Vorschlag A – Fantastische Bibliothek: Praktische Aufgabe mit theoretischem Anteil
Beschreibe das Gebäude von Oswald Mathias Ungers und seine Wirkung. (Material 1)
Erörtere, inwieweit das Gebäude Merkmale moderner Architektur und Merkmale postmoderner Architektur aufweist. (Material 1)
Szenario
Der Entwurf des Stadthauses von Oswald Mathias Ungers soll für eine fantastische Bibliothek realisiert werden. Für die Bauphase wird eine Bauplane benötigt, mit der die gesamte zukünftige Hauptfassade verdeckt werden soll. Ein auf die Bauplane gedrucktes Bildmotiv soll Passantinnen und Passanten auf die spätere Nutzung als fantastische Bibliothek neugierig machen. Hierfür wird vom städtischen Bauamt ein Kunstwettbewerb für junge Kreative ausgeschrieben.
Das Bildmotiv soll die Hauptfassade des zukünftigen Gebäudes oder Teile davon zeigen, die mit fantastischen Wesen bevölkert wird, welche die Nutzung als Bibliothek deutlich machen.
Die Aufrisszeichnung der Hauptfassade des Stadthausentwurfes (Material 2) kann nach Bedarf als Vorlage für die Bauplane genutzt werden.
Kreiere und skizziere Ideen für ein Bildmotiv mit unterschiedlichen fantastischen Wesen, die die Hauptfassade bevölkern und die Nutzung als Bibliothek deutlich machen.
Setze eine Idee als Bildmotiv für die Hauptfassade mit entsprechenden Proportionen um.
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Oswald Mathias Ungers: Entwurf für Stadthaus, Marburg (1976)
Zeichnung auf Skizzenpapier, ohne Maßangabe

Oswald Mathias Ungers: Entwurf für Stadthaus, Marburg, 1976, URL: https://www.koelnarchitektur.de/pages/de/news-archive/32726.htm (abgerufen am 09.02.2023).
Hinweis
Die Hauptfassade und der Eingangsbereich, mit Treppenaufgang und nach innen zurückgesetztem Eingang, sind auf der rechten Seite zu sehen.
Material 2
Aufrisszeichnung der Hauptfassade eines Stadthausentwurfes

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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?In einer Einleitung sollen Architekt, Titel, Jahr, Technik und das Thema genannt werden:
Die kolorierte, parallelperspektivische Entwurfszeichnung von Oswald Mathias Ungers für ein Stadthaus in Marburg aus dem Jahre 1976 zeigt ein hohes Gebäude mit Durchbrüchen.
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mehrgeschossiges Stadthaus auf quadratischem Grundriss
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Erdgeschoss, drei weitere zusammenhängende Geschosse, Flachdach mit Aufbauten
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gräulicher, aufragender, quaderförmiger Baukörper, durchdrungen von kleinerem Glasquader
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graue Gitterstruktur im Erdgeschoss, Gebäude mit stockwerkshohen Pfeilern aufstelzend, zurückspringende Glaswände (Gitterstruktur und Glaswände auch oben)
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rechte Fassadenseite (Hauptfassade) mit mittig angeordneter, grauer, massiver Treppe
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im ersten Obergeschoss mittig angeordnete rechteckige Öffnung als Eingang, rechts daneben ein Fenster
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im zweiten Obergeschoss offene Galerie mit hochformatigen, gereihten Öffnungen, sich übereck erstreckend
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Öffnungen Blick auf schwarzen Fußboden und zurückspringende Wand mit Verglasung freigebend
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drittes Obergeschoss mit singulärer, fensterartiger Öffnung rechts
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Wandfläche von linker Fassade bis auf Überecköffnungen im dritten Obergeschoss geschlossen
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Fassadenwände oben zu allen Seiten in Brüstung des Flachdaches übergehend
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mittig auf schwarzem Flachdach Glasquader mit feiner, schwarzer Gitterstruktur aufragend
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graue Gitterstruktur aus Pfeilern den Glasquader seitlich umgebend, Gitterstruktur mit Quadrat in Größe des Glasquaders nach oben abschließend
Wirkung
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turmartig, aufstrebend, strukturiert, ausgewogen, verschachtelt, überraschend, merkwürdig, technisch, kalt, käfigartig, kristallin, kontrastreich, leicht vs. schwer, offen vs. geschlossen
Aspekte für moderne Architektur der 1920er und 1930er Jahre
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gerade Linien, rechte Winkel, z. B. Gebäudekanten, Pfeiler, Öffnungen
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klare geometrische Blöcke, Quaderform als Baukörper
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Durchdringung, Quaderformen von Baukörper und Glaskörper
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Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Flächen, z. B. Wandöffnung mittels Pfeiler (Galerie) und kompakte Wandfläche
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Raumkonzept, z. B. Übergänge von geschlossenen zu halboffenen und offenen Bereichen mittels Pfeiler und Verglasung (unten und oben)
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Flachdach mit Dachterrasse, flacher Abschluss nach oben mit Brüstung, Umgang und Aufbau
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Umsetzung des Entwurfs als Stahlskelettbauweise, z. B. im Erdgeschoss Aufstelzung des Gebäudes auf Pfeiler, Fehlen von Trägern an den Bauecken
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Verzicht auf Bauschmuck und dekorative Elemente, z. B. glatte, graue Wände
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Asymmetrie bei Fenstergliederung
Aspekte für postmoderne Architektur der 1970er und 1980er Jahre
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Fantasie anregende Fassade, z. B. Gitterstruktur des Stadthauses im unteren und oberen Bereich Assoziationen an Käfig weckend oder gläserne, feinstrukturierte Kuben an kristallähnliche Gebilde erinnernd
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Vernachlässigung von Funktionalität, z. B. fragliche praktische Funktion der grauen Gitterstruktur auf Flachdach, Eingang im ersten Obergeschoss statt im Erdgeschoss, steile Treppe ohne Geländer
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postmoderne Architektur hier als Spiel mit streng geometrischer Formensprache, z. B. Wiederholung von quadratischen und rechteckigen Formen, Rasterung, Verschachtelung (Glasstruktur, Pfeilerstruktur, Galerie) und Symmetrie (nahezu spiegelsymmetrisch an senkrechter und horizontaler Mittelachse)
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Zitat und Überspitzung von Stilelementen anderer Epochen, hier der Moderne
Fazit
Das Gebäude weist Merkmale moderner und postmoderner Architektur auf. Die geometrische Formensprache und Stahlskelettbauweise korrespondieren mit vielen Merkmalen der modernen Architektur. Die gitterartige Umhüllung und die quadratischen Glasstrukturen orientieren sich mehr am Spiel mit geometrischen Formen als an der Funktionalität. Der sich ergebende käfigartige oder kristalline Charakter des Gebäudes ist fantasieanregend.
Inhaltsbezug
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signifikante Varianten figurativer Wesen auch in reduzierter Form, Darstellung von fantastischen Wesen, z. B. menschenähnliche Wesen (Hexe, Riese, Außerirdische etc.), geisterhafte Wesen (Irrlicht, Dämon etc.), Tierwesen (Drache, Basilisk etc.), Mischwesen (Greif, Alien, Cyborg etc.), selbst erfundene oder aus Literatur, Film und Videospielen entlehnte Wesen
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ggf. Ausgestaltung von Oberflächen, z. B. Fell, Panzer, Stoffe
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ggf. Ausgestaltung von Details, z. B. Krallen, Zähne, Antennen
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Wesen in Interaktion mit Fassade, z. B. herausschauend, um Pfeiler windend, an Fassade kletternd, auf dem Dach sitzend
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Wesen in Interaktion miteinander, z. B. durch Blickrichtungen, Gesten, Ausrichtung der Körper
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Wesen in Interaktion mit Büchern, z. B. mit Büchern hantierend, aus Büchern aufsteigend, lesend
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Nutzung als Bibliothek, z. B. Darstellung von Bücherstapeln, Bücherregalen
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Darstellung der Hauptfassade oder von Teilen davon, Gliederung, Strukturen, Öffnungen, angemessene Proportionen
Qualitätsmerkmale von Ideen für Bildmotive
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Originalität, Plausibilität, Anschaulichkeit, Einfallsreichtum und Kreativität, Alternativen
Visualisierung
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Skizzieren unterschiedlicher Ideen für Bildmotive
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Skizzen im Zusammenhang mit Notizen als hilfreiche Ergänzung oder Erläuterung der Ideen
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skizzenhafter Strich im Sinne experimenteller Formsuche
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adäquater Umgang mit Form, Raum und Komposition
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Erproben von Alternativen, gegebenenfalls auch Detailstudien
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Berücksichtigung von Hochformat und Proportion
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Verwendung geeigneter bildnerischer Mittel zur Erstellung der Skizzen
Zur Lösung der Aufgabe können sowohl detaillierte als auch reduzierte Darstellungsformen verwendet werden.
Inhaltsbezug
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treffende Auswahl einer Idee für ein Bildmotiv
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originelle Zusammenstellung von fantastischen Wesen an Hauptfassade oder Teilen davon und Bezug zu späterer Nutzung der Bibliothek
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Zuspitzung einer in der Skizze angelegten Bildidee, z. B. durch Herausarbeiten einer Figur in Interaktion
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ggf. Charakterisierung der Szenerie durch entsprechende Raumdarstellung und Plastizität
Visualisierung
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Berücksichtigung von Hochformat und Proportion
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fachgerechter Einsatz von Zeichen- und Malmitteln
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Wahl von bildsprachlichen Mitteln, z. B. Abstimmung von Größenverhältnissen, Form- und Oberflächenkontrast zwischen Gebäude und Wesen
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adäquater Umgang mit bildsprachlichen Mitteln, Form, Proportion, Komposition
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ggf. Reduktion komplexer Formen
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ggf. Akzentuierung mit Farbe, Form- und Farbkontraste, Größenunterschiede, unterschiedliche Texturen
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sorgfältige Ausarbeitung im Rahmen der gegebenen Zeit