Vorschlag A – Kondition, Ausdauer, Doping im Ausdauersport
Beschreibe das sportliche Anforderungsprofil des Zugspitz Ultratrails (Material 1).
Stelle zu erwartende biologische Anpassungsprozesse bezogen auf das Herz-Kreislauf-System dar, die sich aus dem regelmäßigen Training und der Teilnahme an Veranstaltungen wie dem Zugspitz Ultratrail (Material 1) ergeben.
Entwickle Eckpunkte eines für einen ambitionierten Breitensportler geeigneten Trainingskonzepts, das für die Vorbereitung auf eine Teilnahme an der Kurzstrecke „Basetrail“ des Zugspitz Ultratrails (Material 2) geeignet ist.
Diskutiere auf der Grundlage deines im Unterricht zu dem Thema Gesundheit erworbenen Wissens, inwiefern Extremsportveranstaltungen wie der Zugspitz Ultratrail (Material 1) mit dem Ziel der Gesundheitsförderung durch Sport vereinbar sind.
Erläutere die Wirkungsweise und mögliche Risiken eines Dopingmittels bzw. einer Dopingmethode zur Leistungssteigerung im Bereich der Ausdauer.
Nimm zu den Sichtweisen von Patrick Basset und Urs Hefti (Material 3) Stellung und entwickle davon ausgehend sinnvolle Maßnahmen gegen Medikamentenmissbrauch.
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Basilia Förster: Zugspitz Ultratrail: Die ersten 50 km mit den Beinen, die zweiten 50 mit dem Kopf (2017)
1 Kar: kesselförmige Eintiefung an Berghängen unterhalb von Gipfel- und Kammlagen, die von sehr kurzen Gletschern ausgeschürft worden sind.
Basilia Förster: Zugspitz Ultratrail: Die ersten 50 km mit den Beinen, die zweiten 50 mit dem Kopf, in: Felgenhauer Medien GmbH, 19.06.2017, URL: https://xc-run.de/aktuelles/reportagen/zugspitz-ultratrail-die-ersten-50-km-mit-den-beinen-die-zweiten-50-mit-dem-kopf/ und https://xc-run.de/aktuelles/reportagen/zugspitz-ultratrail-die-ersten-50-km-mit-den-beinen-die-zweiten-50-mit-dem-kopf/2/ (abgerufen am 25.10.2022).
Hinweis: Die Rechtschreibung entspricht der Textvorlage.
Material 2
PLAN B event company GmbH: Basetrail des Zugspitz Ultratrail (2022)


PLAN B event company GmbH: Basetrail. 2022, URL: https://zugspitz-ultratrail.com/die-rennen/basetrail/ (abgerufen am 25.10.2022), Farbgestaltung umgekehrt.
Hinweise
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Trailanteil: prozentualer Anteil unbefestigten, Trittsicherheit erfordernden Geländes an der Gesamtlaufstrecke
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HM: Höhenmeter; aufwärts bzw. abwärts zu überwindender Höhenunterschied
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iTRA: International Trail Running Association (Sportverband)
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Für das Absolvieren der Gesamtstrecke kann von einer Laufzeit von 2:30 Std. für einen ambitionierten Läufer ausgegangen werden.
Material 3
Katrin Zöfel: Doping am Berg – Wenn Extremsport zu extremen Massnahmen verleitet (2018)
Katrin Zöfel: Doping am Berg – Wenn Extremsport zu extremen Massnahmen verleitet, SRF Schweizer Radio und Fernsehen, 31.01.2018, URL: https://www.srf.ch/wissen/mensch/doping-am-berg-wenn-extremsport-zu-extremen-massnahmen-verleitet (abgerufen am 12.12.2022).
Hinweis: Die Rechtschreibung entspricht der Textvorlage.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Mit einer Streckenlänge von 101 km, bei der 5.400 Höhenmeter (hm) zu überwinden sind, stellt der Zugspitz Ultratrail insgesamt sehr hohe Anforderungen an die Teilnehmenden. Die Anforderungen sind wie folgt zu beschreiben:
Kondition:
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sehr hohe Anforderungen im Bereich der aeroben Ausdauer / im Bereich der Langzeitausdauer 4 aufgrund der extremen Streckenlänge und Belastungsdauer von mehr als zehn Stunden
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Maximalkraft als Grundlage der Kraftfähigkeiten
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sehr hohe Anforderungen im Bereich der Kraftausdauer, insbesondere durch die extremen Bergan- und -abläufe
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keine wesentliche Bedeutung von Schnelligkeit und Beweglichkeit
Koordination:
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insgesamt hohe koordinative Anforderungen durch die anspruchsvolle und unterschiedliche Laufstrecke im schwierigen Gelände
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von wesentlicher Bedeutung sind insbesondere Orientierungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit, um sich den unterschiedlichen Gelände-/Bodengegebenheiten anzupassen bzw. sich auf plötzliche Veränderungen (z. B. Fehltritte) schnell einstellen zu können (z. B. sich abzufangen bzw. im Falle eines Sturzes sicher zu landen)
technische Fertigkeiten:
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sportartspezifisch hoch: technisch trittsicheres und schwindelfreies Trailrunning in anspruchsvollem Gelände, ggf. mit Einsatz von Hilfsmitteln (Stöcken), Erfahrungen mit sehr langen Laufumfängen, ökonomischer Laufstil, Laufen bei Dunkelheit in schwierigem Gelände
Taktik:
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hohe Anforderungen in Bezug auf Renneinteilung/Planung und Einschätzung der eigenen Ressourcen unter Beachtung der Streckenführung, Planung von Nahrungsaufnahme und Trinken
mentale Fähigkeiten:
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insgesamt sehr hohe Anforderungen („Die ersten 50 KM bin ich mit den Beinen gelaufen, die zweiten 50 mit dem Kopf.“ Material 1, Zeile 50f), insbesondere an mentale Ermüdungswiderstandsfähigkeit, Willensstärke, Motivationsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Schmerzresilienz
Das regelmäßige Training für eine Veranstaltung wie den Zugspitz Ultratrail ist ein sehr intensives aerobes Trainingsprogramm. Daher lassen sich die folgenden zu erwartenden biologischen Adaptationen des Herz-Kreislauf-Systems darstellen:
Herz:
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Verdickung/Vergrößerung des Herzmuskels (Sportlerherz)
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Erhöhung des Schlagvolumens / Erhöhung des Herzminutenvolumens
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Erhöhung der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit (aerobe Kapazität)
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Senkung des Ruhepulses
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verbesserte Kapillarisierung
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schnellere Erholung des Pulsschlages (Erholungspuls)
Lunge/Atmung:
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Verbesserungen des Atemvorgangs (Ökonomisierung und erhöhte Vitalkapazität)
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Vergrößerung des Atemminutenvolumens
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Senkung der Atemfrequenz in Ruhe
Blut:
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erweiterte Pufferkapazität
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Vermehrung der roten Blutkörperchen und des Hämoglobins
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Zunahme des Blutplasmas
Das zu entwickelnde Trainingskonzept muss folgende Ausgangsbedingungen berücksichtigen:
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Anforderungsprofil des Wettkampfs: Streckenlänge von 24 km; 610 hm aufwärts und 820 hm abwärts sind zu bewältigen; 50 % der Strecke sind unbefestigte alpine Wege (Trails); Höhe über NN zwischen 730 und 1.300 m (hohe konditionelle Anforderungen, vor allem im Bereich der aeroben Ausdauer, und hohe technisch-koordinative Anforderungen)
Das Trainingskonzept sollte langfristig angelegt sein (mindestens 8 bis 12 Wochen) und folgende Bausteine beinhalten:
Ausdauertraining:
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Dieses sollte mindestens zweimal pro Woche erfolgen und auf eine hohe Belastungsdauer abzielen (Läufe über 90–120 Minuten und länger), um auf die Streckenlänge des Wettkampfs vorzubereiten.
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Dabei sollte als Grundlage im aeroben Bereich trainiert werden: Wesentliche Trainingsmethode sollte hierbei die extensive Dauermethode sein, um die Grundlage für die hohen aeroben Anforderungen des Wettkampfs zu schaffen.
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Um auf die fordernden Bergan- und -abläufe vorzubereiten, sollte außerdem die variable Dauermethode in profiliertem Gelände genutzt werden.
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Erlaubt das Ausgangsniveau des ambitionierten Breitensportlers es, nicht nur das Bewältigen des Wettkampfes als Zielsetzung zu nehmen, sondern auch in einer möglichst kurzen Zeit zu laufen, so sollten auch andere Trainingsmethoden wie die intensive Dauermethode, Intervallmethoden und Tempowechselmethoden (am besten in Kombination mit wechselnden Geländebedingungen) einbezogen werden, um durch ein Training auch im aerob-anaeroben Grenzbereich bzw. im anaeroben Bereich Verbesserungen zu erzielen.
Krafttraining:
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Zusätzlich ist ein Maximalkraft- und/oder Kraftausdauertraining vor allem der Bein- und Rumpfmuskulatur sinnvoll.
spezifisches Koordinations- und Techniktraining:
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Zur sicheren und schnellen Bewältigung der Trails und zur Verletzungsprävention sollten Läufe in unbefestigtem und wechselndem Gelände durchgeführt werden (Laufen auf schmalen Waldwegen, auf Schotter, auf matschigem/erdigem Untergrund, über Wurzeln, Felsen etc.).
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Außerdem sollten das Laufen steiler Anstiege sowie Bergabläufe Bestandteil des Trainingskonzeptes sein.
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Das spezifische Koordinations- und Techniktraining kann durch entsprechende Wahl der Laufstrecke mit dem Ausdauertraining kombiniert werden.
taktische Vorbereitung:
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Bestandteil des Trainingskonzepts sollte es auch sein, dass sich der Prüfling mit den speziellen Bedingungen eines alpinen Laufs auseinandersetzt (insbesondere mögliche Wetterbedingungen und Verpflegung während des Laufs).
In der Diskussion muss unter Rückgriff auf unterschiedliches im Unterricht erworbenes Wissen eine Auseinandersetzung mit der Ambivalenz einer Extremsportart wie dem Zugspitz Ultratrail in Bezug auf die Gesundheit der Sporttreibenden stattfinden. Dazu sollten folgende Anknüpfungspunkte gewählt werden:
Gesundheitssport
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In Anlehnung an den DOSB stärkt Gesundheitssport die physischen und psychosozialen Gesundheitsressourcen, vermindert Risikofaktoren, bewältigt Beschwerden und Missbefinden, bindet den Sportler an gesundheitssportliche Aktivität und verbessert allgemein die Bewegungsverhältnisse.
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Grundsätzlich trifft das auf Extremsportveranstaltungen wie die hier dargestellte zu: Menschen, die an solchen Veranstaltungen teilnehmen, bewegen sich sehr viel und gesund und sind sehr stark an sportliche Aktivität gebunden. Sie stärken ihre Gesundheitsressourcen und vermindern diverse Risikofaktoren (vgl. u.a. Lösung zu Aufgabe 1.2).
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Die extremen Anforderungen solcher Veranstaltungen stellen aber zugleich für den Organismus eine derartige Herausforderung dar, dass der Grat zwischen gesundem und ungesundem Sport sehr schmal ist. Sie sind derart hoch, dass das Verletzungs- und Überlastungsrisiko im Training und Wettkampf groß ist, Beschwerden und Missbefinden bewusst in Kauf genommen werden und die Trainingsumfänge derart hoch sein müssen, dass sie sich schon wieder negativ auf das psychosoziale Gefüge auswirken können.
Gesundheitsmodell: Risikofaktoren-Modell
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Das Risikofaktoren-Modell basiert auf der Annahme, dass ein Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein bestimmter Risikofaktoren und der Entwicklung von Krankheiten bzw. Gesundheitsstörungen besteht. Es geht daher davon aus, dass ein Mensch umso gesünder lebt, je weniger Risikofaktoren sein Leben aufweist.
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Die Teilnahme an derartigen Extremveranstaltungen und das dafür notwendige kontinuierliche Training bewirken eine Eliminierung bzw. deutliche Verringerung zahlreicher Risikofaktoren, die im Risikofaktoren-Modell genannt werden, z. B. Bewegungsmangel, Übergewicht, Fehlernährung, Bluthochdruck, erhöhter Blutfettspiegel, Stoffwechselstörungen.
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Zugleich sind Teilnahme an und Training für derartige Extremveranstaltungen selbst ein verhaltensgebundener Risikofaktor. So sind die Verletzungsrisiken hoch, die Gefahr der Überbelastung und Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit groß. Die erheblichen Belastungen vor allem für den Stütz- und Bindegewebsapparat bergen große Risiken für die übermäßige Abnutzung der Gelenke, was wiederum mit zunehmendem Alter zu erheblichen Bewegungseinschränkungen führen kann. Sportarttypische Verletzungen wie Abnutzung der Menisken und Sehnenscheiden oder Bänderverletzungen werden deutlich häufiger.
Gesundheitsmodell: Salutogenese-Modell
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Das Modell basiert auf einem Verständnis von Gesundheit und Krankheit als Kontinuum, es soll Bewegungen auf diesem Kontinuum erklären. Als Determinanten von Gesundheit werden Stressoren, die Art ihrer Bewältigung und verfügbare Widerstandsressourcen herangezogen.
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In diesem Sinne ist die Teilnahme an und das Training für solche Extremsportveranstaltungen eine psychosoziale Gesundheitsressource. Sie schaffen eine präventive Gesundheitsorientierung, tragen zum Kohärenzgefühl bei, indem sie Sinn stiften, Ziele geben, Bewältigungs- und Erfolgserlebnisse schaffen. Das Bewältigen derartig extremer sportlicher Herausforderungen fördert Stressresistenz, Resilienz, Durchhaltewillen und grundsätzlich mentale Stärke. Die für solche Belastungen notwendig zu erlernenden Strategien im Umgang mit Herausforderungs- und Krisensituationen können auch auf andere Lebensbereiche übertragen werden.
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Zugleich können extreme sportliche Herausforderungen einen Stressor darstellen, der sich negativ auf das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum auswirkt. Die notwendigen hohen Trainingsumfänge, Leistungsdruck, Versagensängste, erlebte Misserfolge und Verletzungsausfälle könnten schnell zu einer Belastung werden, die als krankmachender Dysstress erlebt werden.
Der Zugspitz Ultratrail und vergleichbare Sportveranstaltungen bewegen sich aufgrund der hohen physischen und psychischen Anforderungen stets in einem Grenzbereich zwischen gesundheitsfördernd und gesundheitsgefährdend. Somit ist die Vereinbarkeit solcher Veranstaltungen mit dem Ziel der Gesundheitsförderung stark von den individuellen Ausgangsbedingungen und dem Umgang der Sporttreibenden mit den Anforderungen abhängig.
Im Ausdauersport könnten Stimulanzien, Narkotika, anabole Steroide, Betablocker, Peptidhormone oder Blutdoping leistungssteigernd wirken. Exemplarisch werden hier Wirkungsweisen und mögliche Risiken des Dopings mit Erythropoetin (EPO) erläutert.
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Wirkungsweise: EPO ist ein körpereigenes Hormon, das in den Nieren produziert wird. Liegt eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff vor, so wird die Produktion des Hormons in Gang gesetzt. Es regt die Umwandlung von Stammzellen zu roten Blutkörperchen an, die sodann Sauerstoff und Kohlendioxid transportieren können. Mehr rote Blutkörperchen bedingen also eine verbesserte Sauerstoffversorgung und somit eine erhöhte Ausdauerleistung und schnellere Erholung.
Diese Wirkung kann auf natürliche Weise durch Höhentraining (herbeigeführte Unterversorgung mit Sauerstoff), durch Eigenblutdoping (Rückführung roter Blutkörperchen) oder durch externe Zufuhr der Substanz EPO erreicht werden.
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Risiken: Durch die Mehrbildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) erhöht sich die Zahl der festen Bestandteile im Blut (Hämatokrit). Das Blut wird zähflüssiger, Blutdruck und Blutverdickung nehmen zu. Das Risiko von Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt.
Sichtweise Patrick Bassets:
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Basset hält die Einnahme von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten bei Extremsportveranstaltungen für hoch gefährlich.
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Auch wenn sie kein Doping darstellten, so dürften derartige Medikamente nicht verharmlost werden.
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Es sei wichtig, Aufklärungsarbeit zu betreiben und dem Medikamentenmissbrauch im noch vergleichsweise sauberen Extremsport präventiv zu begegnen.
mögliche Stellungnahme:
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Bassets Sichtweise stellt die Gesundheit der Sporttreibenden in den Vordergrund, auch wenn das möglicherweise bedeutet, dass sie Sportwettkämpfe aufgrund von Schmerzen oder Verletzungen abbrechen müssen. Sein Wunsch nach bestmöglicher Aufklärung über die Risiken des Medikamentenmissbrauchs ist zu begrüßen, damit jeder Sporttreibende sich der möglichen Folgen voll bewusst ist und sich so selbstbestimmt dem eigenen Körper gegenüber verantwortungsvoll verhalten kann.
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Seine Sichtweise erscheint jedoch auch recht idealistisch. Denn Extremsportveranstaltungen bewegen sich im Grenzbereich zwischen Breiten- und Leistungssport und somit an den Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit. Leichteren Verletzungen und Schmerzen medikamentös zu begegnen, ist hierbei oft gängige und anerkannte Praxis.
Sichtweise Urs Heftis:
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Hefti warnt vor einer pauschalen Stigmatisierung der Medikamenteneinnahme als verbotener Medikamentenmissbrauch.
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Mit der Medikamenteneinnahme im Extremsport solle offen umgegangen werden.
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Ein offener Umgang mit Medikamenteneinnahme trage auch zur Sicherheit der Sporttreibenden bei, da es so zu weniger Einnahmefehlern im Geheimen komme und eine Behandlung in Notsituationen sicherer erfolgen könne.
mögliche Stellungnahme:
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Heftis Sichtweise wird der gängigen Praxis im Extremsportbereich gerecht. Statt die allgemein bekannte und praktizierte Medikamenteneinnahme zu stigmatisieren, wird sie als vorhanden anerkannt und akzeptiert. Angesichts möglicherweise geringer Risiken kann so mit den auftretenden Risiken sicherer umgegangen werden.
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Seine Sichtweise erscheint zugleich jedoch hoch problematisch: Sie kann leicht zur Verharmlosung des Medikamentenmissbrauchs beitragen. Ein offener Umgang mit der Einnahme von Medikamenten kann dazu führen, dass mehr Sporttreibende sich gezwungen sehen, dies auch zu tun, um den (eigenen) Anforderungen gerecht zu werden. Sie kann außerdem zu einer Verharmlosung möglicher Risiken und zu erhöhter Gefährdung für die Gesundheit führen.
Es könnten folgende mögliche sinnvolle Maßnahmen zum Umgang mit Medikamentenmissbrauch entwickelt werden:
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Aufklärung über Wirkungsmechanismen und gesundheitliche Risiken (durch Veranstalter, Gesundheitsorganisatoren, Vereine, Schule, Medien, Werbeträger)
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ethische Aufklärungskampagnen/Werbung für einen „sauberen“ Sport
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Selbstverpflichtungen von Sportler/-innen und Veranstaltern zu einem medikamentenfreien Sport, z. B. Gesundheitserklärungen von Sportler/-innen vor der Teilnahme an Sportwettkämpfen
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Verbot medizinisch nicht induzierter Medikamente
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Ausschluss von Sportler/-innen, die nicht medizinisch notwendige Substanzen einnehmen
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Sensibilisierung der Ärzte/-innen und Apotheker/-innen, über die Nutzung und Risiken von Medikamenten im Sport aufzuklären
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Anregen eines offenen Diskurses, mindestens eines offenen und ehrlichen Umgangs mit der Einnahme von Medikamenten