Aufgabe 1
Literarische Interpretation
Thema
Jenny Erpenbeck, Heimsuchung
Aufgabenstellung
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Ordne die Textstelle in den Gesamtzusammenhang des Romans ein und interpretiere sie. (ca. 60%)
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Charakterisiere über die Textstelle hinaus die Figur des Gärtners und erläutere ihre Funktion im Roman. (ca. 40%)
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Aus: Jenny Erpenbeck, Heimsuchung, München: Penguin Verlag 2018, S. 124–126 (entspricht: Reclam Verlag: Stuttgart 2024, S. 119–121).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Teilaufgabe 1
Einordnung in den Roman
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Die Textstelle stammt aus dem Kapitel Der Gärtner aus Jenny Erpenbecks Roman Heimsuchung. Der Roman erzählt die Geschichte eines Grundstücks an einem See, das im Laufe des 20. Jahrhunderts von verschiedenen Menschen bewohnt, genutzt, verloren oder verlassen wird. Dabei steht nicht nur das Schicksal einzelner Figuren im Vordergrund, sondern vor allem die Frage, wie sich Geschichte, Besitz, Heimatverlust und Vergänglichkeit an einem konkreten Ort zeigen.
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Der Gärtner nimmt dabei eine besondere Rolle ein, weil er nicht nur zu einer einzelnen Besitzerfamilie gehört. Während andere Figuren kommen und gehen, bleibt er über längere Zeit mit dem Grundstück verbunden. Er begleitet dessen Veränderungen und wirkt dadurch wie eine Kontinuitätsfigur. Gerade weil er nicht Eigentümer ist, aber den Ort durch Arbeit, Pflege und Beobachtung kennt, steht er in einem besonderen Verhältnis zum Grundstück.
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Die vorliegende Textstelle zeigt eine Phase, in der der Gärtner körperlich altert und seine frühere Arbeitskraft verliert. Gleichzeitig verändert sich auch das Grundstück: Obstbäume sterben, Wasserrohre rosten durch, die Müllgrube wird erweitert und erstmals ist von einer Verkleinerung des gepachteten Grundstücks die Rede. Damit verbindet die Textstelle den körperlichen Verfall des Gärtners mit dem Verfall des Ortes.
Inhalt der Textstelle
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Zu Beginn wird berichtet, dass der mit Beton ausgegossene Walnussbaum zwar weiterhin aufrecht steht, aber keine Nüsse mehr trägt. Auf Geheiß des Hausherrn sägt der Gärtner den Stamm ab, spaltet das Holz und stapelt die Scheite. Kurz darauf stürzt er bei der Kirschernte von der Leiter und bricht sich ein Bein. Zwei Monate muss er liegen, bis die Knochen wieder zusammengewachsen sind.
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Während seiner Krankheit übernimmt der Sohn der Hausherren Arbeiten auf dem Grundstück. Er mäht den Rasen und ist groß, kräftig und gesund. Der Gärtner hingegen kann nach seinem Sturz keine schweren Arbeiten mehr ausführen. Er bewegt sich nur noch langsam über das Grundstück und übernimmt kleinere Tätigkeiten: Er sammelt Holz, schneidet trockene Blüten, gießt Blumen und Sträucher, entleert Wasserrohre und schließt Fensterläden.
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Im weiteren Verlauf werden frühere Aufgaben des Gärtners zunehmend von anderen übernommen. Der Hausherr und sein Sohn bauen den Steg auf und ab, die junge Frau beschneidet die Sträucher, ein Bauer fällt schließlich die fruchtlosen Obstbäume. Der Gärtner sitzt nun viele Stunden am Tag auf der Schwelle des Bienenhauses. Am Ende zeigt er Kindern kleine Tiere in alten Holzscheiten und bringt ihnen bei, wie man aus Holunder ein Blasrohr baut oder auf einem Fliederblatt pfeift.
Natur, Grundstück und Verfall
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Ein zentrales Motiv der Textstelle ist die Natur, genauer die beschädigte und allmählich sterbende Natur des Grundstücks. Der Walnussbaum steht zwar noch aufrecht, trägt aber keine Früchte mehr. Auch Apfel- und Birnbaum erholen sich nicht mehr vom Pilzbefall, die Kirsche wird von Spinnmilben befallen und die Obstbäume werden später abgesägt. Die Natur erscheint also nicht als idyllisch und dauerhaft, sondern als verletzlich, krank und vergänglich.
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Der Zustand der Bäume spiegelt zugleich den Zustand des Gärtners. Der Walnussbaum lebt äußerlich noch, ist aber unfruchtbar geworden. Ähnlich ist auch der Gärtner noch anwesend, verliert aber seine frühere Kraft und Funktion. Die Obstwiese war einmal produktiv, doch sie verliert ihre Fruchtbarkeit. Ebenso verliert der Gärtner seine Rolle als körperlich leistungsfähiger Arbeiter. Dadurch entsteht eine enge Verbindung zwischen Mensch und Landschaft.
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Diese Parallelführung macht deutlich, dass die Textstelle nicht nur von einem Unfall erzählt, sondern von einem umfassenden Prozess des Verfalls. Der Gärtner, die Bäume, die Rohre und das Grundstück insgesamt unterliegen derselben Bewegung: Alles, was einmal funktionierte, trägt, wächst oder nützlich war, wird beschädigt, alt oder überflüssig. Damit greift die Textstelle ein zentrales Thema des Romans auf: Kein Besitz, kein Ort und keine Ordnung bleibt dauerhaft stabil.
Besitz, Abhängigkeit und Machtverhältnisse
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Auffällig ist, dass der Gärtner wiederholt auf Anweisung anderer handelt. Der Walnussbaum wird „auf Geheiß des Hausherrn“ gefällt. Auch später werden die fruchtlosen Obstbäume auf Befehl des Hausherrn von einem Bauern abgesägt. Der Gärtner arbeitet also auf dem Grundstück und ist eng mit ihm verbunden, aber er besitzt es nicht und entscheidet nicht über seine Zukunft.
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Dadurch wird die soziale Stellung des Gärtners deutlich. Er gehört zum Grundstück, ohne darüber verfügen zu können. Er kennt die Bäume, Pflanzen, Wege, Tiere und jahreszeitlichen Arbeiten vermutlich besser als die Besitzer selbst. Trotzdem bleibt er abhängig von den Entscheidungen der Hausherren. Diese Spannung zwischen Nähe zum Ort und fehlender Verfügungsmacht ist für die Figur zentral.
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Damit passt die Textstelle in den Gesamtzusammenhang des Romans. Heimsuchung fragt immer wieder, was Heimat eigentlich bedeutet und wem ein Ort gehört. Der Gärtner zeigt, dass Zugehörigkeit nicht einfach mit Eigentum identisch ist. Er hat keine Besitzrechte, aber eine besonders tiefe Bindung an den Ort durch Arbeit, Fürsorge, Gewohnheit und Erinnerung.
Erzählweise und sprachliche Gestaltung
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Die Textstelle ist überwiegend sachlich, berichtend und chronologisch erzählt. Die Ereignisse werden ruhig aneinandergereiht: das Fällen des Walnussbaums, der Sturz des Gärtners, seine Genesung, die Veränderung seiner Arbeiten, der Verfall der Obstbäume, die Übernahme seiner Aufgaben durch andere und schließlich seine Begegnungen mit Kindern.
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Auffällig ist die nüchterne Sprache. Selbst einschneidende Ereignisse wie der Beinbruch, der Verlust der Arbeitsfähigkeit oder das Abholzen der Obstbäume werden nicht stark emotional kommentiert. Gerade dadurch wirkt der Verfall besonders eindringlich. Die Erzählinstanz dramatisiert nicht, sondern zeigt den Niedergang als etwas Allmähliches, fast Selbstverständliches.
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Typisch ist außerdem die genaue Aufzählung konkreter Tätigkeiten. Der Gärtner sammelt Holz, schneidet Blüten, gießt Pflanzen, entleert Wasserrohre und schließt Fensterläden. Diese vielen praktischen Tätigkeiten charakterisieren ihn als Figur der Ordnung, Routine und Pflege. Gleichzeitig zeigen sie, wie seine Arbeit immer kleiner und eingeschränkter wird. Aus schwerer körperlicher Arbeit wird langsames Gehen, Sammeln, Gießen und Beobachten.
Bedeutung der Kinder am Ende
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Am Ende der Textstelle verändert sich die Funktion des Gärtners. Er ist nicht mehr der kräftige Arbeiter, der das Grundstück durch körperliche Arbeit erhält. Stattdessen sitzt er auf der Schwelle des Bienenhauses und wird von Kindern besucht. Er zeigt ihnen Tausendfüßler und Asseln, erklärt ihnen, wie man aus Holunder ein Blasrohr baut, oder pfeift auf einem Fliederblatt.
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Dadurch erscheint der Gärtner trotz seines körperlichen Verfalls nicht einfach als nutzlos. Seine Bedeutung verschiebt sich. Früher stand seine Arbeitskraft im Vordergrund, später sein Erfahrungswissen und Naturwissen. Er wird zu einer Figur, die Wissen über kleine, unscheinbare Dinge der Natur bewahrt und weitergibt.
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Diese Szene wirkt im Vergleich zum übrigen Verfall fast ruhig und versöhnlich. Während Bäume sterben und das Grundstück verkleinert wird, bleibt im Umgang mit den Kindern eine Form von Weitergabe bestehen. Der Gärtner bewahrt also eine stille Beziehung zur Natur, die nicht auf Besitz oder Leistung beruht, sondern auf Aufmerksamkeit und Erfahrung.
Teilaufgabe 2
Der Gärtner als arbeitsamer und pflichtbewusster Mensch
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Der Gärtner wird vor allem über seine Tätigkeiten charakterisiert. Er pflegt Bäume, Rasen, Blumen, Sträucher, Gebäude und Geräte. Seine Identität entsteht weniger durch innere Gedanken oder direkte Rede, sondern durch seine Arbeit auf dem Grundstück. Er erscheint als zuverlässig, fleißig, pflichtbewusst und naturverbunden.
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Auch nach seinem Sturz versucht er, weiterhin nützlich zu sein. Zwar kann er keine schweren Arbeiten mehr verrichten, aber er übernimmt kleinere Aufgaben. Dadurch zeigt sich seine enge Bindung an den Ort und an seine Tätigkeit. Er hört nicht einfach auf, sondern passt sich seinem geschwächten Körper an.
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Besonders auffällig ist seine stille Präsenz. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern bewegt sich langsam über das Grundstück, erledigt Handgriffe und beobachtet. Diese Zurückhaltung macht ihn zu einer Figur, die weniger durch Worte als durch Handeln, Routinen und Anwesenheit geprägt ist.
Der Gärtner als Figur des Alterns und Bedeutungsverlusts
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Der Sturz von der Leiter ist ein Wendepunkt in der Darstellung des Gärtners. Vorher ist er für schwere körperliche Arbeiten zuständig, danach kann er diese nicht mehr ausführen. Sein Körper setzt ihm Grenzen. Damit wird er zu einer Figur des Alterns, des körperlichen Abbaus und des Bedeutungsverlusts.
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Seine frühere Rolle wird schrittweise von anderen übernommen. Der Sohn mäht den Rasen, der Hausherr und der Sohn kümmern sich um den Steg, die junge Frau beschneidet Sträucher, ein Bauer fällt die Obstbäume. Der Gärtner wird dadurch nicht plötzlich ersetzt, sondern langsam aus seinen früheren Aufgaben herausgedrängt.
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Dieser Prozess macht seine Verletzlichkeit sichtbar. Er ist noch da, aber nicht mehr unersetzlich. Gerade darin zeigt sich eine zentrale Erfahrung der Textstelle: Menschen, die lange für Ordnung und Erhalt eines Ortes gesorgt haben, können selbst Teil des Verfalls und der Ersetzung werden.
Der Gärtner als Teil des Grundstücks
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Der Gärtner ist eng mit dem Grundstück verbunden. Er kennt die Arbeiten des Jahres, die Obstbäume, das Bienenhaus, die Pflanzen, das Badehaus und die kleinen Tiere. Er erscheint fast als Teil der Landschaft. Seine Bewegungen über das Grundstück wirken wiederkehrend und vertraut.
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Diese Verbindung ist stärker als die der bloßen Eigentümer. Der Gärtner besitzt den Ort nicht, aber er hat ihn über lange Zeit gepflegt und beobachtet. Dadurch verkörpert er eine andere Form von Zugehörigkeit: nicht durch Recht und Besitz, sondern durch Arbeit, Kenntnis und Fürsorge.
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Gerade deshalb ist sein Verfall auch ein Verfall des Grundstücks. Wenn der Gärtner schwächer wird, scheint auch der Ort seine frühere Ordnung und Lebendigkeit zu verlieren. Der Roman verbindet also die Geschichte eines Menschen mit der Geschichte eines Ortes.
Der Gärtner als Beobachterfigur
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Der Gärtner steht innerhalb und zugleich außerhalb der Hausgemeinschaft. Er arbeitet für die Hausherren und ist in Vorgänge auf dem Grundstück einbezogen, gehört aber sozial nicht vollständig zur Familie. Dadurch wird er zu einer Beobachterfigur.
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Besonders deutlich wird das bei den Dorfgerüchten über den Sohn des Hausherrn. Der Gärtner hält angeblich nachts unter dem Vordach des Badehauses Wache, damit die Hausherrin nicht merkt, was dort geschieht. Er ist also in private Vorgänge der Familie verwickelt, bleibt aber eine randständige Figur.
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Diese Stellung ist typisch für ihn: Er sieht vieles, entscheidet aber wenig. Er ist anwesend, aber nicht mächtig. Er ist mit dem Ort verbunden, aber nicht dessen Besitzer. Dadurch macht er soziale Abhängigkeiten und Machtverhältnisse im Roman sichtbar.
Funktion des Gärtners im Roman
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Der Gärtner hat im Roman zunächst die Funktion einer Kontinuitätsfigur. Während andere Bewohner und Besitzer wechseln, bleibt er mit dem Grundstück verbunden. Er verbindet verschiedene Zeiten, Familien und Veränderungen des Ortes miteinander.
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Außerdem zeigt er den Zusammenhang von Mensch, Natur und Geschichte. An ihm wird sichtbar, dass Geschichte nicht nur durch große politische Ereignisse erzählt wird, sondern auch durch Veränderungen im Alltag: Bäume sterben, Rohre rosten, Grundstücke werden verkleinert, Menschen altern und Tätigkeiten werden von anderen übernommen.
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Der Gärtner ist auch eine Gegenfigur zum bloßen Eigentum. Er besitzt das Grundstück nicht, aber seine Bindung an den Ort ist besonders stark. Dadurch stellt seine Figur indirekt die Frage, ob Heimat wirklich durch Besitz entsteht oder eher durch Pflege, Erinnerung und Vertrautheit.
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Schließlich ist er eine Symbolfigur der Vergänglichkeit. Sein körperlicher Niedergang spiegelt den Verfall des Grundstücks. Gleichzeitig bewahrt er durch sein Naturwissen eine andere Form von Bedeutung. Er steht also nicht nur für Verlust, sondern auch für stille Weitergabe und Erinnerung.
Schluss
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Die Textstelle zeigt zentrale Themen des Romans Heimsuchung: Vergänglichkeit, Heimat, Besitz, Natur, Verfall und geschichtliche Veränderung. Der Ort wirkt nicht stabil oder sicher, sondern ist ständig von Alterung, Beschädigung und Verlust geprägt.
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Der Gärtner steht dabei für eine besondere Form von Zugehörigkeit. Er besitzt das Grundstück nicht, ist aber durch Arbeit, Pflege und Erfahrung eng mit ihm verbunden. Seine Figur zeigt, dass Heimat im Roman nicht einfach Eigentum bedeutet, sondern etwas Gefährdetes, Gewachsenes und Vergängliches ist.
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Trotz seines körperlichen Verfalls behält der Gärtner eine wichtige Funktion. Er verliert seine frühere Arbeitskraft, bewahrt aber sein Naturwissen und gibt es an Kinder weiter. Dadurch wird er am Ende zu einer Figur der Erinnerung, Kontinuität und stillen Weitergabe.