, da dieser – nachdem er beim Snap den Ball bekommen hat – trotz des Drucks der auf ihn zukommenden Verteidigung, in der Lage sein muss, einen möglichen Pass zu spielen. Somit muss dieser abschätzen können, wie seine Position zur Verteidigung ist und wann der letztmögliche Zeitpunkt für einen Pass (oder eine Handlungsalternative) gekommen ist.
Gleichgewichtsfähigkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit, den gesamten Körper im Gleichgewichtszustand zu halten oder während und nach Bewegungshandlungen diesen Zustand beizubehalten bzw. wiederherzustellen.
Der Quarterback muss unter Zeitdruck und aus ggf. ungünstigen Körperpositionen (z. B. beim Ausweichen vor der Verteidigung) einen Pass anbringen können, somit spielt auch die Gleichgewichtsfähigkeit eine große Rolle.
Rhythmisierungsfähigkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit, einen vorgegebenen Rhythmus zu erfassen und motorisch zu reproduzieren.
Die Rhythmisierungsfähigkeit ist von untergeordneter Bedeutung, da der Quarterback keinen von außen vorgegebenen Rhythmus ausführt, sondern immer situativ und funktional handeln muss.
Reaktionsfähigkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit zur schnellen Einleitung und Ausführung von zweckmäßigen, kurzzeitigen, motorischen Aktionen auf ein Signal hin.
Die Reaktionsfähigkeit ist für den Quarterback relevant, da er auf ein Signal den Snap empfängt und daraufhin den Spielzug einleitet. Dabei muss er auf die Laufwege der Mitspielerinnen bzw. Mitspieler und das Verhalten der Verteidigung reagieren können. Somit spielt die Reaktionsfähigkeit eine große Rolle.
Umstellungsfähigkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit, aufgrund von Situationsveränderungen, das Handlungsprogramm den neuen Gegebenheiten anzupassen.
Diese koordinative Fähigkeit spielt für den Quarterback eine zentrale Rolle, da er die geplante Aktion immer mit den situativen Begebenheiten abgleichen muss und somit, z. B. bei einem überraschenden Verhalten der Verteidigung, eine alternative Bewegung ausführen muss (eigener Lauf statt Pass).
Nach z. B. KIBELE/KONOPKA:
Taktisches Handeln einer Spielerin bzw. eines Spielers beruht immer auf einer Entscheidung, die an der jeweils aktuell zu bewältigenden Spielsituation orientiert ist. Dabei beruht diese Entscheidungsfindung auf der individuellen Einschätzung verschiedener Komponenten:
Kognitive Fähigkeiten: Diese umfassen z. B. eine entsprechende Kenntnis der spezifischen Regeln, aber auch das Wissen der im Training erworbenen taktischen Handlungsmöglichkeiten.
Im Flag Football muss jede Spielerin bzw. jeder Spieler wissen, welcher Spielzug gelaufen wird und die individuelle Aufgabe kennen. So muss der Quarterback alle geplanten Laufwege kennen, die Wings z. B. nur ihren eigenen.
Technische Fertigkeiten: Die Spielerin bzw. der Spieler kann eine Entscheidung nur auf der Grundlage der eigenen technischen Fertigkeiten treffen.
Für den Quarterback im Flag Football heißt das zum Beispiel, dass bestimmte Pässe nur dann gespielt werden können, wenn die entsprechenden Passtechniken beherrscht werden bzw. einen entsprechenden Pass möglich machen.
Motorische Fähigkeiten: Auch die eigenen motorischen Fähigkeiten sind limitierend für die Entscheidungsauswahl.
Entscheidet sich eine Spielerin bzw. ein Spieler im Flag Football für ein Laufduell, so ist das nur sinnvoll, wenn eine entsprechende Schnelligkeit vorhanden ist.
Kenntnis der Mitspielerinnen bzw. der Mitspieler und des Wettkampfgegners: Bei der Auswahl der passenden taktischen Handlungsalternative ist die Antizipation des Verhaltens der Mitspielerinnen bzw. der Mitspieler notwendig.
Im Flag Football können Schwachpunkte im gegnerischen Team ausgemacht werden und eine entsprechende Handlungsalternative zur Nutzung eines Vorteils ausgewählt werden. Außerdem muss der Quarterback z. B. die Laufgeschwindigkeit seiner Mitspielerinnen bzw. seiner Mitspieler einschätzen können, um einen gezielten Pass spielen zu können.
Aus der Wahrnehmung und der Analyse einer Spielsituation wird das Spielproblem erkannt, für das wird eine gedankliche Lösung unter Berücksichtigung der angeführten Komponenten entwickelt. Entscheidend ist dann die motorische Lösung des erkannten Problems, die unter Berücksichtigung möglicher nicht einkalkulierter Störfaktoren erfolgen muss.
Für die Sportart Flag Football liegt hier die entscheidende Verantwortung beim Quarterback, aber auch jede Spielerin bzw. jeder Spieler muss in seinem individualtaktischen Verhalten entsprechende Entscheidungen bzw. Anpassungen treffen.
Die Welt-Ani-Doping-Agentur (WADA) definiert Doping als das Vorliegen eines oder mehrerer festgelegter Verstöße gegen die von ihr festgelegten Anti-Doping-Bestimmungen. Dabei gilt insbesondere das Vorhandensein einer verbotenen Substanz und ihrer Abbauprodukte bzw. Markern, die darauf hinweisen, in einer Dopingprobe als Verstoß. Gleiches gilt für den Gebrauch, den versuchten Gebrauch oder den Besitz einer verbotenen Substanz bzw. Dopingmethode. Weitere Verstöße beziehen sich auf die Regularien der Dopingtestverfahren.
Argumente – Pro Einstufung als verbotene Substanz: z. B.
-
THC ist von der WADA eingestuft und ist auf der Dopingliste der verbotenen Substanzen registriert (Z. 7ff.).
-
THC wirkt psychoaktiv und verursacht einen Rauschzustand (Z. 11ff.), wohingegen dem Bestandteil CBD vor allem medizinische Eigenschaften – wie z. B. eine Schmerzlinderung – zugesprochen werden (Z. 11ff.).
-
Der Konsum von THC führt zur Enthemmung und somit zu einer höheren Risikobereitschaft, was in einer verstärkten Verletzungsgefahr münden kann (Z. 50ff.).
-
Die langfristigen Auswirkungen von THC-Konsum für die Psyche sind noch unklar (ohne Textbezug).
-
Die allgemeine Einstufung von THC als Droge (ohne Textbezug).
Argumente – Contra Einstufung als verbotene Substanz: z. B.
-
Es gibt eine verstärkte Legalisierung von Cannabis, u. a. auch in einigen Bundesstaaten der USA (Z. 6).
-
Die Einsatzmöglichkeiten als nicht leistungssteigerndes Mittel, speziell zur Unterstützung der Sportlerinnen und Sportler in Regenerationsphasen, sind von Bedeutung (Z. 19ff.).
-
Es ist eine effektivere Schmerzlinderung als bei konventionellen Schmerzmitteln möglich, deshalb ist dies sinnvoll bei chronischen Schmerzen, z. B. in Kontaktsportarten oder in der Prävention (Z. 21ff.).
-
CBD steht nicht auf der Dopingliste. Trotzdem besteht die Gefahr der fehlenden Reinheit bzw. einer Vermischung und damit einhergehender (versehentlicher) positiver Dopingproben (Z. 34ff.).
-
Die Nebenwirkungen bei erlaubten Schmerzmitteln sind zum Teil deutlich gefährlicher als beim pflanzlichem Medikament THC (Z. 41ff.).
-
Durch eine Legalisierung wird die Gefahr durch passiven Konsum im sozialen Umfeld deutlich und nachhaltig verstärkt (ohne Textbezug).