Prüfungsarbeit A
Erörtere M 1. Bearbeite dabei folgende Aufgaben:
Erarbeite aus M 1 Aussagen zur Geschichte der internationalen Beziehungen im 19. Jahrhundert.
In M 1 wird auf die Gründung des deutschen Nationalstaates eingegangen. (Z. 60 – 62)
Skizziere den Prozess der deutschen Reichseinigung 1862 bis 1871.
„Welche Rolle Bismarck in diesem Zusammenhang in den darauffolgenden zwei Jahrzehnten [nach 1871] gespielt hat, ist durchaus umstritten.“ (Z. 65 – 66)
Beurteile Bismarcks Außenpolitik im Kaiserreich unter den Aspekten der Sicherung und Stabilität von Frieden.
Der Verfasser von M 1 reflektiert unter anderem Ursachen des Ersten Weltkrieges. (Z. 33 – 36)
Erläutere den Anteil Deutschlands im Ursachenkomplex des Ersten Weltkrieges.
Untersuche an der Kubakrise oder der Neuen Ostpolitik Möglichkeiten und Grenzen gewaltfreier Regelung internationaler Konflikte.
M 1
Auszug aus dem Artikel „Internationale Mächteordnung vom Wiener Kongress bis zum Ersten Weltkrieg“ des deutschen Historikers Frank Lorenz Müller, erschienen 2023
(Hervorhebungen folgen der Vorlage.)
Aus: https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/revolution-1848-1849/517886/internationale-maechteordnung-vom-wiener-kongress-bis-zum-ersten-weltkrieg/ (abgerufen am 16.12.2024)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Die Lösung könnte wie folgt strukturiert werden:
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Einrahmung der internationalen Beziehungen des 19. Jahrhunderts durch zwei Kriege: einerseits die Napoleonischen Kriege und andererseits der Erste Weltkrieg (Z. 1 – 8)
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relativ friedliche Zeit zwischen 1815 und 1914 und Fortbestehen aller Großmächte im 19. Jahrhundert (Z. 9 – 13)
Wiener Friedensordnung (1815 – 1851)
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Schaffung einer längerfristig stabilen europäischen Ordnung im Kontext des Wiener Kongresses und Eindämmung des Konfliktpotentials in Mitteleuropa im Rahmen der Pentarchie durch
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eine für alle Siegermächte akzeptable territoriale Neuordnung (Z. 15 – 19)
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die Schaffung einer multilateralen Sicherheitsstruktur (Z. 19 – 23)
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die Gründung des Deutschen Bundes zur Eindämmung der preußisch-österreichischen Rivalität (Z. 23 – 25) und
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die gemeinsame Erkenntnis, dass Selbstbeschränkung und Kompromissbereitschaft notwendig für Frieden und Gleichgewicht seien (Z. 26 – 36)
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Herausforderungen an das „System Metternich“ durch die Revolutionen von 1848/49 in Europa (Z. 37 – 41) durch radikale und revolutionäre Kräfte sowie nationale Selbstbestimmungsbemühungen (Z. 41 – 45)
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aber Verhinderung eines gesamteuropäischen Konflikts der Großmächte (Z. 46 – 51)
Krieg und Nationalstaatsgründung (1854 – 1871)
Destabilisierung des Systems internationaler Beziehungen durch Herausforderungen im Kontext der europäischen Revolutionen (Z. 54 – 56) und Wirksamwerden einer stärkeren Machtpolitik (Z. 56 – 58)
Europa während der Bismarck-Ära (1871 – 1890)
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Veränderung des europäischen Systems durch Entstehung der Großmächte Deutschland und Italien (Z. 60 – 62)
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Verlust der diplomatischen Vermittlerrolle der Mittel- und Kleinstaaten (Z. 62 – 64)
Imperialismus, Mächterivalität und Wettrüsten
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Verschärfung der Spannungen durch imperiale Rivalitäten und Machstreben (Z. 68 – 70)
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Beilegung diplomatischer Krisen unter dem Zeichen der zunehmenden Instabilität der Wiener Ordnung (Z. 71 – 74)
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Eskalation der Situation durch Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand (Z. 75 – 77)
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Positionierung der Mehrheit der europäischen Regierungen im Spannungsfeld zwischen „Weltmacht“ oder „Niedergang“ zugunsten eines Krieges (Z. 77 – 83)
Der Prozess der deutschen Reichseinigung könnte wie folgt skizziert werden:
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Berufung Bismarcks zum preußischen Ministerpräsidenten (1862)
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Reichseinigungskriege
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Deutsch-dänischer Krieg (1864)
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Preußisch-österreichischer Krieg (1866)
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Deutsch-französischer Krieg (1870/71)
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Bildung des Norddeutschen Bundes (1867)
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Vereinigung des Norddeutschen Bundes mit den süddeutschen Staaten, Gründung des deutschen Kaiserreiches
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Proklamierung des preußischen Königs zum deutschen Kaiser (18.1.1871)
Die Beurteilung von Bismarcks Außenpolitik im Kaiserreich unter den Aspekten der Sicherung und Stabilität von Frieden könnte folgende Struktur aufweisen:
Bündnispolitik
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mit dem Ziel der Stabilisierung des europäischen Mächtesystems (Kissinger Diktat)
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Belege: Zweibund 1879, Dreikaiserbündnis 1881, Dreibund 1882, Mittelmeerentente 1887, Rückversicherungsvertrag 1887 (vgl. Geschichtsatlas)
Konferenzdiplomatie
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mit dem Ziel der Sicherung der deutschen Interessen durch Erhaltung des Friedens in Mitteleuropa
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Belege: Berliner Kongress 1878 oder Kongo-Konferenz 1884/85
Die Entwicklung von der Politik der Saturiertheit, der Rolle des „ehrlichen Maklers“ zum „System der Aushilfen“ und zum aktuellen Krisenmanagement in den 1880er-Jahren muss unter den Aspekten der Sicherung und Stabilität von Frieden betrachtet werden.
Fazit:
Die Sicherung des Friedens nahm einen hohen Stellenwert in den außenpolitischen Vorstellungen und in der konkreten Außenpolitik Bismarcks ein. Bismarcks Außenpolitik war nachweisbar vom Konzept „Friedenspolitik aus Eigeninteresse“ bestimmt.
Hinsichtlich der Stabilität zeichneten sich am Ende der Amtszeit Bismarcks Probleme ab, dieses Konzept unter den Bedingungen von Hochindustrialisierung und expandierendem Imperialismus weiter umzusetzen (Kolonialstreben, labiler Rückversicherungsvertrag usw.).
Es ist der Anteil Deutschlands im Ursachenkomplex des Ersten Weltkrieges zu erläutern.
Ursachenkomplex des Ersten Weltkrieges:
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Spannungen zwischen den imperialistischen Großmächten, Verschärfung durch internationale Konflikte und Nationalstreben auf dem Balkan
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Frankreich: Revanchebestrebungen gegenüber Deutschland
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Russland: Ausdehnung des Einflussgebietes auf dem Balkan (Panslawismus) und Ablenkung von inneren Problemen
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Großbritannien: Erhalt seiner vorherrschenden Stellung als Kolonial- und Seemacht, Eindämmung des deutschen Weltmachtanspruchs
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Österreich-Ungarn: Probleme des Vielvölkerstaates auf dem Balkan, Konflikt mit Russland
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Überbetonung von Nationalismus und Militarismus in vielen europäischen Ländern verbunden mit allgemeiner Aufrüstung
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starre Bündnissysteme, Versagen des Konfliktmanagements
Anteil Deutschlands im Ursachenkomplex des Ersten Weltkrieges
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„Neuer Kurs“ in der Wilhelminischen Außenpolitik, vor allem
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Streben nach „Weltgeltung“
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Flottenausbau und aktive Kolonialpolitik
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wenig kalkulierbares, oft provokantes Auftreten des Kaisers
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deutsche Bündnistreue zu Österreich-Ungarn, „Nibelungentreue“
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von Reichsnationalismus und Militarismus geprägte politische Kultur im Kaiserreich
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Rüstungsanstrengungen und Hochindustrialisierung
Es sind anhand der Kubakrise oder der Neuen Ostpolitik Möglichkeiten und Grenzen gewaltfreier Regelung internationaler Konflikte zu untersuchen.
Beispiel Konfliktmanagement unter den Bedingungen des Ost-West-Konfliktes am Beispiel der Kubakrise
Ursachen und Bedingungsfaktoren
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Eskalation des Ost-West-Konfliktes zum Kalten Krieg nach 1945
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Hochrüstungspolitik (Atomwaffen, Raketen)
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Versuch der Erweiterung des Einflussbereiches der „Supermächte“ USA und UdSSR auf Kosten der jeweils anderen
Entwicklung der Kubakrise zum Höhepunkt des Kalten Krieges
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Konflikt zwischen USA und UdSSR 1962, ausgelöst durch Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba
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ultimative Forderung Kennedys nach Abzug der Raketen, Verhängung einer Seeblockade um Kuba, Versetzung der US-Armee in Alarmbereitschaft
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Eskalation (Stoppen von sowjetischen Schiffen, Abschuss eines US-Aufklärungsflugzeugs) und Gefahr eines Dritten Weltkrieges bzw. Atomkrieges
Konfliktmanagement zur Lösung der Kubakrise
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Problem des Zwangs zur Demonstration von Stärke (Gefahr des Gesichtsverlusts als „Supermacht“)
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Durchsetzung der an einer friedlichen Lösung interessierten politischen Kräfte auf beiden Seiten
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Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten
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UdSSR: Abzug der Raketen von Kuba
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USA: Verzicht auf Invasion auf Kuba und In-Aussicht-Stellen des Abbaus der US-Raketen in der Türkei
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durch friedliche Lösung der Kubakrise Möglichkeit des Übergangs zur Rüstungskontrolle und zur Entspannungspolitik
Fazit:
Die Untersuchung sollte zu dem Ergebnis kommen, dass die Kubakrise von 1962 den Höhepunkt des Kalten Krieges markierte und die Welt an den Rand eines nuklearen Konflikts brachte. Durch gelungenes Konfliktmanagement ebnete die Krise jedoch den Weg zur Entspannungspolitik, so dass eine nukleare Eskalation vermieden werden konnte.