Aufgabenstellung 2
Aufgabe:
Berlin- und Kubakrise – der „nukleare Faktor“ als Triebkraft für Konfrontation oder Entspannung?
Erörtere unter der oben genannten Themenfrage die Position des Verfassers, indem du
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die Kernaussagen zum Kalten Krieg strukturiert herausarbeitest,
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unter Einbeziehung des historischen Kontextes die Position des Verfassers erläuterst
und
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zur Themenfrage begründet Stellung nimmst.
Material
Der Historiker Andreas Wenger über den Kalten Krieg
Fundort:
Wenger, Andreas: Der lange Weg zur Stabilität. Kennedy, Chruschtschow und das gemeinsame Interesse der Supermächte am Status quo in Europa, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Jahrgang 46 (1998), Heft 1.
Quelle (Letzter Zugriff am 30.03.2026).
Wortlaut, Rechtschreibung und Zeichensetzung folgen dem Fundort.
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formale und inhaltliche Analyse von Darstellungen, hier:
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Es handelt sich um eine (politisch argumentierende) Darstellung des Schweizer Historikers Wenger, der unter dem Titel „Der lange Weg zur Stabilität. Kennedy, Chruschtschow und das gemeinsame Interesse der Supermächte am Status quo in Europa“ in der Zeitschrift „Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte“, Jahrgang 46 (1998), Heft 1 für die Öffentlichkeit erschien
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die Kernaussagen zum Kalten Krieg, hier:
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der Autor Wenger
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sieht den nuklearen Faktor als mitverantwortlich für den Ausbruch der beiden gefährlichsten Krisen des Kalten Krieges,
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hinterfragt, inwieweit die USA 1961/62 für Europa noch eine glaubwürdige Sicherheitsgarantie bieten konnten,
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sieht die Berlinkrise auch im Zusammenhang mit den Ängsten der Sowjetunion vor einer der nuklearen Bewaffnung der Bundesrepublik,
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formuliert, dass die „wichtigsten außenpolitischen Verantwortungsträger“ es für unwahrscheinlich hielten, dass Chruschtschow eine kriegerische Auseinandersetzung in Europa riskiert hätte,
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betont, dass aus Sicht der US-Entscheidungsträger der Mauerbau 1961 zwar kurzfristig zu einer Eskalation, langfristig jedoch zu einer gewissen Entkrampfung der angespannten Berlinfrage und zu einer „wechselseitigen Akzeptanz des territorialen Status quo“ beigetragen habe,
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sieht die Zäsuren „Mauerbau“ und „Kubakrise“ als Beginn eines intensiveren bilateralen Dialogs zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion, der zu einer gewissen Annäherung geführt habe und im epochalen Kontext gesehen, in der „Wende der Jahre 1989/91 und dem Ende des Kalten Krieges kulminierten“.
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Historische Ereignisse, Strukturen und Prozesse (historischer Kontext), hier:
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Einordnung und Erklärung der Begriffe und Fachtermini „Kalter Krieg“, „Ost-West-Konflikt“ und „bipolare Welt“,
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geopolitische Entwicklungslinien am Ende des Zweiten Weltkriegs,
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Ursachen für die Entstehung des Systemgegensatzes zwischen der UdSSR und den USA,
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Die unterschiedlichen ideologischen, politischen, technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundsätzen der Supermächte UdSSR und USA und der daraus abgeleitete Anspruch auf eine Führungsrolle in der Welt,
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Phasen von Konkurrenz, Konfrontation, Spannung und Entspannung und
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den Prozess der Beendigung des Kalten Krieges.
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Kernaussagen von Wenger zu zentralen Aspekten der Konfrontation und Annäherung in der Zeit des Kalten Krieges, z. B.:
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Ob bzw. inwieweit die Berlin-Krise und die Kuba-Krise tatsächlich als gefährlichste Krisen in der Zeit des Kalten Krieges bezeichnet werden können,
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inwieweit die USA die Sicherheit in Europa in den 1960-er Jahren gewährleisten konnte,
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inwieweit die Berlinkrise im Kontext, der aus sowjetischer Sicht gesehenen Gefahr einer nuklearen Aufrüstung der Bundesrepublik stand und Chruschtschow zum damaligen Zeitpunkt keine kriegerische Auseinandersetzung in Europa riskieren wollte und
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ob die Teilung Berlins langfristig eine „evolutionäre Lösung der Berlinfrage“ erleichterte.
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Abschließend sollte zur Themenfrage begründet Stellung genommen werden (zustimmend oder ablehnend oder relativierend/abwägend/einschränkend), hier z.B.:
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Reflexion von Kriterien zur Gewichtung des „nuklearen Faktors“ und der Angst vor einem Atomkrieg,
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Diskussion der in dem Text aufgeführten Argumente und Abwägung, inwieweit die atomare Bedrohung eher zur Konfrontation oder zur Einsicht auf eine erforderliche Entspannungspolitik (Abwägung der Triftigkeit) beitrug,
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Diskussion, welche Bedeutung die Berlin-Krise und die Kuba-Krise in der Zeit des Kalten Krieges für die Beziehungen der Supermächte hatte,
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Beurteilung, welche Rolle die Diplomatie in der Auseinandersetzung der Supermächte USA und UdSSR in der Zeit des Kalten Krieges spielte,
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Diskussion von Möglichkeiten und Grenzen individuellen Handelns von Politikern in Entscheidungssituationen,
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bei der Urteilsbildung sollten die zeitgenössischen Perspektiven und Handlungsspielräume berücksichtigt werden.
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