Thema 1
Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Darstellung)
Übergreifende Aufgabenstellung:
Stelle in einem inhaltlich kohärenten und sinnvoll strukturierten Fachaufsatz die Entwicklung der staatlichen Verfasstheit Deutschlands vom Ende des Alten Reiches bis 1849 unter besonderer Berücksichtigung von Kontinuität und Wandel dar.
Bearbeite dabei auch folgende Teilaufgaben:
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Skizziere die staatliche Verfasstheit des Alten Reiches um 1800 und Faktoren, die zu dessen Ende beitrugen.
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Erläutere Entwicklungen nach Auflösung des Alten Reiches und im Zusammenhang mit der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress.
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Diskutiere den Stellenwert von Beharrung und Modernisierung im Ringen um die nationale Frage in der Revolution von 1848/49.
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Die staatliche Verfasstheit Deutschlands zwischen 1806 und 1849 ist durch das Nebeneinander von föderaler Kontinuität und zunehmenden nationalstaatlichen sowie konstitutionellen Reformbestrebungen geprägt.
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Auflösung des Alten Reiches und Neuordnung (1806–1815)
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1806 Ende des Heiligen Römischen Reiches; Auflösung der reichsständischen Verfassung
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territoriale Neuordnung unter napoleonischem Einfluss
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Modernisierungs- und Reformimpulse in einzelnen Staaten (z. B. Preußen)
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Wandel: Ende der alten Reichsordnung
Kontinuität: Fortbestehen souveräner Einzelstaaten
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Deutscher Bund (1815–1848)
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1815 Gründung des Deutschen Bundes als lockerer Staatenbund
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Sicherung der Fürstensouveränität, keine nationale Einheitsverfassung
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restaurative Politik gegen liberale und nationale Bewegungen
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Kontinuität: föderale Struktur, monarchische Herrschaft
Wandel: erste Verfassungen in Einzelstaaten
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Revolution 1848/49
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Forderungen nach nationaler Einheit und Grundrechten
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Frankfurter Nationalversammlung und Paulskirchenverfassung (1849)
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Scheitern der nationalstaatlichen Lösung
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Wandel: erster gesamtdeutscher Verfassungsversuch
Kontinuität: Fortbestehen der Einzelstaaten und Fürstenherrschaft
Erste Teilaufgabe
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Ausweisen der Verfasstheit des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation während des Übergangs vom 18. zum 19. Jahrhundert
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Mögliche Inhalte:
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ständisch verfasster Reichsverband
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Konglomerat heterogener und unterschiedlich souveräner Herrschaftsgebilde
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Reichsinstitutionen (z. B. Wahlkönigtum, Reichsstände, Reichstag, Reichskammergericht)
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Aufzeigen der Umbruchsituation in der Spätphase des Reiches
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Mögliche Bezugspunkte:
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Einflüsse von Aufklärung und französischer Besetzung
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Mediatisierung und Säkularisierung infolge des Reichsdeputationshauptschlusses
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Zerfall des Reiches (z. B. Bildung des Rheinbundes, Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II.)
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Zweite Teilaufgabe
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Eingehen auf die mit der französischen Besetzung einhergehenden Umbrüche in weiten Teilen des vormaligen Reichsterritoriums
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Mögliche Aspekte:
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Gründung des Rheinbundes
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Bildung von französischen Satellitenstaaten (z. B. Königreich Westphalen)
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Verweisen auf umfassende Reformen (z. B. in den Rheinbundstaaten und Preußen)
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Mögliche Bezüge:
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Agrarreformen
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Verwaltungsreformen
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Einführung der Gewerbefreiheit
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Kennzeichnen des Deutschen Bundes als neue Form staatlicher Verfasstheit Deutschlands
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Mögliche Aspekte:
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Deutsche Bundesakte als völkerrechtlicher Vertrag innerhalb der europäischen Nachkriegsordnung (Wiener System)
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Staatenbund souveräner Fürstentümer und freier Städte
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Offenlegen von Kontinuitäten und Veränderungen im Ergebnis des Wiener Kongresses
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Mögliche Ansatzpunkte:
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Fortbestehen von Monarchien
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territoriale Neuordnungen unter Beibehaltung der föderalen Struktur und der erfolgten Mediatisierungen
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exponierte Machtstellung Österreichs und Preußens innerhalb des Deutschen Bundes (Dualismus)
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Dritte Teilaufgabe
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Verdeutlichen der zentralen Debatten in der Revolution von 1848/49 hinsichtlich der Frage nach dem Staatsgebiet und der Staatsform
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Mögliche Aspekte:
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großdeutsche oder kleindeutsche Lösung
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Ringen um Führungsmacht im künftigen Nationalstaat (preußisch-österreichischer Dualismus)
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Erbmonarchie oder Wahlkaisertum, rechtliche Stellung des Parlaments
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Minderheitenfragen im Deutschen Bund
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Herausstellen, dass es in den Vorstellungen zu Staatsform und Staatsterritorium starke Gegensätze zwischen dem Beharren auf Altem und der Forderung nach Neuem gab
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Mögliche Ansätze:
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kleindeutsche Lösung unter preußischer Führung als Gegensatz zum Aufgreifen tradierter Vorstellungen aus dem Alten Reich
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Wahl eines Kaisers als Bruch mit der Konstruktion des Deutschen Bundes, aber auch als Wiederaufnahme einer Tradition
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Entwickeln einer begründeten und abwägenden Aussage zum Verhältnis von Beharrung und Modernisierung