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A4 Kernphysik Medizin

1

Das Iridium-Isotop Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} ist ein Formula: \beta^-Formula: \beta^--Strahler mit einer Halbwertszeit von Formula: 73,8Formula: 73,8 Tagen. Die Atommasse von Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} beträgt Formula: 191,962602\;\text{u}.Formula: 191,962602\;\text{u}.

a

Stelle die Zerfallsgleichung für Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} auf und berechne die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie.

[zur Kontrolle: Formula: Q = 1,46\;\text{MeV}Formula: Q = 1,46\;\text{MeV}]

4 BE

b

Skizziere die Verteilung der kinetischen Energie der Formula: \beta^-Formula: \beta^--Teilchen bei diesem Zerfall in einem Diagramm und ergänze den Formula: QFormula: Q-Wert an passender Stelle. Begründe die Wahl der Stelle für den Formula: QFormula: Q-Wert.

5 BE

Der Tochterkern von Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} sendet sofort nach seiner Entstehung Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten aus, deren Absorption durch Materie mithilfe der Versuchsanordnung aus Material 1 Abb. 1 genauer untersucht wird.

c

Begründe, dass der Abstand Formula: sFormula: s zwischen Präparat und Zählrohr während der Messung nicht verändert werden darf, und ermittle aus Material 1 Abb. 2 die Halbwertsdicke Formula: D_\tfrac{1}{2}Formula: D_\tfrac{1}{2} von Blei für die im Experiment verwendete Formula: \gammaFormula: \gamma-Strahlung.

4 BE

d

Zeige mithilfe von Material 1, dass für den Zusammenhang zwischen Schwächungskoeffizient Formula: \muFormula: \mu und Halbwertsdicke Formula: D_\tfrac{1}{2}Formula: D_\tfrac{1}{2} gilt:

Formula: D_\tfrac{1}{2}=\dfrac{\ln 2}{\mu}Formula: D_\tfrac{1}{2}=\dfrac{\ln 2}{\mu}

4 BE

e

Ermittle mithilfe von Material 2 Abb. 3 den Wert des Schwächungskoeffizienten Formula: \muFormula: \mu mit Angabe der Messunsicherheiten. Bestimme damit unter Berücksichtigung der Fortpflanzung der Messunsicherheiten das Intervall, in dem die Halbwertsdicke liegt, und vergleiche die Ergebnisse mit deinem Ergebnis aus Teilaufgabe c.

9 BE

f

Gib einen Grund dafür an, dass die Absorptionskurve in Material 3 Abb. 4 auch zur Beschreibung der Absorption im menschlichen Körper verwendet werden kann. Begründe mithilfe von Material 3, dass es sinnvoll ist, in Schutzkleidung, die vor Formula: \gammaFormula: \gamma-Strahlung schützen soll, Blei einzuarbeiten.

3 BE

2

Ein Tumor soll in der Brachytherapie mit Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} behandelt werden (siehe Material 4). Der Tumor soll als kugelförmig mit Radius Formula: 3,0\;\text{cm}Formula: 3,0\;\text{cm} und Masse Formula: 120\;\text{g}Formula: 120\;\text{g} angenommen werden. Die Aktivität des Strahlers wurde exakt 48 Stunden vor dem Zeitpunkt der Behandlung zuletzt bestimmt. Man erhielt als Wert Formula: A_0 = 220\;\text{GBq}.Formula: A_0 = 220\;\text{GBq}. Zu diesem Zeitpunkt wäre für die Therapie des Tumors eine Bestrahlungszeit von 720 Sekunden nötig gewesen, um die von der Ärztin bzw. vom Arzt festgelegte Energiedosis aufzunehmen.

a

Bestimme die Aktivität zum Zeitpunkt der Bestrahlung und die angepasste Bestrahlungszeit. Gehe vereinfachend davon aus, dass sich die Aktivität während der Behandlung nicht verändert.

5 BE

b

Schätze mithilfe von Material 3 die vom Tumor aufgenommene Äquivalentdosis durch Formula: \gammaFormula: \gamma-Strahlung ab. Gib die dabei getroffenen Annahmen an.

4 BE
40 BE

Material 1: Absorption von Formula: \color{#287882}{\boldsymbol{\gamma}}Formula: \color{#287882}{\boldsymbol{\gamma}}-Strahlung durch Materie

Mit der vom Tochterkern des Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} emittierten Formula: \gammaFormula: \gamma-Strahlung werden Absorptionsmessungen an Bleiplatten verschiedener Dicke durchgeführt (vgl. Abb. 1). Dazu wird die Anzahl Formula: NFormula: N der vom Zählrohr in einem festgelegten Zeitintervall registrierten Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten in Abhängigkeit von der Dicke Formula: dFormula: d der Bleiplatten (Absorberdicke) bestimmt. Die Absorptionsfähigkeit eines Materials für radioaktive Strahlung wird durch die sogenannte Halbwertsdicke Formula: D_\tfrac{1}{2}Formula: D_\tfrac{1}{2} charakterisiert. Darunter versteht man die Dicke des Materials, bei der die Hälfte der Strahlung absorbiert wurde.

Schematische Darstellung: Präparat links, Absorber (Dicke d) in der Mitte, Zählrohr rechts, Abstand s.Schematische Darstellung: Präparat links, Absorber (Dicke d) in der Mitte, Zählrohr rechts, Abstand s.

Abb. 1

Für Blei sind die um die Nullrate bereinigten Messwerte mit ihren jeweiligen Messunsicherheiten in Abb. 2 dargestellt.

Absorptionskurve für BleiAbsorptionskurve für Blei

Abb. 2: Absorptionskurve für Blei

Der Zusammenhang zwischen der Anzahl Formula: NFormula: N der registrierten Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten und der Absorberdicke Formula: dFormula: d kann durch Formula: N(d)=N_0 \cdot \mathrm e^{-\mu \cdot d}Formula: N(d)=N_0 \cdot \mathrm e^{-\mu \cdot d} beschrieben werden. Dabei ist Formula: N_0Formula: N_0 die Anzahl der registrierten Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten im Abstand Formula: sFormula: s ohne Absorber und Formula: \muFormula: \mu der sogenannte Schwächungskoeffizient.

Material 2: Schwächungskoeffizient von Blei

Stellt man die Messwerte aus Material 1 Abb. 2 logarithmisch mit deren Messunsicherheiten wie in Abb. 3 dar, liegen diese näherungsweise auf einer Geraden mit der Steigung Formula: -\mu.Formula: -\mu.

Logarithmische Darstellung von MesswertenLogarithmische Darstellung von Messwerten

Abb. 3

Material 3: Absorption durch verschiedene Materialien

Die mittlere Energie der Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten, die der Tochterkern von Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} aussendet, beträgt Formula: 0,37\;\text{MeV}.Formula: 0,37\;\text{MeV}. Abb. 4 zeigt die Absorptionskurve für solche Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten in Wasser.

Absorptionskurve für Gammaquanten in WasserAbsorptionskurve für Gammaquanten in Wasser

Abb. 4: Absorptionskurve für Wasser

Wird das Experiment aus Material 1 mit anderen Materialien durchgeführt, so ergeben sich für den Schwächungskoeffizienten die in der Tabelle dargestellten Werte.

Material

Formula: \boldsymbol{\mu}Formula: \boldsymbol{\mu} in Formula: \boldsymbol{\tfrac{1}{\text{cm}}}Formula: \boldsymbol{\tfrac{1}{\text{cm}}}

Aluminium

Formula: 0,26Formula: 0,26

Blei

Formula: 3,10Formula: 3,10

Eisen

Formula: 0,77Formula: 0,77

Graphit

Formula: 0,22Formula: 0,22

Wasser

Formula: 0,11Formula: 0,11

Material 4: Brachytherapie

Die vom Tochterkern von Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} ausgesandten Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten werden in der Medizin bei der sogenannten Brachytherapie zur Bestrahlung von Tumoren eingesetzt. Dabei wird unter Narkose eine dünne Hohlnadel in den Tumor eingebracht. In diese Hohlnadel wird eine an einem Draht befestigte winzige Kapsel hineingeschoben, in der das radioaktive Material eingeschlossen ist. So wird der Tumor direkt von innen mit den Formula: \gammaFormula: \gamma-Quanten bestrahlt.

Die beim Zerfall von Formula: ^{192}\text{Ir}Formula: ^{192}\text{Ir} entstehende Formula: \beta^-Formula: \beta^--Strahlung wird durch die Umhüllung des Strahlers vollständig absorbiert, sodass diese für die Bestrahlung keine Rolle spielt.

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