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Textauszug aus dem Roman Der Markisenmann (2022)

Jan Weiler

Die 15-jährige Kim wird von ihrem leiblichen Vater, den sie nur von einem

einzigen Foto kennt, vom Bahnhof abgeholt. Sie soll die Sommerferien

bei ihm verbringen.

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Tag 1
2
Enttäuschung ist bloß das Ergebnis zu großer Erwartung. Sagt man so. Dabei
3
waren meine Erwartungen nicht einmal groß, eher diffus. Sie zu unterlaufen war
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für Ronald Papen ein ziemliches Kunststück, wenn man bedenkt, dass ich gerade
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von meiner Familie abgeschoben worden war und einem völlig ungewissen Sommer
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entgegensah. Sehr viel schlimmer, als die vergangenen Wochen verlaufen waren,
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konnte mein restliches Leben gar nicht mehr werden. Von großen Erwartungen war
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also wirklich kaum die Rede. Und dann so was. Wobei: Vielleicht mischte sich in die
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Enttäuschung auch viel Überraschung. Als die Reisenden den Bahnsteig verlassen
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hatten und nur noch Herr Papen und ich dort standen, vielleicht zehn oder zwölf
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Meter voneinander entfernt, da sah ich nämlich gar nicht meinen Vater dort stehen.
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Sondern mich.
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Ronald Papen, der Unscharfe, auf dem Foto kaum zu erkennen, verborgen hinter
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einer Mütze, viel Schatten und dem Unvermögen des Fotografen, ein gutes Bild zu
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machen, mein Vater also war die Inkarnation von mir als mittdreißigjährigem
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Mann. Er hatte denselben breiten Mund wie ich und hohe Wangenknochen, die
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irgendein Lehrer von meiner Schule einmal als „nordisch“ bezeichnet hatte, was
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auch immer das bedeuten mochte. Ich hatte es zwar nicht verstanden, mir aber
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dennoch zu eigen gemacht, weil ich fand, dass es geheimnisvoll klang. Er besaß
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meine hohe Stirn und darüber dünnes blondes und dunkelblondes sowie
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mittelblondes Haar, das in keiner erkennbaren Frisur, halblang oder jedenfalls nicht
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sehr kurz, aus seinem Kopf herauswuchs. Das sah nicht vernachlässigt aus,
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sondern eher vergeblich, denn die lichten Stellen erkannte man trotzdem. Als er
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auf mich zukam, erkannte ich in seinem Gesicht hinter einer schiefen Brille meine
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hellblauen Augen. Er sah mich daraus mit derselben Mischung aus Verwunderung
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und Neugier an, die meinem eigenen Blick immer zugesprochen wurde. Er wirkte
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wie ein Kind und gleichzeitig wie ein alter Mann. Ronald Papen vermittelte einen
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zerstreuten Eindruck, wie man ihn von alten Herren kennt, die mit wachsendem
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Furor nach der Brille suchen, die sie sich kurz zuvor auf den Kopf geschoben
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haben. Gleichzeitig schien er aber auch aufgeregt, irrlichternd, wie ein kleiner
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Junge, der betäubt von Duft und Licht um den Weihnachtsbaum fliegt, überwältigt
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von den Möglichkeiten des Lebens und der Auswahl an Geschenken, die es einem
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bereitet. Dabei waren beide Gesichtsausdrücke ein und derselbe; Ronald Papen
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schien gleichzeitig sehr alt und deutlich jünger als ich zu sein. Und er war
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erkennbar überfordert.
36
Und dann war da seine Erscheinung und Statur. Der feine Herr Papen stellte sich
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nicht als der buchstäblich große Geschäftemacher heraus, sondern als ein zartes
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Männlein. Papen trug auch nicht den von mir imaginierten Anzug, sondern eine
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Jeans mit einem etwas ausgeleierten Gürtel, der die Hose im Bund zusammenzurrte
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wie ein Kälberstrick. Sein weißes Hemd war ihm zu groß, und die Schuhe waren auf
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beinahe fatale Art und Weise unmodisch und abgetragen, auch wenn man sah, dass
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er sie geputzt hatte. Dazu trug er ein dünnes Cordjackett, dessen Farbe man am
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zutreffendsten als „Erbrochenes“ hätte bezeichnen können. Immerhin fehlte kein
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Knopf. Aus der vollgestopften Brusttasche des Sakkos ragten ein Stück Papier und
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ein Filzstift.
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Er war nur wenig größer als ich und lächelte schief.
47
Nachdem wir uns mehr als dreizehn Jahre nicht gesehen oder gesprochen hatten,
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stand diese fremde Ausgabe meiner selbst vor mir und sagte: „Unerhört. Da bist du
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ja.“
50
Ich stellte meinen Koffer ab, und wir umarmten uns fast ohne Körperkontakt. Ich
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hatte mir zuvor so oft diese Begegnung vorgestellt. Wie ein riesiger Mann, der mein
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Vater ist, sich zu mir herunterbeugt, mich gleichsam verschattet und umhüllt. Doch
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der kleine Mann hatte nichts mit meinen Vorstellungen gemein. Der feine Herr
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Papen wirkte tatsächlich fein. Oder zart.
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Und sofort kam die Wut. Dein eigener Vater sieht dich zum ersten Mal seit über
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einem Jahrzehnt, und alles, was er sagt, ist: „Unerhört“? Das klang wie ein
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Vorwurf, als habe er auf mich warten müssen. Ich ließ ihn los, und wir standen
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noch einen sprachlosen Moment lang auf dem Bahnsteig, bis er sich mein Gepäck
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griff und sagte: „Dann wollen wir mal.“
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Er schleppte den Koffer die Treppe hinunter und mit zunehmender Atemlosigkeit
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Richtung Ausgang. Ich folgte ihm mit einigen Metern Abstand.
62
Papen stakste auf den Parkplatz zu, er trug dabei schwer an meinem Koffer. Der
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war randvoll mit Bademoden, Sportkleidung, Kosmetik, Sachen für abends, Sachen
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für morgens und Wechselkleidung für tagsüber, wenn man keine Lust mehr hatte,
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am Pool zu liegen. Ich ahnte noch nicht, dass ich kaum etwas davon brauchen
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würde. Für die sechs Wochen mit meinem Vater hätte eine kleine Sporttasche
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gereicht. Aber wenn mir das vorher klargemacht worden wäre, hätte meine Mutter
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mich bewusstlos nach Duisburg schleifen müssen.
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Der Unscharfe blieb vor dem Heck eines alten Kombis stehen und fing an, im
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Schloss der Kofferraumklappe herumzunesteln.
71
„Was ist denn das?“, fragte ich, denn ich hatte noch nie so eine vergammelte
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Karre gesehen. Wenn meine Vorstellung von meinem Vater als Topmanager bei
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seinem ersten Anblick Risse bekommen hatte, fiel sie nun vollends in sich
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zusammen. Er fuhr eine totale Schrottkiste. Er drehte sich um und sagte mit
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ehrlicher Begeisterung: „Das ist mein Papen-Mobil.“
76
„Aha.“
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„Na, dann mal rein mit den Klamotten“, keuchte er und wuchtete meinen Koffer
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auf die Ablagefläche des Kombis, die bereits gut gefüllt war mit allerhand Krempel.
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Aus dem Inneren des Autos wehte eine unheilvolle Brise. Als würde er darin
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wohnen. Papen knallte die Hecktür zu und sagte: „Alles einsteigen, Türen
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schließen.“ Dieser Frohsinn machte mir Sorgen. Nichts von dem, was ich bisher
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gesehen hatte, gefiel mir auch nur ansatzweise. Wenn es nach mir gegangen wäre,
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hätte ich einfach nur den Bahnsteig gewechselt und wäre wieder zurückgefahren.
84
Es ging aber nicht nach mir; ich hatte kein Geld für die Fahrkarte und keinen
85
Schlüssel für unsere Haustür.
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Also ging ich um Papens Auto herum, öffnete die Beifahrertür und setzte mich,
87
nachdem mein Vater alles, was bis eben auf meiner Seite gelegen hatte, auf den
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Rücksitz geworfen hatte.
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Ich spürte seine Nervosität, schließlich war er gerade erst seit vier Minuten mein
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Vater, und so rasch stellt sich keine Routine ein. Und ich war genauso nervös wie
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er. Trotzdem wollte ich wissen, was mir bevorstand. Es sah nicht so aus, als würden
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wir umgehend in die Ferien fahren. Und wer weiß: Womöglich gab es noch eine
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Frau zu diesem Auto. Und Kinder.
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Ronald Papen schnallte sich an und fummelte einen Sonnenclip an seine
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verbogene Brille, was einiges an Geschick erforderte. Schließlich startete er den
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Wagen, und wir rollten auf die Straße.
97
„Und was machen wir jetzt?“, fragte ich und suchte mit den Augen immer noch
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hoffnungsvoll das Innere des Wagens nach Antworten ab. Vielleicht lagen irgendwo
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Flugtickets. Oder Reiseproviant.

Aus: Jan Weiler: Der Markisenmann. Heyne-Verlag, München 2021. Seite 33-37.

Aufgaben

A1)

Kreuze an.

In dem Text geht es hauptsächlich um

A: Wut und Trotz.

B: Nervosität und Sehnsucht.

C: Hoffnung und Frustration.

D: Vorfreude und Trauer.

2 P
A2)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Enttäuschung ist bloß das Ergebnis zu großer Erwartung. Sagt man so.

Dabei waren meine Erwartungen nicht einmal groß, eher diffus. Sie zu

unterlaufen war für Ronald Papen ein ziemliches Kunststück, wenn man

bedenkt, dass ich gerade von meiner Familie abgeschoben worden war und

einem völlig ungewissen Sommer entgegensah. Sehr viel schlimmer,

als die vergangenen Wochen verlaufen waren, konnte mein restliches Leben

gar nicht mehr werden. Von großen Erwartungen war also wirklich kaum

die Rede.

Kim befindet sich in einer schwierigen Situation.

Erkläre.

____________________________________________________

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2 P
A3)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Ronald Papen, der Unscharfe, auf dem Foto kaum zu erkennen, verborgen

hinter einer Mütze, viel Schatten und dem Unvermögen des Fotografen,

ein gutes Bild zu machen, mein Vater also war die Inkarnation von mir als

mittdreißigjährigem Mann. Er hatte denselben breiten Mund wie ich und

hohe Wangenknochen, die irgendein Lehrer von meiner Schule einmal als

„nordisch“ bezeichnet hatte, was auch immer das bedeuten mochte. Ich

hatte es zwar nicht verstanden, mir aber dennoch zu eigen gemacht, weil

ich fand, dass es geheimnisvoll klang. Er besaß meine hohe Stirn und

darüber dünnes blondes und dunkelblondes sowie mittelblondes Haar,

das in keiner erkennbaren Frisur, halblang oder jedenfalls nicht sehr kurz, aus

seinem Kopf herauswuchs. Das sah nicht vernachlässigt aus, sondern eher

vergeblich, denn die lichten Stellen erkannte man trotzdem. Als er auf

mich zukam, erkannte ich in seinem Gesicht hinter einer schiefen Brille

meine hellblauen Augen. Er sah mich daraus mit derselben Mischung aus

Verwunderung und Neugier an, die meinem eigenen Blick immer

zugesprochen wurde.

Kreuze an.

Vater und Tochter haben beide

im Text

nicht im Text

einen breiten Mund.

markante Wangenknochen.

ungepflegte Haare.

eine schiefe Brille.

blaue Augen.

einen verwunderten und neugierigen Blick.

3 P
A4)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Er wirkte wie ein Kind und gleichzeitig wie ein alter Mann. Ronald Papen

vermittelte einen zerstreuten Eindruck, wie man ihn von alten Herren

kennt, die mit wachsendem Furor nach der Brille suchen, die sie sich kurz

zuvor auf den Kopf geschoben haben. Gleichzeitig schien er aber auch

aufgeregt, irrlichternd, wie ein kleiner Junge, der betäubt von Duft und

Licht um den Weihnachtsbaum fliegt, überwältigt von den Möglichkeiten

des Lebens und der Auswahl an Geschenken, die es einem bereitet. Dabei

waren beide Gesichtsausdrücke ein und derselbe; Ronald Papen schien

gleichzeitig sehr alt und deutlich jünger als ich zu sein. Und er war

erkennbar überfordert.

Der Vater wirkt auf seine Tochter wie ein Kind und wie ein alter Mann zugleich.

Begründe.

Einerseits wirkt er wie ein Kind, denn ____________________________

________________________________________________________________

Andererseits wirkt er wie ein alter Mann, denn ___________________

________________________________________________________________

2 P
A5)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Und er war erkennbar überfordert.

Und dann war da seine Erscheinung und Statur.

Kreuze an.

Hier können Wiederholungen vor allem hinweisen auf:

A: ansteigende Emotionen.

B: gleichbleibende Gedanken.

C: abnehmendes Interesse am Gegenüber.

D: planvolles künftiges Handeln.

2 P
A6)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Der feine Herr Papen stellte sich nicht als der buchstäblich große

Geschäftemacher heraus, sondern als ein zartes Männlein. Papen trug auch

nicht den von mir imaginierten Anzug, sondern eine Jeans mit einem etwas

ausgeleierten Gürtel, der die Hose im Bund zusammenzurrte wie ein

Kälberstrick. Sein weißes Hemd war ihm zu groß, und die Schuhe waren auf

beinahe fatale Art und Weise unmodisch und abgetragen, auch wenn man

sah, dass er sie geputzt hatte.

„Der feine Herr Papen“ wurde Kims Vater in ihrer Familie genannt. Kim hat

sich ihren Vater als vornehmen Herrn vorgestellt, denn sie hat die

Formulierung „Der feine Herr Papen“ wörtlich genommen.

Nenne zwei Unterschiede zu ihrer Vorstellung.

  1. ________________________________________________________________

  2. ________________________________________________________________

2 P
A7)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Dazu trug er ein dünnes Cordjackett, dessen Farbe man am

zutreffendsten als „Erbrochenes“ hätte bezeichnen können. Immerhin

fehlte kein Knopf. Aus der vollgestopften Brusttasche des Sakkos ragten ein

Stück Papier und ein Filzstift.

Kreuze an.

Immerhin könnte hier sinngemäß am treffendsten ersetzt werden durch

A: trotz allem.

B: weiterhin.

C: allerdings.

D: wenigstens.

2 P
A8)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Nachdem wir uns mehr als dreizehn Jahre nicht gesehen oder gesprochen

hatten, stand diese fremde Ausgabe meiner selbst vor mir und sagte:

Unerhört. Da bist du ja.“

Der fettgedruckte Begriff kann hier Verschiedenes bedeuten.

Wähle eine Bedeutungsmöglichkeit aus und begründe sie.

unglaublich – großartig

________________________________________________________________

________________________________________________________________

________________________________________________________________

2 P
A9)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Ich stellte meinen Koffer ab, und wir umarmten uns fast ohne

Körperkontakt. Ich hatte mir zuvor so oft diese Begegnung vorgestellt.

Wie ein riesiger Mann, der mein Vater ist, sich zu mir herunterbeugt, mich

gleichsam verschattet und umhüllt. Doch der kleine Mann hatte nichts mit

meinen Vorstellungen gemein. Der feine Herr Papen wirkte tatsächlich

fein. Oder zart.

Und sofort kam die Wut. Dein eigener Vater sieht dich zum ersten Mal seit

über einem Jahrzehnt, und alles, was er sagt, ist: »Unerhört«? Das klang

wie ein Vorwurf, als habe er auf mich warten müssen. Ich ließ ihn los, und

wir standen noch einen sprachlosen Moment lang auf dem Bahnsteig, bis

er sich mein Gepäck griff und sagte: „Dann wollen wir mal.“

Kreuze an.

Kim

im Text

nicht im Text

umarmt ihren Vater herzlich.

denkt über die Worte ihres Vaters nach.

wünschte sich Halt und Geborgenheit.

reagiert gelassen auf den Vater.

fasst Vertrauen zu ihrem Vater.

empfindet zwiespältige Gefühle für den Vater.

3 P
A10)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Papen stakste auf den Parkplatz zu, er trug dabei schwer an meinem

Koffer. Der war randvoll mit Bademoden, Sportkleidung, Kosmetik, Sachen

für abends, Sachen für morgens und Wechselkleidung für tagsüber, wenn

man keine Lust mehr hatte, am Pool zu liegen. Ich ahnte noch nicht, dass

ich kaum etwas davon brauchen würde. Für die sechs Wochen mit meinem

Vater hätte eine kleine Sporttasche gereicht. Aber wenn mir das vorher

klargemacht worden wäre, hätte meine Mutter mich bewusstlos nach

Duisburg schleifen müssen.

Kreuze an.

Aussage

im Text

nicht im Text

Für das Gepäck braucht Papen einen Wagen.

Kim hat ihren Koffer für einen attraktiven Urlaub gepackt.

Sport spielt für Kim eine Rolle.

Kim hatte keine böse Vorahnung in Bezug auf den Urlaub.

Die Mutter hat Kim auf die Wochen beim Vater vorbereitet.

Papens Bewegungen werden von der Tochter beschrieben.

3 P
A11)

Lies den folgenden Textausschnitt.

„Was ist denn das?“, fragte ich, denn ich hatte noch nie so eine

vergammelte Karre gesehen. Wenn meine Vorstellung von meinem Vater

als Topmanager bei seinem ersten Anblick Risse bekommen hatte, fiel

sie nun vollends in sich zusammen. Er fuhr eine totale Schrottkiste. Er drehte

sich um und sagte mit ehrlicher Begeisterung: „Das ist mein Papen-Mobil.“

„Aha.“

Kim reagiert nur mit „Aha.“ Erläutere einen möglichen Grund dafür,

der zum Textausschnitt passt.

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2 P
A12)

Lies den folgenden Textausschnitt.

„Na, dann mal rein mit den Klamotten“, keuchte er und wuchtete meinen

Koffer auf die Ablagefläche des Kombis, die bereits gut gefüllt war mit

allerhand Krempel. Aus dem Inneren des Autos wehte eine unheilvolle Brise.

Als würde er darin wohnen. Papen knallte die Hecktür zu und sagte: „Alles

einsteigen, Türen schließen.“ Dieser Frohsinn machte mir Sorgen. Nichts von

dem, was ich bisher gesehen hatte, gefiel mir auch nur ansatzweise. Wenn

es nach mir gegangen wäre, hätte ich einfach nur den Bahnsteig gewechselt

und wäre wieder zurückgefahren. Es ging aber nicht nach mir; ich hatte kein

Geld für die Fahrkarte und keinen Schlüssel für unsere Haustür.

Kreuze an.

im Text

nicht im Text

Papens Heiterkeit bewirkt bei Kim ein unangenehmes Gefühl.

Kim handelt selbstbestimmt.

Anfangs siezt Kim ihren Vater sogar.

Der Humor des Vaters lockert die schwierige Situation dann aber auf.

Kim lebt in ebenso ärmlichen Verhältnissen wie ihr Vater.

Kim befindet sich in einer in ihren Augen ausweglosen Situation.

3 P
A13)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Ich spürte seine Nervosität, schließlich war er gerade erst seit vier

Minuten mein Vater, und so rasch stellt sich keine Routine ein. Und ich war

genauso nervös wie er. Trotzdem wollte ich wissen, was mir bevorstand. Es

sah nicht so aus, als würden wir umgehend in die Ferien fahren. Und wer

weiß: Womöglich gab es noch eine Frau zu diesem Auto. Und Kinder.

Kim kann sich in ihren Vater hineinversetzen.

Begründe.

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________________________________________________________________

2 P
A14)

Lies den folgenden Textausschnitt.

Es sah nicht so aus, als würden wir umgehend in die Ferien fahren. Und

wer weiß: Womöglich gab es noch eine Frau zu diesem Auto. Und Kinder.

Ronald Papen schnallte sich an und fummelte einen Sonnenclip an seine

verbogene Brille, was einiges an Geschick erforderte. Schließlich startete er

den Wagen, und wir rollten auf die Straße.

„Und was machen wir jetzt?“, fragte ich und suchte mit den Augen immer

noch hoffnungsvoll das Innere des Wagens nach Antworten ab. Vielleicht

lagen irgendwo Flugtickets. Oder Reiseproviant.

Kreuze an.

In dem Textausschnitt

trifft zu

trifft nicht zu

kommunizieren die Figuren kontrovers.

findet Zeitraffung statt.

werden Zukunftserwartungen deutlich.

finden sich Rückblicke.

werden Vermutungen deutlich.

zeigen sich Kims Reflexionen.

3 P
A15)

Eine Schülerin meint: „Kim wirkt wie eine Erwachsene und nicht wie eine Jugendliche.“

Begründe.

Kim wirkt wie eine Erwachsene, denn ___________________________

________________________________________________________________

________________________________________________________________

________________________________________________________________

2 P
A16)

Lies die folgende Aussage.

Die Darstellung im Textauszug ist einseitig.

Begründe.

Die Aussage trifft auf den Textauszug zu, denn __________________

________________________________________________________________

________________________________________________________________

________________________________________________________________

2 P
A17)

Kreuze an.

Der Textauszug enthält

trifft zu

trifft nicht zu

beschreibende Passagen.

wertende Ausführungen.

Vorausdeutungen.

überwiegend Umgangssprache.

eine genaue Datumsangabe.

ausführliche Dialoge.

3 P

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