Beispielaufgabe 2 – Ressource Fläche im Fokus Konkurrierender Interessen am Beispiel Sachsen-Anhalt
1 Ressource Fläche
Rund 17 Milliarden Euro wird ein international agierender Chiphersteller bis 2027 in die Errichtung einer sogenannten „Giga-Fabrik“ im Südwesten Magdeburgs (Sachsen-Anhalt) investieren. Auf einer Fläche von über drei Quadratkilometern soll die Produktion ab 2027 beginnen und es sollen über 10.000 Arbeitsplätze entstehen.
Das Satellitenbild in Anlage II.1 zeigt einen Teil Magdeburgs und seines südwestlichen Umlands.
Erstelle eine beschriftete Skizze des dargestellten Bildausschnittes, welche die wesentlichen Nutzungseinheiten wiedergibt!
Lege auch unter Verwendung geeigneter Atlaskarten mögliche Gründe für die Standortwahl des Chipherstellers auf unterschiedlichen Maßstabsebenen dar!
Von den Plänen des Chipherstellers sind verschiedene lokale Interessensgruppen betroffen.
Stelle unterschiedliche Beurteilungen des Projekts aus der Sicht von drei Interessensgruppen unter Verwendung der Anlagen II.1 - II.3 dar!
2 Landwirtschaft und erneuerbare Energien
Erkläre unter Bezugnahme auf die Anlage II.3, welchen ökonomischen Herausforderungen die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt derzeit gegenübersteht!
Entwickle realistisch umsetzbare Vorschläge für eine nachhaltige Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt!
Überprüfe die Eignung Sachsen-Anhalts als Standort für die Erzeugung erneuerbarer Energien, indem du auf drei selbstgewählte Formen erneuerbarer Energien eingehst! Verwende dazu geeignete Atlaskarten!
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Anlage II.1 Satellitenbild Süd-West-Magdeburg

Anlage II.2 Nutzerkommentare auf einer Internetseite zum Thema „Ansiedlung eines Chipherstellers im Süden Magedeburgs“
Alessandro J. vor 2 Monaten
Wenn das Ganze wie bei dem E-Autohersteller in Brandenburg läuft, dann geht das jetzt ganz flott, wahrscheinlich geht die Produktion schon in Betrieb, bevor alle Genehmigungen erteilt wurden. Bestimmt gibt’s da noch Probleme mit Betroffenen… Was sagen denn die Umweltschützer dazu? Da bin ich gespannt, wie es sich weiter entwickelt!
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Weitblick 2.0 vor 6 Monaten
Starke Neuigkeiten. Jetzt geht es noch steiler nach oben mit Magdeburg, sportlich und wirtschaftlich. Bin gespannt, welche Stellen die ausschreiben werden. Magdeburg floriert ja schon seit Jahren.
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Doreen W. vor 7 Monaten
Jackpot! Da bereits fast alle Gewerbegebiete vergeben sind, wird’s allmählich eng in Magdeburg. Was da alles dranhängt, das kann man so noch gar nicht absehen. Kann sogar sein, dass der Chiphersteller mit der Uni zusammenarbeitet, und da wären noch die ganzen Kleinunternehmen, Zulieferer und viele andere. Aber ich bleibe skeptisch, erst wenn die Firma steht glaube ich das wirklich!
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Anlage II.3 Infotext Flächenkonkurrenz auf Deutschlands Äckern
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Verkehrsachsen in Form von Straßen für den Güter- und Personentransport;
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Mischflächen für Arbeitsplätze, Wohnraum und Einkaufsmöglichkeiten;
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Innerstädtische Wohngebiete;
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Industrieareale für Produktion, Lagerhallen und Logistik;
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Landwirtschaftliche Nutzfläche zur ackerbaulichen Nutzung und Forstwirtschaft;
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stadtnahe Dörfer mit Wohnbebauung und landwirtschaftliche Betriebe;
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schiffbarer Fluss mit Retentionsflächen zum Hochwasserschutz und Verbauungen an beiden Ufern zur Strömungsregulierung.
Darlegung möglicher Gründe, v. a.
international, v. a.
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Lage in der Mitte Europas und dadurch günstige Anbindung zu Zulieferbetrieben und Absatzmärkten;
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Ansiedlung in einem EU-Staat, dadurch vereinfachte Handelsbedingungen und transparente, effiziente Verwaltung;
national, v. a.
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hohe Rechtssicherheit in Deutschland und damit attraktive Investitionsbedingungen;
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in Deutschland hohes Ausbildungsniveau und daher gut ausgebildete Arbeits- und Fachkräfte.
regional, v. a.
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Nähe zur Stadt Magdeburg und damit großes Angebot an Arbeitskräften
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Anbindung an eine Großstadt mit vielfältigen Bildungsangeboten und deshalb Potenzial zur Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft;
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Lage an Umgehungsring und Autobahnkreuz und daher günstige Verkehrsanbindung für Warentransport und Arbeitskräfte;
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Ansiedlung auf relativ ebenen Flächen im Südwesten Magdeburgs und deshalb Ermöglichung der Anlage großer Gebäudekomplexe.
Darstellung unterschiedlicher Beurteilung, u. a.
Landwirtschaft: Verlust hochwertiger und ertragreicher Ackerflächen
Bevölkerung/lokale Wirtschaft: Belebung des Arbeitsmarktes durch großes, zusätzliches Beschäftigungsspektrum, ggf. Ansiedlung von anderen Gewerben, Zulieferbetrieben
Wissenschaft/Universitätsstandort: günstige Kooperationsmöglichkeiten, Verzahnung von Forschung und Wirtschaft
Umweltschützer: Flächenversiegelung, erhöhtes Verkehrsaufkommen, ggf. Emissionen, erhöhter Wasserverbrauch
Stadt/Gemeinde: Erhöhung der Einnahmen durch Gewerbesteuer, verbessertes Arbeitsplatzangebot und ggf. sinkende Sozialleistungen
Erklären von ökonomischen Herausforderungen, v. a.
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Flächenkonkurrenz: zu hohe Pachtzahlungen für Landwirte aufgrund der Konkurrenz mit Investoren von Photovoltaikanlagen und Industriebetrieben, deshalb Verringerung der landwirtschaftlichen Fläche mit Ernteeinbußen und möglichen Betriebsaufgaben;
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Recenter Klimawandel: verringerte Ertragsmenge und geringere Einnahmen für Landwirte aufgrund der Häufung von niederschlagsarmen und überdurchschnittlich heißen Sommern sowie höhere Kosten durch die zunehmende Notwendigkeit zur Bewässerung der ackerbaulich genutzten Flächen und zur Umstellung auf klimaresistentere Nutzpflanzen.
Entwicklung von Vorschlägen für eine nachhaltige Landwirtschaft
Hinweis: Bei der Beantwortung ist nicht die Menge an Antworten entscheidend, sondern die Plausibilität der Vorschläge und Berücksichtigung der Dimensionen von Nachhaltigkeit.
ökologisch, v. a.
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Umstellung auf Bio-Produktion bei günstigen Anbaubedingungen auf hochwertigen Böden mit geringer Notwendigkeit künstlicher Düngung;
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langfristiger Erhalt der Bodenfruchtbarkeit durch Gründüngung;
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Pflanzung von Bäumen und Hecken zum Schutz vor Austrocknung durch verstärkte Beschattung und Vergrößerung von Lebensräumen von Insekten und Vögeln;
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Verwendung hitze- und trockenresistenter Getreidesorten zur Vermeidung übermäßiger Bewässerung und Düngung;
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Einführung wasserschonender Bewässerungsmethoden, wie. z. B. Tröpfchenbewässerung zur Schonung der Grundwasserreserven.
ökonomisch, v. a.
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Aufbau regionaler Vermarktungsstrategien und Kooperationen mit Einzelhändlern;
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Bildung von Genossenschaften zur Kostenersparnis.
sozial, v. a.
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Erhalt von kleinbäuerlichen Strukturen durch staatliche Subventionen und Vermarktungshilfen und damit Erhalt bestehender dörflicher Gemeinschaften;
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Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen für eine zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft.
Überprüfen der Eignung für erneuerbare Energien, v. a.
Photovoltaik: mäßige Eignung
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vergleichsweise geringe Globalstrahlung, aber weitläufige, unbewaldete Flächen;
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Flächennutzungskonkurrenz mit dem Ackerbau auf sehr hochwertigen Böden.
Windkraft: mäßige Eignung
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geringe Windgeschwindigkeiten aufgrund der Entfernung zum Meer, aber Vorhandensein von ebenen Flächen;
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ganzjähriger Einfluss der Westwindzone.
Wasserkraft: regional unterschiedliche Eignung
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relativ geringe Fließgeschwindigkeit der Elbe aufgrund des geringen Gefälles, aber Potenzial zur Energiegewinnung an den westlichen Zuflüssen aufgrund höherer Reliefenergie;
Biomasse: gute Eignung
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hoher Anteil an landwirtschaftlichen Flächen auf sehr guten Böden der Magdeburger Börde