Vorschlag B – Struktur sportlicher Bewegungen, Kondition, Wechselwirkungen
Ordne dem Delfinschwimmen (Material 1) die beanspruchten Muskelgruppen sowie die notwendigen Kraftfähigkeiten zu.
Ordne dem Bewegungsablauf des Delfinschwimmens (Material 1) eine Phasenstruktur zu.
Erkläre mit Bezug zur Technik (Material 1), welche Methode des sportlichen Lernens du für das Erlernen des Delfinschwimmens wählen würdest.
Analysiere den Trainingsplan (Material 2) in Bezug auf allgemeine Struktur, Trainingsmethoden und zu erwartende Trainingseffekte und beurteile ihn hinsichtlich seiner Eignung zur Vorbereitung auf die praktische Abiturprüfung im Schwimmen im Leistungskurs Sport (Material 3).
Vergleiche die Wirkung des Trainings auf die drei Sportlerinnen (Material 4) unter Einbezug deines sportfachlichen Wissens und entwickle mögliche Trainingshinweise an die drei Sportlerinnen.
Diskutiere unter Berücksichtigung deiner Kenntnisse zu den Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Medien und Sport mögliche Vor- und Nachteile der in Material 5 dargestellten Schwimmwettbewerbe für den Schwimmsport.
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Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: Bildreihe zum Delfinschwimmen (2017)

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (Hrsg.): Schwimmen. Bausteine für einen sicheren und attraktiven Unterricht. Sichere Schule – Schwimmhalle, Unterrichtshilfen, 2017, S. 42, URL: https://sish.rms2cdn.de/files/public/unterrichtshilfen/unterrichtshilfen-gesamt.pdf (abgerufen am 07.09.2023).
Hinweis: Die Nummerierung ist ergänzt.
Material 2
Techniker Krankenkasse: Aufbau einer Schwimmtrainingseinheit (2022)
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Stufe 1 |
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Woche |
1 |
2 |
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1. Einheit |
5 x 50 Meter beliebige Schwimmtechnik. PAUSEN: jeweils 45 Sekunden bis 1 Minute |
2 x 5 Minuten beliebige Schwimmtechnik. PAUSE: 1 Minute |
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2. Einheit |
A: 5 x 25 Meter Brust- oder Kraulbeinschlagtechnik, Arme halten Schwimmbrett fest B: 5 x 50 Meter beliebige Schwimmtechnik. PAUSEN: jeweils 45 Sekunden bis 1 Minute |
A: 6 x 25 Meter Bein- und Armtechnik mit Auftriebskörper im Wechsel B: 8 x 50 Meter beliebige Schwimmtechnik. PAUSEN: jeweils 45 Sekunden bis 1 Minute |
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3. Einheit |
A: 5 x 25 Meter Brust- oder Kraularmtechnik mit einem Pull-Buoy¹ zwischen den Oberschenkeln B: 5 x 50 Meter beliebige Schwimmtechnik. PAUSEN: jeweils 45 Sekunden bis 1 Minute |
2 x 7,5 Minuten beliebige Schwimmtechnik. PAUSE: 1 Minute |
1 Pull-Buoy - aus Schaumstoff bestehende Schwimmhilfe in einer Form, die zwischen die Oberschenkel geklemmt wird
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Stufe 2 |
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Woche |
3 |
4 |
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1. Einheit |
A: 10 x je 25 Meter zügiges Kraul- (Brust- oder Rückenlage) und 25 Meter ruhiges Brustschwimmen im Wechsel B: 5–10 Minuten freie Schwimmtechnik |
A: 2 x Pyramide (25 Meter, 50 Meter, 75 Meter, 100 Meter, 75 Meter, 50 Meter, 25 Meter) mit individuellen Pausen schwimmen B: 10 Minuten beliebige Technik |
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2. Einheit |
A: 10 x je 25 Meter zügiges Kraul- (Brust- oder Rückenlage) und 25 Meter ruhiges Brustschwimmen im Wechsel B: 5–10 Minuten freie Schwimmtechnik |
6 x 25 Meter nur Beine mit Schwimmbrett, verschiedene Techniken: 6 x 25 Meter nur Arme mit Pull-Buoy, verschiedene Techniken 6 x 25 Meter freies Schwimmen, verschiedene Techniken. PAUSEN: jeweils 30 Sekunden |
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3. Einheit |
A: 10 x 25 Meter Bein- und Armtechnik im Wechsel mit Auftriebskörper B: 5–10 Minuten beliebige Schwimmtechnik |
A: 2 x Pyramide mit individuellen Pausen schwimmen B: 10–15 Minuten beliebige Schwimmtechnik |
[...]
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Stufe 4 |
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Woche |
7 |
8 |
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1. Einheit |
25 Minuten beliebige Schwimmtechnik |
2 x 20 Minuten beliebige Schwimmtechnik. PAUSE: 1 Minute |
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2. Einheit |
2 x 15 Minuten beliebige Schwimmtechnik. PAUSE: 1 Minute |
4 x 10 Minuten beliebige Schwimmtechnik. PAUSE: 1 Minute |
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3. Einheit |
30 Minuten beliebige Schwimmtechnik |
45 Minuten beliebige Schwimmtechnik |
Die Techniker Krankenkasse (Hg.): Das 8-Wochen-Trainingsprogramm Schwimmen, 2023, URL: https://www.tk.de/techniker/magazin/sport/training/schwimmen-trainingsprogramm-ausdauer-2004046?tkcm=ab (abgerufen am 07.09.2023).
Hinweis: Die Rechtschreibung entspricht der Textvorlage.
Material 3
Ausführungsbestimmungen für den sportpraktischen Teil der Abiturprüfung im Sportschwimmen (2021)
Hessisches Kultusministerium (Hg.): Ausführungserlass Sport zur Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) vom 20. Juli 2009 in der jeweils geltenden Fassung und für den sportpraktischen Teil der Abiturprüfung im Fach Sport im Landesabitur 2022 und 2023, Wiesbaden 2021, S. 19f, URL: https://kultusministerium.hessen.de/sites/kultusministerium.hessen.de/files/2021-09/la22_la23_ausfuehrungserlass_sport_zur_oavo.pdf (abgerufen am 07.09.2023).
Material 4
Leistungskurven dreier Sportlerinnen (2023)

Material 5
Nordstadtblogger-Redaktion (Hg.): Die „Swim Race Days“ geben dem Schwimmsport in Dortmund eine frische Motivation (2023)
Nordstadtblogger-Redaktion (Hg.): Die „Swim Race Days“ geben dem Schwimmsport in Dortmund eine frische Motivation, Nordstadt Blogger – Nachrichten aus Dortmund (Onlineauftritt), URL: https://www.nordstadtblogger.de/die-swim-race-days-geben-dem-schwimmsport-in-dortmund-eine-frische-motivation/ (abgerufen am 14.11.2023).
Hinweis: Die Rechtschreibung entspricht der Textvorlage. Die Genderweise entspricht dem Original.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Zuordnung der beanspruchten Muskelgruppen:
Beim Delfinschwimmen sind alle wesentlichen Muskelgruppen des Körpers beteiligt:
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Arm- und Schultermuskulatur (kraftvoller Armzug: Ziehen, Drücken, Vorschwingen)
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Hals- und Nackenmuskulatur (Vor- und Rückbeugeaktionen des Kopfes)
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Rücken- und Bauchmuskulatur (Körperwelle und Stabilisierung)
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Beinmuskulatur (kraftvolle, schnellkräftige Beinschläge)
Zuordnung der notwendigen Kraftfähigkeiten:
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Maximalkraft: als Grundlage für alle Kraftfähigkeiten; beim Delfinschwimmen insbesondere beim Herausdrücken aus dem Wasser (Druck der Arme, zweiter Beinschlag)
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Kraftausdauer: um die insgesamt sehr kraftintensive Technik überhaupt über die geforderte Strecke schwimmen zu können (wiederkehrende kraftvolle Durchführung der Bewegung, um ein Herausheben aus dem Wasser und ein neues Eintauchen und somit überhaupt die Durchführung der Technik ermöglichen zu können)
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Schnellkraft und Schnellkraftausdauer: schnellkräftiges Vorschwingen der Arme, kraftvoller zweiter Beinschlag
Zuordnung der Phasenstruktur:
Bei der Delfinschwimmbewegung handelt es sich um eine zyklische Bewegung. Ihr kann nach Meinel/Schnabel eine Zwischenphase, in der Vorbereitungs- und Endphase miteinander verschmelzen, und eine Hauptphase zugeordnet werden. Beim Delfinschwimmen gilt es, Armbewegung/Körperwelle und Beinschläge phasenversetzt so zu koordinieren, dass ein funktionaler Antrieb gewährleistet werden kann. Es empfiehlt sich daher, die Phasenzuordnung entweder zunächst ausgehend von der Arm- oder zunächst ausgehend von der Beinschlagbewegung vorzunehmen. Im Folgenden wird von der Armbewegung ausgegangen.
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Die Hauptphase erstreckt sich über die Bilder 2/3–8. Sie besteht aus der eigentlichen Kernbewegung, der Zugbewegung der Arme nach außen-unten und dann bogenförmig einwärts in Richtung Körpermitte (Bilder 4–6), der Druckbewegung der Arme nach hinten-unten bis hin zur Armstreckung (Bilder 6–8), um einen kraftvollen Vortrieb zu ermöglichen und zwei Kickbewegungen der Beine (Bilder 2/3 und 7/8), um den Vortrieb zu verstärken und die Wasserlage zu verbessern. Während der Hauptphase holt die Schwimmerin Luft, was durch den zweiten Beinschlag unterstützt wird (Bild 7).
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Die Zwischenphase erstreckt sich über die Bilder 9–3/2. Sie dient der Schaffung optimaler Voraussetzungen für die Bewältigung der Kernbewegung in der Hauptphase und leitet nach der Kernbewegung die Vorbereitung auf eine wiederholte Ausführung der Kernbewegung durch die Schwungphase ein (schnelles Nachvorneschwingen der Arme über Wasser mit gleichzeitigem Beugen des Kopfes/Kinns auf die Brust (Bilder 9–1), Eintauchen und nach vorne Führen der Arme (Bilder 1–3) sowie Absenken von Hüfte und Knie zur Vorbereitung der Kickbewegung (Bilder 1–2).
Während eines Bewegungszyklus‘ der Arme finden zwei Bewegungszyklen der Beine mit unterschiedlichen Funktionen statt. Diese sind zeitlich funktional so angeordnet, dass sie Vortrieb erzeugen, wenn die Arme keinen Vortrieb erzeugen (erster Beinschlag) bzw. die Armbewegung unterstützen (zweiter Beinschlag).
Je nach den im Unterricht behandelten Lernmethoden können unterschiedliche Methoden des sportlichen Lernens gewählt werden. Die Eignung muss aber auf der Grundlage von Kriterien und unter Verwendung von Fachwissen erklärt werden.
Exemplarisch wird nachfolgend die Eignung der Zergliederungsmethode als Methode beim Erlernen des Delfinschwimmens erklärt:
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Delfinschwimmen zeichnet sich durch eine hohe Komplexität und Kompliziertheit der Bewegung aus, da viele Körperteile gleichzeitig beansprucht werden und die Bewegung einen hohen Anspruch an die Koordination stellt.
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Die schwierigen technischen Elemente (richtige Armbewegung, Kickbewegung der Beine, Steuerung der Bewegung mit dem Kopf) können gut isoliert oder teilweise isoliert geübt werden und so insbesondere bei Anfängern eine motorische Überforderung verhindern.
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Die Technik stellt hohe Ansprüche an Kraftfähigkeiten und Ausdauerfähigkeiten, weshalb ein langes Üben der kompletten Bewegung eine konditionelle Überforderung darstellen kann.
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Obwohl das Timing der Gesamtkoordination der Bewegung durch eine Zergliederung nicht eingeübt werden kann und möglicherweise fehlerhafte Bewegungspausen zwischen den einzelnen Bewegungsteilen gelernt werden, die ein späteres Umlernen erfordern, kann die Trainingsökonomie insgesamt durch die Nutzung vereinfachter Technikumgebungen und die Möglichkeit, unterschiedliche Körperregionen abwechselnd zu belasten, verbessert werden.
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Durch isoliertes Üben von Teilbewegungen kann die Technik genauer und somit effektiver gelernt werden.
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Obwohl das isolierte Üben einzelner Teilbewegungen zunächst mehr Zeit in Anspruch nimmt als das ganzheitliche Üben und obwohl funktional zusammengehörige Teilbewegungen möglicherweise getrennt geübt werden, kann davon ausgegangen werden, dass die einzelnen Teilbewegungen durch isoliertes Üben näher an der Zielbewegung gelernt werden und so trotz eines möglichen späteren Umlernens die Gesamtbewegung insgesamt effektiver und schneller erlernt wird.
Analyse des Trainingsplans:
allgemeine Struktur:
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Der Trainingsplan zeigt ein Schwimmtraining über mindestens acht Wochen, je nach individueller Trainingsgestaltung kann sich der Trainingsplan aber auch über einen deutlich längeren Zeitraum erstrecken (der Trainingsplan reagiert flexibel auf Unterbrechungen und das Absolvieren einer niedrigeren Zahl an Trainingseinheiten).
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Aufbau: Jede Trainingseinheit besteht aus einer Erwärmung, einem Hauptteil und einem Abkühlen.
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In der ersten Hälfte des Trainingsplans erfolgt noch eine Schwerpunktlegung auf Techniktraining (wenn auch sehr allgemein); ab Stufe vier steht ausschließlich das Ausdauertraining im Vordergrund.
Trainingsmethoden:
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Dauermethode (z. B. Woche 7, 1. Einheit), Intervallmethode (z. B. Woche 1, 1. Einheit, Teil A), Pyramidentraining (z. B. Woche 4, 1. Einheit).
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Intensitäten: der Trainingsplan macht hierzu keine Angaben
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Häufigkeit: 3 Einheiten pro Woche
zu erwartende Trainingseffekte:
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Verbesserung der Grundlagenausdauer im Schwimmen; allgemeine Verbesserung der Ausdauer; Kraftausdauer; technische Verbesserungen der einzelnen Lagen sind möglich, aber zweifelhaft, da der Trainingsplan keine Angaben über mögliche Rückmeldungen oder Lernmethoden macht, sondern zur Technikverbesserung lediglich in verschiedenen Lagen (isoliert mit Armen oder Beinen) geschwommen werden soll
Beurteilung der Eignung zur Vorbereitung auf die praktische Abiturprüfung:
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Der Trainingsplan ist zur Vorbereitung auf die praktische Abiturprüfung im Schwimmen grundsätzlich geeignet. Es muss jedoch zwingend darauf geachtet werden, ob der Trainingsplan individuell zu den Voraussetzungen des Prüflings passt.
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Hinsichtlich Prüfbereich I ist der Trainingsplan gut geeignet, da er gezielt auf das Schwimmen einer Streckenlänge von 400 oder 600 m vorbereitet. Im Training sollte dabei aber zusätzlich darauf geachtet werden, dass mit Zeitvorgaben geschwommen wird.
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Hinsichtlich Prüfbereich II ist der Trainingsplan nur bedingt geeignet: Auf die Kurzstrecken über 50 und 100 m bereitet der Trainingsplan mit seinen Intervallen vor, wenngleich auch hier zusätzlich gezielt auf maximale Schwimmgeschwindigkeit trainiert werden muss. Auf die Techniküberprüfung bereitet der Trainingsplan nicht in ausreichender Weise vor. Hier muss ein zusätzliches gezieltes Techniktraining erfolgen.
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Der zeitliche Aufwand ist sehr hoch, da man sich auf zwei Sportarten vorbereiten muss.
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Darüber hinaus kann auch ein Bezug zu den Trainingsprinzipien hergestellt werden.
Vergleich der Wirkung des Trainings auf die drei Sportlerinnen:
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Die Wirkung des Trainings hat bei allen drei Sportlerinnen zunächst den gleichen Verlauf, ist aber zeitlich und vom Grad der Ausprägung sowie der erfolgten Adaptation sehr unterschiedlich.
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Vor Beginn des Trainings befinden sich alle drei Sportlerinnen in der Homöostase.
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Alle drei Sportlerinnen kommen während des Trainings in die Phase der Abnahme der Leistungsfähigkeit (Heterostase), in der durch die Intensität des Trainings die Leistungsfähigkeit abnimmt.
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Das Leistungsvermögen der drei Sportlerinnen sinkt unterschiedlich stark ab. Es ist davon auszugehen, dass die Belastung für Sportlerin 3 am höchsten war, da bei ihr die Leistungsfähigkeit zum angenommenen Ende der Belastung (niedrigster Punkt der Kurve) am niedrigsten ist, bei Sportlerin 1 dagegen ist davon auszugehen, dass die Belastung am niedrigsten war, da die Kurve zum angenommenen Ende der Belastung noch am höchsten war.
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Auch die Erholungsfähigkeit der drei Sportlerinnen ist unterschiedlich. Sportlerin 1 und Sportlerin 2 benötigen etwa gleich lange, um nach Belastungsende wieder auf das ursprünglichen Ausgangsniveau zu kommen. Sportlerin 3 schafft es in der Zeit bis zur geplanten nächsten Trainingseinheit nicht auf das Ausgangsniveau zurückzukommen.
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Die Phase der Superkompensation, in der das Leistungsniveau über das ursprüngliche Niveau steigt, verlaufen bei Sportlerin 2 und 1 ähnlich, sind aber unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Niveau der Superkompensation von Sportlerin 2 steigt im zeitlichen Verlauf über das Niveau der Superkompensation von Sportlerin 1. Während das Niveau der Superkompensation von Sportlerin 2 noch steigt, fällt das Niveau der Sportlerin 1 bereits wieder leicht ab und nähert sich dem Ausgangsniveau. Sportlerin 3 erreicht in der Zeit bis zur nächsten geplanten Trainingseinheit nicht das ursprüngliche Niveau und nicht die Phase der Superkompensation.
Trainingshinweise:
Ein identisches Training mit gleichen Umfängen und Intensitäten ist für die drei Sportlerinnen nicht sinnvoll.
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Sportlerin 1 könnte die Intensität leicht steigern, um eine höhere Anpassung hervorzurufen und um zum geplanten Zeitpunkt der nächsten Einheit auf dem Höhepunkt der Superkompensation zu sein. Bei gleicher Intensität sollte sie früher wieder mit dem Training starten, um auf dem Höhepunkt der Superkompensation diese optimal auszunutzen.
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Sportlerin 2 kann ihr Training beibehalten und kann zum geplanten Zeitpunkt wieder mit der nächsten Einheit starten, um die Superkompensation optimal auszunutzen.
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Sportlerin 3 sollte entweder mit niedrigerer Intensität trainieren oder erst zu einem viel späteren Zeitpunkt die nächste Trainingseinheit starten, um in die Phase der Superkompensation zu gelangen. Es besteht bei ihr die Gefahr eines Übertrainings.
In der Diskussion kann auf folgende Vor- und Nachteile für den Schwimmsport eingegangen werden:
Vorteile:
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Steigerung des öffentlichen Interesses für die Sportart durch z. B. Showcharakter
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dadurch größerer Zuwachs an Sportlerinnen und Sportlern im Schwimmsport
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Erhöhung der Einnahmemöglichkeiten durch Eintrittsgelder, Merchandise und Verkäufe beim Event sowie Sponsorenverträge
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dadurch verbesserte Möglichkeiten für Trainings- und Wettkampfdurchführung
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spannenderes Wettkampfformat für die Sportlerinnen und Sportler
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möglicherweise positive Weiterentwicklung der Wettkampfformate im Schwimmsport
Nachteile:
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die Abänderung der Wettkampfregeln folgt ausschließlich unter der Maxime der Steigerung der Attraktivität für die Zuschauer
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dadurch möglicherweise negative Veränderung der Wettkampfformate im Schwimmsport, insbesondere bezüglich Teilhabe und Fairness
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Teilnahme einer geringeren Zahl an Sportlerinnen und Sportlern an den Wettkämpfen (nur die besten können teilnehmen)
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deutlich stärkere Abhängigkeit des Wettkampfergebnisses vom Glück (z. B. Auslosung der Reihenfolge der Schwimmlagen)
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Gefahr für den Schwimmsport, mit der zunehmenden Abhängigkeit vom öffentlichen Interesse zunehmend seine Selbstbestimmung über Wettkampfgestaltung und -regeln zu verlieren
Dabei sollten die folgenden Wechselwirkungen zwischen Sport, Wirtschaft und Medien in die Diskussion einbezogen werden:
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Immer, wenn sich eine Sportart in den Raum öffentlichen Interesses begibt, ergeben sich zwangsläufig zunehmend starke Wechselwirkungen zwischen Sport, Wirtschaft und Medien. Der Sport als Mediensport kann dann nicht mehr autark für sich betrachtet werden, sondern ist als Teil der Einheit von Sport, Wirtschaft und Medien zu verstehen. Er ist zugleich Sportart, Wirtschaftsfaktor und Medienprodukt.
Zu berücksichtigende Wechselwirkungen sind:
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Sport ist in seiner Ausgestaltung von finanzieller Unterstützung abhängig, die er nicht vollständig aus sich selbst heraus generieren kann. Allgemein gilt: Je höher das öffentliche Interesse an einer Sportart ist, desto stärker ist die öffentliche und wirtschaftliche Unterstützung der Sportart und somit deren Möglichkeiten.
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Zugleich begibt sich der Sport dabei zunehmend in stärkere Abhängigkeit von Medien- und Wirtschaftsinteressen, die sich zunehmend stark auf die konkrete Ausgestaltung des Sports auswirken können (Gestaltung von Events, Regelveränderungen, Motive und Teilhabemöglichkeiten).
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Für die Medien ist der Sport ein zu vermarktendes Produkt. Der Mediensektor profitiert vom öffentlichen Interesse am Sport und von der dem Sport durch seinen Spiel- und Wettkampfcharakter innewohnenden Telegenität. Allgemein gilt: Je größer das öffentliche Interesse am Sport ist, desto höher sind die Einnahmemöglichkeiten für den Mediensektor.
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Dadurch ergibt sich für die Medien einerseits das Interesse, so über den Sport zu berichten, dass das öffentliche Interesse am Sport gesteigert wird, und andererseits das Interesse, so auf den Sport und seine Ausgestaltung einzuwirken, dass dessen Telegenität gesteigert wird.
Der Wirtschaftssektor profitiert ebenfalls vom öffentlichen Interesse am Sport, indem er dieses öffentliche Interesse auf unterschiedlichen Ebenen vermarktet: So fungiert Sport als Werbefläche für den Wirtschaftssektor, ist aber zugleich über gastronomische und touristische Verkäufe, Merchandise und die Sportartikelindustrie ein eigener Wirtschaftsfaktor. Insofern hat der Wirtschaftssektor ebenfalls ein Interesse daran, das öffentliche Interesse am Sport zu steigern und ein möglichst breites Vermarktungsfeld im Umfeld des Sport zu generieren (Sportgeräte, Sportbekleidung, Fanartikel, Lifestyle etc.). Auch das hat Auswirkungen auf den Charakter von Sportarten.