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Thema: Internationale Wettbewerbsfähigkeit – Soll der regelbasierte Freihandel gestärkt werden?
Beschreibe zwei Antriebskräfte und zwei Dimensionen der Globalisierung.
Analysiere den Text im Hinblick auf die Position und Argumentation des Autors zur Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union (EU).
Erläutere, ausgehend von den Ausführungen des Autors zu Außensicherheitspolitik und zu Klimapolitik, inwiefern sich diese auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes auswirken.
Erörtere einerseits aus ökonomischer und andererseits aus politischer Perspektive, ob die EU den „regelbasierten Freihandel […] stärken“ (Z. 90 f.) sollte.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Michael Hüther
Die Debatte um die Wettbewerbsfähigkeit ist wieder da
Michael Hüther: Die Debatte um die Wettbewerbsfähigkeit ist wieder da. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Juni 2024 (zusätzlich zu den markierten Auslassungen um Zwischenüberschriften gekürzt; Anpassungen an die sprachliche Richtigkeit wurden vorgenommen)
URL: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-debatte-um-die-wettbewerbsfaehigkeit-ist-wieder-da-19761607.html (Zugriff am 27.06.2024)
Zum Autor:
Michael Hüther, geb. 1962, ist Wirtschaftsforscher und Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V., das von Verbänden und Unternehmen der Wirtschaft finanziert wird.
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Beschreibe eine erste Antriebskraft der Globalisierung, z. B. wie folgt:
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Technologischer Fortschritt: Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie, Vereinfachung und Beschleunigung grenzüberschreitender Kommunikation bei gleichzeitig drastisch sinkenden Kommunikationskosten, Zunahme weltweiter Vernetzung zur Überwindung räumlicher Distanzen.
Oder:
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Weltpolitische Veränderungen: Interesse der westlichen Industrieländer an neuen Märkten aufgrund von Sättigungstendenzen auf den alten Absatzmärkten und Bedeutungsgewinn weiterer Treiber der Globalisierung, wie z. B. China, allein oder im BRICSplus-Kontext.
Oder:
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Deregulierung und Liberalisierung: Zunahme der internationalen Arbeitsteilung infolge von Deregulierung und Liberalisierung des Güter- und Kapitalverkehrs, Abbau von Handelsbeschränkungen bzw. Öffnung der Weltmärkte und politische Förderung des grenzüberschreitenden Handels von Waren und Dienstleistungen (GATT bzw. WTO).
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Beschreibe eine zweite Antriebskraft der Globalisierung.
Beispiele siehe oben.
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Beschreibe eine erste Dimension der Globalisierung in folgender oder gleichwertiger Weise, z. B.:
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Politische Dimension:
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Existenz globaler Probleme (wie Klimawandel, weltweiter Terrorismus, Banken-, Währungs- und Finanzkrisen), die nicht mehr von Nationalstaaten allein zu lösen sind,
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Bedeutungszuwachs internationaler Organisationen,
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Etablierung multilateraler Prinzipien auf unterschiedlichen Ebenen (Global Governance).
Oder:
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Sozio-(kulturelle) Dimension:
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Begegnung und gegenseitige Beeinflussung der Kulturen,
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Entgrenzungsprozesse von Kulturen (Nebeneinander und Vermischungen von Kulturen),
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Verdrängung kultureller Identität durch Standardisierungsprozesse („Verwestlichung“, „McDonaldisierung“).
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Oder:
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Ökonomische Dimension:
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Zunahme internationaler Wirtschaftsbeziehungen und wirtschaftlicher Verflechtung,
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Vertiefung der internationalen Arbeitsteilung und zunehmende grenzüberschreitende Produktion (durch transnationale Unternehmen) bzw. Vernetzung von Gütermärkten,
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zunehmende Mobilität des Produktionsfaktors Kapital, hohe Bedeutung von ausländischen Direktinvestitionen.
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Beschreibe eine zweite Dimension der Globalisierung.
Beispiel siehe oben.
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Ordne den Text mit dem Titel „Die Debatte um die Wettbewerbsfähigkeit ist wieder da“, veröffentlicht am 8. Juni 2024 auf der Internetpräsenz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, als Diskussionsbeitrag des Wirtschaftswissenschaftlers Michael Hüther ein und erschließt als Thema die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union (EU).
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Arbeite die Position des Autors zur Wettbewerbsfähigkeit der EU in folgender oder gleichwertiger Weise heraus:
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Die EU müsse sich nach der Wahl zum Europäischen Parlament im Jahr 2024 wirtschaftspolitisch neu positionieren, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.
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Im Hinblick auf die wirtschaftspolitische Ausrichtung könnten wichtige Schlussfolgerungen aus einer vergangenen Phase der EU gezogen werden, während der die Wettbewerbsfähigkeit sowie Fragen der Standortattraktivität schon einmal im Mittelpunkt standen.
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Die EU sollte trotz vieler Widerstände am regelbasierten Freihandel festhalten und bei allen wettbewerbs- bzw. standortpolitischen Maßnahmen die Herausforderungen in den Bereichen der Klima- und Außensicherheitspolitik berücksichtigen.
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Erläutere den Begründungsgang zur Position des Autors in folgender oder gleichwertiger Weise:
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Problemaufriss/Hauptthese: Angesichts einer Re-Industrialisierung in den USA sowie starker Innovationskraft Chinas müsse die Aufmerksamkeit der EU nach der Europawahl auf der internationalen Wettbewerbsfähigkeit liegen.
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Historische Parallelen: Verweis auf wirtschaftspolitische Debatten der 1990er-Jahre, als die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Europas kritisiert und in Folge umfangreiche Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur umgesetzt wurden.
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Erläuterung zur Kritik Paul Krugmans an der Wettbewerbsdebatte: In den 1990er-Jahren bezeichnete Krugman den Fokus auf die Wettbewerbsfähigkeit von Nationen als irreführend und argumentierte, dass auch weniger wettbewerbsfähige Volkswirtschaften im internationalen Handel eine Rolle spielen könnten.
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Aktuelle Herausforderungen zur Widerlegung der Kritik Krugmans: Europas Wettbewerbsfähigkeit leide unter Fachkräftemangel und Bevölkerungsrückgang, während die USA ein Bevölkerungswachstum verzeichneten. Spezifische Investitionen seien notwendig, um demografisch bedingten Fachkräftemangel auszugleichen und die Produktivität zu steigern, die in den USA in den letzten 20 Jahren deutlich stärker gestiegen sei als in der Eurozone.
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Erläuterungen zu Risiken und Herausforderungen: Die EU müsse sich an geopolitische Risiken anpassen (vgl. Handelskrieg zwischen den USA und China, Russlands Angriffskrieg) und klimapolitische Maßnahmen ergreifen, welche allerdings die Wettbewerbsfähigkeit kurzfristig schwächen könnten.
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Empfohlene Maßnahmen: Zur Erfassung der Standortqualität müssten vielfältige Indikatoren herangezogen werden. Die Qualität personeller Ressourcen sei nach wie vor ein entscheidender Standortfaktor. Regelbasierter Freihandel sowie zentrale europäische Prinzipien und Werte (vgl. Subsidiarität und Rechtsstaatlichkeit) sollten gestärkt sowie eine Verteidigungsunion angestrebt werden.
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Ausblick: Eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung der EU auf die Wettbewerbsfähigkeit sollte das Ziel der Klimaneutralität einschließen, wobei ordnungspolitische Prinzipien wie Technologieoffenheit und die Korrektur von Marktversagen handlungsleitend sein sollten.
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Arbeite die Argumentationsweise des Autors heraus, z.B.:
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Verweis auf wirtschaftswissenschaftliche Expertenmeinungen und deren partielle Widerlegung zwecks Stärkung der eigenen Position („der amerikanische Ökonomienobelpreisträger Paul Krugman“, „Standortqualität und Produktivitätsentwicklung sind viel stärker durch […] geprägt, als es Krugman sehen wollte.“, „Gutachten des Sachverständigenrates und der Strukturberichterstattung der Wirtschaftsforschungsinstitute“, „Ergebnisse der Rand Corporation“),
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Verweis auf wirtschaftliche Daten und Kennzahlen zur empirischen Untermauerung der eigenen Argumentation („zeigen die Daten für die Arbeitsproduktivität […]. In den vergangenen 20 Jahren ist die Arbeitsproduktivität dort mehr als doppelt so stark gestiegen wie in der Eurozone.“, „Bevölkerungsprognosen sagen für die EU bis zum Jahr 2050 eine leichte Schrumpfung voraus, für die USA hingegen […] einen weiteren Anstieg der Bevölkerung um gut 10 Prozent.“),
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Verweis auf gemeinsame europäische Werte und Prinzipien als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Zusammenhalt zwecks emotionaler Ansprache von Leserinnen und Lesern („dass die EU ein Klub unberechenbarer Demokratien ist und deshalb Vielfalt als Chance begreifen muss“, „Damit das gelingen kann, ist auf Rechtsstaatlichkeit zu achten und der Subsidiaritätsgedanke zu stärken.“).
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Erschließe die Intention des Autors in folgender oder gleichwertiger Weise: •
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Aufklärung über historische Parallelen, anhand derer die Kontinuität und wiederkehrende Bedeutung des Themas Wettbewerbsfähigkeit betont wird,
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Warnung vor den Risiken protektionistischer Maßnahmen und einer Industriepolitik, die zu Handelskriegen und ineffizienten Subventionen führen könnte,
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Plädoyer für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU durch eine neue ordnungspolitische Ausrichtung der europäischen Wirtschaftspolitik.
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Erläutere in folgender oder gleichwertiger Weise, ausgehend von den Ausführungen des Autors zu Außensicherheitspolitik, inwiefern sich diese auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes auswirkt, z. B.:
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Der Autor warnt vor einer weiteren Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China, innerhalb derer die EU „unter die Räder zu kommen“ drohe. Hiermit könnten die standortgefährdenden Folgen erhöhter Produktionskosten gemeint sein, die sich aus durch Handelskriege gestörten Lieferketten ergeben könnten.
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Zudem verweist der Autor auch auf die Herausforderungen für Wirtschaftsstandorte in Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Wenn im Zuge geopolitischer Spannungen Staaten deutlich mehr in Sicherheitsausgaben investieren, kann dies zum Abzug staatlicher Investitionen führen, die zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts vorgesehen waren.
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Erläutere in folgender oder gleichwertiger Weise, ausgehend von den Ausführungen des Autors zu Klimapolitik, inwiefern sich diese auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Wirtschaftsstandortes auswirkt, z. B.:
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Der Autor mahnt die Beibehaltung des Ziels der „Klimaneutralität“ an und hebt in diesem Zusammenhang „verlässliche gute Infrastrukturen“ hervor. Er warnt jedoch auch vor Risiken, die der klimapolitische Übergang für den Wirtschaftsstandort Europa haben kann.
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Umweltauflagen und Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen könnten zu erhöhten Produktionskosten sowie zu Abwanderungen von Unternehmen führen. Andererseits könnte eine erfolgreiche nachhaltige Wirtschaftsentwicklung die Resilienz eines Standorts gegenüber Ressourcenknappheit und Umweltkatastrophen auch erhöhen und durch Investitionen in klimafreundliche Technologien neue Märkte erschlossen werden.
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Erörtere in folgender oder gleichwertiger Weise aus ökonomischer Perspektive, ob die EU den „regelbasierten Freihandel […] stärken“ sollte:
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eher zustimmend |
eher ablehnend |
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Erörtere in folgender oder gleichwertiger Weise aus politischer Perspektive, ob die EU den „regelbasierten Freihandel […] stärken“ sollte:
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eher zustimmend |
eher ablehnend |
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Nehme in einem in sich konsistenten Argumentationsgang unter explizitem Ausweis und Gewichtung leitender Urteilskriterien Stellung zu der Frage, ob die EU den „regelbasierten Freihandel […] stärken“ sollte.
Mögliche Kriterien, z. B.:
Wachstumssicherung, Wirtschaftswachstum, Wettbewerbsfähigkeit, ökonomische Nachhaltigkeit, Friedenssicherung, Akzeptanz, politische Stabilität, Machterhalt