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A3 Quantenobjekte

Interferenzexperimente sind eine wesentliche Methode zur Untersuchung von Quantenobjekten. Am Beginn standen Experimente mit Elektronen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden solche Experimente auch mit zunehmend größeren Objekten durchgeführt.

1

An der Universität Wien wurde 2012 die Interferenz von Farbstoffmolekülen an einem Gitter untersucht. Zunächst werden nur Farbstoffmoleküle mit einheitlicher Geschwindigkeit betrachtet.

a

Skizziere einen Versuchsaufbau, bei dem durch ein elektrisches und ein magnetisches Feld erreicht wird, dass einfach positiv geladene Farbstoffmoleküle diesen Versuchsaufbau nur mit dem Geschwindigkeitsbetrag von Formula: 158\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}}Formula: 158\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}} passieren können. Trage in die Skizze dafür notwendige Messgrößen ein und gib passende Werte an.

5 BE

b

Zeige mithilfe der Tabelle in Material 1, dass ein Farbstoffmolekül mit dem Geschwindigkeitsbetrag von Formula: 158\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}}Formula: 158\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}} eine De-Broglie-Wellenlänge von Formula: 1,95 ⋅ 10−12\;\text{m}Formula: 1,95 ⋅ 10−12\;\text{m} besitzt.

2 BE

c

In Material 1 ist der 2012 durchgeführte Interferenzversuch beschrieben. Skizziere die Intensitätsverteilung entlang der Linie Formula: L_1,Formula: L_1, die sich aus dem Schirmbild in Material 1 Abb. 2 ergibt.

2 BE

d

Das in Material 2 Abb. 3 dargestellte Verfahren erlaubt die Bestimmung der Intensität an einem beliebigen Punkt auf der Linie Formula: L_1.Formula: L_1. Erläutere dieses Verfahren. Gib für das Beispiel in Material 2 die Anzahl der Spalte an, die vom Molekülstrahl getroffen wurden. Ermittele für Moleküle mit der De-Broglie-Wellenlänge aus Teilaufgabe b die Differenz der Weglängen von den Spaltmitten zweier benachbarter Spalte zum Schirmpunkt.

7 BE

e

Bestimme anhand von Material 1 Abb. 2 den Abstand Formula: aFormula: a des Schirms vom Gitter und schätze die Messunsicherheit des Ergebnisses ab. Erläutere eine notwendige Näherung bei der Bestimmung von Formula: aFormula: a mit den daraus abgeleiteten Vereinfachungen.

11 BE

Trotz des in Teilaufgabe a entwickelten Aufbaus besitzen die Farbstoffmoleküle im realen Experiment leicht unterschiedliche Geschwindigkeiten um den Mittelwert Formula: 158\;\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}Formula: 158\;\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}} herum.

f

Begründe, dass die Auftreffpunkte auf den Linien Formula: L_1Formula: L_1 und Formula: L_2Formula: L_2 (siehe Material 1 Abb. 2) zu Molekülen mit unterschiedlichen Anfangsgeschwindigkeiten Formula: v1Formula: v1 und Formula: v2Formula: v2 gehören. Erkläre damit, dass die zu den Maxima 1. Ordnung gehörenden Interferenzstreifen nicht parallel sind.

4 BE

2

Viele Quanteneigenschaften des Photons lassen sich mit Interferometer-Experimenten untersuchen.

a

Erläutere die Koinzidenzmethode zur Präparation einzelner Photonen und Durchführung von Experimenten mit einzelnen Photonen.

3 BE

b

In ein Mach-Zehnder-Interferometer werden, wie in Material 3 dargestellt, nichtlineare Kristalle eingebaut. Erläutere die daraus resultierende Änderung des Messergebnisses.

2 BE

3

Beurteile den Werbeflyer in Material 4 hinsichtlich seiner Vertrauenswürdigkeit. Berücksichtige die verwendete Argumentationsstruktur.

4 BE
40 BE

Material 1: Interferenz von Farbstoffmolekülen

Die Farbstoffmoleküle bewegen sich vor dem Gitter genau auf den Ursprung des Formula: xFormula: x-Formula: yFormula: y-Koordinatensystems des Schirms zu und treffen senkrecht auf das Gitter. Der Schirm ist parallel zum Gitter im Abstand Formula: aFormula: a angeordnet (siehe Abb. 1).

Abb. 2 zeigt maßstabsgetreu das sich ergebende Interferenzbild auf dem Schirm. Die Geschwindigkeit der Moleküle ist so gering, dass der Einfluss der Gewichtskraft in negativer Formula: yFormula: y-Richtung berücksichtigt werden muss.

Licht durch Gitter projiziert auf geneigten Schirm, Intensitätsmuster, Entfernung a, Achsen x und y.
Licht durch Gitter projiziert auf geneigten Schirm, Intensitätsmuster, Entfernung a, Achsen x und y.

Abb. 1: Versuchsaufbau

Masse eines Farbstoffmoleküls

Formula: 1298\;\text{u}Formula: 1298\;\text{u}

Summenformel eines Farbstoffmoleküls

Formula: \text{C}_{48}\text{H}_{26}\text{F}_{24}\text{O}_8Formula: \text{C}_{48}\text{H}_{26}\text{F}_{24}\text{O}_8

Geschwindigkeit der Farbstoffmoleküle

Formula: 158\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}}Formula: 158\;\tfrac{\text{m}}{\text{s}}

Spaltmittenabstand Formula: gFormula: g

Formula: 100\;\text{nm}Formula: 100\;\text{nm}

Schirmbreite

Formula: 150\;\mu\text{m}Formula: 150\;\mu\text{m}

Daten des Experiments

Grau gesprenkelte Punktwolke in Koordinatensystem mit x- und y-Achse, zwei markierten Horizontallinien L1 und L2.
Grau gesprenkelte Punktwolke in Koordinatensystem mit x- und y-Achse, zwei markierten Horizontallinien L1 und L2.

Abb. 2: maßstabsgetreues Schirmbild

(Abb. 1 und Abb. 2 sind in Anlehnung an Thomas Juffmann, Adriana Milic, Michael Müllneritsch, Peter Asenbaum, Alexander Tsukernik, Jens Tüxen, Marcel Mayor, Ori Cheshnovsky and Markus Arndt:

Real-time single-molecule imaging of quantum interference.

In: Nature Naonotechnology Vol 7, Mai 2012)

Material 2: Verfahren zur Intensitätsbestimmung

Abb. 3 zeigt das Zwischenergebnis eines Verfahrens, mit dessen Hilfe die Intensität des Interferenzbilds an einem bestimmten Punkt auf dem Schirm ermittelt werden kann.

Unregelmäßiges Polygon aus dünnen grauen Linien mit Pfeilspitzen auf weißem Hintergrund.
Unregelmäßiges Polygon aus dünnen grauen Linien mit Pfeilspitzen auf weißem Hintergrund.

Abb. 3

Material 3: Photonenverdopplung im Mach-Zehnder-Interferometer

Um ein einzelnes Photon im Mach-Zehnder-Interferometer zu verfolgen, bietet sich die Methode der Photonenverdopplung an. Dazu wird ein nichtlinearer Kristall in den Lichtweg gesetzt, der das ankommende Photon absorbiert und zwei identische Photonen geringerer Energie in unterschiedliche Richtungen emittiert (siehe Abb. 4).

Bringt man in beide Wege des Interferometers solche Kristalle ein (siehe Abb. 5), so ändert sich die Wegdifferenz nicht. Trifft nun ein Photon auf einen der beiden Kristalle, so durchläuft eines der im Kristall erzeugten Photonen weiterhin das Interferometer, während das andere detektiert werden kann und damit anzeigt, von welchem der beiden Kristalle das ursprüngliche Photon absorbiert wurde.

Symbol für nichtlinearen Kristall in Optikdiagramm, quadratisches Element mit diagonaler Markierung und ein- und ausgehenden Strahlen
Symbol für nichtlinearen Kristall in Optikdiagramm, quadratisches Element mit diagonaler Markierung und ein- und ausgehenden Strahlen

Abb. 4: Das einfallende Photon (durchgezogene Linie) erzeugt im nichtlinearen Kristall zwei identische Photonen (gestrichelte Linien).

Schematische Darstellung eines Interferometers mit Strahlteilern, Spiegeln, nichtlinearem Kristall und mehreren Detektoren.
Schematische Darstellung eines Interferometers mit Strahlteilern, Spiegeln, nichtlinearem Kristall und mehreren Detektoren.

Abb. 5: Detektion des Lichtwegs im Interferometer

Material 4: Werbeflyer

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Rotes Verbotszeichen mit durchgestrichenem Radioaktivitätszeichen und Text "STOPP dem Atomstrom"
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