Aufgaben B
B I. Kunstgeschichte/Kunsttheorie
Expressionismus/Kunst im Nationalsozialismus
Nenne Vorbilder beziehungsweise Vorläufer des Expressionismus und erläutere, wie diese die Stilrichtung beeinflussen.
Auch der Erste Weltkrieg prägt die Menschen zur Zeit des Expressionismus. Stelle die gesellschaftliche Situation kurz dar.
Die Künstlergruppe „Die Brücke“ wird 1905 in Dresden gegründet.
Nenne drei Mitglieder der Gruppierung mit je einem Bildtitel.
Beschreibe typische Themen der Gruppe.
Das Ende des Expressionismus ist durch das Aufkommen des Nationalsozialismus gekennzeichnet, da durch das Regime viele Künstler als „entartet“ gebrandmarkt werden.
Erkläre den Begriff „Entartete Kunst“.
Erläutere kurz die Folgen für die als „entartet“ bezeichneten Künstler im Nationalsozialismus.
B II. Kunstbetrachtung
Franz Marc (Expressionismus)
Dir liegen die Reproduktionen folgender Gemälde vor:
Franz Marc:
„Rehe im Schilf“, 1909 (Abb. 1)
„Rote Rehe II“, 1912 (Abb. 2)
„Rehe im Walde II“, 1914 (Abb. 3)
In allen drei vorliegenden Werken Franz Marcs stellen Rehe das zentrale Motiv in unterschiedlicher Weise dar.
Beschreibe in tabellarischer Form, geordnet nach dem Entstehungsjahr, die jeweils unterschiedliche Bewegung der Tiere.
Folgere daraus, wie die Tiere in ihrer Umgebung auf den Betrachter wirken.
Vergleiche die beiden Werke „Rehe im Schilf“ (1909, Abb. 1) und „Rehe im Walde II“ (1914, Abb. 3) tabellarisch hinsichtlich folgender Gestaltungsmittel:
a) Form b) Raum c) Farbe

Franz Marc: Rehe im Schilf, 1909, Öl auf Leinwand, 89 x 79 cm

Franz Marc: Rote Rehe II, 1912, Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm

Franz Marc: Rehe im Walde II, (1914), Öl auf Leinwand 110 x 100 cm
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Expressionismus/Kunst im Nationalsozialismus
Vorbilder und Vorläufer des Expressionismus:
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Vincent van Gogh und Paul Gauguin lösen sich zunehmend von der impressionistischen Malweise und dienen den Expressionisten als Vorbilder.
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Beide suchen nach einer Ausdruckssteigerung von Form und Farbe und geben eine realistische Darstellung ihrer Motive mehr und mehr auf.
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Ein Vorbild bildet zudem die Kunst der Naturvölker, deren Werke durch den Kolonialhandel nach Europa gelangen.
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Masken und Skulpturen aus Afrika und Ozeanien zeigen, dass nicht die Wiedergabe der Wirklichkeit wichtig ist, sondern die freie und unverfälschte Ausdrucksfähigkeit.
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Dies gilt auch für die Bilder von Kindern, da diese ihre Gefühle spontan zum Ausdruck bringen.
Gesellschaftliche Situation im ersten Weltkrieg:
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Die Situation vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg löst bei vielen Menschen in Deutschland eine innere Krise aus.
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Die zunächst vorherrschende Begeisterung für den Krieg und den technischen Fortschritt verfliegt.
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Viele leiden an der Verlogenheit, dem Chaos und der Sinnlosigkeit des modernen Lebens – vor allem in der Großstadt.
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Verstörte Kriegsheimkehrer werden zu Außenseitern in der Gesellschaft.
Mitglieder der Gruppierung:
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Mitglieder „Die Brücke“ |
Werk |
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Typische Themen der Gruppe:
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Negative Seiten des Großstadtlebens werden thematisiert: Anonymität, Außenseiter, Einsamkeit und Gewalt.
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Hässliches in Form von verzerrten Grimassen, Sucht, Krankheit und Tod wird schonungslos zur Schau gestellt.
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Menschen werden in Aktdarstellung in freier Natur gemalt.
Begriff „Entartete Kunst“:
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Als „entartet“ gilt im Nationalsozialismus die Kunst, die regime- oder kriegskritisch ist oder von „Nicht-Ariern“ stammt.
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Kunst, die sich nicht an der sichtbaren Realität orientiert, sondern abstrakte Tendenzen aufweist, wird ebenso als „entartet“ deklariert.
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Diffamiert wird auch, was nicht dem gewünschten Idealbild entspricht.
Folgen für die als „entartet“ bezeichneten Künstler im Nationalsozialismus:
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Unerwünschte Künstler erhalten Berufsverbot.
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Sie müssen ins Ausland emigrieren oder begeben sich in die „Innere Emigration“.
B II. Kunstbetrachtung
Franz Marc (Expressionismus)
Bewegung und Wirkung der Tiere:
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„Rehe im Schilf“, 1909 (Abb. 1) |
„Rote Rehe II“, 1912 (Abb. 2) |
„Rehe im Walde II“, 1914 (Abb. 3) |
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a) |
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b) |
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Vergleich der Werke:
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„Rehe im Schilf“, 1909 (Abb. 1) |
„Rehe im Walde II“, 1914 (Abb. 3) |
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a) Form |
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b) Raum |
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c) Farbe |
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Wie Franz Marc den Weg in die Abstraktion geht:
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Zu Beginn orientiert Franz Marc sich noch stark an der Natur, er richtet sich nach der sichtbaren Realität, indem er im ersten Bild das Wesen, die Erscheinung der Tiere und ihre natürliche Umgebung genau beobachtet.
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Im zweiten Bild entfernt er sich etwas weiter von der Natur, abstrahiert teilweise, indem er Landschaft und Körper der Tiere in ihren Formen vereinfacht und Details zurücknimmt.
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Im dritten Bild ist der Weg in die Abstraktion schon weit vorangeschritten, da viele Bildelemente nicht mehr naturgetreu wiedergegeben werden (zersplitterte Flächen in Ausdrucksfarbe), sondern nur noch wesentliche Aspekte der Rehe (zum Beispiel die reduziert dargestellten Köpfe) auf die sichtbare Realität verweisen.