Prüfungsarbeit 2
Serena Williams gilt als die erfolgreichste Tennisspielerin des 21. Jahrhunderts. Mit 16 Jahren startete sie ihre Profikarriere. Fast 27 Jahre war die US-Amerikanerin auf der Tennis-Tour und holte dabei unglaubliche 23 Grand-Slam-Titel. Mit knapp 41 Jahren beendete die schillernde Persönlichkeit 2022 ihre Karriere. Schaut man auf ihre Voraussetzungen, so war diese Karriere alles andere als vorhersehbar. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, erarbeitete ihr Vater aus monetärem Interesse (im Tennis werden bereits seit 1973 gleich hohe Preisgelder an Männer und Frauen ausgezahlt) vor der Geburt von Serena und ihrer Schwester Venus einen Karriereplan, um in der von weißen Spielerinnen dominierten Tenniswelt aufzusteigen. Der Plan ging auf; so war Serena im Jahr 2017 die einzige Frau in den Top 100 der „Forbes“-Liste der bestverdienenden Sportler.
Quelle: https://www.spiegel.de/sport/sonst/forbes-geldrangliste-cristiano-ronaldo-32-basketballer-und-nur-eine-frau-a-1151165.html, 05.06.2024

Abb. 1 Serena Williams
Diskutiere Einflussfaktoren und Sozialisationsinstanzen, welche die sportliche Entwicklung von Serena Williams gefördert oder behindert haben könnten.
Leite von der Anforderungsstruktur der Sportart Tennis primär informationell determinierte Leistungsvoraussetzungen ab.
Erläutere die Bedeutung der Erscheinungsformen der Kraftfähigkeiten im Tennis. Entwirf für das Training einer dieser Erscheinungsformen den Hauptteil (ca. 45 Minuten) einer Trainingseinheit.
Charakterisiere die Entwicklungsphase der motorischen Ontogenese, in der Serena Williams ihre Profikarriere begann. Leite entsprechende trainingsmethodische Schlussfolgerungen ab.
Beschreibe Ziele und Inhalte der Etappe des langfristigen Leistungsaufbaus, in der sich Serena Williams im ersten Profijahr befand.
Beschreibe die Bewegungsstruktur des Aufschlags im Tennis (Abb. 2) und erläutere ein Modell der Bewegungsregulation bezüglich dieser Ballwechseleröffnung im Tennis.

Abb. 2 Aufschlag im Tennis
Vergleiche die Bedeutung der Regulationsebenen am Beispiel der sportlichen Handlung des Aufschlags im Tennis von Serena Williams als Profispielerin und einer Tennisanfängerin.
Diskutiere für das Erlernen des Aufschlags im Tennis mögliche Lehr- und Lernwege sowie Lehr- und Lernmethoden.
Erkläre anhand des biomechanischen Prinzips „Koordination der Teilimpulse“ das Erreichen einer hohen Beschleunigung des Balls beim Aufschlag.
Quelle Abb. 1: https://www.tennismagazin.de/profil/damen/serena-williams-2/, 05.06.2024
Quelle Abb. 2: http://www.sportunterricht.de/lksport/tennisauf.html, 04.06.24
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Familie (Vater)
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Kultur/Gesellschaft (Tennis als „weißer“ Sport)
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Geschlecht (Verhältnis Frauen-/Männersport)
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soziale Schicht (ärmliche Verhältnisse)
Ableiten primär informationeller Leistungsvoraussetzungen ab, z. B.
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Reaktionsschnelligkeit bei sich ständig ändernden Situationen (Gegner, Platzverhältnisse)
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vielfältige koordinative Fähigkeiten
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psychische Voraussetzungen (Stressresistenz)
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Vielfalt sporttechnischer Fertigkeiten (verschiedene Schlagarten)
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individualtaktisches Verhalten („Lesen“ des Spiels)
Erläuteren der Bedeutung der Erscheinungsformen der Kraftfähigkeiten
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Maximalkraftfähigkeit (Voraussetzung für Schnellkraftfähigkeit)
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Schnellkraftfähigkeit (Beschleunigung von Körperteilen/des Körpers/des Tennisschlägers)
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Kraftausdauerfähigkeit (Qualität und Effektivität über gesamte Spieldauer)
Entwerfen des Hauptteil einer Trainingseinheit, z. B. Maximalkraftfähigkeit (Hypertrophie)
Trainingsmethode: Methode der wiederholten submaximalen Krafteinsätze
Organisationsform: Stationstraining
Arten der Körperübung: Bankdrücken, Bankziehen, Kniebeuge
Belastungsumfang: 5 Serien, 10 Wiederholungen
Belastungsintensität: 80% MVC
Belastungsdichte: Serienpause 3 Minuten
Qualität der Bewegungsausführung: sehr hoch
Charakterisieren der Entwicklungsphase der motorischen Ontogenese:
Spätes Jugendalter/Adoleszenz, z. B.
Biologische Altersbesonderheiten
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Abschluss der Entwicklung vom Jugendlichen zum Erwachsenen, Körpervollreife (Maturität)
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Verlangsamung des Längenwachstums
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vermehrtes Breitenwachstum
Sportmotorische Altersbesonderheiten
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sich ausprägende geschlechtsspezifische Differenzierung
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fortschreitende Individualisierung
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zunehmende Beständigkeit
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größere Bewegungsharmonie
Psychosoziale Altersbesonderheiten
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genaue, differenzierte Bewegungswahrnehmung
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verbesserte Bewegungsvorstellung
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ausgeprägtes Bewegungsgefühl
Ableiten von trainingsmethodischen Schlussfolgerungen, z. B.
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Training der Maximalkraftfähigkeit/anaerobe Ausdauerfähigkeit
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Ausprägung bedürfnisorientierter, spezifischer psychischer Leistungsvoraussetzungen
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Training sportartspezifischer Fertigkeiten auf höchstem Niveau
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Anpassung des Trainings je nach körperlichem Entwicklungsstand (Kraftausdauertraining bei kräftigeren Spielern mehr im Fokus)
Beschreiben der Ziele und Inhalte der Etappe des langfristigen Leistungsaufbaus, z. B. Hochleistungstraining
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Heranführen an und Halten der persönlichen Höchstleistung
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professionelle Trainingsbedingungen
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individualisierte Zusammenarbeit (Sportlerin/Trainer/Umfeld)
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Intensivierung bei höchstmöglichem Umfang
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Perfektionierung und Stabilisierung sporttechnischer Fertigkeiten
Beschreiben der Bewegungsstruktur: azyklische Bewegung
Vorbereitungsphase, z. B.
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optimale Voraussetzungen für Hauptphase schaffen (Ausholbewegung)
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Anwerfen des Balls hoch, leicht vor dem Kopf mit einer leichten Kniebeugung, Rückführen des Schlägers hinter den Rücken mit dem Schlägerkopf nach unten und dabei Körperverwringung
Hauptphase, z. B.
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Lösen der Bewegungsaufgabe
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Ganzkörperstreckung mit Hochführen des Schlägerkopfes und leichtem Abspringen, Treffen des Balls am höchsten Punkt über/leicht vor dem Kopf
Endphase, z. B.
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Rückführen in einen statischen Zustand
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rechtes Bein über das linke Bein führen und Ausschwingen des Schlägerkopfes vor dem Körper, Landung auf beiden Beinen
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Herstellen des Gleichgewichts
Erläutere ein Modell der Bewegungsregulation: Aufschlag, z. B.
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Informationsaufnahme mit Analysatoren – Afferenzsynthese (Flugbahn des Balls)
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Informationsverarbeitung mit Mustervergleich
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Bewegungsvorstellung (Antizipation des Aufschlags)
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Bewegungsprogrammerstellung
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Steuerung/Regelung – Efferenzsynthese (Ansteuerung der Muskulatur)
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Bewegungsausführung (Ganzkörperbewegung und Armführung)
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Soll-Ist-Vergleich (Eigen-/Fremdinformation)
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Mustervergleich und Abspeichern im motorischen Gedächtnis (Informationshöherorganisation)
Vergleichen der Bedeutung der Regulationsebenen
intellektuelle Regulationsebene (bewusstseinspflichtig), z. B.
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bei Serena nur geringe Bedeutung (bei bewusster Fehlerkorrektur)
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bei Anfängerin hohe Bedeutung (Handlung bewusstseinspflichtig)
perzeptiv-begriffliche Regulationsebene (bewusstseinsfähig, nicht immer bewusstseinspflichtig), z. B.
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bei Serena bedeutende Ebene (situationsbedingte Anpassung)
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bei Anfängerin geringe Bedeutung (geringe Lernerfahrung)
sensomotorische Regulationsebene (nicht bewusstseinspflichtig, kaum bewusstseinsfähig), z. B.
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bei Serena bedeutende Ebene (sporttechnische Fertigkeiten automatisiert/Aufschlag)
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bei Anfängerin kaum Bedeutung (noch keine Automatisierung)
Diskutieren möglicher Lehr- und Lernwege mit Vor- und Nachteilen
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induktiv/deduktiv
Diskutieren möglicher Lehr- und Lernmethoden mit Vor- und Nachteilen
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Ganz-/Teillernmethode
Erklärung des biomechanischen Prinzips, z. B.
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zeitlich, räumlich und dynamisch abgestimmte Teilkörperbewegungen
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Absenken des Körperschwerpunkts (Bodenreaktionskraft)
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Rotation des Rumpfes und der Hüfte (Verwringung)
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Nutzung von Schwungbewegungen zur Verbesserung des Bewegungsergebnisses
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Ganzkörperstreckung mit Impulsübertragung auf den Ball