Beispielaufgabe 4 – Die Arabische Halbinsel
1 Naturraum und Stadtentwicklung 20 BE
Die Klimatabellen A, B und C der Anlage IV.1 zeigen Daten dreier Stationen mit Wüstenklima.
Ordne diese auch unter Verwendung geeigneter Atlaskarten den Klimastationen Salala im Oman (17°4’N/54°8’O), Swakopmund in Namibia (22°56’S/14°31’O) und Kashi in China (39°28’N/75°59’O) zu, indem du die jeweiligen Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse erläuterst!
Die Modellstadt Masdar City soll den Aufbruch des Emirats Abu Dhabi in eine postfossile Zukunft einläuten.
Bewerte mithilfe der Anlage IV.2 dieses Projekt, indem du Chancen und Risiken herausarbeitest!
2 Bevölkerung
Beschreibe das in Anlage IV.3 dargestellte Bevölkerungsdiagramm Jordaniens und lege mögliche Gründe für die erkennbare Bevölkerungsstruktur dar!
Erkläre in Grundzügen die in Anlage IV.4 gezeigte Bevölkerungsverteilung im Jemen mithilfe geeigneter Atlaskarten!
Anlage IV.5 zeigt verschiedene Daten zur Bevölkerungsstruktur dreier arabischer Staaten.
Erläutere für die Staaten vier mögliche Herausforderungen, die aus den jeweiligen Daten hervorgehen!
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Anlage IV.1 Klimadaten dreier Stationen mit Wüstenklima
Station A
|
Monat |
N |
T |
|
Jan |
3 |
-5,6 |
|
Feb |
6 |
-1,2 |
|
Mar |
6 |
7,7 |
|
Apr |
6 |
15,5 |
|
Mai |
11 |
19,9 |
|
Jun |
7 |
23,6 |
|
Jul |
8 |
25,7 |
|
Aug |
8 |
24,4 |
|
Sep |
6 |
19,4 |
|
Okt |
3 |
12,3 |
|
Nov |
2 |
3,7 |
|
Dez |
1 |
-3,9 |
|
Jahr |
67 |
11,8 |
Station B
|
Monat |
N |
T |
|
Jan |
5 |
19,9 |
|
Feb |
7 |
20,6 |
|
Mar |
5 |
21,0 |
|
Apr |
4 |
20,7 |
|
Mai |
1 |
19,2 |
|
Jun |
0 |
17,8 |
|
Jul |
0 |
17,9 |
|
Aug |
1 |
15,9 |
|
Sep |
1 |
16,0 |
|
Okt |
1 |
16,9 |
|
Nov |
1 |
18,1 |
|
Dez |
3 |
18,9 |
|
Jahr |
29 |
18,6 |
Station C
|
Monat |
N |
T |
|
Jan |
2 |
22,5 |
|
Feb |
2 |
23,2 |
|
Mar |
2 |
25,1 |
|
Apr |
8 |
26,9 |
|
Mai |
7 |
28,6 |
|
Jun |
8 |
28,8 |
|
Jul |
29 |
25,8 |
|
Aug |
26 |
24,8 |
|
Sep |
4 |
26,2 |
|
Okt |
0 |
25,8 |
|
Nov |
0 |
25,3 |
|
Dez |
8 |
23,8 |
|
Jahr |
96 |
25,6 |
N = Niederschlagssumme in mm; T = durchschnittliche Temperatur in °C
Anlage IV.2 Stadtbauprojekt Masdar City, Abu Dhabi (Artikel aus einer Fachzeitschrift, gekürzt und adaptiert)
Anlage IV.3 Bevölkerungsdiagramm Jordaniens (2020)

Anlage IV.4 Bevölkerungsdichte im Jemen (2022)

Anlage IV.5 Daten zur Bevölkerungsstruktur einiger Staaten der Arabischen Halbinsel
|
Land |
Anteil einheimischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger an der Gesamtbevölkerung (in %) |
Anteil der unter 25-Jährigen an der Gesamtbevölkerung (in %)* |
Anteil Arbeitsloser (24 Jahre und jünger)* an der einheimischen Bevölkerung (in %) |
Säuglingssterblichkeit (Todesfälle im ersten Lebensjahr pro 1000 Lebendgeburten)** |
|
Katar |
12,5 |
24,0 |
1,1 |
6,1 |
|
Oman |
55,0 |
47,5 |
48,7 |
13,4 |
|
Jemen |
k. A. |
60,4 |
24,5 |
41,9 |
Anmerkungen:
* (Stand 2020)
** Schätzung (Stand 2021)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Zuordnung der Stationen und Erläutern der klimatischen Unterschiede, v. a.
Station A: Kashi
-
größte Temperaturamplitude mit winterlichen Temperaturmitteln im Minusbereich aufgrund erheblicher Landhöhe, hochkontinentaler Lage sowie Einfluss des winterlichen Kältehochs;
-
dadurch auch ganzjährig geringe Niederschläge, zusätzlich bedingt durch Lage im Lee hoher Gebirgszüge.
Station B: Swakopmund
-
geringste Temperaturamplitude durch maritime Lage, bei relativ niedriger Jahresdurchschnittstemperatur in Folge des kühlenden Einflusses des kalten Benguelastroms;
-
Temperaturminimum im Südwinter aufgrund der Lage auf der Südhalbkugel;
-
durchgängig sehr geringe Niederschläge infolge absinkender Luftmassen im Subtropenhoch und Kondensieren der Feuchtigkeit bereits über den kalten Küstengewässern.
Station C: Salala
-
höchste Jahresdurchschnittstemperatur aufgrund der geringsten Entfernung zum Äquator bei gleichzeitig geringer Meereshöhe;
-
geringe Temperaturamplitude bei maritimer Lage, aber teils ablandigen Winden;
-
Niederschlagsmaximum in den Monaten Juli und August aufgrund des Einflusses der ITC.
Bewertung des Projekts
Chancen, v. a.
-
Diversifizierung der bisher sehr einseitig auf Ölgewinnung ausgerichteten Wirtschaftsstruktur;
-
Gewinnung neuer Erkenntnisse zur nachhaltigen und kostengünstigen Energieerzeugung und damit Teilhabe an zukunftsträchtigen Technologien;
-
Senkung des hohen Energieverbrauchs aus fossilen Quellen und damit aktiver Klimaschutz in einer durch die Erderwärmung sehr gefährdeten Region;
-
Verbesserung der Öko-Bilanz der eigenen Bevölkerung durch Ausbildung eines ökologischen Bewusstseins im Zuge des Projekts;
-
Imagegewinn als Forschungsstandort zukunftsgerichteter Industrien.
Risiken, v. a.
-
hohe finanzielle Vorleistungen des Staates;
-
Verlust der Vorreiterrolle bei der Entwicklung neuer Technologien durch lange Verzögerungen in der Bauphase bei gleichzeitig sehr hoher Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Technologien weltweit;
-
große Konkurrenz durch günstigere Standorte von Öko-Modellstädten, beispielsweise in China;
-
Abhängigkeit von internationalen Großunternehmen und dadurch geringe Einflussnahme der eigenen Wirtschaft und Politik bei gleichzeitig geringem Know-how-Transfer.
Beschreibung des Bevölkerungsdiagramms und Darlegen möglicher Gründe für die erkennbare Bevölkerungsstruktur, v. a.
-
insgesamt Pyramidenform aufgrund der relativ gleichmäßigen Abnahme der Bevölkerungszahl mit zunehmendem Alter mit Tendenz zur Verjüngung der Basis bei den 0- bis 4-Jährigen;
-
größte Zuwächse bei den Geburtsjahrgängen zwischen 1951 und 1990 aufgrund der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der mittleren Phase des demographischen Übergangs befindlichen Bevölkerung mit substanziellen Verbesserungen in der medizinischen Versorgung, Hygiene und Ernährungslage;
-
sich abschwächendes Bevölkerungswachstum seit 1990 und erstmaliger Rückgang in der Kohorte der unter 5-Jährigen bei sinkender Geburtenrate aufgrund sich wandelnder Wertvorstellungen mit späterem Heiratsalter, geringerer Bedeutung von Kindern als Arbeitskräfte und besserem Zugang zu Verhütungsmöglichkeiten;
-
leichter Überhang des männlichen Anteils bis 59 Jahre aufgrund der möglichen stärkeren Zuwanderung von Männern auf der Suche nach Arbeitsplätzen sowie einem möglichen höheren Anteil männlicher Geflüchteter nach Jordanien bei gleichzeitigem Frauenüberschuss in den älteren Kohorten infolge der höheren Lebenserwartung.
Erklärung der Bevölkerungsverteilung, v. a.
-
grundsätzlich deutlich höhere Bevölkerungsdichte im Westen durch klimatisch begünstigte Höhenlage mit mittlerer Bodenfruchtbarkeit;
-
höchste Bevölkerungsdichte in der Hauptstadt Sana durch Beschäftigungsmöglichkeiten im sekundären und tertiären Sektor sowie in der Hafenstadt Aden mit ihrem Arbeitsplatzangebot in der Erdölindustrie;
-
hohe Bevölkerungsdichte in Bereichen mit höherer Wasserverfügbarkeit und damit intensiverer landwirtschaftlicher Nutzung, z. B. im Westen durch Lage im Bereich der wechselfeuchten Tropen mit Steigungsregen an den Gebirgshängen;
-
rasche Abnahme der Bevölkerungsdichte nach Osten durch klimatische Ungunst in Wüstenlage und geringes Arbeitsplatzangebot im peripheren, strukturschwachen Raum.
Erläuterung von vier möglichen Herausforderungen, z. B.
-
Integration der ausländischen Staatsbürger in Staaten mit sehr geringem Anteil an einheimischer Bevölkerung zur Sicherung der politischen Stabilität, beispielsweise in Katar;
-
Ausbau des Bildungsbereichs zur erfolgreichen Integration der vielen unter 25-Jährigen in den Arbeitsmarkt und damit Stärkung der ökonomischen Zukunftsfähigkeit, beispielsweise im Jemen;
-
Anpassung der Bildungsinfrastruktur an das aufgrund der vielen jungen Menschen zu erwartende Bevölkerungswachstum, beispielsweise im Jemen;
-
Aufbau einer diversifizierten Wirtschaft zur nachhaltigen Senkung der teils sehr ausgeprägten Jugendarbeitslosigkeit und damit Entlastung der sozialen Systeme sowie langfristige Steigerung der Kaufkraft, beispielsweise im Oman;
-
Verbesserung der medizinischen Versorgung zur Senkung der Säuglingssterblichkeit und der eventuell damit verbundenen hohen Geburtenrate im Interesse einer nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung, beispielsweise im Jemen.