Aufgabe B – Warum ich daran glaube
Aufgabenstellung
Arbeite den Gedankengang in M 1 heraus.
Erläutere unterschiedliche Perspektiven von Naturwissenschaft und der Religion in Bezug auf das Verständnis von Tod und Auferstehung und setze dies in Beziehung zu den Aussagen in M 1.
Stelle ein anderes theologisches Verständnis der Auferstehung dar und vergleiche es mit dem in M 1.
„Christen sind Protestleute gegen den Tod in all seinen Varianten: Sie bieten der Bedeutungslosigkeit, der Depression, der Feindseligkeit, der Feigheit, der Inhumanität, der Selbstsucht die Stirn. Gegen alles anzustürmen, was klein, hässlich und verzagt macht, das ist ihre Aufgabe. Das ist meine Aufgabe. Und das ist mein Verständnis von Auferstehung.“ (Z. 55-58)
Beziehe Stellung zu diesem Zitat unter Berücksichtigung des bisher Erarbeiteten.
Material
Warum ich daran glaube
Sabine Rückert
Sabine Rückert (*1961), u.a. Studium der ev. Theologie, Journalistin und Autorin; stellvertretende Chefredakteurin der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Aus: Sabine Rückert: Warum ich daran glaube. In: DIE ZEIT, Nr. 16/2009. Zitiert nach: https://www.zeit.de/2009/16/Ostern, abgerufen am 15.12.2024.
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M 1 versteht die Auferstehungsgeschichte als Zumutung, nicht nur für den modernen, sondern auch schon für den antiken Menschen, wobei die Frage nach der Wahrscheinlichkeit, trotz genauer Bezeugung des Geschehens durch die Evangelisten, gestellt wird.
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M 1 postuliert, Auferstehung heute als eine Befreiung aus gesellschaftlichen sowie individuellen Gesetzmäßigkeiten zu verstehen und nicht als eine körperliche. Daran ist die Freiheit der Christen und die Überwindung des scheinbar Unmöglichen gekoppelt, von dem auch die Wundergeschichten erzählen.
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So folgert M 1, dass die Beschreibung des Menschen, wie es die Naturwissenschaften praktizieren, die Frage nach Bedeutung und Sinnhaftigkeit seines Lebens im Sinne des Mythos offenlässt.
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Darüber hinaus beschreibt M 1 das Leben als eines durch Angst vor Verlust, Erkrankung, dem Nicht-Erhalt eigener Bedürfnisse geprägtes. Dieses Festhalten am Bestehenden kommt einem Tod im Leben gleich, welcher als geistiger Tod verstanden wird.
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Daher konstatiert M 1, dass naturwissenschaftliche Erkenntnisse zwar Fakten nennen, jedoch nicht bei einem angstfreien Leben und dem Erkennen letzter Einsichten helfen. Hier greifen vielmehr biblische Gleichnisse und Bilder, da sie transzendent sind.
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So folgert M 1, dass nur aufgeklärte Menschen biblische Geschichten glauben können, ohne Gefahr zu laufen, sie wörtlich zu nehmen bzw. einer selbst verschuldeten Naivität zu verfallen. Auferstehungsglaube bedeutet keinen Glauben an die leibhaftige Auferstehung, sondern eine veränderte Sichtweise auf die Welt und verlangt einen Protest gegen gesellschaftliche und individuell-lebensfeindliche Strukturen.
Teilaufgabe 2
Naturwissenschaftliche Perspektive
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Der Mensch als erkennendes Subjekt erforscht die Phänomene der Natur als zu erkennendes wissenschaftliches Objekt. Natur wird phänomenologisch als zu erforschende Wirklichkeit beschrieben. Ziel ist es, Gesetzmäßigkeiten der Natur mit den Methoden des Beobachtens und Beschreibens experimentell zu entdecken und mit der Sprache des Logos festzuhalten.
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Auferstehung kann es aus Sicht der Naturwissenschaften nicht geben, denn der leblose Körper zerfällt.
Perspektive der Religion
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Die Sprache der Religion ist der Mythos, der sinnstiftend und symbolisch zu verstehen ist. Religion fragt aus dieser Perspektive auf Wirklichkeit nach dem Sinn und der Bedeutung der Welt. Für religiöse Menschen steht diese gleichberechtigt neben der naturwissenschaftlichen Perspektive.
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Religion deutet Tod in einem größeren Zusammenhang. Sie fragt nicht nach dem biologischen Vorgang, also dem, was gegenwärtig passiert, sondern nach dessen Bedeutung in einem neuen Leben in der Auferstehung. Damit richtet sich der Blick in die Zukunft.
Bezüge zu M 1
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M 1 verneint den Glauben an eine körperliche Auferstehung, wie es auch die Naturwissenschaften tun. Ihnen wird allein die Rolle des Erkennens von Gesetzmäßigkeiten sowie des Beschreibens von phänomenologischen Gegebenheiten zugesprochen.
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Jedoch verweist M 1 darauf, dass die Naturwissenschaften nicht klären können, wozu Leben da ist. Dies übernimmt die Religion, indem sie dem Leben einen Sinn zuschreibt und zukünftig deutet.
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In Bezug auf die Auferstehung bedeutet dies in M 1, dass ein alleiniges Verständnis im Sinne des Logos in eine selbstverschuldete Naivität führt. Vielmehr sollte Auferstehung dem Glaubenden die Möglichkeit geben, sie als Veränderung der Sichtweise auf sein reales, leibliches Leben zu begreifen und ihn in Folge dessen zum Protest gegen die vielfältigen Formen des geistigen Todes aufrufen.
Teilaufgabe 3
Folgende theologische Konzeptionen können gewählt werden, z.B. Barth, Bultmann, Lüdemann, Sölle, Moltmann.
Z.B. Karl Barth
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Nach Barth ist Auferstehung der Sieg über den Tod.
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Mit dem Tod stirbt der ganze Mensch, leiblich und geistlich. Auferstehung wird als Neuschöpfung des ganzen Menschen verstanden.
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Predigt und Glaube sind vergeblich, wenn der Auferstehungsglaube nicht auch die leibliche Auferstehung mit einbezieht.
Vergleich mit M 1
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Barth und M 1 haben die Vorstellung, dass mit der Auferstehung der Tod überwunden ist.
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Im Gegensatz zu Barth, der die geistlich-leibliche Auferstehung betont, versteht M 1 Auferstehung metaphorisch als Protest gegen zerstörerische Lebenszusammenhänge.
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Barth betont das Handeln Gottes in der Auferstehung als Neuschöpfung, während M 1 die Konsequenzen der Auferstehungshoffnung für das menschliche Leben im Hier und Jetzt reflektiert.
Teilaufgabe 4
Erläuterung des Zitates auf der Grundlage von M 1
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Deutung der Aussage: „Christen sind Protestleute“
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Erläuterung der verschiedenen Varianten des (geistigen) Todes
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Verständnis von Auferstehung und der daraus folgenden Aufgabe für Christen
Mögliche Bezugspunkte der Stellungnahme
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Darstellung der Auferstehung in der Spannung verschiedener theologischer Deutungen.
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Mögliche theologische Sachverhalte zur Auferstehung als:
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leibliche Auferstehung
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geschichtliches Ereignis
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Kerygma
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eschatologisches Neuschöpfungshandeln
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christologische Deutung
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Prozess der Erlösung dieser Welt
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Kraft, die den Tod in dieser Welt überwindet
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Hoffnung auf Befreiung aus ungerechten gesellschaftlichen Zusammenhängen
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theologische Konzeptionen: z.B. Barth, Bultmann, Lüdemann, Sölle, Moltmann
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historischer und kerygmatischer Jesus, historisch-kritische Methode
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Konsequenzen für eine christliche Lebenseinstellung
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Entfaltung einer eigenen Position zum Thema.