A4 Kernphysik Medizin
Das Iridium-Isotop ist ein
-Strahler mit einer Halbwertszeit von
Tagen. Die Atommasse von
beträgt
Stelle die Zerfallsgleichung für auf und berechne die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie.
[zur Kontrolle: ]
Skizziere die Verteilung der kinetischen Energie der -Teilchen bei diesem Zerfall in einem Diagramm und ergänze den
-Wert an passender Stelle. Begründe die Wahl der Stelle für den
-Wert.
Der Tochterkern von sendet sofort nach seiner Entstehung
-Quanten aus, deren Absorption durch Materie mithilfe der Versuchsanordnung aus Material 1 Abb. 1 genauer untersucht wird.
Begründe, dass der Abstand zwischen Präparat und Zählrohr während der Messung nicht verändert werden darf, und ermittle aus Material 1 Abb. 2 die Halbwertsdicke
von Blei für die im Experiment verwendete
-Strahlung.
Zeige mithilfe von Material 1, dass für den Zusammenhang zwischen Schwächungskoeffizient und Halbwertsdicke
gilt:
Ermittle mithilfe von Material 2 Abb. 3 den Wert des Schwächungskoeffizienten mit Angabe der Messunsicherheiten. Bestimme damit unter Berücksichtigung der Fortpflanzung der Messunsicherheiten das Intervall, in dem die Halbwertsdicke liegt, und vergleiche die Ergebnisse mit deinem Ergebnis aus Teilaufgabe c.
Gib einen Grund dafür an, dass die Absorptionskurve in Material 3 Abb. 4 auch zur Beschreibung der Absorption im menschlichen Körper verwendet werden kann. Begründe mithilfe von Material 3, dass es sinnvoll ist, in Schutzkleidung, die vor -Strahlung schützen soll, Blei einzuarbeiten.
Ein Tumor soll in der Brachytherapie mit behandelt werden (siehe Material 4). Der Tumor soll als kugelförmig mit Radius
und Masse
angenommen werden. Die Aktivität des Strahlers wurde exakt 48 Stunden vor dem Zeitpunkt der Behandlung zuletzt bestimmt. Man erhielt als Wert
Zu diesem Zeitpunkt wäre für die Therapie des Tumors eine Bestrahlungszeit von 720 Sekunden nötig gewesen, um die von der Ärztin bzw. vom Arzt festgelegte Energiedosis aufzunehmen.
Bestimme die Aktivität zum Zeitpunkt der Bestrahlung und die angepasste Bestrahlungszeit. Gehe vereinfachend davon aus, dass sich die Aktivität während der Behandlung nicht verändert.
Schätze mithilfe von Material 3 die vom Tumor aufgenommene Äquivalentdosis durch -Strahlung ab. Gib die dabei getroffenen Annahmen an.
Material 1: Absorption von 
-Strahlung durch Materie
Mit der vom Tochterkern des emittierten
-Strahlung werden Absorptionsmessungen an Bleiplatten verschiedener Dicke durchgeführt (vgl. Abb. 1). Dazu wird die Anzahl
der vom Zählrohr in einem festgelegten Zeitintervall registrierten
-Quanten in Abhängigkeit von der Dicke
der Bleiplatten (Absorberdicke) bestimmt. Die Absorptionsfähigkeit eines Materials für radioaktive Strahlung wird durch die sogenannte Halbwertsdicke
charakterisiert. Darunter versteht man die Dicke des Materials, bei der die Hälfte der Strahlung absorbiert wurde.

Abb. 1
Für Blei sind die um die Nullrate bereinigten Messwerte mit ihren jeweiligen Messunsicherheiten in Abb. 2 dargestellt.
Abb. 2: Absorptionskurve für Blei
Der Zusammenhang zwischen der Anzahl der registrierten
-Quanten und der Absorberdicke
kann durch
beschrieben werden. Dabei ist
die Anzahl der registrierten
-Quanten im Abstand
ohne Absorber und
der sogenannte Schwächungskoeffizient.
Material 2: Schwächungskoeffizient von Blei
Stellt man die Messwerte aus Material 1 Abb. 2 logarithmisch mit deren Messunsicherheiten wie in Abb. 3 dar, liegen diese näherungsweise auf einer Geraden mit der Steigung
Abb. 3
Material 3: Absorption durch verschiedene Materialien
Die mittlere Energie der -Quanten, die der Tochterkern von
aussendet, beträgt
Abb. 4 zeigt die Absorptionskurve für solche
-Quanten in Wasser.
Abb. 4: Absorptionskurve für Wasser
Wird das Experiment aus Material 1 mit anderen Materialien durchgeführt, so ergeben sich für den Schwächungskoeffizienten die in der Tabelle dargestellten Werte.
|
Material |
|
|---|---|
|
Aluminium |
|
|
Blei |
|
|
Eisen |
|
|
Graphit |
|
|
Wasser |
|
Material 4: Brachytherapie
Die vom Tochterkern von ausgesandten
-Quanten werden in der Medizin bei der sogenannten Brachytherapie zur Bestrahlung von Tumoren eingesetzt. Dabei wird unter Narkose eine dünne Hohlnadel in den Tumor eingebracht. In diese Hohlnadel wird eine an einem Draht befestigte winzige Kapsel hineingeschoben, in der das radioaktive Material eingeschlossen ist. So wird der Tumor direkt von innen mit den
-Quanten bestrahlt.
Die beim Zerfall von entstehende
-Strahlung wird durch die Umhüllung des Strahlers vollständig absorbiert, sodass diese für die Bestrahlung keine Rolle spielt.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Die Zerfallsgleichung lautet:
Energiebilanz (Ir-Masse: angegeben; Pt-Masse: siehe Formelsammlung):
Verteilung der kinetischen Energie der -Teilchen:
-
Es ergibt sich ein kontinuierliches Betaspektrum.
-
Da der
-Wert die freiwerdende Energie des Betazerfalls beschreibt, markiert er auf der Energieachse den rechten Rand der Kurve (= maximale Energie).

Der Abstand muss konstant gehalten werden, weil das Präparat nicht nur entlang der Symmetrieachse der Anordnung strahlt, sondern ein gewisses Winkelfeld bestrahlt. Würde
beispielsweise größer, würden nicht mehr so viele Betateilchen das Zählrohr treffen und die Messung der Zählrate verfälscht werden.
Halbwertsdicke von Blei
Als Ausgangsanzahl wird der Wert abgelesen.
Für die Dicke, die zum halben Wert gehört, ergibt sich mit der Abbildung:
Kombinieren des in Material 1 angegebene Abnahmegesetz
mit der Definition der Halbwertsdicke
und Umstellen liefert:
Bestimmung von
Bestimmen des im Rahmen der Messunsicherheiten minimalen bzw. maximalen Wert von mithilfe von zwei Steigungsdreiecken, indem durch die oberen bzw. unteren Messfehlergrenzen eine Gerade gelegt wird, liefert:

Es ergibt sich:
Als Messwert folgt durch Bildung des arithmetischen Mittels
und schließlich unter Berücksichtigung der Abweichungen zu und
Bestimmung der Halbwertsdicke
Zunächst ergibt sich durch Einsetzen:
Für die Fehlerbetrachtung darf eine lineare Fehlerfortpflanzung angenommen werden. Man erhält
und damit:
Der in Teilaufgabe c abgelesene Wert von stimmt im Rahmen der Messunsicherheiten gut mit diesem Wert überein.
Der menschliche Körper besteht zum großen Teil aus Wasser, weswegen die Absorptionskurve für Wasser näherungsweise auch für menschliches Gewebe verwendet werden kann.
Blei hat laut der Tabelle in Material 3 den mit Abstand größten Schwächungskoeffizienten der aufgelisteten Materialien. Es eignet sich daher am besten für die Verwendung in Schutzkleidung, weil die gleiche Abschwächungswirkung mit deutlich dünneren – und damit leichter und bequemer tragbaren – Kleidungsschichten erzielt wird.
Nach exakt beträgt die Aktivität zum Zeitpunkt der Bestrahlung
Die festgelegte Energiedosis bleibt bei verringerter Aktivität konstant, wenn die Bestrahlungszeit entsprechend der Gleichung
erhöht wird. Durch Umstellen folgt:
Die Äquivalentdosis berechnet wird mit der Formel
berechnet. Für die auftretenden Größen gilt:
-
biologischer Bewertungsfaktor:
für Gammastrahlung
-
Masse des Tumors:
-
In der Zeit
eingestrahlte Energie
Gemäß Abb. 4 gelangen bei einer Schichtdicke von
rund
der Gammaquanten nach außen, d.h., rund
werden absorbiert. Die Energie eines Gammaquants beträgt laut Material 3 im Mittel
die Gesamtzahl der freigesetzten Gammaquanten beträgt
Damit ergibt sich
Für die Äquivalentdosis ergibt sich: