Aufgaben A
A I. Kunstgeschichte/Kunsttheorie
Romantik
Lege den zeitgeschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund der Romantik dar.
Caspar David Friedrich gilt als einer der bedeutendsten Maler der deutschen Romantik.
Stelle dar, wie der Künstler es schafft, den Betrachter in seine Bilder einzubeziehen.
Für Friedrich und andere deutsche Romantiker ist die Natur ein bevorzugtes Bildthema. Beschreibe die Bedeutung der Natur für diese Künstler.
Die deutsche Spätromantik ist auch als Biedermeier bekannt. Erläutere, wie sich der Biedermeier inhaltlich von der früheren Romantik unterscheidet und nenne einen beispielhaften Künstler.
Die Künstler der französischen Romantik verfolgen andere Absichten.
Nenne Bildinhalte sowie -motive.
Führe zwei exemplarische Maler an.
Der englische Romantiker William Turner nimmt eine Sonderstellung ein. Begründe diese These.
A II. Kunstbetrachtung
Ambrosius Bosschaert der Jüngere (Barock) – Paul Cézanne (Wegbereiter der Moderne) – Daniel Spoerri (zeitgenössische Kunst)
Dir liegen die Reproduktionen folgender Werke vor:
Ambrosius Bosschaert der Jüngere:
„Stillleben“, um 1630
Paul Cézanne:
„Stillleben mit Äpfeln“, 1893
Beide Bilder zeigen ein Stillleben. Gehe tabellarisch auf inhaltliche Unterschiede der Gemälde ein.
Bosschaert der Jüngere greift auf unterschwellige Art und Weise das Vanitas-Prinzip auf. Erkläre den Vanitas-Gedanken und stelle dabei einen Bezug zu dem Gemälde her.
Vergleiche beide Gemälde hinsichtlich:
Form
Farbe und Malweise
Raum
Außerdem liegt dir ein Foto der Assemblage (Montage mit realen Objekten) „Hahns Abendmahl“ des Künstlers Daniel Spoerri aus dem Jahre 1964 vor. Dabei handelt es sich um einen anderen Ansatz, ein Stillleben zu präsentieren.
Stelle anhand des im Museum ausgestellten Werkes dar, warum es sich hier nicht um ein traditionelles Stillleben handelt.
Material zu AII

Ambrosius Bosschaert der Jüngere: Stillleben, um 1630, Öl auf Holz, 38 x 46 cm

Paul Cézanne: Stillleben mit Äpfeln, 1893, Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm

Daniel Spoerri: Hahns Abendmahl, 1964, Assemblage
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Zeitgeschichtlicher und gesellschaftlicher Hintergrund der Romantik:
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Geistige Erneuerungen sowie politische und gesellschaftliche Umbrüche prägen die Zeit der Romantik.
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Die politische Neuordnung Europas (Napoleonische Kriege, Wiener Kongress) erfüllt nicht die Hoffnung der Menschen.
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Die Kunst reagiert darauf mit einer starken Betonung des Nationalgefühls und
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einem Rückzug ins Sentimentale, Religiöse oder Mythologische.
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Die Besinnung auf die nationale Vergangenheit, vor allem auf das Mittelalter, tritt in den Vordergrund.
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Die Romantiker wenden sich gegen die rationalistische Geisteshaltung des Klassizismus.
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Die Philosophie von der Freiheit des Menschen und seiner Verantwortung für das Gemeinwesen werden propagiert.
Einbezug des Betrachters in die Bilder Friedrichs:
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Die Menschen werden in seinen Gemälden meist von hinten bzw. als Rückenfiguren oder in Rückansicht gezeigt.
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Die wichtigste Person wird oft zentral positioniert, wodurch
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der Blick des Betrachters der Blickrichtung der dargestellten Figuren folgt.
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Der Betrachter kann sich dadurch mit den abgebildeten Menschen identifizieren.
Bedeutung der Natur für diese Künstler:
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Die Natur wird als allmächtig interpretiert, der Mensch ist im Vergleich zur umgebenden Landschaft oft sehr klein abgebildet.
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Dies zeigt sich auch in ungewöhnlichen Natursituationen wie etwa Landschaften im Mondlicht oder bei Sonnenuntergang (sogenannte heroische Landschaften).
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Die Landschaft wird zum Spiegel der Seele erklärt
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und dient als symbolischer Sehnsuchtsort.
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In der Natur ist zudem das Göttliche allgegenwärtig.
Inhaltliche Unterschiede des Biedermeier zu der früheren Romantik und beispielhafter Künstler:
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Die Ideale der Freiheit des Individuums und der unendlichen Natur weichen einer heimeligen Idylle (z. B. Themen wie Familie, private Szenen und Innenräume).
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Märchenillustrationen sowie Themen der Volks- und Heldensagen werden aufgegriffen,
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der Mensch wird unter anderem als kleinbürgerlich und spießig dargestellt.
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Künstler: z. B. Carl Spitzweg
Bildinhalte sowie -motive:
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Abenteuerszenen
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Darstellung des Orients
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Themen aus der zeitgenössischen Geschichte, z. B. die Taten Napoleons
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historische Themen
Exemplarische Maler:
z. B.
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Eugène Delacroix
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Théodore Géricault
Begründung der These, dass der englische Romantiker William Turner eine Sonderstellung einnimmt:
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Neben der Darstellung von Landschaften und Seestücken beschäftigt er sich mit dem Thema Naturgewalten.
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Wellen, Wind, Regen und Licht werden im Lauf seiner Entwicklung immer freier und spontaner aufgefasst.
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Entsprechend wird seine Malweise auch zunehmend dynamisch.
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Die Form wird zugunsten von Farbe und Atmosphäre aufgelöst.
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Er gilt damit als Wegbereiter des Impressionismus.
A II. Kunstbetrachtung
Inhaltliche Unterschiede der Gemälde:
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Bosschaert der Jüngere |
Cézanne |
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Vanitas-Gedanken und Bezug zu dem Gemälde:
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Das Vanitas-Prinzip soll mit verschiedenen Symbolen an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern (memento mori – Gedenke des Todes).
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In dem Stillleben sind Vanitas-Symbole, wie zum Beispiel Insekten (Symbole der Kurzlebigkeit) nebst Muscheln (leere Hülle) zu sehen.
Vergleich der beiden Gemälde:
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Bosschaert der Jüngere |
Cézanne |
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|---|---|---|
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Form |
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Farbe und Malweise |
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Raum |
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Warum es sich hier nicht um ein traditionelles Stillleben handelt:
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Statt eines zweidimensionalen Gemäldes liegt eine dreidimensionale Assemblage aus realen Objekten vor.
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Das Stillleben wird auf einer vertikal aufgehängten Tischplatte präsentiert, wodurch eine Draufsicht entsteht, wenn der Betrachter vor dem Werk steht.
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Anstelle ästhetisch angerichteter Speisen und Geschirrs wird ein verlassenes Gelage mit willkürlich hinterlassen wirkenden Essensresten dargestellt.
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Die Anordnung erfolgt scheinbar ohne jegliche Komposition des Künstlers: Das Werk wirkt wie eine zufällige Momentaufnahme.