Vorschlag C – Mütter mit Kindern: Theoretische Aufgabe ohne praktischen Anteil
Beschreibe die Fotografie von Dorothea Lange und ihre Wirkung und erläutere den Zusammenhang zwischen bildsprachlichen Mitteln und Wirkung. (Material 1)
Beschreibe das Gemälde von Paula Modersohn-Becker und seine Wirkung und erläutere den Zusammenhang zwischen bildsprachlichen Mitteln und Wirkung. (Material 2)
Vergleiche und deute beide Darstellungen von Müttern mit Kindern. (Material 1 und 2)
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1
Dorothea Lange: Migrant agricultural worker’s family (1936)
Schwarz-Weiß-Fotografie, unbekannte Maße, Library of Congress, Washington

Dorothea Lange: Migrant agricultural worker’s family, 1936, URL: https://tile.loc.gov/storage-services/service/pnp/ fsa/8b29000/8b29500/8b29525v.jpg (abgerufen am 08.02.2023).
Hinweis
Dorothea Lange (1895–1965) war eine US-amerikanische Fotografin. Der Titel der vorliegenden Fotografie bedeutet sinngemäß übersetzt „Umherziehende Erntehelferfamilie“.
Material 2
Paula Modersohn-Becker: Kniende Mutter mit Kind an der Brust (1906)
Öl und Tempera auf Leinwand, 133×74cm, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Berlin

Paula Modersohn-Becker: Kniende Mutter mit Kind an der Brust, 1906, CC BY-NC-SA 4.0, URL: https://recherche.smb. museum/detail/963450/Kniende%20Mutter%20mit%20Kind%20an%20der%20Brust)%7D (abgerufen am 09.02.2023).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?In einer Einleitung sollen Fotografin, Titel, Jahr, Technik, Maße und das Thema genannt werden: Die Schwarz-Weiß-Fotografie mit dem Titel „Migrant agricultural worker’s family“ von Dorothea Lange aus dem Jahre 1936 mit unbekannten Maßen zeigt eine Frau mit zwei Kindern eng beieinander unter einer aufgestelzten Plane.
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Hochformat, Halbtotale
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mittig sitzende Frau im Mittelgrund, dunkle Haare zusammengebunden, seitlich gescheitelt, Kopf leicht seitlich gekippt, Gesicht frontal, zusammengekniffene Augen, Stirnfalten, Blick zur rechten Bildhälfte
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Ober- und Unterköper schräg zur rechten Bildseite gewandt, kleinkariertes Kleid, darüber Jäckchen mit Dreiviertelärmeln, Ärmel am Ende ausgefranst, Knie leicht angezogen, schlafender Säugling in Armen auf Schoß
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Säugling schräg auf Schoß liegend, eng an Körper der Frau gedrückt, Kopf zur Seite gekippt, Augen geschlossen, Beine und Arme schlaff, fleckige Kleidung
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älteres Kind hinter Frau stehend, kurze, helle, zerzauste Haare, schmale, zusammengekniffene Lippen
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Kopf schräg an Schulter der Frau schmiegend, Kopf und Blick nach rechts gewandt
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Hand auf Schulter der Frau, seine linke Hand Holzstange umfassend
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in rechter Bildhälfte Holzstange schräg aufragend, oben eine Ecke einer fleckigen Plane stützend, Plane hinter Personengruppe herabhängend
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im Vordergrund Koffer mit verkratzter Oberfläche, schräg ins Bildmotiv ragend
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leerer Blechteller mit Gebrauchsspuren auf Koffer
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links unten zwischen Plane und Koffer dunkle Laterne (Sturmlampe)
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rechtes Bilddrittel Blick auf Hintergrund freigebend, sandiger Boden, teils Gestrüpp (unscharf), oben rechts stark verschwommen Vegetation, heller Himmel
Wirkung
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einsam, trostlos, nah, herb, schmutzig, ruhig, provisorisch, staubig, vertraut, eng, isoliert, gedrängt, tief, schwach, hilflos, düster, karg, distanziert, einfach, skeptisch, verunsichert, weit, strukturierend, ernst, seriös, lebensnah, beklemmend
Zusammenhang zwischen bildsprachlichen Mitteln und Wirkung
Komposition
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Hochformat durch Vertikalen eingeengt – gedrängt
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rechtes Bilddrittel hell, dunkle Bildfläche für Figurengruppe klar eingrenzend – verbindend, strukturierend
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Ballung und Zentralität der Figuren – eng, isoliert, ruhig
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Kopf der Mutter nahezu im Goldenen Schnitt – ruhig
Raum
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Koffer Beine der Frau verdeckend, Plane Hintergrund verdeckend (Überdeckung) – isoliert, eng
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Hintergrund hell und diffus – tief
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Körperschatten an Gesichtern und Oberkörpern (Schattierung) – tief
Farbe
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Hell-Dunkel-Kontrast, z. B. dunkle Haare der Frau und dunkler Teil der Plane im Unterschied zu hellerer Haut und hellem Hintergrund – Aufmerksamkeit lenkend
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Graustufen – einfach, seriös
fotografische Mittel
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kleinere Figuren in weitem Bildausschnitt (Halbtotale) – weit, isoliert, einsam
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Blick von leicht oben auf Figuren (Aufsicht) – schwach, hilflos, distanziert
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Vordergrund unscharf, Mittelgrund scharf, Hintergrund unscharf (selektive Schärfentiefe) – isoliert, Aufmerksamkeit lenkend
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vielfältige Helligkeitsunterschiede durch diffuses Tageslicht von schräg oben rechts (weiches Licht) – lebensnah
Motiv
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Frau mit zusammengekniffenen Augen, deutlichen Stirnfalten, schmalen Lippen, fallenden Mundwinkeln – herb, hilflos, skeptisch, verunsichert, ernst
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Kinder sich an Frau schmiegend, Frau kleines Kind im Arm haltend – nah, vertraut
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löchrige, verschmutzte Kleidung und Hände, zerzauste Haare – schmutzig, trostlos
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verkratzter Koffer, leerer und fleckiger Teller, Holzstange mit Plane – trostlos, provisorisch, einfach
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sandiger Boden, wenig Vegetation – karg, trostlos, staubig
In einer Einleitung sollen Künstlerin, Titel, Jahr, Technik, Maße und das Thema genannt werden: Das Gemälde von Paula Modersohn-Becker mit dem Titel „Kniende Mutter mit Kind an der Brust“ aus dem Jahre 1906, in Öl- und Tempera mit den Maßen 133×74cm, zeigt eine kniende, nackte Frau ein Kleinkind stillend.
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Hochformat, Frau als Ganzfigur im Vordergrund mittig platziert, nahezu formatfüllend
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braune Haare, streng zurückgebunden, verschattetes Gesicht im Profil zur linken Bildhälfte weisend, Blick leicht gesenkt zum Kind
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dunkle Augen, rote Unterlippe, markanter Unterkiefer
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fülliger Körper leicht zur linken Bildhälfte gewandt, Kind mit beiden Händen haltend, Brust links reichend, Brust rechts mit großer rosafarbener Brustwarze
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nacktes Kind, fülliger Bauch, rosafarbene Haut, eng am nackten Körper der Frau in schräger Position liegend, vorderer Arm zur Brustwarze geführt, Beine angewinkelt
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Kind mit blonden, kurzen Haaren, rosigen Wangen, Brustwarze mit rosafarbenem Mund teils umschließend, Gesicht halb verdeckt, zur Frau hochschauend
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Frau auf weißem, rundem Untergrund kniend, verschattete Oberschenkel aufrecht, Füße und Unterschenkel am Boden, eng aneinanderliegend
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grauer Untergrund etwa unteres Bilddrittel einnehmend, orangefarbene Kugeln (Früchte) verstreut liegend, links und rechts hinter Frau zwei grüne Topfpflanzen stehend
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dunkle Fläche etwa mittleres Bilddrittel einnehmend
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oberes Bilddrittel changierend türkisblau
Wirkung
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voll, kräftig, gesund, rosig, warm, zärtlich, wuchtig, übersichtlich, mächtig, weich, gestellt, künstlich, irritierend, klotzig, grob, stabil, steif, flach vs. plastisch, spannungsvoll vs. locker, getrübt, dunkel, ruhig, arrangiert, präsentierend, kühl
Zusammenhang zwischen bildsprachlichen Mitteln und Wirkung
Komposition
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Hochformat und aufrechte Figur Vertikalen betonend – stabil
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Figur mittig platziert (Zentralität) – wuchtig, mächtig, gestellt, steif
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Topfpflanzen auf beiden Seiten (Symmetrie) – gestellt, künstlich, ruhig
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orangefarbene Früchte auf Boden verstreut (Streuung) – locker, arrangiert
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Armhaltung und Lage des Kindes Diagonalen bildend in ansonsten vertikal ausgerichteter Komposition – Aufmerksamkeit lenkend
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angeschnittene weiße Kreisfläche unter Figur – präsentierend
Raum
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Frau in geringem Abstand zu Betrachtenden vor grüner Fläche (Überdeckung) – flach
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harte Körperschatten auf Körper der Frau und auf Boden (Schlagschatten) – plastisch, klotzig
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Lichteinfall auf Rücken der Frau sowie auf Teile ihres Oberkörpers und Unterarms, Kind gleichmäßig beleuchtet – irritierend, künstlich, gestellt
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Flächigkeit des Hintergrunds vs. Plastizität des Körpers – spannungsvoll, flach vs. plastisch
Farbe
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Qualitätskontrast, z. B. rosafarbene Haut des Kindes, graubraune Haut der Frau – Aufmerksamkeit lenkend, irritierend
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leuchtend rosafarbene Wange und Lippen des Kindes und Brustwarze der Frau – rosig, warm, weich, Aufmerksamkeit lenkend
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Kalt-Warm-Kontrast, z. B. bläulicher Hintergrund, rosafarbene Hautpartien – spannungsvoll
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Hell-Dunkel-Kontrast, z. B. verschattetes Gesicht der Frau, heller Körper des Kindes – spannungsvoll, Aufmerksamkeit lenkend
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harte Farbkanten an Unter- und Oberarm der Frau sowie an Hals und Nacken, wenig detaillierte Darstellungsweise – grob, wuchtig, plastisch
Motiv
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wenige Bildelemente – übersichtlich
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füllige, nackte Frau, ein nacktes, wohlgenährtes Kind stillend – warm, zärtlich, weich
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Frau kniend auf weißem rundem Untergrund – irritierend, künstlich, gestellt, präsentierend
Vergleich
Gemeinsamkeiten
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Hochformate
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Frauen mittig platziert, aufrecht sitzend bzw. stehend
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Kleinkinder im Arm schräg liegend gehalten
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Waagerechte im Hintergrund
Unterschiede
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Schwarz-Weiß vs. Farbe
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schlafendes Kleinkind vs. trinkendes Kleinkind im Arm
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sitzende Mutter vs. kniende Mutter
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hagere Statur vs. füllige Statur
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angezogen vs. nackt
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Blick weg vom Kind vs. Blick leicht geneigt am Kind vorbei
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zwei Kinder vs. ein Kind
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journalistische Dokumentation vs. arrangierte, künstlerische Darstellung
Deutung
Fotografie
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Mutter als emotionale Bezugsfigur mit sich anschmiegenden Kindern
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Mutter Halt und Sicherheit spendend, trotz verunsicherter eigener emotionaler Gestimmtheit
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strenger, skeptischer Gesichtsausdruck und abschweifender bzw. beobachtender, konzentrierter Blick
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Teller als Hinweis auf Bemühen der Mutter, Kinder mit Essen zu versorgen, Armut
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Mutter isoliert angesichts fehlender weiterer Menschen und in die Leere gehendem Blick
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Mutter mit ausgezehrtem Gesicht, ihre Rolle erschöpft ertragend
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Mutter hilfsbedürftig, sichtbar an fehlender Nahrung und notdürftigem Unterschlupf
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Mutter und Kinder entwurzelt, ohne dauerhafte Bleibe, erkennbar durch Koffer
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Mutter in verantwortlicher Position, Entscheidungen für sich und ihre Kinder treffen müssend
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konkrete Person, als Einzelfall soziale Missstände repräsentierend
Gemälde
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stillende Mutter, Kind mit Nahrung versorgend
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Mutter Leben spendend, zu sehen an zufriedenem Gesichtsausdruck, fülliger Statur, rosiger Brust, ebenso an den auf Boden liegenden Früchten
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innige Zugewandtheit von Mutter und Kind, zu erkennen an sich nahezu treffenden Blicken sowie kniender Pose
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Mutter Geborgenheit und Schutz spendend, zu sehen an kräftigen, das Kind haltenden Armen, an stabiler Statur, weißer runder Fläche auf Boden
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Gesicht der Mutter in den Hintergrund tretend, verdeutlicht durch verschattetes Gesicht
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Mutter sich hingebend, zu erkennen am Knien und an der Geste des Brustgebens
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Mutter in ihrer Natürlichkeit inszeniert, zu sehen an Nacktheit und Hautfarbe
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stilisierende, verallgemeinernde Darstellung, Figuren stilllebenähnlich arrangiert, Entindividualisierung des Modells als Versinnbildlichung von Mutterschaft
Fazit
Die beiden Bilder zeigen Ähnlichkeiten hinsichtlich der Darstellung von Müttern. Doch während die Mutterfigur bei Modersohn-Becker aus der Fülle schöpft, leidet sie bei Lange unter dem Mangel. Lange zeigt dem Betrachter eine Frau vor leerem Teller, in staubiger Umgebung und notdürftiger Unterkunft. Sie hat zwei Kinder zu versorgen und hat dabei doch nicht einmal genug für sich selbst, wie ihr hageres Gesicht und die ausgefranste Kleidung zeigen. Die Fotografin lenkt den Blick auf den Kopf der Mutter und ihre Emotionen und macht sie dadurch zur Identifikationsfigur. Der Blick der Frau schweift in die Ferne, als suche sie nach Hilfe oder einer Ausflucht aus der Misere. Sie ist isoliert und einsam; zerrieben zwischen der Verantwortung für ihre beiden Kinder und den prekären Lebensumständen, in denen sie sich wirtschaftlich befindet. Schonungslos bzw. realistisch deckt Lange dies in ihrer Rolle als Fotografin auf. Modersohn-Becker hingegen idealisiert die Mutterrolle, die ihr in ihrer eigenen Biografie lange Zeit verwehrt bleibt. Sie stellt die Mutter als üppige, kraftvolle Frau dar, die als unerschöpflicher Quell Leben schenkt, umgeben von Früchten, die leuchtend auf dem Boden liegen. Hingebungsvoll blickt sie auf das nackte Kind, dabei ehrfürchtig kniend. Die Künstlerin rückt die Fleischlichkeit der Körper in den Fokus und zeigt darüber die körperliche Verbindung zwischen Mutter und Kind. Das Kind wird gesäugt und reift heran durch die Hingabe der Mutter, ähnlich wie die leuchtenden Früchte, die prall am Boden liegen. Während es Modersohn-Becker um die intime individuelle Beziehung zwischen Mutter und Kind geht, steht bei Lange die Abbildung der sozialen Realität im Vordergrund.