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Inhaltsverzeichnis

Prüfungsarbeit B

Aufgaben

Interpretiere M 1. Bearbeite dabei folgende Aufgaben:

1

Erarbeite aus M 1 Aussagen zum Umgang der Nationalsozialisten mit Gegnern während der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ sowie zur ausländischen Presse.

08 BE

Weise die Ideologiegebundenheit von M 1 nach.

04 BE

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Ordne M 1 in den Entstehungsprozess des NS-Staates 1933/34 ein.

10 BE

3

In M 1 werden die Proteste von amerikanischen Juden gegen antisemitische Maßnahmen des NS-Staates zurückgewiesen. (Z. 40 – 46)

Untersuche die sogenannte Judenpolitik des NS-Staates im Zeitraum 1933 bis 1945 unter dem Aspekt der Radikalisierung.

12 BE

4

1933 wird das Scheitern der Weimarer Republik der „jämmerlichen Unfähigkeit“ ihrer Vertreter (M 1, Z. 19) zugeschrieben.

Erläutere wesentliche Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik aus heutiger Sicht.

12 BE

5

Setze dich an einem Fallbeispiel oder in Form eines Längsschnitts damit auseinander, inwieweit der Bundesrepublik bis 1990 ein verantwortungsvoller Umgang mit der NS-Vergangenheit gelungen ist.

14 BE

M1

Auszug aus einem Artikel der nationalsozialistischen Zeitung ,,Freiheitskampf“, Dresdner Stadtausgabe vom 28.3.1933

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Bei den „Opfern" der nationalen Revolution. Ein Beitrag zur Greuelpropaganda unserer
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Gegner
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Durch die ganze Welt rast die Lüge und [...] [d]ie Deutschenhetze steht wieder in
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höchster Blüte und schon beginnen wieder die ersten Deutschenverfolgungen.
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Was ist geschehen? In Deutschland spielte sich eine Revolution ab, die in ihrem Verlauf
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so diszipliniert und legal verlief, wie es bisher keine staatliche Umwälzung irgendwo in
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der Welt verzeichnen konnte. Daß wir Nationalsozialisten als die treibende Kraft dieser
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nationalen Revolution unsere Gegner aus den Aemtern, die sie ohne Berechtigung
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besetzt hielten, jagten, ist eine selbstverständliche Folgerung unserer Machtübernahme,
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und daß wir auch unsere gehässigsten Gegner in Schutzhaft sperrten, gehört zu
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einer weiteren Selbstverständlichkeit.
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Darüber würde sich kein Mensch im Ausland aufregen, wie ja auch kein Hahn danach krähte,
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als Zuhälter, Deserteure und Meuterer, internationale Hoch - und
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Landesverräter im November 1918 das alte Reich zerstörten, politische Gegner nicht nur
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einsperrten, sondern viehisch zu Tode folterten und in den verschiedenen Teilen des
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Reiches raubten und plünderten. Das alles waren die „Begleiterscheinungen" dieser
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sogenannten „Revolution" . Wilde Haufen von Verbrechern terrorisierten ein ganzes
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Volk und errichteten eine Gewaltherrschaft. Daß sie diese nicht halten konnten, verdanken sie
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nur ihrer jämmerlichen Unfähigkeit.
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Schlägt man jetzt eine ausländische Zeitung auf, so faßt man sich an den Kopf ob der darin
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enthaltenen Lügen und Verleumdungen. Danach herrscht in Deutschland das Chaos.
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Juden werden massenweise umgebracht, es geht drunter und drüber.
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Die Quelle dieser Nachrichten ist uns bekannt. Es sind die ins Ausland geflüchteten
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Marxistenführer, unter denen sich allerdings eine ganze Portion Juden
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befinden. Außerdem hetzen natürlich die Schrittmacher des Bolschewismus, jene
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ausgerissenen jüdischen Literaten und „Künstler" gegen ein
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nationalsozialistisches Deutschland.
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Gerade die marxistischen Zeitungen in der Tschechei leisten sich das
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Bodenloseste, das je an Hetze geleistet worden ist.
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Warum glaubt das Ausland jetzt plötzlich diesen jüdisch-marxistischen Greuel-
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Lügen? Die Antwort darauf ist die Bestätigung dessen, was wir Nationalsozialisten stets
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gepredigt haben, nämlich,
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daß Juda die Weltpresse und durch sie die öffentliche Meinung der Welt beherrscht!
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Es genügte die Meldung, daß irgend ein Jude in Deutschland Schaden an seinen
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Plattfüßen nahm, um die gesamte Judenschaft mobil zu machen. [...]
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Es liegt uns fern, irgend etwas zu beschönigen. Gewiß sind einige Juden unsanft
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behandelt worden, gewiß erlitten einige von ihnen Schaden, und es sind tatsächlich
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einige Ausschreitungen unmittelbar nach dem 5. März vorgekommen, die
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keineswegs gebilligt werden können.
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Aber - und hier muss einmal an die vierzehnjährige Zeit der Novemberschande erinnert
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werden - wie haben sich denn die Juden bisher gegen uns Nationalsozialisten benommen?
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[...]
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Wenn sich jetzt die Neuyorker Judenschaft anmaßt, der Reichsregierung
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folgende „Forderung" über die deutsche Botschaft zu übermitteln, so ist das eine
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glatte Unverschämtheit und die Einmischung in die innenpolitischen
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Angelegenheiten eines anderen Landes!
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Die jüdische Vereinigung verlangt:
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1. Jedes antisemitische Vorgehen und antisemitische Propaganda [sic!] müsse
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aufhören.
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2. Die Politik rassenmäßiger Unterscheidungen und wirtschaftlich unterschiedlicher
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Behandlung von Juden muß aufhören.
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3. Schutz jüdischen Lebens und Eigentums.
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4. Keine Vertreibung der nach 1914 eingewanderten Ostjuden.
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Es geht die Neuyorker Juden gar nichts an, wie sich das Deutschland der nationalen
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Erhebung innenpolitisch gestaltet! Wenn sich die Judenschaft aber für gewisse
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Stammesgenossen einsetzt, die zur Zeit in Schutzhaft sitzen, so tritt sie unter Umständen für
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Verbrecher ein, die mit Fug und Recht hinter Schloss und Riegel sitzen! [...]
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Die sozialdemokratische „Freiheit" aus Teplitz-Schönau erdreistet sich,
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gegen die
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Burg Hohnstein
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in der Sächsischen Schweiz zu hetzen, weil dort politische Schutzhäftlinge
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untergebracht sind. Um hier der Verbreitung von Lügen einen Riegel vorzuschieben, geben
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wir nachstehend einen Bericht eines Augenzeugen, dem die Besichtigung zuvorkommend
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gestattet worden war:
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„In der ehemaligen Jugendherberge Burg Hohnstein sind zur Zeit 600 politische Gefangene
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untergebracht. Die nationalsozialistische Revolution verlangte gebieterisch, alle
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Feinde von Volk und Staat sicherzustellen, sie lahmzulegen und allen Hetzern und
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Aufwieglern das Handwerk zu legen.
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Die Zeit stellte neue Aufgaben, die wir nicht im Stile eines alteingefahrenen
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Instanzenweges der Behörden lösen konnten, sondern nur im soldatisch-
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revolutionären Sinne. Während noch Behörden und offizielle Stellen mit den
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Vorbereitungen beschäftigt waren, handelte die SA. pflichtgemäß selbständig.
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Und sie hat recht und menschlich gehandelt!
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So nahm der Führer der Standarte 177, Erich Rosig, die Unterbringung der
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Schutzhäftlinge in die Hand und führte ihre Kasernierung in der Jugendburg
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Hohnstein durch. Bisher war diese Jugendherberge bekanntlich eine Domäne für
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internationale, marxistische Jugendverbände. Ging es dort bisher recht „frei"
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zu, so zogen mit der Einrichtung der Kasernierung von rund 600 Schutzhäftlingen sehr schnell
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soldatisches Treiben und Zucht und Ordnung
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ein. Vom Burgfried weht die Fahne des Dritten Reiches. SA. bewacht die Burg und in ihren
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Händen liegt auch Verpflegung und Verwaltung. Ausreichende Beköstigung, frische
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Luft, Beschäftigung, ja sogar Betten stehen zur Verfügung. Die jüngeren Häftlinge erklärten
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alle, - was auch von den meisten Briefschreibern ausdrücklich angeführt ist-
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so gut wie hier ging es ihnen noch niemals, man solle sie nur nicht wieder
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fortschicken.
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Daß sie [,] wären sie zur Herrschaft gelangt, nicht so human mit dem nationalen Deutschland
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verfahren wären - geben die kommunistischen Schutzhäftlinge unumwunden zu. Nur einige
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Schwächlinge und Feiglinge wollen alles Geschehene ableugnen, anstatt dafür einzutreten.
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[...]
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Sollten Marxisten wieder einmal im Auslande durch Reden oder Schriften die
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Maßnahmen der Regierung herabsetzen wollen, von Blutbädern,
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Fingerabhacken und Züchtigungen der Schutzhäftlinge in ihren Zeitungen
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schreiben, dann verweisen wir darauf, wie mit unseren Volksgenossen umgegangen
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wurde, die anderer politischer Meinung waren, und wie es diese Kerle im Jahre 1918
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taten und für dieses Jahr vorbereitet hatten, wären sie nicht von der nationalen
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Erhebung weggespült worden.

(Hervorhebungen folgen der Vorlage.)

Aus: Der Freiheitskampf. Dresdner Stadtausgabe. Amtliche Tageszeitung der NSDAP Gau Sachsen, 28.3.1933, Nr. 74, S. 2. https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/4887523/2

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