M 1 Migration Europa 2022
M 2 Migrationsgeschehen nach Deutschland nach den häufigsten Herkunfts- und Zielländern 2022
M 3 Bevölkerung Ukraine 2022
M 4 Bevölkerung Syrien 2021
M 5 Bevölkerungsprognose Deutschland
M 6 Sozioökonomische Situation von Ukrainern¹ (Basis: Mikrozensus)
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Erste Ergebnisse des Mikrozensus 2023 geben einen Einblick in die sozioökonomische
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Situation der Eingewanderten aus der Ukraine, die in diesem Zeitraum in Deutschland
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wohnten. […] Sechs von zehn (61 %) der 2023 in Deutschland wohnenden und seit
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Jahresbeginn 2022 aus der Ukraine eingewanderten Personen waren weiblich. Bei den
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Erwachsenen überwog der Frauenanteil noch deutlicher: Hier waren sieben von zehn (69 %)
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Zugewanderten Frauen. Dies hängt insbesondere damit zusammen, dass häufig Mütter mit
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ihren Kindern allein aus der Ukraine nach Deutschland kamen, während Männer im
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wehrfähigen Alter die Ukraine nicht verlassen durften. Dementsprechend waren 39 % der seit
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2022 aus der Ukraine eingewanderten Menschen nach ihrer Flucht entweder Alleinerziehende
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(15 %) oder Kinder eines alleinerziehenden Elternteils (24 %). […]
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Bemerkenswert ist bei den aus der Ukraine eingewanderten Personen der hohe Anteil von
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akademischen Bildungsabschlüssen. Betrachtet man die Haupterwerbsphase von 25 bis
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59 Jahren, so hatten von den seit Jahresbeginn 2022 aus der Ukraine Eingewanderten 47 %
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einen akademischen Berufsabschluss einer Fachhochschule oder Universität und 27 % einen
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nicht akademischen Berufsabschluss. In der Gesamtbevölkerung Deutschlands lag der Anteil
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von Personen mit akademischem Abschluss in dieser Altersgruppe nur bei 27 %. […] Trotz
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des hohen Qualifikationsniveaus war die Erwerbsbeteiligung der seit Anfang 2022 aus der
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Ukraine Eingewanderten deutlich geringer als in der Gesamtbevölkerung: In der
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Haupterwerbsphase von 25 bis 59 Jahren waren lediglich 21 % der Eingewanderten aus der
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Ukraine erwerbstätig. […] Bei den aus der Ukraine eingewanderten Frauen lag die
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Erwerbstätigenquote mit 17 % (Gesamtbevölkerung: 81 %) dabei noch deutlich unter der
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Erwerbstätigenquote von Männern, von denen 30 % erwerbstätig waren (Gesamtbevölkerung:
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89 %). [D]ie Erwerbstätigenquote von Zuwandererinnen und Zuwanderern aus der Ukraine
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[steigt] ab einer Aufenthaltsdauer in Deutschland von zwölf Monaten deutlich.
1 Ukrainer haben derzeit Anspruch auf vorübergehenden Schutz nach § 24 AufenthG. Das beinhaltet eine Beschäftigungserlaubnis sowie einen uneingeschränkten Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für den Schutzzeitraum. Es besteht ebenso ein Anspruch auf Sozialleistungen und ggf. auf Bürgergeld.
M 7 Daten-Fakten zu Flüchtlingen aus Syrien
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Seit März 2011 herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Seitdem mussten mehrere Millionen Syrerinnen
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und Syrer ihr Zuhause verlassen. Rund 7 Millionen von diesen leben als Binnenflüchtlinge in
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Syrien. Weitere fünf Millionen leben in anderen Staaten, die meisten in den Nachbarländern
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Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten. [...] Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit
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in Deutschland sind mehrheitlich männlich. Etwa 33 Prozent [aktualisierte Zahlen von 2024]
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der syrischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland sind Frauen. Und sie sind
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tendenziell jünger als die Allgemeinbevölkerung: Ihr Durchschnittsalter liegt bei rund
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25 Jahren. 37 Prozent sind minderjährig. Zum Zeitpunkt ihrer Einreise waren sie
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durchschnittlich 22,9 Jahre alt. [...] Im Verhältnis zu anderen Geflüchteten sind volljährige
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Syrerinnen und Syrer, die in Deutschland Schutz suchen, öfter verheiratet. Von denen, die
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zwischen 2017 und 2023 Asyl in Deutschland beantragt haben, waren mehr als 60 Prozent
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verheiratet. Viele Kinder von syrischen Geflüchteten sind in Deutschland geboren: Zwischen
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2019 und 2024 waren das etwa 56.200 Kinder. [...] Die überwiegende Mehrheit der Syrerinnen
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und Syrer, die seit 2015 Asyl in Deutschland beantragt haben, sind arabisch (mehr als
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60 Prozent). Etwa ein Drittel gehört zur kurdischen Minderheit. Eine klare Mehrheit (mehr als
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90 Prozent) ist muslimischen, weniger als 2 Prozent sind christlichen und rund ein Prozent
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jesidischen2 Glaubens.
2 Eine ethnisch-religiöse Minderheit im Nahen Osten
M 8 Studie zur Zuwanderung von Menschen aus Syrien³ nach Deutschland (2021)
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Zugewanderte aus Krisengebieten des Nahen und Mittleren Ostens sowie aus Afrika stellen
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mittlerweile einen Anteil von rund 17 Prozent aller Ausländerinnen und Ausländer, die
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gegenwärtig in Deutschland leben. Menschen aus Syrien sind mit rund 790.000 Männern und
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Frauen die drittgrößte ausländische Herkunftsgruppe […]. Der Großteil der befragten
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Personen gibt an, das jeweilige Herkunftsland aufgrund bewaffneter Konflikte, aus Angst vor
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Zwangsrekrutierung sowie politischer, ethnischer oder religiöser Verfolgung verlassen zu
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haben. Neben diesen Gründen lassen sie sich von weiteren Überlegungen leiten, das Land zu
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verlassen: Diese betreffen zukunfts- und familienbezogene Motive, wie die Sorge um die
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Zukunft der Kinder. […] etwa die Hälfte der Befragten aus Syrien [gab] an, für die Migration
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maximal drei Monate benötigt zu haben. […] „Bemerkenswert ist die lange Dauer des
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Migrationsprozesses: Ein Drittel der Zugewanderten aus Syrien […] war länger als ein Jahr
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unterwegs, um nach Deutschland zu gelangen“, erklärt Prof. Norbert F. Schneider, Direktor
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am Bundesinstitut für Bildungsforschung.
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[…] Menschen aus Syrien […] haben den Weg mehrheitlich mit engen Familienmitgliedern auf
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sich genommen. „Die Mehrheit der Befragten lebt gegenwärtig mit der eigenen Kernfamilie in
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Deutschland. […] „Kontakte zu Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten oder
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Ehrenamtlichen unterstützen den Ankommensprozess geflüchteter Frauen und Männer aus
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Syrien […] maßgeblich. Kontakte zu Personen der Aufnahmegesellschaft müssen jedoch oft
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erst gefunden und ausgebaut werden – einer Unterstützung hierbei kommt eine wichtige Rolle
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zu“ […] Auch die Freizeit verbringen die Studienteilnehmenden überwiegend mit
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Familienangehörigen. […] Hilfestellungen und Unterstützung im Alltag erhalten die Befragten
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hingegen mehrheitlich von nicht verwandten Personen. Dies verdeutlicht die Bedeutung breit
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gestreuter Netzwerke. Die Studie zeigt weiterhin, dass der Großteil der Zugewanderten (knapp
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65 Prozent) mit dem Leben in Deutschland zufrieden oder sogar sehr zufrieden ist. Ähnlich
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verhält es sich mit der Zufriedenheit über den Freundes- und Bekanntenkreis. Diese steigt
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insbesondere mit mehr Kontakten zu Personen aus der Aufnahmegesellschaft. […]
³ Syrische Flüchtlinge in Deutschland können verschiedene Aufenthaltstitel erhalten.
Syrische Flüchtlinge, die Asyl beantragen, erhalten zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre. Diese kann verlängert werden, solange die Voraussetzungen erfüllt sind. Flüchtlinge, die subsidiären Schutz erhalten, bekommen ebenfalls eine Aufenthaltserlaubnis, die für drei Jahre gültig ist und verlängert werden kann. Nach fünf Jahren können sie eine unbefristete Niederlassungserlaubnis beantragen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen, wie z.B. ausreichende Deutschkenntnisse und einen gesicherten Lebensunterhalt, die ihnen einen dauerhaften Aufenthalt ermöglicht.
M 9 Anzahl irregulärer Bootsflüchtlinge – Ankünfte in Australien (1976 – 2019)
M 10 Australiens Umgang mit Zuwanderung
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Laut Auskunft Australiens bestehen weder verfassungs- noch einfachrechtliche
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Verpflichtungen, Migranten oder Flüchtlinge aus dem Ausland aufzunehmen. Die Zahl der im
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Rahmen des australischen Migrationsprogramms verfügbaren Plätze wird jährlich festgelegt.
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Dabei wird nach den Kategorien Skill, Family, Special Eligibility und Child differenziert.⁴ Die
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Skill-Kategorie hat die größte Aufnahmekapazität. Sie dient der Steigerung der wirtschaftlichen
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Produktivität und soll den Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt eindämmen. Australien
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verfügt zudem über zwei unterschiedliche humanitäre Schutzprogramme. […] 2012 wurde ein
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Internierungslager auf dem Gebiet des pazifischen Inselstaates Nauru für die Aufnahme von
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Personen in Betrieb genommen, die illegal auf dem Seeweg nach Australien eingereist waren.
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2013 wurde ein Lager auf der Insel Manus (Papua-Neuguinea) wiedereröffnet. Es befinden
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sich heute noch internierte Personen auf Nauru und Manus, deren Flüchtlingsstatus geprüft
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wird, die als Flüchtlinge anerkannt wurden, in andere Staaten umgesiedelt werden sollen oder
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die als Flüchtlinge abgelehnt wurden.
⁴ Im Jahr 2018/19 vergab Australien 160.000 Plätze an Antragsteller über das Migrationsprogramm. Die Kategorie „Skill“ berücksichtigt fachliche Qualifikationen (ca. 110.000 Einwanderer 2018/19). Der Familiennachzug umfasst ca. 50.000 Menschen. Unter „Special Eligibility“ werden besondere Migrationsumstände berücksichtigt – findet jedoch kaum Anwendung.
M 11 Australiens „Pazifische Lösung“
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Die Pazifische Lösung basiert auf drei Maßnahmen: dem sukzessiven Ausschluss
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australischer Territorien – inklusive dem australischen Festland – von der Migrationszone, dem
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Abfangen von Booten mit Asylsuchenden vor australischen Hoheitsgewässern und der
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Überführung dieser in Inhaftierungslager in Nauru und Papua-Neuguinea. Seetaugliche Boote
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werden meist direkt in die Herkunftsländer zurückgeschickt. Die Maßnahmen finden unter
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Geheimhaltung statt – laut Regierung, um Schleppern keine ungewollten Hinweise zu geben.
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Immigration regelt Australien äußerst restriktiv, zumal dann, wenn die Einreise über den
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Seeweg erfolgen soll. Um ein Exempel der Abschreckung gegenüber Bootsflüchtlingen zu
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statuieren, werden in Nauru und auf Manus (Papua-Neuguinea) Internierungslager für
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aufgegriffene Bootsflüchtlinge betrieben. Die Camps blieben mit Unterbrechungen bis 2017
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(Manus) und 2019 (Nauru) geöffnet. Die jeweils bis zu deutlich über 1000 Insassen wurden
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über ihre Verfahren meist im Dunkeln gelassen oder mit der Botschaft konfrontiert, dass ihnen
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der Eintritt nach Australien permanent verwehrt wurde. Zu den oft traumatischen Erfahrungen
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im Ursprungsland kamen somit Ernüchterung, Hoffnungslosigkeit, Lethargie, Depression,
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Suizidgedanken und häufig genug Selbstmord: Nährboden für Unruhen und Revolten im
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Lager, wie 2013 in Nauru und 2015 in Manus. Für das wirtschaftlich perspektivlose Nauru
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ebenso wie für Papua-Neuguinea bildeten die Lager eine zentrale Einkommensquelle. In
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postkolonialem Stil setzte Australien die Inselstaaten für seine Interessen ein und
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instrumentalisierte die Geographie für seine Migrationspolitik. Das UNHCR [Hoher
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Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen ist ein persönliches Amt der Vereinten Nationen]
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forderte Australien mehrfach auf, seiner Verantwortung aus der Genfer Flüchtlingskonvention
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nachzukommen – bisher erfolglos. Australien hält ungeachtet internationaler Kritik weiter an
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der Pazifischen Lösung fest.