Aufgabe 1 – Lichtstress bei Pflanzen
Pflanzen benötigen Licht für die Fotosynthese. Eine zu hohe Lichteinstrahlung kann allerdings auch Schäden im Fotosyntheseapparat der Pflanzen verursachen. Deshalb haben einige Pflanzen Schutzmechanismen dagegen entwickelt.
Beschreibe die lichtabhängige Reaktion der Fotosynthese (M 1).
Beschreibe die Auswirkungen unterschiedlicher Lichtintensitäten auf Schattenpflanzen mit Hilfe von Abbildung 2 a und b und erläutere diese (M 2, M 3).
Werte die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Angepasstheiten der Sonnenpflanzen gegen Lichtstress aus (M 4).
Erläutere mit Hilfe der Modellvorstellung in Abbildung 5 die Wirkung von Zeaxanthin als Schutz vor Lichtstress (M 1 - M 4).
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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Die lichtabhängige Reaktion der Fotosynthese
Lichtabhängige Prozesse der Fotosynthese finden an der Thylakoidmembran statt.

Abb. 1: Modellvorstellung der lichtabhängigen Reaktion der Fotosynthese
Legende:
LHC: Lichtsammelkomplex
FS: Fotosystem
* : angeregter Zustand
◉: Chlorophylle und Carotinoide
PQ: Plastochinon
Cyt: Chytochrom-bf-Komplex
PC: Plastocyanin
FD: Ferredoxin
Material 2: Lichtstress – Auswirkungen auf Blätter
Sehr hohe Lichtintensitäten können sich negativ auf die Pflanzenentwicklung auswirken, insbesondere wenn sie über längere Zeit andauern. In diesem Zusammenhang wird von „Lichtstress“ gesprochen. Um die Auswirkungen unterschiedlicher Lichtintensitäten zu untersuchen, wurden Experimente mit Schattenpflanzen durchgeführt.
Abb. 2: a) Absorbierte und fotosynthetisch genutzte Lichtenergie bei Schattenpflanzen bei verschiedenen Lichtintensitäten

b) Blattquerschnitte: Schattenblätter von Efeupflanzen bei verschiedenen Lichtintensitäten

Material 3: Lichtstress – Prozesse bei Schattenpflanzen
Bei sehr hoher Lichtintensität können insbesondere bei Schattenpflanzen die in der lichtabhängigen Reaktion gebildeten Produkte nicht mehr vollständig in der lichtunabhängigen Reaktion umgesetzt werden, da der Calvin-Zyklus sehr schnell ausgelastet ist, wenn sämtliche Enzyme mit maximaler Reaktionsgeschwindigkeit arbeiten. Dadurch häufen sich zunächst die Produkte der lichtabhängigen Reaktion an, weshalb sich allmählich alle Redoxsysteme in der Thylakoidmembran im reduzierten Zustand befinden und daher keine Elektronen mehr aufnehmen können. Infolgedessen werden am Fotosystem II Elektronen auf Sauerstoff anstatt auf Plastochinon übertragen und sogenannte reaktive Sauerstoffspezies (ROS) entstehen. Diese schädigen unter anderem Proteine, Lipide, Chlorophylle und DNA.
Material 4: Lichtstress – Prozesse bei Sonnenpflanzen
Sonnenpflanzen wie Basilikum besitzen Angepasstheiten, die sie gegen die zerstörerische Wirkung anhaltend hoher Lichtintensitäten schützen. In einem Versuch wurden einige Basilikumpflanzen unter normalen Lichtbedingungen angezogen. Die andere Hälfte der Versuchspflanzen wurde unter dauerhaftem Lichtstress aufgezogen, indem sie über 24 Stunden einer Beleuchtungsstärke ausgesetzt waren, wie sie an Hochsommertagen herrscht. An den Basilikumpflanzen, die über mehrere Tage und Nächte dem Lichtstress ausgesetzt waren, war eine gelbgrüne Verfärbung der Blätter sowie ein verstärktes Wachstum zu beobachten. Zusätzlich zu diesen Beobachtungen wurden in einer Chromatografie verschiedene Blattfarbstoffe aus Pflanzen der beiden Untersuchungsgruppen aufgetrennt (Abb. 3). Neben den Chlorophyllen wurden hier auch die Carotinoide untersucht. Zu diesen gehören z. B. Zeaxanthin, Violaxanthin und Neoxanthin.
Abb. 3: Chromatogramme der Blattfarbstoffe von Basilikumpflanzen aus Anzuchtversuchen

Abb. 4: Umwandlungsprozesse von Carotinoiden in Chloroplasten

Abb. 5: Modellvorstellung der Prozesse an der Thylakoidmembran bei Lichtstress im Blatt einer Sonnenpflanze
Legende:
LHC: Lichtsammelkomplex
FS II: Fotosystem II
* : angeregter Zustand
◉: Chlorophylle und Carotinoide
◯: Zeaxanthin

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monatlich kündbarSchulLV Plus-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Beschreibe die lichtabhängige Reaktion der Fotosynthese (M 1).
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Lichtabsorption durch Chlorophylle und Carotinoide im Lichtsammelkomplex
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Abgabe von Elektronen durch angeregtes Chlorophyll im Reaktionszentrum P 680 des FS II
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Elektronentransportkette zum FS I, dabei auch Aufnahme von Protonen auf der Stromaseite und Transport in den Thylakoidinnenraum
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Aufbau eines Protonengradienten
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Auffüllen der Elektronenlücke im FS II durch Fotolyse des Wassers → Entstehung von Sauerstoff
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Lichtanregung im FS I → angeregtes P 700* überträgt Elektronen auf Ferredoxin und NADP⁺-Reduktase → Bildung von NADPH + H⁺
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Protonen diffundieren entlang des Konzentrationsgradienten durch ATP-Synthase ins Stroma
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Chemiosmotische Bildung von ATP
Beschreibe die Auswirkungen unterschiedlicher Lichtintensitäten auf Schattenpflanzen mithilfe von Abbildung 2 a und b und erläutere diese (M 2, M 3).
Beschreiben:
Abb. 2 a
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Je höher die Lichtintensität, desto mehr Licht wird absorbiert → bei 30 kLux ca. 5 rel. Einheiten
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Bis zu einer Lichtintensität von ca. 23 kLux steigt die Menge der für die Fotosynthese genutzten Lichtenergie an → bei ca. 23 kLux ca. 2,5 rel. Einheiten
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Absinken der fotosynthetisch genutzten Lichtenergie mit zunehmender Lichtintensität über ca. 23 kLux → Lichtstress
Abb. 2 b
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Veränderung der Blattstrukturen durch hohe Lichtintensitäten
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Bei zunehmender Lichtintensität: Abbau von Chloroplasten
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Bei sehr hoher Lichtintensität: Zerstörung der Zellen verschiedener Blattschichten
Erläutern:
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Störung der Elektronentransportkette unter Lichtstress
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Entstehung von ROS durch Übertragung von Elektronen auf Sauerstoff
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Schädigung der Zellen bei Lichtstress aufgrund der Zerstörung von Lipiden, Proteinen und Chlorophyllen durch ROS
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Verminderung der Fotosyntheseleistung
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Werte die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Angepasstheiten der Sonnenpflanzen gegen Lichtstress aus (M 4).
Beschreiben:
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Gelbgrüne Verfärbung der Blätter
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Verstärktes Wachstum
Abb. 3
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Chromatogramme beider Pflanzen zeigen die Blattfarbstoffe Chlorophyll a und b sowie Violaxanthin und Neoxanthin
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Chromatogramm der lichtgestressten Pflanze weist zusätzlich den Farbstoff Zeaxanthin auf
Abb. 4
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Abhängigkeit der Bildung und Umwandlung verschiedener Carotinoide von der Lichtstärke
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Unter Starklicht: Umwandlung von Violaxanthin über ein Zwischenprodukt zu Zeaxanthin
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Unter Schwachlicht: Umwandlung von Zeaxanthin in Violaxanthin über ein Zwischenprodukt
Schlussfolgern:
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Licht steuert den Umwandlungsprozess der verschiedenen Carotinoide
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Hohe Lichtintensität führt zu erhöhtem Carotinoidgehalt → daher gelbgrüne Verfärbung
Erläutere mithilfe der Modellvorstellung in Abbildung 5 die Wirkung von Zeaxanthin als Schutz vor Lichtstress (M 1 – M 4).
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Abgabe überschüssiger Anregungsenergie in Form von Wärme durch Zeaxanthin
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Verhinderung der Bildung von schädigenden ROS
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Trotz hoher Lichtintensitäten kann der Elektronen- und Protonentransport an der Thylakoidmembran stattfinden
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Nutzung hoher Energiemengen zum Wachstum
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Kein Lichtstress
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